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TU Berlin besinnt sich auf Laizismus – und schließt Gebetsraum für Muslime

BERLIN. Muslime beten mehrmals täglich. Bisher konnten Studenten an der TU Berlin zwischen ihren Vorlesungen Gebetsräume der Uni nutzen. Nun will die Hochschule Kirche und Staat trennen.

Die Technische Universität (TU) in Berlin schließt die bisherigen Gebetsräume für Muslime. «Ich bin fest davon überzeugt, dass Religion und Staat an einer staatlichen Hochschule getrennt werden müssen», sagte TU-Präsident Christian Thomsen der Deutschen Presse-Agentur am Freitag. Vom 14. März an stehen demnach ein muslimischer Gebetsraum und eine Turnhalle für ein wöchentliches Freitagsgebet nicht mehr zur Verfügung. Zuletzt hatten etwa die Uni Essen und die TU Dortmund ihre Gebetsräume geschlossen.

Muslime - hier betende Muslime in der Al-Jazzar Moschee in Israel- sollen in Hamburg mit Christen gleichgestellt werden. (Foto: David Ortmann/Flickr CC BY-NC 2.0)

Strenggläubige Muslime – hier betende Muslime in der Al-Jazzar Moschee in Israel- beten  fünf mal täglich, (Foto: David Ortmann/Flickr CC BY-NC 2.0)

«Wir haben keine Hinweise auf Salafisten», betonte Thomsen. Der einzige Grund sei die Trennung der staatlichen Einrichtung von Kirche und Religion. Die Gebetsräume wurden ihm zufolge vor vielen Jahren eingerichtet, als es in Berlin noch nicht so viele Moscheen gegeben habe wie heute. Studenten und TU-Mitarbeiter könnten nun auf nahe gelegene Gebetshäuser ausweichen.

Am kommenden Donnerstag ist Thomsen zufolge ein klärendes Gespräch mit muslimischen Verbänden geplant. Hunderte Menschen unterzeichneten nach TU-Angaben eine Petition zum Erhalt des Freitagsgebets in der Turnhalle der Hochschule.

Die Freie Universität (FU) in Berlin hat nach eigenen Angaben keine Gebetsräume. Auch an der Humboldt-Universität (HU) gibt es so etwas nicht. «Wir haben aber Ruheräume, in die sich die Studenten zurückziehen können», erklärte ein HU-Sprecher. Dort können sie ihm zufolge auch beten. «Wir haben nicht vor diese Räume zu schließen.»

Ein Muslim betet fünfmal am Tag: Morgens, mittags, nachmittags, abends und in der Nacht. Für jedes Gebet gibt es ein Zeitfenster. dpa

25 Kommentare

  1. Im Zuge der Gleichbehandlung und Gerechtigkeit müssten gläubigen Christen auch Gebetsräume zur Verfügung gestellt werden. Wenn dann noch Hindus, Buddhisten und andere kommen und gebetsräume brauchen ( was insbesondere bei der Benutzung von Räucherstäbchen nötig wäre) dann gehen der TU die Räume aus.

    religion ist Privatsache.
    Werden eigentlich in muslimischen Ländern Christen Gebetsräume zur Verfügung gestellt?

    • „Werden eigentlich in muslimischen Ländern Christen Gebetsräume zur Verfügung gestellt?“

      Spielt es eine Rolle für dieses Land, wie Menschen woanders behandelt werden? Wenn woanders geköpft wird, wäre das dann hier weniger schlimm?

      Ich denke nicht, das Deutschland seine Standards ändern sollte, nur weil sie woanders nicht gut sind.

      • Wie wohlfeil Ihre Frage doch ist und wie falsch in manchen Fällen. Nicht alles lässt sich über einen Kamm scheren.

