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Bayrischer Lehrerverband: Verbesserung bei der Sexualerziehung sind nötig

MÜNCHEN.  Die neuen Richtlinien zur Sexualerziehung an Schulen stoßen im bayrischen Lehrer- und Lehrerinnenverband auf grundsätzliche Zustimmung – Grundschulen sollten allerdings wieder auf externe Berater zurückgreifen dürfen. 

Fleischmann

Externe Berater sollten wieder in die Grundschulen kommen dürfen, findet Fleischmann vom BLLV.

Eine Pressemitteilung des bayrischen Lehrer- und Lehrerinnenverband (BLLV): Sexualerziehung an Schulen ist wichtig – das wird von niemandem bestritten. „Der Bedarf nach professioneller Aufklärung, die weit über die rein körperlichen Abläufe hinausgeht, steigt“, erklärte die Präsidentin des BLLV, Simone Fleischmann, in München. Das Kultusministerium arbeitet derzeit an neuen Richtlinien zur Familien- und Sexualerziehung an bayerischen Schulen – für Fleischmann eine gute Gelegenheit, über Verbesserungen nachzudenken, denn viele Kinder und Jugendliche würden mit ihren Problemen allein gelassen. Dringend überdacht werden sollte die vor nun bald sechs Jahren erlassene Anweisung für Grundschulen, sich keine externen Berater, wie Pro Familia oder Donum Vitae, in die Schule zu holen. „Mit dieser Maßnahme sind sehr viele Lehrerinnen und Lehrer bis heute unzufrieden.“   

Grundsätzlich seien die Richtlinien, die das Kultusministerium vorgelegt hat, zu begrüßen: „Es ist positiv, dass darin vor allem auch der Vielfältigkeit menschlicher Sexualität wie Bi-, Trans- oder Intersexualität Raum gegeben wird bzw. diese verstärkt Berücksichtigung findet“, sagte Fleischmann. Auch die Thematisierung der Medien und deren Einfluss auf die Sexualität sowie die verstärkte Beachtung der Themen Verhütung, sexuelle Krankheiten und Hygiene würden im BLLV auf Zustimmung stoßen.  

Allerdings müsste dringend darüber nachgedacht werden, wer an den Schulen für das Thema Sexualerziehung zuständig sein soll: „Derzeit ist es die Aufgabe sog. ‚Beauftragter für Familien- und Medienerziehung‘, sich um die die Sexualerziehung an den Schulen zu kümmern. Sie sind zugleich aber auch immer ‚Interventionsbeauftragte‘, also mit sehr vielen und sehr unterschiedlichen Aufgaben betraut“, erklärte Fleischmann. Ihrer Ansicht nach gehört die Sozialerziehung viel mehr in den Aufgabenbereich von Schulpsychologen/innen – „die sind aber bereits mit anderen Aufgaben hoffnungslos überlastet.“ 

Kritisch sieht Fleischmann auch die Reduzierung der „Aktionswoche für das Leben“ auf den „Tag des Lebens“. Wichtige Themen könnten an einem Tag nicht ausführlich genug behandelt werden.

Auch an den Grundschulen sei die Sexualerziehung eine wichtige und sinnvolle Sache. „Warum sich die Lehrkräfte aber keine externen Berater mehr ins Klassenzimmer holen dürfen, verstehen viele nicht.“ Die Anweisung sei vor nun bald sechs Jahren aus dem Sozialministerium erfolgt, erinnerte die BLLV-Präsidentin.  „Sie ist bis heute umstritten.“ Die Maßnahme von damals sollte neu diskutiert werden – denn auch in den neu aufgelegten Richtlinien aus dem Kultusministerium werde daran festgehalten.

Damals hatte das Sozialministerium argumentiert, Sexualpädagogik sei Sache der Lehrkräfte und außerdem im Lehrplan fest verankert. Die Gelder für den Mehraufwand an den Beratungsstellen wurden gestrichen. „Der BLLV, aber auch viele Beratungsstellen kritisierten dieses Vorgehen heftig“, so Fleischmann. Sie wüssten, dass sich Heranwachsende wohler fühlten, wenn sie Möglichkeiten hätten, mit Personen über das heikle Thema zu sprechen, denen sie nicht täglich im Unterricht begegnen würden. Viele Grundschulen hätten auch nicht zuletzt deshalb gerne auf externe Berater zurückgegriffen.  

 

55 Kommentare

  1. Das Ministerium handelt richtig, wenn es für Grundchulen(!) nicht die externen Berater für Sexpäd. in den Mittelpunkt stellenl ässt. Die Begründung mag vielfacher sein, zutreffend ist allerdings dieErwartung, dass GS-Lehrkräfte dieses Thema auf dieser Altersstufe selbst vertreten können sollten.

