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Zu viele Abbrecher unter den Lehramtsstudenten – CDU kritisiert Bildungspolitik der eigenen Regierung

SCHWERIN. Die Studienbedingungen für künftige Lehrer und die Berufsorientierung an den Schulen Mecklenburg-Vorpommerns stehen parteiübergreifend in der Kritik. Neben den Oppositionsfraktionen von Linke und Grünen konstatierte am Montag auch die Regierungspartei CDU Defizite. Alarmierend hohe Abbrecherquoten an den Universitäten des Landes legten den Schluss nahe, dass junge Leute nur unzureichend über Alternativen in der dualen Berufsausbildung Bescheid wüssten.

«Das Landeskonzept für den Übergang von der Schule in den Beruf setzt noch keine ausreichenden Anreize für eine berufliche Ausbildung», beklagte der CDU-Landtagsabgeordnete Wolfgang Waldmüller. Die Debatte hatte sich an der hohen Zahl von Lehramtsstudenten entzündet, die die beiden Universitäten im Nordosten ohne Abschluss verlassen. dpa

Zum Bericht: Grüne beklagen hohen Anteil von Lehramtsstudenten ohne Abschluss

7 Kommentare

  1. Also Lehramtsstudis brechen ihr Sutdium ab, weil sie vorher nicht ausreichend über mögliche Berufsausbildungen informiert wurden bzw. nicht ausreichend Anreize dafür gesetzt wurden?

    Eine angeblich simple Lösung für ein komplexes Problem?
    So hat es die CDU ja im Allgemeinen recht gern.

    Richtig wäre, sich anzukucken bzw. nachzufragen, warum die Studis abbrechen. Dann könnte man Schlußfolgern und Konsequenzen ziehen. Andersrum wird das nix.

  2. Eine mögliche Ursache — neben einer eventuellen Überforderung an der Uni — auch die Erfahrung des Schulalltags während der Praktika …

    • Ja, in den Klassenräumen ist das Überleben für Praktikanten einfach, aber in den Lehrerzimmern …

      Solche speziellen Erfahrungen in diesen wunderlichen Biotopen mögen manchen jungen Menschen brechen und ihn dazu bewegen, etwas Anständiges zu studieren. Wenn das nicht klappt, kann er ja immer noch auf Lehramt zurück wechseln.

    • Aus meinen Erfahrungen mit Studis gitbs da bei vielen auch ein hohes Sicherheitbedürfnis und sie fangen erstmal an, etwas zu studieren, was ihnen eine angeblich sichere Zukunft bietet. Bei manchen gibts auch tatsächlich den Glauben an freie Ferien und wenig Arbeitszeit.

      Ich fände es sehr wichtig – auch angesichts dessen, was sie später in den Klassen erwartet, das es endlich wirkliche Auswahlverfahren auf Motivation und persönliche Eigenschaften hin gibt (wie z. B. in Finnland), die die jungen Menschen auf ihre Eignung als Lehrkraft hin testen. Sich durchs Studium und dann noch durchs Ref zu boxen heisst nicht, dann auch wirklich geeignet zu sein, vor einer Klasse zu bestehen.

      Klar, es gibt immer Entwicklungspotentiale, aber lieber ein Eignungsverfahren was manchmal daneben liegt, als hohe Abbruchquoten und junge Lehrkräfte, die schon nach 1-2 Jahren keine Lust mehr haben, weil sie merken, dass es das nicht ist und sie dafür auch im Studium nicht vorbereitet wurden.

      http://www.zeit.de/2013/37/lehrer-eignung-auswahl-finnland

      • Solange „Eignungsverfahren“ nicht auf Gesinnungsprüfungen hinauslaufen, sind sie überlegenswert. Die Versuchung könnte groß sein, in einer Zeit, da die sog. politisch korrekte Meinung und Indoktrinierung (auch der Kinder) groß geschrieben wird, in die Eignungsprüfung der Lehramtsstudenten fragwürdige Kriterien aufzunehmen.
        Um Missbrauch vorzubeugen, ist es vielleicht besser, Eignungsverfahren eine Absage zu erteilen.

