Startseite ::: Service ::: Studie: Stimmproblemen bei Lehrern kann vorgebeugt werden – Testen Sie: Wie belastet ist Ihre Stimme?

Studie: Stimmproblemen bei Lehrern kann vorgebeugt werden – Testen Sie: Wie belastet ist Ihre Stimme?

LEIPZIG. Ständige Heiserkeit oder die Stimme bleibt ganz weg – in manchen Berufen kann das fatale Folgen haben. Bei Lehrern ließe sich das schon in der Ausbildung vermeiden, wie eine Studie zeigt. Am Fuß des Beitrags: Ein Link zu einem Selbsttest – wie belastet ist Ihre Stimme?

Der Lehrerberuf ist ein Sprechberuf - und als solcher besonders anstrengend für die Stimme. Foto: inertia NC / flickr (CC BY-NC-SA 2.0)

Der Lehrerberuf ist ein Sprechberuf – und als solcher besonders anstrengend für die Stimme. Foto: inertia NC / flickr (CC BY-NC-SA 2.0)

Wissenschaftler der Universität Leipzig mahnen eine solide stimmliche Ausbildung von Lehramtsstudenten an. Dies könne das Risiko für eine spätere Stimmerkrankung im Beruf senken, wie eine Studie gezeigt habe. «Ein Lehrer muss 40 Jahre lang mit dem Arbeitsinstrument Stimme arbeiten, und das oft unter schwierigen Bedingungen», sagte Professor Michael Fuchs, Leiter der Sektion Phoniatrie und Audiologie am Universitätsklinikum Leipzig.

Ihre Erkenntnisse wollen die Wissenschaftler auf einem Symposium vorstellen, das an diesem Freitag in Leipzig beginnt. Daran nehmen 500 Mediziner, Logopäden, Pädagogen sowie Stimm- und Musiktherapeuten aus Deutschland, Österreich, der Schweiz und Italien teil.

Für die Studie untersuchten die Wissenschaftler 202 Lehrer an Kliniken und Schulen in Leipzig, Halle und Marburg (Hessen), die mindestens fünf Jahre an einer Grund-, und Mittelschule oder an einem Gymnasium unterrichteten. 31 Prozent hatten eine Stimmerkrankung, 69 Prozent waren beschwerdefrei. Dabei zeigte sich ein deutlicher Zusammenhang: je besser die Stimmausbildung während des Studiums, umso gesünder die Stimme.

«Fehlt eine Schulung der Stimme während des Studiums, steigt das Risiko einer Erkrankung um das 1,6-fache», sagte Fuchs. Besonders gefährdet seien Grundschullehrer und Quereinsteiger, die beispielsweise als Naturwissenschaftler in den Lehrberuf wechseln. Bei der Stimmausbildung könnten zum Beispiel die Atmung sowie der Einsatz von Kehlkopf, Rachen und Mundhöhle geübt werden, sagte Fuchs. Das Training sei vergleichbar mit dem von Sängern.

Die Stimmausbildung sei in Deutschland unterschiedlich geregelt und liege bei den Hochschulen, sagte Fuchs. An manchen dauere sie mehrere Semester, an anderen gebe es gar kein Angebot. «Nach fünf bis zehn Jahren im Beruf beginnen dann die Stimmprobleme, die letztendlich zu einer Berufsuntauglichkeit führen können.»
Den Angaben zufolge werden 20 Prozent der neupensionierten Lehrer wegen Dienstunfähigkeit vorzeitig in den Ruhestand versetzt. Hauptursachen seien stimmliche und sprachliche Beschwerden. dpa

Ist Ihre Stimme belastet? Zu den gängigen Methoden der subjektiven Selbstevaluation einer Stimmstörung gehört der Voice Handicap Index (VHI) und der dazugehörige Fragebogen. Der VHI schätzt auf einer vierstufigen Skala den Schweregrad der Stimmstörung und das Handicap des Betroffenen ein.

Hier ist der Fragebogen herunterladbar.

Kreuzen Sie bei jeder Frage Ihre individuelle Einschätzung auf der Skala von 0 bis 4 an. Die Werte werden addiert, die Summe ist der Index, genannt Voice Handicap Index (VHI).

  • VHI-Bereich 0-14 – kein Handicap
  • VHI-Bereich 15-28 – geringes Handicap
  • VHI-Bereich 29-50 – mittelgradiges Handicap
  • VHI-Bereich 50-120 – hochgradiges Handicap

Ab einem geringen Handicap sollten Sie eine Untersuchung bei einem HNO-Arzt oder besser bei einem Phoniater (Stimmarzt) in Erwägung ziehen. Die Durchführung des VHI ist als alleiniges Diagnostikinstrument unzureichend.

Ein Kommentar

  1. Stimmtraining ist toll, weil es auch Lehrergesundheit ist.
    Ich habe erst nach dem Studium erfahren, dass es da ein Seminar zum Stimmtraining an der Uni gibt!! Pech gehabt.
    Andere Möglichkeit: Stimmtraining als Fortbildung für Lehrkräfte.
    Als Refi an einer Veranstaltung dazu teilzunehmen, ist unmöglich. Refis sind nicht Fortbildungsberechtigt, weil diese noch in der Ausbildung sind.

Hinterlasse einen Kommentar

Deine E-Mail-Adresse wird nicht veröffentlicht.Benötigte Felder sind markiert *

*