    So wichtig Profa usw. auch für ältere Jugendliche und für Spezialfragen der Verhütung, der sex. Orientierungsthemen u.v.a.m. sind und bleiben solllten: Die Grundschulehrkraft sollte als Person in der Lage sein, die mehr oder weniger sozial-emotionalen und erst recht die biologischen Aspekte der Sexualpädagogik für 6 — 10 Jährige hinreichend selber in- und außerhalb(!) des Unterrichts aufzunehmen.

    Wenn das als “ Überforderung“ erlebt wird, trägt heute immer noch zu allererst die Uni-Ausbildung der GS-Lehrkräfte dafür die Verantwortung, d. h die fast überall fehlenden entsprechenden Lehrangebote.

    • Zumal das in weiten Teilen eigentlich auch die Eltern übernehmen können sollten. Grundschulkindern reicht als Antwort auf die durchaus berechtigte Frage, wie denn das neue Geschwist (m/w) entstanden ist, häufig schon, dass sich Papa und Mama besonders lieb gehabt haben. Dieselbe Antwort reicht auch, wenn das Kind Papa und Mama hört oder sieht, vorausgesetzt die Aktivitäten sind nicht so extravagant, dass sie den Verfechtern der sexuellen Vielfalt in die Hände spielen.

  2. 1) Es ist die Frage, ob alle/die Mehrheit der „Eltern“ so souverän und informiert sein können, mehr zur Sexpäd beitragen zu können, als in Ihren ersten Sätzen ausgesagt. Dazu befähigt sein „müssen“ darf von Eltern nicht erwartet und auch nicht gefordert werden – aber von Lehrkräften der GS.
    2) „Mehr“ zum Thema sollte heute aber gesagt werden (können). Damit sind vor allem neuere Feststellungen der Sexualforschung angesprochen („Vielfalt“), die oft schnell wegen ihrer Neu- und Andersartigkeit in herkömmlichen Überzeugungen Beunruhigung und Verunsicherung stiften ( können ). Dann aber nicht diskriminierend von „Verfechtern der sexuellen Vielfalt, denen etwas in die Hände gespielt wird“ zu sprechen, sondern im Einzelnen unterscheiden und diskutieren: a) Neuere Einsichten in die Vielfalt der heute stärker als früher enttabuierten sexuelllen Orientierungen und Verhaltensweisen und b) die Notrwendigkeit, darauf pädagogisch alters- und entwicklungsspezifisch anders als bisher zu reagieren – das ist „das Gebot der Stunde“. Erst recht für professionelle Pädagogen.

    • Warum muss Grundschulkindern etwas präsentiert werden, was die wenigsten von ihnen in ihrem späteren Leben persönlich erleben werden und — viel wichtiger — wonach die wenigsten überhaupt fragen werden?

      Geschätzte 95% aller Menschen sind heterosexuell, der allergrößte Anteil der restlichen homosexuell, was zu 0,x % oder sogar 0,0y % transsexuell und ähnlichem führt (nebenbei reicht meiner Meinung nach deshalb auch 0,x % Unterrichtszeit zur Besprechung dieser sexuelle Orientierung aus). Die Wahrscheinlichkeit, dass ein Grundschulkind Fragen zur sexuellen Vielfalt stellt, halte ich für ausgeschlossen und deshalb im Grundschulunterricht für entbehrlich.

      • Ich hae das Thema gerade in Klasse 3 behandelt, eigentlich sonst schon in Klasse 2. Die Kinder stellen Fragen, viele Fragen. Und sie stellen auch Fragen nach Homosexualität. In diese Lerngruppe konnten die Kinder ihre ragen sozusagen anonym notieren und abgeben. Da sieht man schon an den Fragen, wie wichtig es ist, das Thema aufzugreifen. Und da sich diese Sus schon in sozialen Netzwerken tummeln und die Pubertät vor der Tür steht und Mädchen mit 9 oder 10 Jahren schon ihre Periode bekommen können, sollte man es nicht auf „lieb gehabt“ bewenden lassen. Wenn Fragen bestehen kann man sie kindgemäß, aber realistisch beantworten. Zudem schnappen SuS heutzutage eine Menge auf, dass sie kaum einordnen können, durch TV oder Geschwister oder Eltern und auch in der Elternschaft gibt es gleichgeschlchtliche Paare.
        Über die Externen habe ich mich übrigens gewundert. Natürlich gibt es viele Projekte, Vereine oder Verbände, die Hilfen im Unterricht anbieten, aber sicherlich kann man das Thema als Lehrkraft in der bekannten Lerngruppe selbst aufgreifen.

        • Sie wiederholen nur, was ich geschrieben habe: Wenn Kinder Fragen stellen, muss man sie altersgemäß beantworten. Was sie nicht fragen, braucht man auch nicht anzusprechen. Letzteres möchten die Befürworter der sexuellen Vielfalt bewusst missachten. Mich würde es nicht wundern, wenn gerade dadurch sexuelle Störungen nicht vermieden, sondern (auch) riskiert werden, ähnlich wie durch Schreiben nach Gehör schwierigere LRS-Fälle riskiert werden aufgrund von viel zu später Diagnose.

