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CDU will mehr Elternbeteiligung von Eltern in Rheinland-Pfalz

MAINZ. Eltern sollen bei grundsätzlichen Entscheidungen an rheinland-pfälzischen Schulen nach dem Willen der CDU-Landtagsfraktion unter Julia Klöckner stärker eingebunden werden. Was sonst noch an den Schulen besser werden soll, stellte Fraktionschefin Klöckner in einem Zehn-Punkte-Plan vor. Sie kritisierte vor allem die Lernmethode «Schreiben nach Gehör» – dabei wird Grundschülern das Schreiben zunächst mit einer Anlauttabelle beigebracht, Schreibschrift und Rechtschreibregeln folgen erst danach.

Die Einbindung der Eltern ist Teil eines Zehn-Punkte-Plans, den Klöckner zusammen mit der bildungspolitischen Sprecherin Bettina Dickes vorstellte. Dieser sieht auch vor, Quereinsteiger durch befristete Gehaltszulagen als Fachlehrer zu gewinnen.

Großaufnahme von Julia Klöckner

Kurz vor dem Schulstart stellte Julia Klöckner ihren Zehn-Punkte-Plan vor. Foto: Stefan Kröger / Wikimedia Commons

Bei der Integration von Flüchtlingskindern forderte Klöckner die Einführung von Klassen, die dem regulären Unterricht vorausgehen. Damit kritisierte sie die Pläne der Landesregierung als nicht ausreichend. Laut der Fraktion sollten Kinder mit Sprachförderbedarf schon vor ihrer Einschulung in spezifischen Kursen unterrichtet werden. Erst bei ausreichenden Deutschkenntnissen könnten sie auf die Schulen verteilt werden, sagte Klöckner. Bildungsministerin Vera Reiß (SPD) hatte am Donnerstag von einer Ausweitung der Deutsch-Intensivkurse um rund 50 Prozent auf 224 gesprochen, die an den Schulen angeboten werden.

Forderungen kommen auch von Lehrerseite: Der Verband Bildung und Erziehung Rheinland-Pfalz pocht darauf, Lehrer an Realschulen plus und an Gesamtschulen bei der Besoldung gleichzustellen. Betroffen davon sind ehemalige Hauptschullehrer, die bei der Besoldung als Realschul-plus-Lehrer nicht hochgestuft wurden. Voraussetzung hierfür ist ein Befähigungsnachweis, der praktische und theoretische Prüfungen beinhaltet. Der Verband wirft der Landesregierung vor, durch scheinbar hohe Auflagen Lehrer zu verunsichern. Vor den Sommerferien hätten von rund 4000 Betroffenen nur knapp 1500 Kräfte Interesse an dem Befähigungsnachweis gezeigt. dpa

8 Kommentare

  1. Komisch, dass man immer meint, Lehrer hätten keine Ahnung von Schule und komisch, dass man immer meint. Eltern wissen am besten, wie Schule funktioniert. Ich bin dafür, dass die Fachleute entscheiden und das sind die Lehrer. Am schlimmsten ist es, wenn Eltern sich in alles einmischen. Die einen wollen dies, die anderen wollen das und zufrieden sind sie nur, wenn ihre Kinder überall nur 1-en bekommen.

  2. So ein Quatsch. Die Methode heißt Lesen durch Schreiben. Schreibschrift und Rechtschreibregeln folgen immer erst danach.

  3. Nachtrag:… bei jeder Methode. Rechtschreibregeln lernt man in der ganzen Grundschulzeit und danach auch noch. Keine einzige Lese-Lern-Methode bringt den Kindern gleichzeitig die Schreibschrift bei, es sei denn, man beginnt damit. Das gab es in den 1960er Jahren.

    • Ich habe in der Grundschule seitenweise die geschwungenen Bögen z.B. beim f üben müssen. Durch Umi und Uta habe ich dann Satzbildung mit immer mehr Buchstaben gelernt. Alles in Schreibschrift und mit korrekter Rechtschreibung.

