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BLLV meint: „Interkulturelle Schulentwicklung muss gelingen“

MÜNCHEN. Interkulturalität an Schulen ist längst Realität – und sie wird in Zukunft auch noch ansteigen. Der Bayerische Lehrer- und Lehrerinnenverband (BLLV) hält es daher für dringend erforderlich, Prozesse der interkulturellen Schulentwicklung weiter voranzutreiben. „Vielfalt gehört im Schulalltag zur Normalität. Die meisten Schulen sind längst Orte der Integration. Daraus ergeben sich Chancen, aber auch Herausforderungen, denn nicht überall gelingt es, die erforderlichen Entwicklungsprozesse erfolgreich zu gestalten“, erklärte BLLV-Präsidentin Simone Fleischmann heute in München.

Aus ihrer Sicht brauchen die Schulen mehr Unterstützung. Aktuelles Beispiel: die unüberschaubare Zahl zum Teil schwer traumatisierter Flüchtlingskinder, die derzeit in Übergangs- und Regelklassen unterrichtet werden. „Es ist zudem jetzt schon absehbar, dass noch viele weitere kommen und bleiben werden.“

Einen ersten Schritt bietet der BLLV an: Die Arbeit am Projekt WERTvoll MITeinander, das vor vier Jahren vom BLLV und dem Verband interkultureller Arbeit, VIA Bayern e.V., im Rahmen des Wertebündnis Bayern ins Leben gerufen wurde, mündete in einem Leitfaden zur interkulturellen Schulentwicklung. Dieser beschreibt interkulturelle Schulentwicklungsprozesse, gibt Handlungsmöglichkeiten und zeigt konkrete Übungen auf.

Bislang wurden in Zusammenarbeit mit dem Kultusministerium 15 Lehrerinnen und Lehrer aller Schularten zu solchen Berater/innen für interkulturelle Schulentwicklungsprozesse ausgebildet. „Das ist bislang einmalig in Bayern und das Ergebnis einer vorausschauenden Politik sowie der Kooperativen mit VIA Bayern“, sagte Fleischmann. „Angesichts der steigenden Zahl junger Menschen, die in Folge ihrer Flucht vor Krieg und Krisen bei uns ankommen und an den Schulen bestmöglich unterrichtet werden sollen, kann dies aber nur ein Tropfen auf dem heißen Stein sein. Wir brauchen künftig deutlich mehr solcher Berater/innen.“ Die BLLV-Präsidentin bekräftigte die von Anfang an gestellte Forderung nach mehr Zeit für die Fortbildungen in Form von Anrechnungsstunden. „Die Schulen dürfen nicht zusätzlich belastet werden.“

Vor allem an Grund- und Mittelschulen gehöre die Vielfalt seit Jahren zum Schulalltag, doch auch viele Realschulen und Gymnasien würden bunter, sagte Fleischmann. „Künftig werden auch Schülerinnen und Schüler einer gymnasialen Klasse oder einer Realschulklasse viele verschiedene kulturelle Hintergründe und Migrationsbiographien aufweisen.“ Langfristig brauche es daher Unterstützungsmaßnahmen für alle Schularten. Das vom BLLV und VIA Bayern erarbeitete Konzept trage dieser Entwicklung Rechnung. „Die interkulturellen Berater/innen für Schulentwicklungsprozesse führen an allen Schularten in Bayern Fortbildungen durch.“

Es müsse gelingen, Schüler, Eltern und Lehrer für interkulturelle Schulentwicklungsprozesse zu sensibilisieren. Dazu seien Veränderungen im Unterricht und bei Förderangeboten erforderlich sowie auch die interkulturelle Kompetenz der jeweiligen Lehrkraft. „Wir hoffen, dass alle, die am Schulleben beteiligt sind, hellhörig werden. Jeder einzelne kann aktiv etwas dazu beitragen, dass sich Menschen in unserem Land nicht fremd fühlen müssen und Kinder sich unabhängig von ihrer Herkunft in unseren Schulen wohl fühlen und partizipieren können“, sagte Fleischmann.

Mehr zum Leitfaden zur interkulturellen Schulentwicklung finden Sie hier.

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