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DGB bemängelt branchenspezifisch große Unterschiede in der Ausbildungsqualität

MÜNCHEN. In seinem aktuellen Ausbildungsreport kritisiert der bayerische DGB, das sich viele Betriebe nicht an die Ausbildungspläne hielten. Es seien leider keine Einzelfälle, dass Azubis ständig Überstunden schieben oder ihre Ausbildungszeit damit verbringen, den Dienstwagen des Chefs zu putzen.

Azubis müssen immer wieder auch ausbildungsfremde Tätigkeiten verrichten – zum Beispiel das Auto des Chefs saubermachen. Das geht aus dem neuen Ausbildungsreport des Deutschen Gewerkschaftsbundes (DGB) Bayern hervor. Demnach werden knapp 32 Prozent der Auszubildenden im Freistaat manchmal, häufig oder immer zu Tätigkeiten herangezogen, die nicht im Ausbildungsrahmenplan vorgesehen sind.

Auszubildende, die in ihrer Ausbildungszeit das Auto des Chefs putzen müssen – Das ist kein Einzelfall, kritisiert der bayerische DGB. Foto: Robert Couse-Baker / flickr (CC BY 2.0)

Auszubildende, die in ihrer Ausbildungszeit das Auto des Chefs putzen müssen – Das ist kein Einzelfall, kritisiert der bayerische DGB. Foto: Robert Couse-Baker / flickr (CC BY 2.0)

«Es sind leider keine Einzelfälle, dass Azubis ständig Überstunden schieben oder ihre Ausbildungszeit damit verbringen, den Dienstwagen des Chefs zu putzen», sagte DGB-Bezirksjugendsekretärin Astrid Backmann. Für den repräsentativen Report wurden knapp 2000 Azubis befragt.

Bertram Brossardt, Hauptgeschäftsführer der Vereinigung der Bayerischen Wirtschaft, kritisierte die Studie: «In Deutschland existieren über 320 Ausbildungsberufe. Auszubildende in wenig frequentierten Ausbildungsberufen wurden für die Studie nicht berücksichtigt. Daher ist die Umfrage für die Ausbildungslage in Bayern nicht aussagekräftig.»

Brossardt fügte hinzu, das Ergebnis verzerre die Realität. «Denn die absolute Mehrheit der Azubis in Bayern ist mit ihrer Ausbildung zufrieden.» Tatsächlich geben laut Studie knapp 77 Prozent der Azubis an, mit ihrer Ausbildung zufrieden oder sogar sehr zufrieden zu sein.

Es gibt aber branchenspezifische Unterschiede: Am wenigsten zufrieden sind die Azubis laut DGB im Hotel- und Gaststättengewerbe, Einzelhandel, Lebensmittelhandwerk, in der (Zahn-)Medizin und im Friseurhandwerk. Besonders auffallend sei das schlechte Ergebnis der Elektroniker, die in diesem Jahr im hinteren Teil des Rankings lägen, obwohl sie im Vorjahr noch in der Spitzengruppe zu finden gewesen seien, teilte der DGB mit.

Rund 44 Prozent gaben bei der Umfrage an, regelmäßig Überstunden leisten zu müssen. Von den Jugendlichen unter 18 Jahren arbeiten dem DGB zufolge 15 Prozent regelmäßig mehr als 40 Stunden pro Woche. Dies sei ein klarer Verstoß gegen das Jugendarbeitsschutzgesetz, der geahndet werden muss. (dpa)

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