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„Tierwelten“-Ausstellung – Umstrittener Gunter von Hagens konserviert jetzt Tiere

Ob Elefant, Pferd, Giraffe oder Affe – Tiere faszinieren und sind dem Menschen oft ähnlicher als er denkt. Parallelen zwischen den Lebewesen zeigt die Ausstellung «Körperwelten der Tiere» des umstrittenen Plastinators Gunther von Hagens (71). Er wurde mit seinen «Körperwelten»-Ausstellungen bekannt, bei denen er konservierte Leichen zeigt. Die Tiere, darunter ein Asiatischer Elefant, ein Gorilla und ein Fohlen, die auf ähnliche Art mit chemischen Mitteln konserviert wurden, sind von Samstag an (16.1.) bis 10. April im Naturhistorischen Museum in Braunschweig zu sehen.

Neben exotischen Arten sind auch heimische Tiere dabei: etwa eine Kuh oder eine Ziege mit drei Jungen im Bauch. Mal stehen die Muskeln im Vordergrund, mal das Arteriensystem. Dabei wird zum Beispiel klar: Auch ein Hahnenfuß ist fast so gut durchblutet wie der Fuß eines Menschen. Es geht um Anatomie: Wie werden die Tiere mit Sauerstoff versorgt, wie verdauen Pflanzen- und Fleischfresser ihre Nahrung?

siatischer Elefant, Foto: © Gunther von Hagens' KÖRPERWELTEN der Tiere, Institut für Plastination, Heidelberg - See more at: http://www.3landesmuseen.de/KOERPERWELTEN-der-Tiere.1405.0.html#sthash.IzNcLnzt.dpuf

Asiatischer Elefant, Foto: © Gunther von Hagens‘ KÖRPERWELTEN der Tiere, Institut für Plastination, Heidelberg

«Letztlich haben Tiere und Menschen die gleichen Bedürfnisse», Angelina Whalley, die Kuratorin der Ausstellung und Ehefrau von Gunther von Hagens. «Damit wollen wir die Menschen erreichen und in den Köpfen etwas bewirken: nämlich, dass alle Lebewesen Wertschätzung verdienen.»

Während die «Körperwelten»-Schauen mit ausgestellten Leichen oft Protest auslöste, überwiegt bei der Tier-Ausstellung die Neugierde. «Um etwas über die Tiere zu dokumentieren, finde ich so eine Ausstellung völlig in Ordnung», sagt der Geschäftsführer des Tierschutzvereins Hannover, Heiko Schwarzfeld. «Das kann Interesse wecken und das wäre schön.»

Die Psychologin Julia Becker von der Universität Osnabrück sagt, die Menschen seien es eben gewohnt, dass tote Tiere gezeigt würden. Jeder habe schon mal ein ausgestopftes Tier gesehen. «Außerdem essen wir Tiere in unserer Gesellschaft ja auch.» dpa

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