Startseite ::: Nachrichten ::: Eltern gegen zwangsweise Inklusion von Kindern mit Sprachdefiziten in der Grundschule

Eltern gegen zwangsweise Inklusion von Kindern mit Sprachdefiziten in der Grundschule

ROSTOCK. Mit einer Petition wollen Eltern die geplante Schließung der drei Sprachheilschulen in Mecklenburg-Vorpommern verhindern.

Die drei Sprachheilschulen des Landes in Neubrandenburg, Rostock und Schwerin fürchten um ihre Existenz. Hintergrund ist ein jüngst vorgelegtes Strategiepapier der Landesregierung. Danach sollen Schüler mit Förderbedarfen unter anderem im Bereich der Sprache spätestens ab dem Schuljahr 2018/2019 flächendeckend an Grundschulen eingeschult werden. In einer von Eltern initiierten Petition gegen diese Pläne heißt es, dass es keine Notwendigkeit gibt, das Konzept abzuschaffen.

In den kleinen Klassen der Sprachheilschulen sehen viele Eltern ihre Kinder besser aufgehoben als an der Regelgrundschule. Foto: gumtau /flickr (CC BY-NC-SA 2.0)

In den kleinen Klassen der Sprachheilschulen sehen viele Eltern ihre Kinder besser aufgehoben als an der Regelgrundschule. Foto: gumtau /flickr (CC BY-NC-SA 2.0)

Sprachheillehrer und Eltern von betroffenen Schülern fürchten, dass das erfolgreiche Konzept der Förderung an den spezialisierten Schulen an den Grundschulen nicht weitergeführt werden kann. In den kleinen Klassen der Sprachheilschulen könnten die Lehrer individuell auf die Schüler eingehen und somit ihre Sprachstörungen mindern und weitere Förderbedarfe verhindern. Denn Kinder mit Sprachdefiziten zeigten zunehmend auch im sozial-emotionalen Bereich sowie im Lernen Auffälligkeiten. Sie seien oft zurückhaltender und schüchterner als ihre Altersgenossen. Dies könne in diesen Schulen aufgefangen werden.

Dieses Modell sei die eigentliche Inklusion, sind Lehrer und Eltern überzeugt. Denn die Schüler seien so auf die spätere Integration in das Regelschulsystem bestens vorbereitet. (dpa)

10 Kommentare

  1. lieber georg, bitte entkräften sie diesen Artikel.

  2. Hallo xxx,

    was gibt es denn an diesem Artikel zu „entkräften“?

    Soweit ich bisher weiß, ist das Inklusionskonzept MVs, welches auf dem sogenannten Rügener Inklusionsmodell beruht, ziemlicher Blödsinn. Zentraler Gedanke des RIM ist, engmaschig Tests durchzuführen und dabei festgestellte Lernruckstände dann mit Einzelförderung auszugleichen.

    Die Landesregierung ist mit dem Konzept noch nicht mal die Empfehlung der von ihr selbst eingesetzten Kommission gefolgt und in MV fragen sich alle, die sich mit Inklusion befassen, was an diesem Konzept eigentlich Inklusion sein soll.

    Es steht Inklusion drauf, drin ist kaum etwas, was ernsthaft diesen Namen verdient.

    Insofern kann ich den Widerstand der Eltern nur zu gut verstehen.

    • Und gerade deshalb ist der von Ihnen verfochtene inklusionsbegriff in der Praxis nicht realisierbar.

      • Ääähm, wie bitte? Wie kommen Sie denn zu dieser steilen These, vor allem im Zusammenhang mit dem, was ich gerade geschrieben habe?

        Ich sehe da gerade logisch keinen Bezug.

  3. ich beziehe mich eher auf ihre Haltung zur Inklusion im Allgemeinen.

  4. Verzeihen Sie, ich verstehe immer noch nicht, was sie meinen.

    Weil ich die angedachte Umsetzung von „Inklusion“ in MV nicht gut finde, ist doch eine richtig gemachte inklusive Schule doch nichts Falsches? Vielleicht helfen Sie mir nochmal auf die Sprünge, damit wir nicht aneinander vorbeireden.

