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Flüchtlingskinder: KMK-Präsidentin räumt ein, dass 20.000 zusätzliche Lehrer nötig sind – mindestens

BERLIN. Die Kultusminister der Länder fordern mehr Hilfe vom Bund bei der Beschulung von Flüchtlingskindern. Im laufenden und im letzten Jahr hätten sich die Kosten auf 2,3 Milliarden Euro belaufen. Bundesbildungsministerin Wanka gab sich bei der KMK-Herbstsitzung grundsätzlich zur Hilfe bereit. Eine konkrete Summe nannte sie aber noch nicht.

Die Bundesländer beziffern ihre Gesamtkosten für die Schulbildung von Flüchtlingskindern im laufenden und vergangenen Jahr auf mindestens 2,3 Milliarden Euro. Bei rund 325 000 Schülern unter den Asylbewerbern würden über 20 000 Lehrer mehr benötigt, sagte die Präsidentin der Kultusministerkonferenz, Brunhild Kurth, nach der KMK-Herbstsitzung.

Angesichts wachsender Flüchtlingszahlen seien die vorliegenden Zahlen nur «Momentaufnahmen», betonte KMK-Präsidentin Brunhild Kurth. (Foto: Sächsisches Kutlusministerium)

Angesichts wachsender Flüchtlingszahlen seien die vorliegenden Zahlen nur «Momentaufnahmen», betonte KMK-Präsidentin Brunhild Kurth. (Foto: Sächsisches Kutlusministerium)

Angesichts wachsender Flüchtlingszahlen seien dies aber nur «Momentaufnahmen», betonte die CDU-Politikerin und sächsische Kultusministerin. «Wir fahren auf Sicht, wir steuern in den Ländern ständig nach.» Daher müsse trotz der Länder-Zuständigkeit im Schulbereich und des Bildungsföderalismus die Bundesregierung mehr Hilfe leisten. Eine konkrete Summe habe Bundesbildungsministerin Johanna Wanka (CDU) bei ihrem Auftritt in der KMK nicht genannt.

Der stellvertretende KMK-Vorsitzende, Hamburgs Schulsenator Ties Rabe (SPD), erwähnte die Schulsozialarbeit und den Übergang von der Schule in den Beruf als Felder, in denen der Bund die Länder unterstützen könne. Dazu werde man dauerhaft das Gespräch mit Wanka suchen, nachdem man ihre grundsätzliche Bereitschaft festgestellt habe. «Der Bund kann erheblich dazu beitragen, dass die Beschulung besser wird.»

Hessens Kultusminister Alexander Lorz (CDU) nannte Beispiele, wie die Länder den Neubedarf bei den Lehrern für Flüchtlingskinder schultern können: etwa durch die Reaktivierung pensionierter Pädagogen, eine Aufstockung der Stundenzahl von Teilzeitkräften, die Zuhilfenahme von Studienreferendaren und die Weiterqualifizierung aktiver Lehrer für Deutsch als Fremdsprache. Lorz betonte, neben dem Spracherwerb der Flüchtlingskinder gehe es auch um kulturelle Bildung und Grundwerte-Vermittlung.

Als weiteres zentrales Ziel der 16 Länder definiert die KMK, «Flüchtlinge in die Lage zu versetzen, eine Berufsausbildung aufzunehmen und mit Erfolg abzuschließen». Flüchtlinge, die unmittelbar in eine Ausbildung einsteigen, sollen individuelle Unterstützungs- und Förderangebote erhalten. Dabei setzt die KMK auf Unterstützung durch regional ansässige Kammern, Arbeitgeberverbände, Gewerkschaften und Bildungswerke der Sozialpartner. Die Länder unterstützen außerdem Studieninteressierte und entsprechend qualifizierte Flüchtlinge durch gezielte Beratung und Studienorientierung.

Und sie wollen rechtliche Rahmenbedingungen schaffen, um etwa bei einem möglicherweise schwierigen Nachweis der Hochschulzugangsberechtigung unbürokratisch zu agieren. (dpa)

zum Bericht: Studie kritisiert Wartezeit von Flüchtlingskindern auf Schulbesuch – „Herausforderungen waren vorhersehbar“

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