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Microsoft regt „digitalen Bildungspakt“ in Deutschland an – auch mit Blick auf die Flüchtlingskinder

BERLIN. Die Digitalisierung des Bildungswesens ist ein wichtiger Faktor für die künftige Wettbewerbsfähigkeit in Deutschland – meint jedenfalls Microsoft. Mit einem digitalen Bildungspakt will der Software-Gigant mehr Schwung in die Transformation bringen. Auch um Flüchtlingskindern Sprachkenntnisse zu vermitteln, seien digitale Lernmittel sinnvoll. Große Zustimmung kommt aus der mittelständischen Wirtschaft.

E-Learning kann auch beim Deutschlernen helfen. Foto: Sarah Stewart / flickr (CC BY 2.0)

E-Learning kann auch beim Deutschlernen helfen. Foto: Sarah Stewart / flickr (CC BY 2.0)

Vertreter von Wirtschaft und Verbänden haben am Mittwoch für mehr Tempo bei der Digitalisierung im Bildungswesen geworben. Der Software-Konzern Microsoft möchte dafür in Deutschland einen «digitalen Bildungspakt» schmieden. Dabei sollen Bund, Länder und Kommunen, Bildungsträger, Eltern, Lehrer, Lernende und Vertreter der Wirtschaft zusammenkommen. «Die Fähigkeit, digitale Technologien und Medien kompetent zu nutzen, wird zu einer wichtigen Zukunftsfrage für den Standort Deutschland», sagte Microsoft-Manager Alexander Stüger am Mittwoch in Berlin.

Deutschland liegt der aktuellen internationalen Vergleichsstudie ICILS zufolge beim Thema Digitale Bildung zur Zeit lediglich im Mittelfeld. Während der EU-Kommission zufolge 90 Prozent aller Berufe digitale Kompetenzen erfordern, verfügen hierzulande 30 Prozent der deutschen Achtklässler nur über rudimentäre digitale Kompetenzen. Das sei zu wenig für einen Standort wie Deutschland, der von der Ausbildung und dem Know-how seiner Menschen lebe, hieß es.

«Ein digitaler Bildungspakt wäre ein Quantensprung für Deutschland», sagte Mario Ohoven, Präsident des Bundesverbands mittelständischer Wirtschaft (BVMW). Das sei ein konkreter Schritt, mit dem ein wichtiger Akzent in Richtung des IT-Gipfels 2016 gesetzt werde. Die Digitalisierung verändere heute ganze Berufsbilder und stelle neue Anforderungen an das gesamte Bildungssystem. «Was wir in Deutschland brauchen, sind digitale Bildungsstandards.» Wichtig sei es etwa, eine digitale Kompetenz zu definieren, die integraler Bestandteil der Lehrpläne werde.

Bei diesem Thema dürfe man die Schulen nicht alleinlassen, wenn sie den «Sprung aus der Kreidezeit in die digitale Zeit» schaffen sollen, sagte Ohoven. Der Verbandspräsident plädierte dafür, einen Prozentpunkt des Mehrwertsteueraufkommens in Deutschland jährlich für die Digitalisierung der Bildung zu verwenden. Das seien rund zehn Milliarden Euro. Eine Hürde sieht Ohoven darin, dass sich in Deutschland vier Bundesministerien um die Digitalisierung kümmerten. «Viele Köche verderben den Brei.»

«Alle Beteiligten sollten jetzt an einem Strang ziehen und in einem breit angelegten Bildungspakt die Digitalisierung im deutschen Bildungswesen beschleunigen», sagte Stüger. Mit dem Bildungspakt sollen vor allem die Vermittlung digitaler Kompetenzen und die Gestaltung der Bildung mit digitalen Technologien angestoßen werden.
Aktuell stellt die Herausforderung der Integration von Flüchtlingen nach Einschätzung von Microsoft eine «außerordentliche Chance dar», das Bildungssystem mit digitalen Konzepten zu modernisieren. So sei etwa der Spracherwerb, der durch mobile oder digitale Programme unterstützt werden könne, «ein Schlüssel zur Integration». In einer Initiative für die Förderung von Programmierkenntnissen bildet Microsoft zudem im ersten Halbjahr 2016 rund 100 Trainer bundesweit aus, die Schülern ein Grundverständnis von IT vermitteln sollen. dpa

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