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WDR-Umfrage: Schulgebäude in NRW sind marode

KÖLN. Viele nordrhein-westfälische Schulen befinden sich einer Umfrage des Westdeutschen Rundfunks zufolge in einem sehr schlechten Zustand. Undichte Fenster, löchrige Dächer oder unzumutbare Toiletten sind demnach keine Seltenheit.

Für die Umfrage schickte der WDR allen 4873 Grundschulen, Hauptschulen, Realschulen, Gymnasien und Gesamtschulen in NRW einen Fragekatalog. 1021 Schulen beteiligten sich an der Umfrage. Von ihnen meldeten 85 Prozent Mängel an Klassenräumen, Toiletten, Sporthallen, Schuldächern, Aula, Schulhof oder Verwaltungsgebäuden. Der WDR folgert: «Nur 15 Prozent aller Schulgebäude sind baulich völlig in Ordnung.» Betroffen seien alle Schulformen gleichermaßen.

Besonders häufig beklagen die Schulleiter: undichte Fenster, die im Winter die Heizkosten nach oben treiben; Fenster, die klemmen und sich nicht öffnen lassen; Wände, von denen Putz und Farbe bröckeln, teilweise mit Schimmel durchsetzt. Die Toiletten werden vielfach als «unzumutbar» bezeichnet.

Knapp 190 Schulleiter stuften die Schäden an ihren Klassenräumen als «schwer» oder «gefährlich» ein. Viele Mängel bestehen demnach schon seit Jahren. Aus den Angaben der Schulleiter ergebe sich im Durchschnitt ein Sanierungsbedarf von 500 000 Euro pro Schule. «Hochgerechnet auf alle öffentlichen Schulen in Nordrhein-Westfalen wären das rund 2,45 Milliarden Euro», kalkuliert der WDR.

Die meisten Schulleiter – 84,5 Prozent – geben «fehlendes Geld» als wichtigsten Grund für den Sanierungsstau an. An zweiter Stelle kommen mit 35,6 Prozent «bürokratische Hürden». dpa

5 Kommentare

  1. Wenn schon denn schon:

    Die Schulen in kommunaler Trägerschaft im Land NRW sind größtenteils marode …

    Mit den Gebäuden hat das Land NRW nicht das Geringste zu tun.

    • Richtig. Genauso wie die Hausmeister auch kommunale Angestellte sind. Die Schulgebäude sind häufig in den 1960er oder 1970er Jahren schnell gebaut und nie richtig in Stand gehalten worden, eigentlich wie so ziemlich jedes öffentliche Bauwerk in Deutschland (Schwimmbäder, Straßen, Autobahnbrücken usw.).

      • Wenn wir Gewerbebauten als Vergleichsimmobilien heranziehen, dann wird folgendes offensichtlich:

        Eine Gewerbeimmobilie (z.B. eine Einkaufszentrum) hat sich nach 15 Jahren armortisiert durch laufende Mieteinnahmen und Abschreibungen, dann erfolgt eine „Komplettsanierung“. Hat es sich in diesem Zeitraum nicht armortisiert, kommt es zu kosmetischen reperaturen und einer Folgenutzung, da die Ankermieter den Standort verlassen werden.

        Ist der Standort einschließlich des Branchenmixes gewinnbringend, dann erfolgt spätestens nach 30 Jahren ein Ersatzbau, damit die Abschreibungen wieder beginnen können. Nichterfolgreiche Standorte werden recycelt, sprich abgerissen und die Flächen neu entwickelt.

        Die öffentliche Hand soll aufhören für die Ewigkeit zu bauen. Maximale Laufzeit eines Gebäudes 30 Jahre, danach Generalüberholung – d.h. Rückbau bis auf den Rohbau und anschließende Erneuerung – oder Abriss.

        • ist nur die frage ob neubau alle 30 jahre nicht langfristig teurer ist. vom stadtbild ganz zu schweigen …

          • So teuer sind Neubauten wiederum auch nicht. Sie sind in der regel einfacher zu erstellen als ein Umbau oder eine Sanierung im laufenden Betrieb. Neubau bedeutet ja nicht kompletter Abriss, teilweise müssen nur Nebenanlagen abgerissen werden und das Kerngebäude bis auf den Rohbauzustand zurück geführt werden sowie Teilabrisse im Inneren des Kerngebäudes erfolgen.

            Ein Großteil der Schulgebäude der 70er sind Gebäude die in Stahlbetonskelettbauweise erstellt worden sind, bei denen die Fassadenteile vor die Konstruktion gehängt und die Innenaufteilung durch Abmauerungen vorgenommen worden sind. Wenn man alles Überflüssige wegreißt, sehen die aus wie Parkhaus ohne Rampen. Im Prinzip lassen die sich ganz einfach überplanen und erneuern.

            Bei schulgebäuden aus der Zeit des letzten Deutschen kaisers wird es hingegen komplizierter. Aber eventuelle kann man ja die Allierten noch nachträglich zur Rechenschafft ziehen, weil sie diese Gebäude haben stehen lassen:)

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