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Schülermangel: Klosterinternat Ettal nimmt künftig auch Mädchen auf

ETTAL. Auf den ersten Blick ist das Internat des bayerischen Benediktinerklosters Ettal ein Idyll. Doch nachdem 2010 bekannt geworden war, dass ein Priester wiederholt Schülern in die Unterhose gefasst haben soll, gehen die Schülerzahlen zurück. Zukünftig will das bisherige reine Jungeninternat auch Mädchen aufnehmen.

Das oberbayerische Benediktinerkloster Ettal wird weiblicher. Im Internat werden vom kommenden Schuljahr an auch Mädchen aufgenommen. Mehr als 100 Jahre lang durften dort nur Buben wohnen. Ein Grund für die Öffnung des Internats für Mädchen dürfte der Schülerschwund nach dem 2010 bekanntgewordenen Missbrauchsskandal in dem nahe Garmisch-Partenkirchen gelegenen Kloster sein. Jahrzehntelang waren dort Buben sexuell missbraucht und misshandelt worden.

Kirche des Klosters Ettal. Nach dem Willen des pädagogischen Teams soll die Lebenswirklichkeit im Internat näher an die gesellschaftliche Wirklichkeit rücken. Foto: Bjs / Wikimedia Commons (CC BY-SA 3.0)

Kirche des Klosters Ettal. Nach dem Willen des pädagogischen Teams soll die Lebenswirklichkeit im Internat näher an die gesellschaftliche Wirklichkeit rücken. Foto: Bjs / Wikimedia Commons (CC BY-SA 3.0)

Als Erzieherinnen arbeiten bereits jetzt Frauen in dem Internat. Das Gymnasium des Klosters besuchen ohnedies auch Mädchen. Der Zuschnitt des Gebäudes lasse es problemlos zu, im Internat einen eigenen Wohnbereich für Mädchen zu schaffen, teilte das Kloster am Donnerstag auf seiner Homepage mit. Die Schlafzimmer von Mädchen und Buben könnten getrennt werden, beide Geschlechter aber miteinander lernen und die Freizeit verbringen, hieß es zur Erläuterung.

Das pädagogische Team des Internates sei überzeugt, dass die Aufnahme von Mädchen einen weiteren positiven Beitrag für die erzieherische Arbeit im Internat darstelle, da der Alltag vielfältiger werde und die Lebenswirklichkeit im Internat näher an die unserer Gesellschaft heranrücke. Die Buben hätten signalisiert, nicht mehr an einer reinen «Männergesellschaft» festhalten zu wollen. (dpa)

zum Bericht: Prozess um Missbrauch im Internat Kloster Ettal: Mönch weist Vorwürfe zurück

12 Kommentare

  1. Wie schön.-

    Noch schöner wäre es, wenn der beteiligte Klerus auch FRAUEN aufnähme, weil dann „der Alltag vielfältiger werde und die Lebenswirklichkeit … näher an die unserer Gesellschaft heranrücke. Die PRIESTER hätten signalisiert, nicht mehr an einer reinen «Männergesellschaft» festhalten zu wollen ! „…..!

    • in einer freiheitlichen Gesellschaft müssen Sie solche Entscheidungen aber dem Klerus selber überlassen. Es ist ja inzwischen anders als vor 1000 Jahren, wo Menschen manchmal unter Druck oder aus wirtschaftlicher Not Mönche wurden. So schwer es fällt, Toleranz muss sein, sogar gegenüber denen, die anders denken als wir.

      • Wie „FREIHEITLICH“ halten Sie das Verhalten der Kirche, die Hälfte der Menschheit von bestimmten Ämtern auszuschießen ?
        Wieviel TOLERANZ zeigen Sie gegenüber Frauen,die einer empfundenen Berufung folgen möchten,was aber von der katholischen Kirche nicht geduldet wird, mit und ohne wirtschaftlicher Not ?

  2. …nachdem bekannt wurde, dass ein Priester wiederholt Jungs in die Hose gefasst haben soll, werden jetzt auch Mädchen aufgenommen? Warum regen sich die entsprechenden Leute, die sich hier immer so ereifern denn darüber nicht auf? In so ein Internat wollte ich weder Junge noch Mädchen tun.

    • Ist der Priester noch dort? Oder sind mehrere Fälle bekannt? Oder pauschalisieren wir gern?

      • Da steht doch, „jahrzehntelang waren dort Buben missbraucht worden.“ Ich bin froh, dass ich kein Mann bin. Die trauen sich doch alle nicht an Erwachsene ran.

  3. Gewisse elitäre Kreise wollen ihre Kinder in elitären Kreisen und damit extrem teuren Internaten beschult sehen. Mit Lebenswirklichkeit hat das nach wie vor nicht viel zu tun.

    ( Gerüchteweise soll es unter den Mitarbeitern des Klosters jetzt auch echt heterosexuelle Männer und echt lesbische Frauen geben, mit dem Ziel, dass auch Mädchen an die Lebenswirklichkeit der im Kloster missbr — äääh — lebenden Jungs herangeführt werden können. )

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