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Physik: Astronomen entdecken potenziell bewohnbaren Planeten bei Nachbarstern

Australische Astronomen haben nach eigenen Angaben den bislang nächsten potenziell bewohnbaren Planeten außerhalb unseres Sonnensystems entdeckt. Der sogenannte Exoplanet Wolf 1061c hat rund vier Mal soviel Masse wie die Erde und umkreist gemeinsam mit mindestens zwei anderen Planeten einen Nachbarstern unserer Sonne, wie das Team um Duncan Wright von der Universität von New South Wales beobachtet hat. Die Forscher haben ihre Entdeckung beim Fachblatt «The Astrophysical Journal Letters» eingereicht.

Der Heimatstern (Katalognummer Wolf 1061) des neu entdeckten Planetensystems liegt 14 Lichtjahre von der Sonne entfernt im Sternbild Schlangenträger. Ein Lichtjahr ist die Strecke, die das Licht in einem Jahr zurücklegt.

Wolf 1061 ist ein roter Zwergstern, der deutlich kleiner und kühler ist als unsere Sonne. Die Astronomen entdeckten insgesamt drei Planeten bei dem roten Zwerg, die ihn jeweils in 5, 18 und 67 Tagen umkreisen. Sie haben mindestens 1,4 Mal, 4,3 Mal und 5,2 Mal soviel Masse wie unsere Erde.

«Es handelt sich um einen besonders aufregenden Fund», erläuterte Wright. «Denn alle drei Planeten haben eine ausreichend niedrige Masse, um aus Gestein zu bestehen und eine feste Oberfläche zu besitzen, und der mittlere Planet, Wolf 1061c, sitzt in der habitablen Zone, wo flüssiges Wasser – und vielleicht sogar Leben – existieren könnte.» Hinweise auf Leben fanden die Wissenschaftler aber nicht.

Das Weltall - unendliche Weiten. Und sehr viele Neurinos. (Foto: NASA Gaddard Photo and Video/ Flickr CC BY 2.0)

14 Lichtjahre von der Sonne entfernt im Sternenbild Schlangenträger liegt der potenziell bewohnbare Planet . (Foto: NASA Gaddard Photo and Video/ Flickr CC BY 2.0)

Flüssiges Wasser gilt als Grundvoraussetzung für Leben, wie wir es kennen. Auf dem inneren Planeten von Wolf 1061 – Wolf 1061b – ist es dafür zu heiß, auf dem äußeren – Wolf 1061d – zu kalt.

«Es ist faszinierend, in die unermesslichen Weiten des Alls hinauszublicken und darüber nachzudenken, dass ein so naher Stern – ein direkter Nachbar – einen bewohnbaren Planeten besitzen könnte», betonte Wright. Astronomen haben bereits mehrere potenziell bewohnbare Planeten in unserer unmittelbaren kosmischen Nachbarschaft enteckt. Keiner davon liegt den Angaben zufolge jedoch so dicht wie Wolf 1061c.

Zwar hatten Mitglieder desselben Forscherteams 2012 über einen möglichen Planeten in der bewohnbaren Zone des nur 12 Lichtjahre entfernten Sterns Tau Ceti berichtet, es sei aber unklar, ob es sich bei den damals entdeckten Signalen tatsächlich um Planeten handele, erläuterte Ko-Autor Robert Wittenmyer, der an beiden Untersuchungen beteiligt war. Bei der Entdeckung des Planetensystems um Wolf 1061 handele es sich um einen soliden Nachweis.

Anzeichen für außerirdisches Leben haben Astronomen bislang nirgends entdeckt. Das Team um Wright und Wittenmyer hofft nun, dass die Planeten von Wolf 1061 auf ihrer Umlaufbahn von der Erde aus gesehen regelmäßig vor ihrem Heimatstern vorbeiziehen. Dann würde der Stern die Planetenatmopshären von hinten durchleuchten. «Damit könnte es künftig möglich sein, die Atmosphären zu untersuchen um herauszufinden, ob sie förderlich für Leben sind», erläuterte Wittenmyer. dpa

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2 Kommentare

  1. Ich weiß nicht, so interessant es auch wäre, fremde Planeten zu besuchen oder gar zu besiedeln,lenkt es doch TROTZDEM davon ab, sich zuerst mal um UNSERE Welt im „Hier und Jetzt“ zu kümmern..

    SO wird immer die Illusion geweckt, man könne einfach „SO“ mal eben auswandern. So funktioniert es aber nicht!!
    Und des weiteren, WER würde denn die Chance erhalten, TATSÄCHLICH einmal eines Tages aus zu wandern, sofern es uns gelänge, lange genug ein System zu haben, das dieses auch ermöglicht.

    Träumen ja, aber wenn sie uns von den tatsächlichen Realitäten ablenken, dann kann schnell ein böses Erwachen folgen

    • Das finde ich sehr kurzfristig gedacht. Viele oder sogar alle der heute gebräuchlichen Geräte bzw. deren physikalische oder chemische Grundlage wurden irgendwann einmal als Forschung um der Forschung wegen erfunden.

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