    Hier derweil noch ein guter Artikel, der das Inklusionskonzept MVs und dessen Grundidee kritisiert. Im Januar wirds da ordentlich zur Sache gehen, da es am 20.01. im Landtag eine öffentliche Anghörung geben wird.

    Und nur um es vorweg zu nehmen: die Autorin war selbst lange Lehrerin, bevor sie in die Bildungspolitik ging. Sie dürfte also ein Gefühl haben, was in Schule geht und was nicht.

    Ein wichtiger Punkt des Artikel, den ich kurz herausstellen möchte: „Mit der personenbezogenen Defizitorientierung macht RTI [response to intervention – der dem Konzept zugrunde liegende theoretische Zugang, G.], so die Kritik, das Kind selbst zum Problem und zur Ursache des Versagens, jedoch nicht das System, in dem das Kind lebt und lernt. Damit ist RTI eine sich modern gebende Variante des alten medizinischen Modells von Behinderung. Als äußerst bedenkliche Folge wird angemerkt, dass bei Lehrerinnen und Lehrern eher die ausleseorientierte Einstellung verstärkt und nicht die inklusive Bereitschaft gefördert wird, für alle Lernenden Verantwortung zu übernehmen.“

    http://bildungsklick.de/a/94805/mecklenburg-vorpommern-auf-dem-wege-zur-reorganisation-der-sonderschule-in-der-allgemeinen-schule/

    • Wie sieht denn „eine richtig gemachte inklusive Schule“ aus?
      Oder besser gesagt: Wie kriegt man es hin, eine falsche Idee, die allen Kindern schadet, insbesondere den behinderten, zu einem fingierten Erfolg zu verhelfen? Mit einem riesengroßen Aufgebot an Hilfspersonal?

      • wenn man umfrage und prüfungsdaten geschickt auswertet, ist jeder Unsinn erfolgreich.

      • Ich habe schon mehrmals beispielhaft auf folgenden youtube Film verwiesen und mache es gerne nochmal, auch auf das Risiko hin, mich zu wiederholen.

        Jakob-Muth Preis für gelingende Inklusion, 2012
        https://www.youtube.com/watch?v=OGKxYbaX7Gk

        Hier auch noch die Preisträger für 2014
        https://www.youtube.com/watch?v=WmTs5hnE1zM&list=PLKXuRquQv1YfdKq7h37MFucAV-9Myr4eq&index=1

        Aber eigentlich scheint sie das gar nicht zu interessieren, denn es hört sich so an, als ob ihr Urteil ohnehin schon feststeht. Aber ich poste es einfach mal trotzdem, weil es so schöne Filme sind.

        Und das Inklusion eine „falsche Idee“ ist, „die allen Kindern schadet“, ist leider nur eine Behauptung, für die Sie ja auch noch nicht mal die Mühe machen, einen Beweis oder Beleg anzutreten.

        Ich behaupte mal schlicht das Gegenteil, habe dafür aber im Gegensatz zu Ihnen auch einen Beleg. Und zwar eine Metastudie der TU Berlin, die Zwischenergebnisse verschiedenster Studien zu Inklusion zusammenfasst, die in den Bundesländern gerade laufen.

        „Erste Daten zeigen moderate positive Lernentwicklungen Leistungsschwacher wie leistungsstarker Schüler und deren hohe Zufriedenheit mit den Lehrkräften, dem Schulklima und der sozialen Verankerung in den Klassen. Die ersten inhaltlichen Ergebnisse weisen auf eine hohe Akzeptanz des gemeinsamen Unterrichts bei unterschiedlichen Akteuren (Eltern, Schüler, Schulleitungen, Lehrkräfte, Schulaufsicht, Moderatoren) hin
        . Auch die Akzeptanz der jeweiligen Wissenschaftlichen Begleitung ist hoch, was nicht selbstverständlich ist. Offenkundig wird sie im Prozess der inklusiven Schulentwicklung als hilfreich erlebt, insbesondere wenn sie neben summativen auch formative Aktivitäten entfaltet.“

        https://www.unesco.de/fileadmin/medien/Dokumente/Bildung/Wiss__Begleitung_Inklusion_end__2_.pdf

Hinterlasse einen Kommentar

Deine E-Mail-Adresse wird nicht veröffentlicht.Benötigte Felder sind markiert *

*