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Biologie: Dritter toter Pottwal wird in der Nordsee abgeschleppt

Tagelange Reise für einen toten Riesen: Der dritte vor Schleswig-Holstein entdeckte Pottwalkadaver ist bei der Bergung am Donnerstagabend in der Nordsee verloren gegangen. Erst nach rund zweistündiger Suche am Freitag habe die Schiffsbesatzung des Schleppers «Odin» den Wal wiedergefunden, sagte ein Sprecher des Landesbetriebes für Küstenschutz, Nationalpark und Meeresschutz (LKN).

Kurz vor dem Ziel Nordstrand, nahe Pellworm, war beim Transport des rund zwölf Tonnen schweren Kolosses die Leine zur «Odin» gerissen. Dutzende Kilometer hatte das Gespann da bereits vom Fundort auf einer Sandbank vor Büsum zurückgelegt. «In der Dunkelheit verlor die Besatzung den Sichtkontakt», berichtete der Sprecher. Die Crew des Schleppers konnte den toten Jungbullen zunächst nicht wiederfinden.

In den frühen Morgenstunden suchten die LKN-Schiffe «Odin» und «Hooge» schließlich dann nach dem Wal. Das Bundesamt für Seeschifffahrt und Hydrographie in Hamburg half bei der Berechnung des Drifts. «Wir sichteten das tote Tier schließlich nahe der Hallig Süderoog im Watt», sagte der LKN-Sprecher.450px-Mother_and_baby_sperm_whale

Eine Pottwalmutter und ihr Kalb (Foto: Wikimedia/Gabriel Barathieu CC BY-SA 2.0)

Mit dem nächsten Hochwasser am Freitagabend sollte ein weiterer Versuch unternommen werden, den dritten Wal in den Hafen Holmer Siel in Nordstrand zu schleppen. Die Besatzung der «Odin» wollte dafür erneut eine Schlinge um die Schwanzflosse des mehr als zehn Meter langen Tieres legen.

Statt am Freitag soll das Tier nun frühestens am Samstag zerlegt werden. Sein Skelett werde künftig im Meeresmuseum in Stralsund ausgestellt, die übrigen Körperteile sollten in eine Tierkörperverwertungsanstalt nach Jagel gebracht werden, hieß es.

Die beiden nahe Helgoland gefunden Walkadaver wurden von den rund 20 Veterinären und Technikern fast vollständig zerlegt und in vier Containern verstaut. Lediglich von einem Tier waren am Freitagnachmittag noch Teile übrig. Die Skelette dieser beiden Wale sollen an einen Natur- und Kulturverein auf der Nordseeinsel Amrum sowie an die Universität Gießen gehen.

Insgesamt verendeten in der Nordsee binnen einer Woche mindestens zwölf Pottwale. Außer den Kadavern vor Schleswig-Holstein wurden drei Tiere vor der niedersächsischen Küste gefunden sowie sechs vor der niederländischen Küste. dpa

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