      • Tja, das Problem ist eben, dass in muslimischen Ländern Menschen geköpft werden – und zwar vor allem Christen.. Hat sich eigentlich schon jemals einer der Mullahs und muslimischen Religionsführer wirklich klar distanziert was ihre Glaubensgenossen da im Namen Allahs tun? Wahrscheinlich kaum ( au’er liberalere Muslime), denn im Koran ist es eindeutig erlaubt Andersgläubige zu liquidieren. Bevor man über etwas urteilt sollte man doch mal gelesen haben was da steht über wechselseitig Hände und Fü’e abschlagen. Unsere Generation wirft den Alten vor weshalb sie denn nicht „Mein Kampf“ gelesen haben, da stand doch alles drin was Hitler an Gräueltaten gegenüber Juden und Roma vorhatte. Zu Recht. Aber wird vielleicht uns die nächste Generation nicht vorwerfen, wir hätten doch mal im Koran nachlesen sollen. Also bitte nachlesen bevor man urteilt, ohne den einzelnen Muslim verurteilen zu wollen. Die Muslime als Menschen lieben, nicht aber ihre grausame Religion. übrigens beten viele auf arabisch und wissen gar nicht, was sie da beten, ähnlich wie bei uns früher auf lateinisch die Messe gelesen wurde. Aber verantwortlich ist man trotzdem+

        • Christen gehören zu den Opfern genau wie Muslime. Die allermeisten Opfer der Islamisten sind selbst Muslime und nicht Christen. Die Grenze ist eine zwischen Menschen und Terroristen, nicht zwischen Religionsgruppen.

          Außerdem verabscheut die überwiegende Mehrheit der Muslimie den IS und den islamistischen Terror, die Liste der Verurteilungen durch muslimische Verbände in Europa nach jedem Anschlag ist ellenlang.

          • Das stimmt, es ist unglaublich was Sunniten den Schiiten, Alaviten und umgekehrt so antun. Sie haben recht, muslimische Verbände verurteilen – zu Recht – die Gewalttaten des IS, Boko Haram etc. Leider verurteilten sie nie die Gewalt, die diese – schon lange bevor sie sich gegen ihre eigenen Glaubensgenossen wandten – den Christen antaten. Das Christentum ist die am meisten verfolgte Religion unserer Tage ( vielleicht abgesehen von den Juden ). Vielleicht mal im Internet recherchieren unter dem Stichwort „open doors“. übrigens werden christliche Flüchtlinge in deutschen Flüchtlingslagern verstärkt von Muslimen bedroht und angegriffen. Wir schauen da einfach zu, obwohl das wohl kaum den Integrationswillen in ein christliches Abendland zeigt. Gewalt jeglicher Couleur ist zu verabscheuen und das muss man sagen dürfen, auch wenn man damit mal Moslems kritisiert. Eine Zweiklassengerechtigkeit darf sich nicht einschleichen. Recht ohne Ansehen der Person ( oder Rasse oder religion oder Geschlecht).

          • Liebe Frau Krieger,

            bitte kritisieren Sie konkrete Muslime als Personen und gerne auch Religion als solche als Aberglauben. Und natürlich kann und muss Gewalt, im Namen von was auch immer begangen, kritisiert werden.

            Ich sträube mich allerdings gegen Verallgemeinerungen, wie sie gerade im Rahmen der sogenannten „Islamkritik“ immer wieder vorgebracht wird.

            „Der Islam“, „die Muslime“ – genau bei solche Kollektivbezeichnungen kriege ich Pickel. Niemand sagt, dass alle Christen so und so sind, das alle Juden so und so sind, dass das Christentum oder das Judentum so und so ist. Beim „Islam“ ist das natürlich was anderes, ist ja schließlich „der Islam“. Zumindest denken so AfD, NPD und die „besorgten Bürger“. Und das ist der Fehlschluß.

            Das Christen in den Lagern bedroht wird ist richtig und dagegen muss vorgegangen werden. Die Frage ist, ob sie als Christen, als Angehöriger einer Ethnie oder Nationalität bedroht werden. Keines von dreien wäre akzeptabel, trotzdem bringt ein zweiter und genauerer Blick oft Erkenntnisse. Ich habe das in meiner Zeit in der Flüchtlingshilfe oft genug beobachten dürfen.

            Auch Frauen werden in den Lagern bedroht – sowohl von anderen Flüchtlingen als auch von Wachpersonal. In den letzten Tagen kursieren mindestens zwei offene Briefe von Flüchtlingsfrauen im Netz, die Wachpersonal für massive sexuelle Übergriffe und Erpressungen sexueller Dienstleistungen verantwortlich machen.

            Ich sehe auch nicht eine aufziehende Zweiklassengerechtigkeit. Wenn Menschen gewalttätig werden, werden Sie in diesem Land vor Gericht gestellt und verurteilt.