  4. @Mississippi
    Das ist kein Quatsch, denn Rechtschreibregeln sind für die Rechtschreibung von sekundärer Bedeutung. Primär wichtig ist, dass Wörter von Anfang an richtig geschrieben werden und sich ihre korrekte Form statt einer falschen ins sog. Wortbildgedächtnis einprägt.
    Bei jedem Wort, das auch Sie schreiben, greifen Sie auf diese gespeicherten Bilder zurück und brauchen erst in zweiter Linie Regeln. Oder warum haben Sie „Quatsch“ geschrieben und nicht „Kwatsch“?
    Rechtschreibregeln folgen in der Tat erst später – bis auf eine der wichtigsten, dass nämlich nach einem Punkt groß geschrieben wird.
    Die Methode „Lesen durch Schreiben“ vernachlässigt sträflich die uralte Erkenntnis, dass Wortbilder im Gedächtnis hängen bleiben, leider falsche ebenso wie richtige und egal ob von eigener Hand produziert oder in Druck- oder Schreibschrift. Sie stehen da, bleiben in Erinnerung und lassen sich nur schwer korrigieren.
    „Schreiben nach Gehör“ ist eine vollkommen richtige Bezeichnung für die fragwürdige Methode, auch wenn Sie das anders sehen. Oder schreiben die Kinder etwa nicht nach Gehör?
    Für mich besteht kein Zweifel, dass wesentliche Ursache für die auffällige Zunahme schwacher Rechtschreib-, aber auch Leseleistungen, eine undurchdachte Methode ist, die schnelle Scheinerfolge bringt wie das Schreiben von Geschichten – wenn auch in abenteuerlicher Rechtschreibung –, deren dickes Ende aber vorprogrammiert und durch nichts zu rechtfertigen ist, am wenigsten durch Ignoranz.

  5. Die Methode Lesen-durch-Schreiben boomte in den 70er Jahren. Jetzt wird sie doch eher selten und von älteren Kollegen/innen verwendet. Ich selber habe gerne kombiniert. Die Kinder schreiben bei der angeprangerten Methode nicht nur nach Gehör. Sie haben eine Buchstabentabelle mit den Groß – und Kleinbuchstaben zur Hand. Auch hier lernen sie einfache Regeln, z.B. Groß – und Kleinschreiben. Wir stellen alle fest, dass die Kinder vermehrt Defizite haben, obwohl die meisten doch mit anderen Methoden Lesen und Schreiben gerlernt haben. In meiner Kindheit war es die Ganztextmethode. Ich konnte die Texte halt auswendig. Heute haben die Kinder einfach andere Kompetenzen. Immer wenn ich die alte Schulbücherei anschaue, denke ich: „Vor 10 oder 15 Jahren haben die Kinder diese dicken Bücher noch gelesen, heute schaffen sie das nicht mehr.“ Damals wurde bei uns aber noch viel mehr nach der angeprangerten Methode gearbeitet. Die ist doch jetzt out, weil die Kinder es auch oft nicht mehr schaffen und lieber auf 3 Seiten das s schreiben.
    Übrigens lernt man erst drucken, später begleitend Schwungübungen, dann Schreibschrift. Dafür hat man in BaWü 2 Schuljahre Zeit.

    • „Lesen durch Schreiben“ geht zwar auf die Idee von Jürgen Reichen in den 70er Jahren zurück, boomte da aber noch lange nicht. Auftrieb erhielt die Methode erst sehr viel später durch Epigonen wie Hans Brügelmann oder Norbert Sommer-Stumpenhorst.
      Ich erinnere mich genau an die 70er Jahre. Sie waren geprägt von der Ganzsatzmethode (eine „Ganztextmethode“ist mir unbekannt), die eine Binsenweisheit zum unbedingten Lerngebot machte. Es lautete: „Ein Satz ist mehr als die Summe seiner Einzelteile, darum müssen Sätze im Mittelpunkt des Erstleseunterrichts stehen.“
      Sie haben Recht: Die Kinder lernten Sätze auswendig, konnten sie aber nicht wirklich erlesen. Auch diese Methode produzierte Lese- und Schreibschwächen, die wegen ihrer Häufigkeit zu ersten Bescheinigungen von „Legasthenie“ führten – einer angeblich krankhaften Form des Versagens.
      Glücklicher Weise überlebte diese Methode aber nicht so viele Jahre wie das noch immer existierende und verharmloste „Lesen durch Schreiben“.

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