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Nach Silvestervorfällen: Sozialarbeiter mahnen – „Straßenkinder sind nicht immer kriminell“

BONN.  Vor dem Hintergrund der Belästigungen der Silvesternacht in Köln fordert jetzt die Don Bosco Mission Bonn, Straßenkinder aus Nordafrika nicht generell als Kriminelle abzustempeln. Notwendig seien eine differenzierte Betrachtung und eine stärkere Förderung von Präventionsprojekten in den Herkunftsländern.

„Sicher gibt es unter den jugendlichen Tätern in Köln und anderen deutschen Städten auch Straßenkinder. Es wäre aber fatal, Straßenkinder aus Nordafrika unter Generalverdacht zu stellen“, so Dr. Nelson Penedo, Geschäftsführer von Don Bosco Mission Bonn. „Wir wünschen uns kritischere Debatten. Einseitige Berichterstattungen und Pauschalisierungen schüren nur Vorurteile und tragen nicht zur Verbesserung der Zustände bei.“

Hintergrund ist die Medienberichterstattung rund um die Silvesternacht in Köln und in weiteren deutschen Städten. Unter den jugendlichen Tätern scheinen viele Straßenkinder aus Nordafrika gewesen zu sein. Der Vorwurf, dass diese nach Deutschland kommen, um Straftaten zu begehen, findet Penedo zu pauschal.

„Die meisten Jugendlichen fliehen aus ihrer Heimat, weil sie dort keine Zukunftsperspektiven haben. Zudem sind viele völlig auf sich allein gestellt und haben keine stabilen Beziehungen. Sie sind leichte Beute für kriminelle Banden und Schleuser“, so Penedo.

junger Obdachloser (in Kopenhagen)

Straßenkindern brauchen mehr Unterstützung, fordert Don Bosco. Foto: widmatt / flickr (CC BY 2.0)

Straßenkinder litten in ihren Herkunftsländern unter sozialer Ausgrenzung. Sie hätten keinen Zugang zu Bildung und keine Arbeitsmöglichkeiten. Don Bosco setzt vor allem auf Prävention, etwa durch Sozialarbeit und Begleitung von Familien. So nehmen Don Bosco Mitarbeiter zu den Kindern auf der Straße Kontakt auf und zeigen Interesse für ihre Lebenswelt. Ziel ist es, das Selbstwertgefühl der Kinder und Jugendlichen zu stärken und ihnen zu helfen, ihre Talente zu entfalten.

„Junge Menschen, die Wertschätzung erfahren und die Möglichkeit, ihre Stärken zu entwickeln, schätzen den Wert der Gesellschaft. Und sie möchten das, was sie erfahren haben, auch zurückgeben“, betont Penedo. nin

Zum Bericht: Sind die Gewalttäter von Köln keine Kriegsflüchtlinge, sondern Straßenkinder? Szene von „extrem auffälligen Jugendlichen“ etabliert sich

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