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Flüchtlinge in Turnhallen: Berufsschullehrer-Verband sorgt sich um Sportunterricht

STUTTGART. Der Berufsschullehrer-Verband BVL in Baden-Württemberg fordert ein Vetorecht für Schulleiter bei der Nutzung von Schulturnhallen für Flüchtlinge. Die Einspruchsmöglichkeit gegenüber dem Schulträger lasse sich aus dem Schulgesetz ableiten, erklärte Landesverbandschef Herbert Huber in Stuttgart. «Wir sind bereit, weit zu gehen, aber man muss uns einbeziehen», fügte er mit Blick auf die kommunalen Schulträger hinzu. Auch das Kultusministerium bleibe Antworten schuldig, wie mit der Situation umzugehen sei.

Huber unterstrich, dass Schüler an den beruflichen Gymnasien vier Sportkurse in den Klassen 12 und 13 absolvieren müssen, um für das Sportabitur überhaupt zugelassen zu werden. Dem Verband gehe es um flexible Lösungen, etwa die Nutzung von Hallen anderer Schulen oder solcher, die zu Vereinen oder anderen Institutionen gehören. Auch einer Kürzung des Sportunterrichts um bis zu 50 Prozent verschließe er sich nicht. Den Lehrern müsse es aber möglich sein, Noten zu geben. Man müsse sich auch in die Schüler und Eltern hineinversetzen. Er warnte: «Vorsicht, dass die Stimmung nicht kippt». Als weitere ungeklärte Fragen bei der Einquartierung von Flüchtlingen nannte der Verbandschef die Entlastung von Schulleitungen und Sekretariaten. Diese müssten für diese Aufgabe erhöhte Freistellungen und mehr Verwaltungsstunden erhalten, sagte der Leiter mehrerer kaufmännischer Schulen in Lahr. Kosten etwa für Müllbeseitigung oder zusätzliche Energie dürften nicht den Schulen aufgebürdet werden.

Die CDU-Fraktion sieht Kultusminister Andreas Stoch (SPD) in der Pflicht, Rahmenbedingungen für einen vernünftigen Sportunterricht zu setzen. Die SPD im Landtag betonte: «Es ist eine gesamtgesellschaftliche Aufgabe, die ankommenden Flüchtlinge gut zu versorgen.» Die Unterbringung in Schulturnhallen sei keine Dauer-, sondern eine Notlösung. Die Grünen im Landtag sprachen von einer Verantwortungsgemeinschaft für Menschen, die vor Krieg und Verfolgung fliehen. dpa

 

Ein Kommentar

  1. Ich würde mal sagen, dass dieses Problem zur Zeit eher zweitrangig ist.

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