  2. Deutschland ist kein laizistischer Staat, wie man in unserem Grundgesetz sehen kann. Laizistische Staaten wie Frankreich und Türkei sind keineswegs vorbildlich. Nicht Religion, sondern eine bestimmte Religion kann zum Problem werden, leider gibt der Artikel keine Hinweise darauf, ob das an der TU Berlin ein Problem war, oder ob die Gebetsräume nur geschlossen wurden, um religiöse Menschen a bisserl auszugrenzen.

  3. Alle Unis, die ich kenne, haben auch eine Uni-Kirche mit regelmäßigen Gottesdiensten. Sollte dem an der TU auch so sein, fände ich die Schließung unmöglich.

  4. Sehr erfreulich, dass sich endlich einmal eine staatliche Stelle an das Grundgesetzgebot der Trennung von Religion und Staat erinnert. Schulen und Unis haben den Auftrag, wissenschaftlich fundierte Bildung zu vermitteln, nicht Aberglauben und Fanatismus zu unterstützen. Solange in der Welt und sogar in Deutschland Kinder hungern ist es ein Verbrechen, unsere reichen Kirchen jährlich mit Milliardenbeträgen zu subventionieren oder organisatorisch zu unterstützen!

    • Sehr geehrter Herr Kockrick,
      bitte lesen Sie doch unser Grundgesetz genauer, insbesondere die Artikel 7 und 140. Es gibt darin keine Trennung von Kirche und Staat in dem von Ihnen mit so leidenschaftlich gewählten Worten beschworenen Sinn.
      Ich stimme Ihnen völlig zu, dass Aberglaube und Fanatismus nicht unterstützt werden dürfen, insofern sollten nur die Religionen Bestärkung erhalten, deren positive Beiträge zur Gesellschaft seit Jahrzehnten bekannt sind, also beispielsweise die großen Kirchen, eine Vielzahl von Freikirchen und freien Werken, sowohl christliche und jüdische als auch einige muslimische. Sicher wissen Sie, dass z.B. die Kirchen durch Geld und sehr viel ehrenamtliche Arbeit deutlich mehr eigene Beiträge zur Entwicklung, zur Hungerhilfe, Krankenversorgung, Sozial- und Friedensarbeit leisten als sie erstattet bekommen. Es wäre also kein Verbrechen, wenn der Staat sie unterstützte; dies geschieht aber (netto gerechnet) nicht. Das finde ich auch richtig. Die freien christlichen Werke erhalten diese Unterstützung ja auch nicht.

      • Danke, Herr Kockrick, ein sehr guter Beitrag+ Ohne Kirchen und Freikirchen würde manch eine diakonische Arbeit nicht erledigt werden. Leidtragende wäre alle „nicht so produktiven“ Menschen und Randgruppen. Wer kümmert sich denn um die, wenn es keine Kirchen mehr gäbe?

        • Sorry, ich meinte, ein sehr guter Beitrag, von Pälzer

        • Das Geld, dass für die soziale Arbeit von den Kirchen verwendet wird und indirekt aus Steuergeldern stammt, könnte für weltliche Sozialträger verwendet werden, die, ganz nebenbei, auch keine Anforderungen an die Konfessionsgebundenheit ihrer (potentiellen) Angestellten formulieren und auch von anderen Glaubensgruppen eher akzeptierbar werden.

          Was christliche Träger mit bewundernswertem Engagement darüber hinaus im Ehrenamt leisten, stellt niemand in Frage.

          • Ein bisschen kann ich Ihren Standpunkt nachvollziehen, insbesondere als mich ein wenig neidisch macht, wie viel Pfarrer im Gegensatz zu uns Grundschullehrern verdienen ( darüber hinaus ungleich mehr gegenüber angestellten Lehrkräften). Andererseits gibt es in unserem Steuersystem eine Menge Zwangsabgaben gegen die ich mich nicht wehren kann ( z.B. Soli und dass ich fast 800.-€ gesetzlichen KVbeitrag leisten muss, ebenso viel wie jemand, der monatlich das vier- und fünffache verdient. Das ist eine Zwangssolidargemeinschaft die den Mittelstand deutlich stärker belastet als Spitzenverdiener). Auch dieses Geld wird gegen meinen Willen für Schwangerschaftsabbrüche etc. verwendet)

          • Zumal die private Krankenversicherung bei halbwegs gesunden Menschen deutlich weniger als 800€ kostet. Nein, ich rede nicht von der Beihilfe. Die kostet nur die Hälfte.

