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Baden-Württemberg will Bildungsstand von Flüchtlingskindern systematisch erfassen

STUTTGART. Das Land Baden-Würtemberg will von Mitte Januar an systematisch die Bildung von Flüchtlingskindern erfassen. Nach einem Probelauf in der Erstaufnahmeeinrichtung Meßstetten im Zollernalbkreis soll die sogenannte Bildungsbiografische Ersterfassung auch im Registrierungszentrum Heidelberg erfolgen, teilte das Ressort von Kultusminister Andreas Stoch (SPD) mit. Erhoben werden die schulischen Voraussetzungen, die die jungen Flüchtlinge mitbringen. Ziel ist, ihnen ein passendes Angebot zu machen. Gefragt wird etwa, wie lange die Kinder in ihrem Heimatland in der Schule waren, wie gut sie lesen und schreiben können und welche Sprachen sie sprechen.

Keine Frage: Flüchtlingskinder bedürfen besonderer Förderung. Foto: Russell Watkins/Department for International Development / flickr (CC BY-SA 2.0)

Keine Frage: Flüchtlingskinder bedürfen besonderer Förderung. Foto: Russell Watkins/Department for International Development / flickr (CC BY-SA 2.0)

Um den Schulbesuch der jungen Schutzsuchenden sicherzustellen, hat das Ministerium 30 000 pensionierte Lehrer angeschrieben. Mehr als 500 Pädagogen hätten sich bislang grundsätzlich bereiterklärt, auszuhelfen, hieß es im Kultusministerium. Gebraucht werden 600 Lehrer. Für den Unterricht von Flüchtlingen wurden bereits zum Beginn des aktuellen Schuljahrs 562 zusätzliche Lehrerstellen geschaffen. Im Kultusministerium wird über weitere Schritte zur Lehrergewinnung nachgedacht, etwa die gezielte Ansprache von angehenden Lehrern zwischen dem 1. Staatsexamen und dem Beginn des Vorbereitungsdienstes.

Künftig soll ein neues Fortbildungskonzept Lehrer für den Unterricht von Flüchtlingen qualifizieren. Schwerpunkte sind neben Sprachförderung und Alphabetisierung auch Interkulturelle Bildung, Elternarbeit und der Umgang mit Traumata. Die ersten Fortbildungen sind zum Schuljahr 2016/17 geplant. Um die Pädagogen für den Umgang mit traumatisierten Kindern und Jugendlichen zu wappnen, gibt es bereits ein gezieltes Fortbildungs- und Supervisionsangebot. Im Schuljahr 2014/15 nutzten dies 1200 Lehrer. Im Schuljahr 2015/2016 stehen 2050 Plätze bereit.

In Baden-Württemberg werden derzeit etwa 30 000 junge Menschen in knapp 2200 Vorbereitungsklassen unterrichtet. Die meisten besuchen eine Werkrealschule.

Ein Kommentar

  1. ein großer Ehren wertes Ziel – aber wenn man anderswo liest, dass in vielen Fällen nicht einmal Alter und Herkunftsland der Kinder bekannt sind, scheint es ein SEHR hoher Anspruch zu sein.
    Könnte man nicht vorher – kleinere Brötchen backend – schnell mal die Personalien aller Flüchtlinge erfassen und ihnen das Stellen ihrer Anträge ermöglichen?

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