          • Sie meinten doch, es sei unwahrscheinlich, dass in der Grundschule Fragen zu sexueller Vielfalt gestellt werden – weit gefehlt. Diese Mal kam auch die Dildo-Party der Eltern zur Sprache.
            Im übrigen kann man gerade bei Schreiben nach Gehör hervorragend schon sehr früh LRS-Tendenzen erkennen, besser als beim Abschreiben nach Vorlage Buchstabe für Buchstabe… Dann braucht es damit jedoch auch den richtigen Umgang und entsprechende Förderrung. Aber das kann an anderer Stelle diskutiert werden.

  3. „Warum muss Grundschulkindern etwas präsentiert werden, was die wenigsten von ihnen in ihrem späteren Leben persönlich erleben werden und — viel wichtiger — wonach die wenigsten überhaupt fragen werden?“

    Dann können Sie auch Mathe streichen.

  4. Toleranz lernen muss auch jeder.

    • Richtig, muss man dafür erst einmal untersuchen, ob Grundschüler mangels Kontakt damit bereits ein Problem mit wie auch immer gearteten sexuellen Ausrichtungen haben. Ich persönlich habe da deutliche Zweifel.

      Übrigens bedeutet Toleranz nicht mehr als Duldung. Toll finden ist etwas ganz anderes, auch wenn die sexuelle Vielfalt gerade das als Ziel ihrer Toleranzdiskussion fordert. Leider werden die Begriffe Toleranz und Akzeptanz viel zu häufig falsch, nämlich synonym verwendet. Sie sind gerade das beste Beispiel dafür.

      • Toll finden soll niemand etwas. Wo haben Sie solche Sachen immer nur her?

        Nicht totschlagen, mobben, ausschließen – darum geht’s.

        Und je früher man das lernt, desto besser ist es. Da gehts auch nicht darum, ob sie damit „schon ein Problem“ haben (Herrliche Wortwahl: die Kinder haben das Problem. Und was das ist? Na sie wissen schon.).

        Wenn sie Homosexuelle Scheisse finden, Vorurteile haben, sich bösartig lustig machen, ist es meist zu spät, daran noch was zu ändern.

        Deshalb: Different but equal – Anti-bias vom ersten Tag an!

        • Ich schreibe es nochmal: In der Presse wird mit dem Wort Toleranz etwas anderes gemeint als es dem ursprünglichen Sinne nach ausdrückt — nämlich das eher negativ besetzte Wort Duldung. Sie selbst gehören dazu.

          Es geht übrigens auch darum, die Kritiker der sexuellen Vielfalt in der Grundschule nicht totzuschlagen, nicht zu mobben und nicht auszuschließen.

          Lesen Sie sich mal die wikipedia zu Toleranz (Duldung) und Akzeptanz (Gutheißung) durch.

          • Sind denn die Vielfaltskritiker diejenigen, die „schwul“ und „Tucke“ ganz wertfrei auf dem Schulhof nutzen?

            Und werden Sie zur diskriminieren Minderheit wenn man ihnen das aberziehen will?

            Stumm, wir sind auf dem Weg zu einer neuen Opfergruppe.

          • Mein autocorrect nervt. „Stumm“ soll „Stimmt“ heißen..

      • XXX Wieso behaupten Sie unentwegt, dass Grundschüler keinen Kontakt zu Themen wie Homosexualität haben? Fünf Posts über Ihrem berichtet eine Grundschullehrerin, Palim, dass das nach ihrer Erfahrung überhaupt nicht stimmt und dass die Kinder mit sehr expliziten Fragen zu ihr kommen. Was macht Sie zum Experten für die heutige Generation von Grundschülern? Sind Sie Grundschullehrer? Doch offenbar nicht.

        Wir leben in einem Zeitalter, in dem jeder dritte Viertklässler über ein eigenes Smartphone verfügt und Pornofilme mit drei Klicks auf den Schirm zu holen sind. Glauben Sie ernsthaft, davon bleiben die braven Kinder allesamt unberührt?

        • mehrnachdenken

          Wenn ich nicht vollkommen daneben liege, durchläuft fast jedes Menschenkind (Mäd./Ju.) eine homosexuelle Phase, d.h., da kann es auch zu gegenseitigen sexuellen Handlungen kommen. Das passiert bereits in recht jungen Jahren.
          Für Entwicklungspsychologen gehört diese Erfahrung einfach zur geschlechtlichen Entwicklung von Jungen und Mädchen.
          Ich glaube, die spätere sexuelle Orientierung auf das andere Geschlecht wird durch die kurze Erfahrung mit dem gleichen Geschlecht nicht oder kaum beeinflusst.
          Eine ganz andere Frage ist es, ob, wann und wie dieses Thema in der
          GS behandelt werden sollte.

        • Ich habe nie verlangt, dass die Fragen von Grundschulkindern abgeblockt werden sollen, vielmehr sollen sie altersgemäß beantwortet werden. Ich habe allerdings verlangt, dass nicht gestellte Fragen von Lehrer- oder Elternseite aus gar nicht erst thematisiert werden sollen.

