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Studie: Gymnasiasten greifen seltener zu Zigarette und Shisha

MAINZ. Viele Teenager unterschätzen nach Ansicht eines Mainzer Mediziners die Gefahr von Wasserpfeifen. Auffällig bei einer Befragung: Nur wenige 12- bis 14-jährige Gymnasiasten zieht es zu Glimmstängel, Shisha und Co.

Mehr als 20 Prozent der 12- bis 14-jährigen Schüler an Integrierten Gesamtschulen (IGS) und Realschulen plus in Rheinland-Pfalz und im Saarland haben einer Untersuchung zufolge schon mindestens einmal geraucht. Unter den Gymnasiasten lag der Anteil nur bei knapp 5,4 Prozent. Das ergab eine Studie der Stiftung Mainzer Herz, für die rund 1000 Schüler in beiden Bundesländern befragt worden waren.

Jugendliche rauchen deutlich seltener als früher; Foto: Valentin Ottone / flickr (CC BY 2.0)

Jugendliche rauchen deutlich seltener als früher; Foto: Valentin Ottone / flickr (CC BY 2.0)

Bei fast allen Fragen habe sich das Bild «Realschüler und IGS-Schüler versus Gymnasiasten» ergeben, sagte der Mainzer Medizinprofessor Thomas Münzel am Donnerstag. Das gelte auch für einen der Studienschwerpunkte, dem Rauchen von Wasserpfeifen. Der Umfrage zufolge haben etwa 16,6 Prozent der Schüler an IGS und Realschulen plus bereits einmal Shisha geraucht. Bei Gymnasiasten lag diese Quote nur bei knapp 4,8 Prozent.

Viele der Jugendlichen unterschätzten das gesundheitliche Risiko der Wasserpfeifen, mahnte Münzel. Diese gehörten ebenso wie E-Zigaretten zu den Einstiegsdrogen beim Rauchen. Für Shishas müsse es daher einen gesetzlich verankerten Schutz von Kinder und Jugendlichen geben.

Auch bei herkömmlichen Zigaretten sieht der Mediziner politischen Nachholbedarf. Jeder zweite Zigarettenautomat in Europa hänge in Deutschland. Münzel sprach von rund 350 000 Automaten bundesweit. Diese seien für junge Menschen die Hauptquelle für Zigaretten, eine Alterskontrolle über EC-Karten reiche nicht. «Die Kinder wissen, wie sie das System umgehen», erklärte der Experte – etwa mit Hilfe älterer Geschwister oder Freunden.

Nach Angaben der Bundesdrogenbeauftragten Marlene Mortler (CSU) sterben jedes Jahr mehr als 120 000 Menschen in Deutschland an den Folgen des Tabakkonsums. Im November 2015 hatte die Bundesregierung ein Verbot von Plakatwerbung für Tabakwaren angekündigt. Auf einen Zeitpunkt dafür wollte sich Mortler am Donnerstag nicht festlegen, sie bekräftigte aber: «Das Werbeverbot wird kommen.» dpa

Ein Kommentar

  1. rauchen gilt bei einigen Schülern während der Pubertät als cool. meiner Erfahrung nach auf dem Gymnasium gehören diese Schüler nur selten zu den leistungsbesten und lernwilligsten, was die Ergebnisse der Studie zumindest nicht widerlegt.

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