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Gymnasiallehrer im Nordosten gegen verbindliche Prüfung nach Klasse 10

STAVENHAGEN. Zusätzliche Klausuren nach der 10. Klasse brächten Schülern keinen Nutzen, aber Lehrern erhebliche Mehrarbeit. Die von der Fraktion der Linken im Landtag von Mecklenburg-Vorpommern geforderte Rückkehr zu verbindlichen Abschlussprüfungen nach der 10. Klasse stößt bei den Gamnyssiallehrern auf Ablehnung.

Die von der Linken geforderte Rückkehr zu verbindlichen Prüfungen nach Klasse zehn an den Gymnasien in Mecklenburg-Vorpommern trifft bei Pädagogen auf deutliche Ablehnung. «Wir denken, dass dies nicht der richtige Weg ist. Das brauchen die Schüler nicht, die durch zusätzliche Klausuren schon höher belastet sind. Und auch nicht die Lehrer, für die das eine enorme Extraarbeit wäre», sagte Ingolf Litzner vom Gymnasialschulleiterverband des Landes nach einer Tagung in Stavenhagen (Mecklenburgische Seenplatte).

Klausur

Die Linke will zurück zu verbindlichen Prüfungen nach Klasse zehn auch an den Gymnasien in Mecklenburg-Vorpommern. Foto: berndschmitz / Flickr (CC BY-SA 2.0)

Litzner sprach sich dafür aus, dem Beispiel der meisten anderen Bundesländer zu folgen. «Dort bekommt jeder, der in die Klasse elf kommt, automatisch die Mittlere Reife zuerkannt. Wer die Versetzung schafft, hat sich das auch verdient», zeigte sich der Schulleiter aus Gadebusch (Nordwestmecklenburg) überzeugt.

Bildungsminister Mathias Brodkorb (SPD) der an der Tagung teilnahm, zeigte sich offen für eine entsprechende Gesetzesänderung. «Wir werden in der nächsten Legislaturperiode das Landesschulgesetz ohnehin erneuern müssen, um die Erfordernisse der Inklusion gesetzlich zu verankern. Dann könnte diese Änderung gleich mit erfolgen», sagte Brodkorb. Er rief die Schulleiter auf, konkrete Vorschläge zu machen. Nach Ansicht des Ministers könnten auch der Notendurchschnitt für eine bestimmte Fächerkombinationen Kriterium für die Zuerkennung der Mittleren Reife sein.

Die Linke hatte die Prüfungen angeregt, um allen Schülern an Gymnasien einen qualifizierten Abschluss zu
gewährleisten, auch wenn sie das Abitur nicht schaffen. (dpa)

zum Bericht: Linksfraktion im Nordosten will Prüfung nach Klasse 10 – „Leistung muss sich lohnen“

4 Kommentare

  1. dee Durchschnitt ist ein Kompromiss. wenn es denn die Klausur sein muss, warum dann nicht an Stelle der letzten klassenarbeit?

    • Es geht aber um den Mittleren Bildungsabschluss, der nach Klasse 10 vergeben wird. Wenn die Gymnasien nicht an der ZP10 teilnehmen und das Schulgesetz keine andersweitigen regelungen vorsieht, dann hat ein Gymnasiast, der die 10. Klasse beendet und nicht in die Qualifizierungsphase der gymnasialen oberstufe versetzt wird, keinen MSA. Er geht also mit dem HSA (Hauptschulabschluss nach Klasse 10) ab.

      Einen ähnlichen Fall mit gravierenden Folgen gab es schon einmal in Thüringen …

      • dann ist mein Vorschlag eine mögliche und sinnvolle Regelung. sie muss halt nur beschlossen werden.

        wer in NRW auch beim zweiten anlauf am gymnasium die versetzung in die 10 nicht schafft, hat mit viel Pech nur Hauptschule Klasse 9 und die benachbarte Realschule muss den Schüler nicht einmal mehr in ihre 10 aufnehmen.

        (selbst an einem Schüler einer snderen Klasse so ungefähr erlebt. Wir haben ihn aber doch noch irgendwie in die 10 bekommen, die er aber an einer Realschule belegte. War leider für seine soziale Entwicklung keine gute Idee.)

        alles Folgen der vermurksten Schulzeitverkürzung mit dem Widerspruch aus Schulpflicht und Freiwilligkeit der Sek ii.

        • Nicht einmal eine GeS. Wer ein GY nach dem 10 schuljahr verlässt, hat das erte Jahr der gymnasialen Oberstufe – die einführungsphase – absolviert. Hat er die Voraussetzungen für den übergang in die Qualifizierungsphase nicht geschafft und verlässt das GY, kann er nicht an einer anderen schulform in die sekI aufgenommen werden. Es bleibt die Möglichkeit an ein Berufskolleg zu wechseln.

          Für NRW gilt, wer das GY nach der 10. Klasse mit Versetzungsvermerk verlässt hat den MSA erreicht. Es gelten die Abschlusssbestimmungen der APO-SI für den MSA.

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