          • mehrnachdenken

            So sehe ich es auch!! Das Kind möchte etwas wissen und fragt.

          • Wenn die Kinder nicht fragen, wird aber behauptet, sie würden gern dies oder jenes wissen, kommen nur nicht auf die Idee zu fragen oder trauen sich nicht.
            Das hört sich dann nach einfühlsamem Kinderverständnis an, ist es aber nicht, sondern nur eine Eigenbastelei von Kinderpsychologie, um indoktrinieren zu können unter dem Deckmantel, Kindern in ihren Interessen entgegen zu kommen und ihnen somit einen Gefallen zu tun.
            Im Namen von Kindern wird in der Pädagogik und Bildungspolitik viel Unheil betrieben. Man muss nur behaupten, alles geschähe zum Wohl der Kinder.

  5. Zum Glück sind die prüden 50er vorbei. Und vielleicht braucht es manchmal so „extreme Kreaturen“ wie die Grünen in den 80ern, um etwas in der Gesellschaft voran zu bringen.
    Dass man nur vom besonders Liebhaben schwanger wird, kann man heutigen Grundschulkindern nicht mehr plausibel machen, wozu auch?

  6. „Das Kind möchte etwas wissen und fragt.“
    Sexualpädagogik in der Grundschule kann man nicht auf diesen Aspekt reduzieren.
    Vor allem im 4. Schuljahr schreitet die körperliche Entwicklung der Schüler voran und da sollten die Schüler wissen, was auf sie zukommt. Hier greift der Lehrplan ein.
    Zudem finde ich die Prävention vor sexuellem Missbrauch sehr wichtig, dies ist auch ein Aspekt der Sexualerziehung. Man bedenke in Bezug auf Missbrauch die Dunkelziffer!
    Wer von Indoktrination spricht, der sollte einfach einmal bedenken, an was die Grundschüler über Smartphone, Internet herankommen und welchen Eindruck ihnen von Sexualität vermittelt wird, wenn sie die berühmt berüchtigten Nachmittagssendungen anschauen. Und da gibt es auch noch ältere Geschwister. Es gibt immer wieder Kinder, von denen man nie glaubt, dass sie schon an gewisse Sachen herangekommen sind…
    Auf die Elternschaft ist kein Verlass, was die Aufklärung betrifft, da gibt es auch ganz unterschiedliche…
    Übrigens finde ich den Neuentwurf der Richtlinien in Bayern, von denen Simone Fleischmann schreibt, nicht schlecht. Sie sind sogar übervorsichtig, es klingt fast schon wie eine Gängelung, doch die alten Richtlinien waren auch nicht besser in dieser Hinsicht. Medien müssen vorher gesichtet werden, Eltern informiert werden, der Lehrer muss neutral sein (was sehr wichtig ist) … Es wird dort alles genau festgeschrieben sein.

    • allerdings sind „körperliche Entwicklung schreitet voran“ und die Ziele der sexuellen Vielfalt zwei paar Schuhe, die dringend voneinander getrennt werden müssen. z.b. ersteres in die schule und letzteres in ein Archiv, wo es vergessen werden kann.

  7. Grins!
    Vor dreißig Jahren erwischte ich Schüler auf dem Pausenhof mit einem Sexkatalog. Beschlagnahmt, im Sekretariat deponiert (Sekretärin versteckte ihn schamhaft unter der Schreibunterlage), Eltern informiert. Reaktion der Mutter: “ Sie kommt gleich, denn sie braucht ihn unbedingt“.
    Großes Gegrinse im Kollegium.
    Inzwischen ist die Zugänglichkeit für solche Inhalte für Schüler wesentlich größer (=Internet).
    Das heißt: Ich muss in meinem Biounterricht in Klasse 5 darauf eingehen.
    Die meisten SuS haben noch keine Berührpunkte, aber ein paar schon.
    Beispiel: In den 8oern des letzten Jahrhunderts holte der Zuhälter eine Schülerin (6. Klasse) an der Schule meiner Frau ab.
    Da ist es eigentlich schon zu spät.
    Unser Problem ist die Diversität!
    Wie wir es machen, ist verkehrt!
    rfalio

  8. Was wird denn immer so auf der sexuellen Vielfalt herumgeritten. Als ob das stundenfüllend dargelegt wird. In der Grundschule sind die Kinder neugierig, man beantwortet die Fragen und gut ist. Niemand wird davon schwul und wenn man schwul ist, ist es so.

    • Fragen Sie Anna und Georg. Die verfechten ja gefühlt die zeitliche Angleichung in der Behandlung aller siebenunddröflzich sexuellen Ausrichtungen und Ausschluss der heterosexuellen.

      • An Ihrem Kommentar sieht man, xxx, dass Sie nicht verstanden haben, worum es geht. Es geht um eine Offenheit für Vielfalt, die strukturell argumentiert und vermittelt wird, nicht um eine Erklärung jedweder winzigen Identitätskategorie.

