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Alltagstrott als Lehrer: Möglichkeiten, dem Lehren nach Plan zu entkommen

Viele Lehrer sind heutzutage zusätzlichen Belastungen ausgesetzt. Sie sind nicht nur Lehrperson, sondern oft auch Psychologe, Erzieher und Unterhaltungskünstler in einem. Das strengt an und kann zu Burn-Out-Erscheinungen führen. Damit der Alltagstrott nicht auf die Gesundheit und die Psyche geht, gibt es für Lehrpersonen viele Möglichkeiten, die eine Ruhephase und positive Abwechslung im Beruf ermöglichen.

Gutes Zeitmanagement im beruflichen Alltag

Im täglichen Alltag einer Lehrkraft geht es um Korrekturen, die Erstellung von Klassenarbeiten sowie eines Lehrplans und auch ab und zu um die Planung der nächsten Klassenfahrt. Um diese Dinge unter einen Hut zu bekommen und nicht in Stress zu geraten, ist gutes Zeitmanagement gefragt. Dafür ist es unter anderem entscheidend Prioritäten zu setzen und die Effektivität der persönlichen Arbeitsrituale zu hinterfragen. Hilfe geben Seminare wie diese, die neben dem Beruf gemacht werden können, um die eigene Arbeitsweise zu optimieren und die tägliche Arbeitszeit ergiebig zu nutzen. Denn obwohl der Berufsalltag auf den ersten Blick bereits zeitlich gemanagt zu sein scheint – 45-Minuten-Lehreinheiten, festgelegte Ferienzeiten und fünf Tage die Woche arbeiten – gibt es einige Faktoren, die ein selbst angeeignetes Zeitmanagement geradezu verlangen. Korrekturen von Klassenarbeiten oder Unterrichtsvorbereitung und –nachbereitung können oft nicht innerhalb der Arbeitswoche erledigt werden. Und wenn sich an diese Arbeiten nach dem Unterricht gesetzt wird, sind kaum noch Pausen möglich. Zudem gibt es dann für viele Lehrkräfte keinen Feierabend und somit wenige Möglichkeiten, die eigene Freizeit zu nutzen und abzuschalten.

Abbildung 1: Zeitmanagement ist ein wichtiges Thema, das auch Lehrer beachten sollten, damit der stressige Alltag nicht unüberschaubar wird.

Abbildung 1: Zeitmanagement ist ein wichtiges Thema, das auch Lehrer beachten sollten, damit der stressige Alltag nicht unüberschaubar wird.

Eine Auszeit nehmen

Damit der Stress nicht überhandnimmt und das Leben nur noch durch Arbeit bestimmt wird, empfiehlt es sich einen Tapetenwechsel vorzunehmen.

Sabbatjahr: Jahr der beruflichen Enthaltsamkeit

„Der Begriff stammt aus dem Hebräischen und bezeichnet ein Gebot aus der Tora, wonach alle sieben Jahre sowohl Felder als auch Weinberge nicht besät oder bearbeitet werden sollen. […] Das hebräische Wort „sabat“ lässt sich mit „inne halten“ übersetzen.“ (Quelle: sabbatjahr.org)

Und genau das machen immer mehr Lehrkräfte, die befürchten, bald vom Job ausgebrannt zu sein. Sie halten im Sabbatjahr inne und lassen die Arbeit ruhen. In fast allen Bundesländern wird Lehrern ein so genanntes Sabbatjahr ermöglicht. Und zwar allen Personen, die im Lehrdienst angestellt sind, egal, ob diese Kindern, Jugendlichen oder Erwachsenen Lehrstoff vermitteln. Ende der 90er Jahre haben bereits einige Bundesländer begonnen ihren Lehrkräften dieses „Jahr der Ruhe“ zu gewähren. Für die Dauer und die Form des Sabbatjahres gibt es je nach Bundeland unterschiedliche Modelle, die in Anspruch genommen werden können. Meist dauert es 12 Monate und die Lehrkraft erhält das übliche Gehalt, von dem jedoch monatliche Abzüge für die Finanzierung der Auszeit abgehen. Wer sich dafür entscheidet, sollte frühzeitig einen Antrag stellen. Es ist ein Zeitraum von zwei bis sieben Jahren festgelegt, in dem der Sabbat genutzt werden kann. Während des Sabbatjahrs ist der Lehrer meist komplett von seiner Lehrtätigkeit entbunden, wobei es auch als Teilzeitmodell oder als ein vorgezogener Ruhestand genutzt werden kann. Es gibt zudem die Möglichkeit, das Jahr der beruflichen Enthaltsamkeit ins Ausland zu verlegen.

