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TV-Tipp: Fernseh-Team begleitet zwei Seiteneinsteiger in den Lehrerberuf ein Jahr lang

BERLIN. Es herrscht großer Lehrermangel in Deutschland. Gerade in Fächern wie Mathematik, Physik oder Chemie fehlt der Nachwuchs. Stefan und Karsten sollen in Berlin helfen, die vielen Unterrichtsausfälle zu stoppen. Beide Akademiker sind Quereinsteiger im Lehrerjob – sie tauschen Labor gegen Lehrerzimmer und müssen im Eilverfahren zu Pädagogen werden. Von Anfang an wird ihnen gesagt: Was von ihnen verlangt wird, ist eigentlich nicht zu schaffen. Ein Team des ZDF hat die beiden über ein Jahr begleitet. Die Reportage ist am morgigen Dienstag, um 22.15 Uhr, im ZDF zu sehen. Titel: „Lehrer über Nacht“ – aus der Reihe „37 Grad“. Wir sind gespannt.

Wer die Sendung verpasst hat: Sie ist in der ZDF-Mediathek abrufbar – hier geht es zum Film.

Szene aus der Doku "Lehrer über Nacht". Foto: ZDF

Szene aus der Doku „Lehrer über Nacht“. Foto: ZDF

9 Kommentare

  1. Sehr geehrte Damen und Herren,

    es ist schon sehr mutig dies Problem zu zeigen und auch dass die Personen sich zeigen! Aber schauen sie noch tiefer! Denn viele fertigen Lehramtstudenten fangen das Referendariat nicht an oder beenden es vorzeitig!!!

    MfG

    M.K.

  2. Wie schön war es zu sehen, dass auch Quereinsteiger nur mit Wasser kochen. Dass auch Personen, die in der vermeintlich wirklichen Welt da draußen ihren Mann gestanden haben verzweifelt sind, entmutigt sind – all die Probleme haben, die Lehrer eben auch haben. Kurz: dass sie keine besseren Lehrer sind, wie überall propagiert wird.

    • Prof. Dietrisch Schwanitz schrieb bereits vor ca. 15 Jahren in der Einleitung seines Bestsellers „BILDUNG“ folgende Worte:
      „Lehrer haben es sowieso schon schwer. Zunächst einmal werden sie von anderen sozialen Gruppen unterschwellig verachtet. Das liegt daran, dass sie nie das Bildungssystem verlassen haben, um sich im Leben außerhalb zu bewähren…Aber diese Verachtung ist ungerecht gegenüber einem Job, den selbst ein gewiefter Manager oder ein nervenstarker Unternehmer kaum einen Morgen lang durchstehen würde, ohne an Flucht zu denken (…) Weil die Lehrer also offiziell an ihren Problemen selbst schuld sind, werden sie auf den Pfad der Lüge gedrängt, sie verheimlichen ihre eigenen Schwierigkeiten…Auf diese Weise werden Lehrer entsolidarisiert und konkurrieren untereinander mit verlogenem Imagemanagement. Sie fingieren ihren Erfolg und tun so, als hätten sie keine Probleme. In Wirklichkeit sind viele von ihnen tief demoralisiert. Umso mehr, wenn sie einmal linke Erziehungsideale geteilt haben…
      Derweil sind die Schulen fast vollständig zur Beute der politischen Parteien geworden…Die jeweils regierende Landespartei hält sich an der Schulpolitik schadlos, um im nächsten Wahlkampf etwas vorweisen zu können: eine neue Maßnahme, eine aufregende neue Konzeption, ein interessantes neues Etikett. So wird die Schule, die langfristige Planungssicherheit braucht, durch ständige Phantomerfindungen in Unruhe gehalten…Sie verbrauchen die dünne Luft der Hoffnung durch ihre eigene Windigkeit.“

  3. Bezeichnend war auch die (sinngemäße) Aussage eines dieser Quereinsteigers: Ich hab immer gedacht, Lehrer lassen Vormittags Bildchen malen und haben Nachmittags frei – aber so ist es bei weitem nicht.
    Schlimm genug, dass auch heute noch diese Vorurteile in der Bevölkerung bestehen. Was wäre wenn an jedem deutschen Arbeitsplatz immer ca. 30 Schüler zugegen wären. Was würden die wohl über die Beschäftigten erzählen, denen sie zusehen.

  4. Mir wurden just heute wieder die Ferienwochen vorgezählt. In diesem Laden werde ich so schnell nicht mehr einkaufen. Meine Standartantwort ist immer: Holen Sie doch das Studium und das Referendariat nach, dann geht es Ihnen den Rest Ihres Lebens genauso gut.

    • Dann antworten Sie doch mit der durchschnittlichen Arbeitszeit, die das statistische Bundesamt für das Jahr 2006 ermittelt hat. Das Amt kam auf ca. 2100 Stunden, was – umgerechnet auf „normale Arbeitnehmer“ – einer 47,7-Stundenwoche entspricht.

  5. Mich haben Schüler gestern nach meiner Abinote gefragt, die ich ihnen dann auch gesagt habe. Entgegnung: „Waaaaaaas? Warum sind Sie dann nicht Wissenschaftler geworden oder Arzt???“ Aha, danke. Lehrer wird man also schon in den Augen 15-Jähriger nur, wenn man zu blöd / unmotiviert für einen Beruf mit Prestige ist.

    • Ja und. – Man muss doch nicht blöd sein, um an einer Schule zu arbeiten. Aber so wie der Laden läuft, hilft es ungemein. Zumindest das blöd stellen.

  6. war, dass einer der Quereinsteiger glaubte, dass man regulär so zwei oder drei Jahre studiert… (Genau wusste er es jedenfalls nicht.) Das war aber auch derjenige, der sich fachlich vollkommen überlegen fühlte.

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