        Und man sieht auch, dass auch Sie nicht von der Unterstellung wegkommen, dass Heterosexualität plötzlich zum Paria werden soll, nur weil z. B. Homosexualität als etwas normales dargestellt werden soll. Was für ein Bullshit. Als ob man plötzlich sagt, Heterosexuelle sind unnormal, weil Homosexualität normal ist.

        Ich habe das auch schon so oft geschrieben, aber die Angst vor Veränderung und dem Verlust liebgewonnener Privilegien lässt einfach die Ration versagen.

        Ich kann nur immer wieder auf die Klett-Bücher verweisen, die es so herrlich einfach umsetzen. Klassische Familien neben einer Patchworkfamilie, hier und da ein schwules oder lesbisches Paar.

        Was macht Ihnen eigentlich so Angst?

  9. Es geht darum, dass die Kinder wissen, dass es auch Homosexualität gibt und dass das nichts Schlimmes ist. Vielleicht sind ja einige wenige später homosexuell und wissen so, dass sie nicht völlig irre sind. Meine Güte…

    • mehrnachdenken

      Sorry, so ahnungslos wie Sie hier tun, sind Sie doch hoffentlich in Wirklichkeit nicht, lach.

    • Doch doch, genau das ist der Punkt.

      mehrnachdenken und sein Guru Kutschera vermuten hinter all dem die große Genderverschwörung und Umerziehungsmaßnahmen, können aber selbst einfachste Begriffe der Debatte nicht definieren und auseinanderhalten.

      Und wenn es dann konkret wird mit der Vielfalt wie in den von mir mehrmals geposteten Klett-Büchern oder aber der Breite des Ansatzes des Bildungsplans, der ganz offensichtlich nicht die ständig unterstellte Einseitigkeit bzgl sexueller Vielfalt aufweist und sogar mit christlichen Werten und Familie argumentiert, hält man einfach die Klappe, weil irgendwie ist das ja alles doch gar nicht so schlimm, passt dann aber nicht mehr ins Weltbild und kann schlecht erklärt werden.

      Wo Überforderung mit der Moderne, Angst aus Unkenntnis bei gleichzeitiger Bildungsverweigerung, christlicher Fundamentalismus, AfD-Geist und chauvinistische Arroganz wie bei Kutschera zusammenkommen, kann nur so etwas herauskommen.

      Das es nicht um konkrete Kritik geht sondern um eine generelle Unwillen und Abwehr zeigt sich auch daran, dass es keinerleit alternative Vorschläge gibt, wie mit der von diesen immer wieder belegten Ausgrenzung von LGBTTIQ Menschen im Kontexte Bildung und Schule umgegangen werden soll.

      Gewollt ist kein anders – gewollt ist ein gar nicht. Weil die Menschen nicht gewollt sind, wage ich mal zu behaupten.

    • Mississippi, Sie haben das sehr schön auf den Punkt gebracht, fällt mir gerade nochmal auf.

    • mehrnachdenken

      @Mississippi
      Extra für Sie habe ich das kurze Video zum Bildungsplan noch einmal „ausgegraben“. Auch wenn es von den Gegnern des Bildungsplans erstellt wurde, bringt es doch in kurzen drei Minuten die Problematik m.E. gut auf den Punkt.
      Das meinte ich mit „ahnungslos“.
      Verbringen Sie noch einen friedlichen und angenehmen Ostermontag!

      http://www.bildungsplan2015.de/2014/02/22/neu-video-zur-bildungsplandebatte/

      • Genau, ganz neutral beschreibt es, worum es geht, ganz unvoreingenommen stellt es fest was Sache ist. Mississippi, lassen Sie sich die Welt erklären.

        Zum Glück gibt es die größtenteils erzkonservativ-christlich geprägten Bildungsplangegner und den aufrechten C4istkeinbesseresLehrergehaltneinnein-Kutschera-Adepten mehrnachdenken, die uns ihre… ääh die Wahrheit nicht vorenthalten wollen.

        Na dann.

        • mehrnachdenken

          Je wütender Sie verbal um sich schlagen, desto lächerlicher wirken Sie auf mich.

        • Von wem soll man denn sonst eine Begründung der Bildungsplan-Ablehnung erfahren, wenn nicht von ihren Gegnern? Etwa von Ihnen als Befürworter?
          Dass Sie die Ablehner „erzkonservativ-christlich“ nennen, gehört wie gewöhnlich zur Häme gegen alle, die nicht Ihre Meinung teilen.
          Es grenzt schon an ein Wunder, dass Sie und Ihre Mitstreiter kaum mehr die Nazikeule schwingen oder Homophobie unterstellen.

          • Lieber F.H.,

            schauen Sie sich die Vielfzahl an religiös motivierte Gruppen an, die die „Demo für alle“ unterstützen und bei den Bildungsplangegnern ganz vorne mit dabei sind. Dann kommen Sie bitte nochmal, strafen mich Lügen und werfen mir „Häme“ vor.