      • 1. Na das versuchen sie einmal mit dem Auswahlverfahren, gerade in den MINT-Fächern. Im gesamten Bundesland erreichen in den MINT-Fächern in MV teilweise nicht einmal eine Handvoll der Lehramtsstudenten eines Jahrganges einen Abschluss (pro Fach). Wollen sie die Zahlen durch ein Auswahlverfahren noch einmal verkleinern?
        Solche Eignungsfeststellungen können sie gerne in den geistes- und sozialwissenschaftlichen Fächern einführen, aber das sind erfahrungsgemäß nicht die Studienfächer der Lehramtsstudenten, die über diese Abbruchzahlen klagen.

        2. Auch die Praktika schrecken nicht ab, denn es gibt sie kaum im m-ver Lehramtsstudium. In fünf Jahren, die ein Lehramtsstudium in der Regel dauert, sind 3 Praktikas mit insgesamt 19 Wochen Dauer zu absolvieren. Von diesen 3 Praktikas darf das 1. nicht an einer Schule stattfinden (Sozialpraktikum). Das 2. Praktikum darf nicht in der Schulform stattzufinden, in dem der angehende Lehrer später unterrichten soll. Nur das 3. Praktikum erfolgt überhaupt in der Schulform, in der der spätere Lehrer unterrichten soll.

        3. Herr Brodkorb sorgte dafür, dass das Lehramtsstudium zum WS12/13 komplett umgestellt wurde. Komplett umgestellt meint, dass die LA-Studenten wie die ganz normalen Fachstudenten die gleichen Module studieren und bestehen müssen. Dies führt gerade durch Überschneidungen, abgeschnitten sein vom restlichen Informationsfluss der Normalstudenten, keine Kontaktmöglichkeiten mit den Normalstudenten und fehlendes Teambuilding (Module zu unterschiedlichen Zeitpunkten/Semestern, Überschneidungen, kaum Zusammenarbeit bei Haus- und Gruppenaufgaben möglich, keine gemeinsame Prüfungsvorbereitung, kein aufs Studium abgestimmter Stundenplan(Mehrfachbelastung durch HA, teilweise bis in den Prüfungszeitraum hinein)), sowie ganz extrem in den MINT-LA-Fächern fehlende andere Lehramtsstudierende zu massiven Erschwernissen (gezwungenermaßen wird man zum Einzelkämpfer). Wenn man dann noch bedenkt wie hoch die Abbrecherquoten für ganz normale MINT-Studierende sind, dann kann man sich eigentlich nicht darüber wundern, dass die Abbrecherzahlen für die Lehramtsstudierenden so sind wie sie sind.
        Wenn dann im Prüfungsamt nur eine Mitarbeiterin für alle Lehramtsstudenten zuständig ist, dann ist das Chaos perfekt.
        Dass durch diese Reform auch Fristfünfen eingeführt wurden und Flexibilität wie freie Einteilung des Studiums, Teilzeitstudierbarkeit usw. abgeschafft wurden, setzt dabei dem Ganzen nur das i-Tüpfelchen auf.

        4. Die Entscheidung für ein entsprechendes Wahlpflichtmodul sieht so aus, dass man sich selber dieser Modul nicht aussucht, sondern das Modul zugelost bekommt.

        Mein Fazit als Betroffener: das Studium als reines Fachstudium ist inzwischen einfacher als ein Lehramtsstudium und das bei besserer beruflicher Perspektive (im MINT-Bereich). Ich würde jedenfalls nicht noch einmal ein Lehramtsstudium beginnen und schon gar nicht in M-V.

  3. Ich habe vor 30 Jahren in Bayern Lehramt studiert, an der Uni. Ungefähr die Hälfte meiner Erstsemesterkommilitoninnen ist wirklich Lehrerin geworden. Gründe: Es gab keinen NC, also fing man während der Warterei auf einen anderen Studienplatz mit etwas anderem an und beendete das Lehramtsstudium, wenn es etwas attraktiveres gab, mit schlechtem Abi konnte man trotzdem studieren, schaffte es aber nicht und hörte deshalb auf, die „Lehrerschwemme“, die vor uns herzog und die Allgemeinheit zu Aussagen veranlasste wie: „Du wirst sowieso mal arbeitslos“, das hat viele aufgeben lassen, es hat einem nicht gefallen, zu anstrengend, lieber doch eine Ausbildung machen….

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