Ruhepause im Ausland

Sich neue Eindrücke zu verschaffen und seinen Horizont zu erweitern kann auch dazu dienen, dem Alltagsstress zu entkommen bevor, dieser zu einer körperlichen oder seelischen Belastung führt. Besonders im Ausland gibt es viele Faktoren – fremde Kulturen, andere klimatische Verhältnisse oder schöne Landschaften –, die unbekannt sind und für Ablenkung sorgen können. Es gibt verschiedene Modelle des Auslandsaufenthaltes.

Freiwilligenarbeit: Soziale Projekte unterstützen

Wer Ablenkung benötigt, um abschalten zu können, kann während seines Auslandsaufenthalts als Freiwilliger (Volunteer) aktiv werden. Es gibt verschiedene soziale Projekte, die das möglich machen. Diese sind von Land zu Land verschieden. Ob nun ein Engagement im Tierschutzbereich im Elefantenpark Südafrikas oder ein Einsatz im thailändischen Waisenheim. Obwohl die Altersgrenzen für die Teilnahme an den Tätigkeiten im Ausland nicht unbedingt klar definiert sind, gibt es spezielle Konzepte, die besonders Erwachsene ansprechen. Unter anderem werden Angebote offeriert, die auf Menschen über dreißig oder über fünfzig Jahren sowie Senioren zugeschnitten sind, weitere Informationen gibt es hier.

Work and Travel: Arbeiten in einem fremden Land

Neben der Freiwilligenarbeit kann während des Auslandsaufenthaltes gearbeitet werden. Das ist während einer Rundreise durch das ausgewählte Land beispielsweise in einem Café, einem Hostel oder einer kulturellen Einrichtung möglich. Und wer seinem beruflichen Alltag nur einen anderen Rahmen geben möchte, kann an ausländischen Schulen unterrichten. Denn andere Arbeitsbedingungen sowie das Kennenlernen unbekannter Schüler und Lehrpersonen, sind manchmal hilfreich bei der Neuausrichtung des eigenen beruflichen Rhythmus´.

Zeitlich begrenzte räumliche Veränderungen sorgen meist nur für eine kurzzeitige Entspannung. Sobald die Stelle wieder aufgenommen wird, sollte darauf geachtet werden, dass nicht wieder eine stressige Alltagsroutine aufkommt.

Routine in der Schule aufbrechen: Arbeitsgemeinschaften

Um der beruflichen Routine zu entkommen, gibt es die Möglichkeit, neben dem Frontalunterricht AGs zu begleiten oder selber zu gründen. Das ist zunächst mit zusätzlichem Aufwand verbunden. Eine Hilfestellung für die Planung bietet diese Checkliste, die alle wichtigen organisatorischen Rahmenbedingungen einer AG-Gründung aufführt. Wenn die Arbeitsgemeinschaft einmal in Gang gekommen ist, kann sich diese positiv auf die Arbeitsweise der Lehrkraft auswirken. Besonders dann, wenn der Lehrer eine AG anbietet, die mit einem seiner Hobbys zu tun hat – Theater-AG, Musik-AG oder Bauchtanz-AG. So werden Freizeitaktivitäten, die einem Sicherheit und Ausgleich verschaffen, in die Schule verlegt. Das hilft, aus dem homogenen Unterrichtstrott auszubrechen und den Spaß an der vorher hauptsächlich stressbehafteten Arbeit zurückzuerlangen.

Abbildung 2: Um nach einer Auszeit nicht wieder in die eintönige Alltagsroutine zu verfallen, sollte der Unterricht nach Plan aufgebrochen werden.

Abbildung 2: Um nach einer Auszeit nicht wieder in die eintönige Alltagsroutine zu verfallen, sollte der Unterricht nach Plan aufgebrochen werden.

Tipps für Zuhause: Erholung vom Alltagsstress 

  • Ruhepausen einlegen und für eine kurze Zeit das Handy und den Computer ausschalten.
  • Abreagieren, indem einfach mal der Computerbildschirm angeschrien oder gegen den Boxsack geschlagen wird.
  • Versuchen sich einmal keine Gedanken zu machen oder an etwas Positives zu denken.
  • Mit beruhigende Farben, Düfte oder Lebensmitteln für Entspannung sorgen.

Bilder:
Abbildung 1: © jarmoluk (CC0 1.0) – pixaybay.com
Abbildung 2: © geralt (CC0 1.0) – pixaaby.com

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