            Und bitte lassen Sie es doch, die Nazikeulenkeule zu schwingen. Das zieht einfach nicht, weil es genau so beliebt wie durchsichtig ist. Ich habe hier noch niemanden als Nazi betitelt, lassen Sie es also einfach. Ansonsten könnte ich einfach noch sagen: In den Spiegel schauen tut manchmal weh, aber es ist wichtig, um zu wissen, wie’s um einen bestellt ist und wie einen die anderen sehen.

            Und das mit der Homophobie habe ich hier auch noch niemanden an den Kopf geworfen. Bisher jedenfalls nicht. Aber wenn man sich genau anschaut, woher und wie die Kritik am Bildungsplan kommt, sind das genau die Gruppen und Schichten, gegen deren vehementen Widerstand sämtliche Liberalisierungen für Homosexuelle durchgesetzt werden mussten.

            Es wundert mich also nicht, dass genau diese Gruppen es sind, die jetzt auch in Bildungsplandiskussion das Abendland retten wollen. Es ist die alte, konservativ und christlich begründete Feindschaft gegenüber Schwulen und allem, was nicht ins bibeltreue Heteronormalbild passt, die sich hier erneut aus ihrer Gruft erhebt. Konnten sie schon nicht die vielen rechtlichen und gesellschaftlichen Fortschritte für LGBTTIQ Menschen verhindern (AfD-Poggenburg arbeitet ja schon daran, diese „Exzesse wie auf dem CSD“ wieder ein wenig zurückzuschrauben), so glaubt man, jetzt mit der Angst vor der Verschwulung und Indoktrination der Kinder, Front gegen alles Nicht-Heterosexuelle machen zu können.

            Ja, vielleicht ist es wirklich nur schlichte Homophobie, eine unreflektierte Angst vor Schwulen und nicht-heterosexuellen Lebensweisen, die auf keinen Fall die reine Heteronormalität kaputt machen sollen.Welche, by the way, ein Konstrukt ist, welches nur durch den Jahrhunderte langen gewaltsamen Ausschluß alles anderen sich behaupten konnte.

            Schwule und lesbische Paare in Schulbüchern und fast nackte Männer beim CSD – das kann nicht unser… äääh… Gottes Wille sein.

          • Diesmal schreiben sie „religiös motivierte Gruppen“ statt „erzkonservativ-christlich geprägten Bildungsplangegner“ und mildern damit klammheimlich Ihre Aussage ab.
            Was ist am christlichen Glauben so verwerflich und was so schlimm, wenn auch Mitglieder verschiedener Kirchen die „Demo für alle“ unterstützen?
            Mit der Verbindung von „christlich“ mit „erzkonservativ“ wollten Sie eindeutig etwas Negatives suggerieren, so als lebten Christen noch im Mittelalter und hätten die Zeit der Aufklärung verpasst.
            Wenn es um Muslime geht, zeigen Sie dagegen viel Verständnis und Sympathie. Da sind Kopftuch und Burka schon mal etwas, das Sie verteidigen und von keinem in Frage gestellt wissen wollen. Wenn da jemand Kritik übt, finden Sie das intolerant und wahrscheinlich auch islamfeindlich.
            Wie sieht es denn mit den häufig noch mittelalterlichen, patriarchalischen Familienstrukturen aus, mit den Zwangsehen, mit der Geschlechtertrennung in Moscheen und anderen Einrichtungen, mit der Herrschaft der Brüder über die Schwestern und was es sonst noch an rückständigen Sitten und Gebräuchen gibt? Da müssen Sie als erklärter Freund des Feminismus doch Qualen leiden.
            Hier ist von Ihnen aber nichts zu vernehmen, jedenfalls nichts Negatives. Da schweigen Sie lieber, allerdings sehr beredt nach meiner Beobachtung.

          • „Diesmal schreiben sie „religiös motivierte Gruppen“ statt „erzkonservativ-christlich geprägten Bildungsplangegner“ und mildern damit klammheimlich Ihre Aussage ab.“

            Ich hätte auch religiös motivierte schreiben können. Es ging um Glauben. Aber gerne nochmal für Sie: „erzkonservativ-christlich“. Zahlreiche kleine evangelikale Sekten und konservative katholische Gruppen sind da federführend.

            „Was ist am christlichen Glauben so verwerflich und was so schlimm, wenn auch Mitglieder verschiedener Kirchen die „Demo für alle“ unterstützen.“

            Nichts ist schlimm am Glauben, außer seines Absolutheitsanspruchs und seines Gottesbezugs, der oft umso schlimmer wird, umso kleiner die religiösen Sekten werden, die ihn vertreten. Ich bin Atheist, ich habe da generell Kritik dran.

