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Gericht urteilt: Kindergartenkind mit Erdnussallergie hat Anspruch auf persönliche Assistenz

BREMEN. Eine Allergie beeinträchtigt nicht nur das tägliche Leben. In schweren Fällen kann sie lebensbedrohlich sein. Unter Umständen gilt sie daher als Behinderung. Eltern kleiner Kinder können in solchen Fällen für den Kindergartenbesuch Hilfe beantragen.

Können allergische Schocks auslösen: Erdnüsse. Foto: H. Zell / Wikimedia Commons (CC BY-SA 3.0)

Können allergische Schocks auslösen: Erdnüsse. Foto: H. Zell / Wikimedia Commons (CC BY-SA 3.0)

Eine schwere Nahrungsmittelallergie kann als Behinderung gelten. Daher muss ein Sozialhilfeträger unter Umständen auch die Kosten für eine persönliche Assistenz eines Kleinkindes mit hochgradiger Lebensmittelallergie während des Besuchs einer Kindertagesstätte vorläufig übernehmen. Das geht aus einer Entscheidung des Landessozialgerichts Niedersachsen-Bremen hervor (Az.: L 8 SO 177/15 B ER), über die die «Neue juristische Wochenschrift» berichtet.

In dem verhandelten Fall hatte ein Vierjähriger eine Erdnussallergie mit einem hohen Risiko einer systemischen allergischen Reaktion bis hin zum lebensbedrohlichen Schock. In seinem Kindergarten konnte nicht sichergestellt werden, dass der Junge keine Erdnüsse oder erdnusshaltigen Lebensmittel zu sich nimmt. Deshalb wurde er zu Hause betreut. Die Eltern beantragten beim Sozialhilfeträger, die Kosten für eine persönliche Assistenz während des Kindergartenbesuchs zu übernehmen. Allerdings ohne Erfolg.

Die Richter verpflichteten den Träger allerdings, die Kosten vorläufig zu übernehmen. Die Nahrungsmittelallergie könne hier als Behinderung angesehen werden. Der Junge benötige im Kindergarten durchgängig die Begleitung, um zu verhindern, dass er mit Erdnüssen, Erdnussprodukten oder auch nur Spuren von erdnusshaltigen Lebensmitteln in Kontakt komme. Dies ermögliche nur eine persönliche Assistenz. dpa

 

2 Kommentare

  1. Wenn solche persönliche Assistenzen von der Allgemeinheit bezahlt werden sollen, müssen wir sehr dringend darauf achten, dass die deutsche Autoindustrie keinen Schaden nimmt …

  2. Ich habe eine Wespengiftallergie, möchte bitte eine persönliche Assistenz, die die Tierchen vertreibt (oder doch Ermäßigungsstunden???).

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