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Musiklehrer mobilisiert mit Ärzte-Song gegen Neonazis – riesige Resonanz

GEORGSMARIENHÜTTE. „Ich fand es einfach nur zum Kotzen“, sagte Musiklehrer Gerhard Torges aus dem niedersächsischen Georgsmarienhütte gegenüber dem NDR. „Es gab letzter Zeit einfach wahnsinnig viele Berichte über Ausschreitungen gegen Ausländer, gegen Asylheime, Proteste gegen Flüchtlinge.“ Dabei wollte Torges nicht länger tatenlos zusehen. Er wollte ein Zeichen setzen „gegen die in Deutschland grassierende Fremdenfeindlichkeit“, wie er auf seiner Homepage schreibt. Und er rief zum gewaltfreien Protest auf – und zwar, wie es für einen Musikpädagogen nahe liegt, mit Musik: Er rief in den sozialen Medien eine „Aktion Arschloch“ ins Leben, die zum Kauf des Songs „Schrei nach Liebe“ – einer treffenden und vor Ironie triefenden Beschreibung eines Neonazis (der Refrain lautet, eben, „oh oh oh, Arschloch“).

Da war der Song noch relativ frisch: Die Ärzte bei einem Auftritt 1998. Foto: Mandy / Wikimedia Commons (CC BY-SA 2.0)

Da war der Song noch relativ frisch: Die Ärzte bei einem Auftritt 1998. Foto: Mandy / Wikimedia Commons (CC BY-SA 2.0)

Das gallige Stück ist zwar schon von 1993. Der Text dürfte Neonazis von heute aber immer noch gehörig gegen den Strich gehen. „Deine Gewalt ist nur ein stummer schrei nach Liiiiiebe“, so heißt es darin. „Deine Springerstiefel sehnen sich nach Zärtlichkeit. Du hast nie gelernt dich zu artikulieren. Und deine Eltern hatten niemals für dich Zeit.“ Damals erreichte das Lied nur Platz neun der deutschen Charts. Heute, nach Torges Aktion, steht es in den Amazon-Verkaufscharts dort, wo der Musiklehrer und offensichtlich Tausende andere es sehen wollten: an Platz eins. Die Aktion auf Facebook bekam innerhalb weniger Tage 115.000 Likes.

Inzwischen hat sich laut NDR auch die Band selbst zu Wort gemeldet. „Die Ärzte finden es gut und wichtig, dass im Radio Stellung bezogen wird. Die Aktion wäre auch mit jedem anderen Anti-Nazi-Song cool. Wenn es unser Lied sein soll, unterstützen wir das aber natürlich gern. [..] Wir wünschen allen Nazis und ihren Sympathisanten schlechte Unterhaltung“, so heißt es in einer Stellungnahme. Den Erlös aus den Single-Verkäufen wolle man an Pro Asyl spenden. News4teachers

Hier geht es zum Song „Schrei nach Liebe“ auf Youtube.

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