            „Wenn es um Muslime geht, zeigen Sie dagegen viel Verständnis und Sympathie. Da sind Kopftuch und Burka schon mal etwas, das Sie verteidigen und von keinem in Frage gestellt wissen wollen. Wenn da jemand Kritik übt, finden Sie das intolerant und wahrscheinlich auch islamfeindlich.“

            Nö. Ich kritisiere die Deppen, die sich an Muslimen abarbeiten, weil sie Muslime sind und ihnen nicht dieselben Rechte zugestehen. Ich kritisiere den Rassismus dahinter. Als Atheist hab ich auch mit dem Islam nichts am Hut. Als Humanist und Demokrat liegen mir aber Muslime und ihre Nicht-Diskriminierung am Herzen.

            „Wie sieht es denn mit den häufig noch mittelalterlichen, patriarchalischen Familienstrukturen aus, mit den Zwangsehen, mit der Geschlechtertrennung in Moscheen und anderen Einrichtungen… “

            Joa, das finde ich auch zum Kotzen, machen Sie sich da mal keine Sorgen. Es wäre auch ein bisschen einfach, bei sowas die Augen zu verschließen, oder?

            Was mich aber noch mehr ankotzt sind Verallgemeinerungen von Deutschen und Abendlandrettern mit Horizonten bis zur nächsten Straßenecke.

            Spannend finde ich in diesem Zusammenhang, wo plötzlich überall feministisch argumentiert wird, wenn es um Muslima geht. Bei uns ist alles in Ordnung, bei DENEN werden die Frauen geknechtet. Es ist so billig und schlicht rassistisch, mit dem Finger auf die anderen zu zeigen, aber hierzulande den Feminismus zu schmähen, Quoten abzulehnen, Herrenwitze schon ganz okay zu finden, über häusliche Gewalt in Deutschland zu schweigen. Double standards nennt man das. Und die weisen auf Rassismus hin.

            Deshalb führe ich hier auch mit niemandem eine weitergehende Diskussion zur Thematik – bei AfD und PEGIDA Jüngern gehts um Grundsätzliches, das es zu verteidigen gilt. Differenzierung und Diskussionen im Detail und um die Herausforderungen von multikulturellen Gesellschaften sind da m. E, nicht zu machen, weil das Ergebnis für diese schon feststeht, bevor die Debatte überhaupt begonnen hat.

          • Nun ja, dass Sie da ein bisschen auch etwas „zum Kotzen finden“ ist klar, zumal Sie ganz richtig hinzufügen: „Es wäre auch ein bisschen einfach, bei sowas die Augen zu verschließen, oder?“
            Da kann ich nur sagen: Stimmt, Sie würden ganz schön dumm dastehen, wenn Sie in diesen Punkten nicht eine stramme Ablehnung bekundeten.
            Ansonsten kehren Sie schnellstens wieder zu Ihrem Grundtenor von den armen Migranten und den bösen Fremdenfeinden zurück.

          • Ja glauben Sie denn, ich hätte für so etwas irgendwelche Sympathien? Dann haben Sie leider meinen Kommentar oben nicht gelesen und auch nicht verstanden, warum ich mich hier ständig zu Wort melde.

            Und zu Ihrem zweiten Punkt: Machen wir es doch einfach so: Ich kehre wieder zu meinem Grundtenor zurück und Sie stecken am wieder den Kopf in den Sand. Da musst man sich über das, was sich gerade in diesem Land abspielt, auch nicht soviele Gedanken machen, und kann sich weiter eine, vielleicht auch zwei Gruppen (Gruppen, das mit den Gruppen ist wichtig, bloß nicht auf die Individuen kucken, das wäre schwierig.) rauspicken, auf die man all das Böse projiziert, was einem ein oder zwei Stichwortgeber dazu zubrüllen.

            Aber furzen lässt es sich auch mit dem Kopf im Sand immer noch ganz gut, wie Bernd neulich so schön schrieb.

      • Ich habe das Video angeschaut und mit der offiziellen Seite verglichen. Also, was in dem Video dargestellt wird, konnte ich so nicht auf der offiziellen Seite für die Bildungspläne finden. Allerdings bin ich nicht so in das Thema involviert, da ich nicht in BaWü unterrichte.
        http://www.bildungsplaene-bw.de/,Lde/3852527

        • in Worten:“In der modernen Gesellschaft begegnen sich Menschen unterschiedlicher Staatsangehörigkeit, Nationalität, Ethnie, Religion oder Weltanschauung, unterschiedlichen Alters, psychischer, geistiger und physischer Disposition sowie geschlechtlicher Identität und sexueller Orientierung. Kennzeichnend sind Individualisierung und Pluralisierung von Lebensentwürfen.
          Kernanliegen der Leitperspektive ist es, Respekt sowie die gegenseitige Achtung und Wertschätzung von Verschiedenheit zu fördern. Grundlagen sind die Menschenwürde, das christliche Menschenbild sowie die staatliche Verfassung mit dem besonderen Schutz von Ehe und Familie.
          Schule als Ort von Toleranz und Weltoffenheit soll es jungen Menschen ermöglichen, die eigene Identität zu finden und sich frei und ohne Angst vor Diskriminierung zu artikulieren. Indem Schülerinnen und Schüler sich mit anderen Identitäten befassen, sich in diese hineinversetzen und sich mit diesen auseinandersetzen, schärfen sie ihr Bewusstsein für ihre eigene Identität. Dabei erfahren sie, dass Vielfalt gesellschaftliche Realität ist und die Identität anderer keine Bedrohung der eigenen Identität bedeutet.

