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VBE: Lehrer sollen Schullaufbahn bestimmen – aber Entscheidung auch erklären

HALLE. Wer soll über die schulische Laufbahn von Kindern bestimmen? Eine bundesweite Debatte. Der Verband Bildung und Erziehung Sachsen-Anhalt sieht hier die Lehrer als Experten in der Pflicht. Wichtig aber sei es, Entscheidungen transparent zu machen.

Lehrer sollten nach Auffassung des Verbandes Bildung und Erziehung (VBE) Sachsen-Anhalt in Zukunft wieder das maßgebliche Votum bei der Planung der Schullaufbahn von Kindern haben. «Ich habe nichts gegen den Elternwillen, aber die Lehrer sind in dieser Frage die Experten», sagte der VBE-Landesverbandsvoritzende Helmut Pastrik auf Anfrage.

Wichtig sei bei einer eventuellen Wiedereinführung der verbindlichen Schullaufbahnempfehlung aber, dass den Eltern die Gründe für die jeweilige Entscheidung klar dargelegt werden. «Es muss sauber und richtig gemacht werden, dann kann ich einer verbindlichen Laufbahnempfehlung zustimmen», sagte Helmut Pastrik.

Zuletzt hatte der Fraktionsvorsitzende der CDU im sächsischen Landtag, André Schröder, eine verbindliche Schullaufbahnempfehlung gefordert. Sie war in Sachsen-Anhalt abgeschafft worden, nachdem SPD und CDU dies 2011 in ihrer Koalitionsvereinbarung vereinbart hatten.
Pastrik verwies darauf, dass die Schullaufbahnempfehlung auch im Interesse der Kinder erfolge. «Es müssen ja immer wieder auch Schüler vom Gymnasium wieder abgehen», sagte er. Bislang sei seines Wissens noch nicht untersucht worden, ob und wenn ja welche Folgen das für die Psyche der Betroffenen habe. dpa

Zum Bericht: Überraschender Befund: Freier Elternwille bei der Schulwahl bringt Kinder aus sozial schwachen Familien aufs Gymnasium

3 Kommentare

  1. Entscheidung erklären bedeutet mit anderen Worten nichts anderes als die Entscheidung _gegen_ das Gymnasium zu erklären. Bei Note 3 und schlechter oder Note 2 und besser in den Hauptfächern dürfte das nicht sonderlich schwierig sein, bei den Grenzfällen und Helikopter- bzw. Drohneneltern (die mit der per App und Armband jederzeit ortbaren Position ihrer Kinder) kann das schwierig werden.

  2. „bei den Grenzfällen und Helikopter- bzw. Drohneneltern (die mit der per App und Armband jederzeit ortbaren Position ihrer Kinder)“ kann man auch noch so viel beraten, erklären oder schriftlich darlegen, protokollieren etc., diese Eltern werden ihre Kinder trotz Mahnung auf das Gym schicken, in der Hoffnung, dass es doch klappt.

  3. Wozu die Empfehlungen? Die Eltern bestimmen allein über die Schulform ihrer Wahl.

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