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Neue Streiks wohl vom Tisch: Durchbruch im Tarifstreit bei Erziehern und Sozialarbeitern

HANNOVER. Verdi-Chef Frank Bsirske zeigte sich zufriesden.  Nach sieben Monaten haben die Gewerkschaften und die kommunalen Arbeitgeber offenbar einen Durchbruch im Streit über die Tarifvereinbarungen der Erzieher und Sozialarbeiter (SuE) erzielt. Eltern werden aller Voraussicht nach also von neuen Streiks der Kita-Beschäftigten verschont. „Insgesamt bringt das Ergebnis für das Gros der Beschäftigten Verbesserungen“, sagte Bsirske am Mittwoch in Hannover. Die GEW spricht von einem „tragfähigen Kompromiss“. Die Arbeitgeber hätten nachgelegt.

Hält das Ergebnis für vertretbar: Gewerkschaftsführer Frank Bsirske. Foto: Verdi

Hält das Ergebnis für vertretbar: Gewerkschaftsführer Frank Bsirske. Foto: Verdi

Die kommunalen Arbeitgeber bezifferten die Mehrkosten durch das Ergebnis auf 315 Millionen Euro. Verbesserungen sind vor allem für jüngere Erzieher und Sozialarbeiter (SuE) vorgesehen. Vollzeitbeschäftigte sollen zwischen 93 und 138 Euro mehr im Monat erhalten. Die Bundestarifkommission der Dienstleistungsgewerkschaft Verdi kommt am Freitag in Fulda zusammen, um ein Votum zu der Einigung abzugeben. Die GEW-Verhandlungskommission empfiehlt den Gremien und Mitgliedern, das Ergebnis anzunehmen. Die GEW-Gremien würden jetzt über die Einleitung einer Urabstimmung entscheiden, hieß es.

„Die meisten der 240.000 SuE-Beschäftigten werden rückwirkend zum 1. Juli in eine höhere Entgeltgruppe eingeordnet und bekommen mehr Gehalt. Im Vergleich zum Schlichterspruch haben die Arbeitgeber noch einmal nachgelegt. Den Einstieg in eine Aufwertung des SuE-Berufsfeldes haben wir geschafft. Jetzt müssen wir dran bleiben, dafür brauchen wir einen langen Atem“, sagte GEW-Verhandlungsführer Andreas Gehrke am Mittwoch. Es sei gelungen, außerhalb der regelmäßigen Gehaltsrunden für die Mehrheit der Beschäftigten zu strukturellen Verbesserungen und Einkommenssteigerungen zu kommen.

Insbesondere jüngere Erzieherinnen und Erzieher erhielten mehr Geld als in der Schlichtungsempfehlung vorgesehen. „Damit wird der Beruf attraktiver und wir haben ein wichtiges Signal gegen den drohenden Fachkräftemangel gesetzt“, betonte Gehrke. Auch ein Teil der Sozialarbeiterinnen und -arbeiter bekäme gegenüber der Schlichtung einen Nachschlag.

Hintergrund: Erzieherinnen und Erzieher kommen aus der Entgeltgruppe S 6 in die neu geschaffene Entgeltgruppe S 8a und erhalten nicht erst – wie in der Schlichtung vorgesehen – ab Stufe 4 eine spürbare Erhöhung, sondern bereits ab Stufe 1. Die Tabellenwerte steigen gegenüber der S 6 durchschnittlich um 132 Euro, das entspricht einer Erhöhung um 4,25 Prozent. Damit nehmen die Beschäftigten im Kitabereich gleichmäßiger an der Aufwertung teil. Sozialarbeiterinnen und -arbeiter, die in S 14 eingruppiert sind, erhalten nicht erst wie im Schlichterspruch vorgesehen in Stufe 6 eine Entgelterhöhung, sondern in allen Stufen – und zwar durchschnittlich um 75,75 Euro.

Der Tarifvertrag für den Sozial- und Erziehungsdienst soll rückwirkend zum 1. Juli 2015 in Kraft treten. Er hat dann eine Laufzeit von fünf Jahren. News4teachers / mit Material der dpa

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