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DGB kritisiert Pläne zur „Häppchen-Ausbildung“ für Flüchtlinge

BERLIN. Mit einem Ausbau von ein- bis zweijährigen teilqualifizierenden Berufsausbildungen wollen Bildungsforscher wie Ludger Wößmann vom ifo Institut eine schnelle Integration von Flüchtlingen erreichen. Den arbeitgebernahen Forschern gehe es lediglich darum soziale Standards zu schleifen, kritisiert der DGB.

Für eine reibungslose Integration brauchen Flüchtlingskinder und jugendliche Asylsuchende nach Expertenansicht so rasch wie möglich Zugang zu Kindergärten, Schulen und Lehrstellen. Dafür seien in Deutschland schnelle praktische Lösungen gefragt. So sollten für junge erwachsene Flüchtlinge «ein- bis zweijährige teilqualifizierende Berufsausbildungen» stark ausgebaut werden.

Flüchtlinge dürften keine Auszubildenden zweiter Klasse werden, warnt der DGB. Foto: von emme-dk/Flickr (CC BY 2.0)

Flüchtlinge dürften keine Auszubildenden zweiter Klasse werden, warnt der DGB. Foto: von emme-dk/Flickr (CC BY 2.0)

«Wir können nicht alle Flüchtlinge zu Mechatronikern ausbilden, aber für teilqualifizierte Landschaftsgärtner oder Helfer in der Alten- und Krankenpflege könnte es am deutschen Arbeitsmarkt viel Potenzial geben», sagte der Leiter des ifo Zentrums für Bildungsökonomik, Ludger Wößmann, vor einer Fachtagung in Berlin. Bei jungen Erwachsenen müsse der Aufenthaltsstatus zügig geklärt werden, damit Sprachkurse schnell und flächendeckend ansetzen können. Ein großer Teil der jungen Flüchtlinge komme gering qualifiziert hierher.

Die stellvertretende DGB-Vorsitzende Elke Hannack lehnte den Vorschlag umgehend ab: «Was beim Mindestlohn nicht gelungen ist, versuchen arbeitgebernahe Bildungsforscher nun bei der Ausbildung durchzusetzen: Wichtige soziale Standards sollen geschliffen werden, um Flüchtlinge als billige Arbeitskräfte auszubeuten. Flüchtlinge dürfen keine Auszubildenden zweiter Klasse werden.» Die Folgen wären fatal. «Unterhalb einer vollwertigen Ausbildung gäbe es dann noch einen parallelen Markt mit Häppchen-Ausbildungen, die die Menschen auf schlechte Arbeit in prekären Verhältnissen vorbereiten.»

Gerade für Kinder und Jugendliche sei gute Bildung und Ausbildung «Anker und Hoffnung für eine Zukunft zugleich», heißt es in einem Antrag der Grünen-Bundestagsfraktion an die schwarz-rote Bundesregierung. Der Bund solle «die Länder und Kommunen dabei unterstützen, allen Kindern und Jugendlichen, die als Flüchtlinge nach Deutschland kommen, schnellstmöglich einen guten Kita- beziehungsweise Schulplatz (…) zur Verfügung zu stellen».

Zudem müsse die Regierung der Forderung des Bundesrates und der Wirtschaft nach Rechtssicherheit für Auszubildende und Betriebe Rechnung tragen. «Es soll sichergestellt werden, dass Betriebe und Auszubildende durch Beratung und ausbildungsbegleitende Angebote und Strukturen so unterstützt werden, dass junge Menschen unabhängig von ihrem Aufenthaltsstatus eine echte Zugangschance zur dualen Ausbildung im Betrieb erhalten», verlangen die Grünen. (dpa)

Ein Kommentar

  1. Aber nach einer „schnellen“ Ausbildung kann man doch anschließend noch eine „gute“ machen!

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