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Erstaunlich unkorrekte Lausbuben – „Max und Moritz“ sind 150 Jahre alt

REGENSBURG. Ein Gastkommentar von Claudia Bockholt/Mittelbayrische Zeitung

Als „Lausbuben“ werden Max und Moritz gerne bezeichnet, dabei entwickeln diese Rotzbürschchen eine kriminelle Energie, die selbst langmütige Jugendstrafrichter zu drakonischen Strafen getrieben hätte. Erstaunlich, dass noch kein pädagogischer Furor die Geschichte aus den Kinderzimmern gefegt hat. Auch Wilhelm Busch sah sie nicht für kindliche Gemüter gemacht. Wer seine „Fromme Helene“ oder den „Pater Filucius“ kennt, weiß, dass dem Satiriker nichts ferner lag als Erbauungslektüre. Trotz aller Quälerei und Hintertücke: Max und Moritz wurden unsterblich, die Verse bleiben ein Leben lang im Ohr. Die Gefahr des Nachmachens ist heute sowieso gering: Wer kennt noch Maltersäcke schleppende Müller und Meerschaumpfeife schmauchende Lehrer? Auch das Bett von Onkel Fritze mit der spitzen Zipfelmütze bliebe leer. Reinhard Mey sang es schon 1974: Es gibt keine Maikäfer mehr.

Max und Moritz, Zeichnung von Wilhelm Busch (1832-1908), Titelbild zu seiner gleichnamigen Erzählung, koloriert. (Wikimedia gemeinfrei)

Max und Moritz, Zeichnung von Wilhelm Busch (1832-1908), Titelbild zu seiner gleichnamigen Erzählung, koloriert. (Wikimedia gemeinfrei)

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