            Die Spitzenverdiener dürfen sich folglich billiger versichern, weil sie mehr verdienen und bekommen zum Ausgleich (teilweise wesentlich) bessere Leistungen, weil sie ja weniger bezahlen. Das deutsche System der Krankenversicherung ist ziemlich kaputt …

            Vorschlag: Alle in die gesetzliche Krankenkasse mit den aktuellen Leistungen, insbesondere die Beamten, Architekten, Ärzte usw., also die Gutverdiener mit den entsprechend hohen Beitragszahlungen. Wer mehr möchte, schließt bei den aktuellen privaten Krankenversicherungen einen Zusatzvertrag ab.

          • Nun, das Verfahren ist alt“bewährt“: das Geld denen wegnehmen, die ich nicht mag, und denen geben, die ich mag und deren Ansichten ich teile. Ich dachte eher an die erheblichen Mittel, die private Spender an christliche Werke wie die „Arche“ oder „Samaritan’s purse“ oder „open doors“ oder „Hilfe konkret“ und viele andere geben und die sehr viel punktgenauer und effizienter Notleidende unterstützen, sich für Unterdrückte einsetzen und sozial Benachteiligten eine neue Lebensrichtung ermöglichen. Ich gebe zu, dass ich zu den von Ihnen genannten „weltlichen Sozialträgern“ weniger Vertrauen habe. Und ich würde mich wehren, wenn das von Ihnen angedeutete Zwangs-Umverteilungssystem an die Macht käme.

          • @xxx, es geht doch gar nicht um die Spitzenverdiener. Maßgeblich ist die Beitragsbemessungsgrenze für die GKV. Und die reißen Sie schon mit E11/5 nach TV-L Dieses Entgelt von rund 4000 EUR reicht aus, um die Wahl zwischen freiwilliger gesetzlicher oder pribvater Krankenversicherung zu haben.

            Wie kommen Sie also auf die Idee, ein Nichterfüller mit Lehrbefähigung für die sekI könne ein Spitzenverdiener sein? Oder andersherum gefragt, warum arbeiten Sie bei Ihrer Besoldungsstufe noch? – Ist wohl langweilig zuhause?

          • ok. beitragsbemessungsgrenze streichen sowohl für Krankenversicherung als auch Rentenversicherung.

          • dickebank Ich glaube, xxx hat mich schon richtig verstanden. Ich finde den Vorschlag nicht schlecht: eine gemeinsame KV mit einem Basistarif. Wer mehr will darf ( privat) einen Premiumtarif dazubuchen. Somit wären alle an der Solidargemeinschaft beteiligt und die bisher privat Versicherten bekämen je nach Bedarf „bessere“ Behandlungen dazu. Sie haben aber auch richtig erkannt, ich bin ein E11/5 er, der eben ganz knapp über der Beitragsbemessungsgrenze liegt und somit genau so viel bezahlt wie jemand der tatsächlich Spitzenverdiener ist. Ein ungerechtes System, wie ich finde. xxx`s Vorschlag würde eine gerechtere Verteilung auf alle Schultern ermöglichen. Warum kommen unsere Politiker nicht auf solche Ideen? Wahrscheinlich weil viele ohnehin verbeamtet sind und Spitzenverdiener und nicht wie die dummen Mittelschichtler ( ich meine mich) unter der ungerechten Lastenverteilung leiden. Warum eigentlich überhaupt so ein Zweiklassensystem?

          • Mutmaßung: haben nicht die Schweizer so ein System? Klingt jedenfalls plausibel.

  5. Ich bin halbwegs gesund und muss mit meinem KVbeitrag Einkommensschwächere subventionieren. Grundsätzlich finde ich das in Ordnung und danke Gott, dass ich das kann. Nicht in Ordnung finde ich , dass der Beamtenstand und andere gutverdienende privat Versicherte sich an diesem Sozialsystem nicht beteiligen. So bekommen auch nur wir die Last der Flüchtlingskrise auferlegt, oder erhöht sich der Beitrag zur Privatversicherung auch so drastisch deswegen? Wie gesagt, ich bin für eine Solidargemeinschaft, aber es sollten auch alle dran beteiligt werden.

    èbrigens bin ich Mitglied in einer Freikirche ( LKG) , zahle aber brav meine Kirchensteuer, weil hier viele diakonische Aufgaben übernommen werden, die die Freikirchen nicht leisten können.

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