          • mehrnachdenken

            @Mississippi
            In der Tat, das Leitprinzip zur sexuellen Viellfalt entdecke ich ebenfalls nicht unter den anderen Leitprinzipien.
            Ist das evtl. bereits ein Ergebnis der massiven Proteste? Immerhin unterschrieben fast 200 000 Bürger* die Petition gegen den Bildungsplan.
            *Bürger, Schüler, Lehrer etc. stehen für mich als Oberbegriff, der alle Menschen mit einschließt. Ich lasse ich vom Sprech- und Schreibdiktat der Gender – Ideologie nicht bevormunden!!

            Haben Sie verfolgt, wie die Landesregierung mit den Unterzeichnern umgegangen ist? Da Sie offenbar in Baden – Württemberg wohnen und arbeiten, dürfte Ihnen das nicht entgangen sein.

            Bin ich richtig informiert? Der Bildungsplan sollte bereits im letzten Jahr verabschiedet werden.
            Allerdings: Haben Sie sich in dem Link auch jenseits der Diskussion über „sexuelle Vielfalt“ über die inhaltliche Kritik an dem Bildungsplan informiert?
            Erhöht sich die Bildungsqualität im Ländle nun durch den Plan oder sinkt sie? Ein Plan, der Kompetenzen formuliert, kann für mich nur schlechter sein als sein Vorgänger!!

            Sollte die CDU mit den Grünen eine Koaliton eingehen, bin ich gespannt, wie sie mit dem Bildungsplan umgeht. Folgt der CDU – Verhandlungsführer seinen Ankündigungen im Wahlkampf, müsste es an einigen Stellen Korrekuren bzw. Nachbesserungen geben.
            Wird der Bildungsplan in der grün – roten – Fassung durchgewunken, hat die CDU für mich endgültig jegliche Glaubwürdigkeit verloren.
            Naja, um ehrlich zu sein, hat sie das für mich schon lange.

          • mehrnachdenken

            Nachtrag zu den Kompetenzen:

            Prof Liessmann beschreibt diesen Unsinn in seinem Buch „Geisterstunde – Praxis der Un-Bildung“ ab Seite 45:

            http://www.amazon.de/Geisterstunde-Praxis-Unbildung-Eine-Streitschrift/dp/3552057005/ref=sr_1_fkmr0_2?ie=UTF8&qid=1459188384&sr=8-2-fkmr0&keywords=Konrta+Liessmann

            Wie er schreibt, gefällt mir nicht, was er schreibt umso mehr.

          • mehrnachdenken

            Umgang mit der Petition gegen den Bildungsplan:

            http://www.taz.de/!5031447/

          • mehrnachdenken

            In Bezug auf die Leiprinzipien vermutete ich wohl richtig:

            „Nach den heftigen Protesten hatte die Landesregierung die Überarbeitung des Plans angekündigt. Akzeptanz sexueller Vielfalt soll nun nur noch eine von sechs Leitperspektiven sein. Die Einführung der neuen Bildungspläne wurde um ein Jahr auf das Schuljahr 2016/17 verschoben.“

          • Sie geben das veränderte Vorauswort zum Bildungsplan wieder, das sich dank Petition und „Demo für alle“ tatsächlich gewandelt hat und nun nicht mehr nur sexuelle Minderheiten in den Mittelpunkt stellt. Dennoch bleiben bei vielen Menschen Zweifel und Misstrauen, die beim Weiterlesen des Bildungsplans den Eindruck hatten, dass mehr verbale Kosmetik als sachliche Veränderung stattgefunden hat. Jedenfalls habe ich diese Meinung verschiedentlich gelesen.
            Sollten Sie (wie ich) in den vergangenen Jahren die Entwicklung der Bildungspläne kaum verfolgt haben und darunter eine reine Erziehung zu mehr Toleranz (u.a. gegenüber sexuellen Minderheiten) verstehen, die nach meinem Dafürhalten kein vernünftiger Mensch ablehnt, möchte ich Ihnen einen FAZ-Artikel empfehlen, der recht gut zusammenfasst, was gelaufen ist und weiterhin kontrovers diskutiert wird.
            http://www.faz.net/aktuell/politik/inland/experten-warnen-vor-zu-frueher-aufklaerung-von-kindern-13203307.html?printPagedArticle=true#pageIndex_2

          • Danke für den Artikel, Heike. Er macht sehr schön deutlich, dass es gute Gründe gibt, die offiziellen Motive für die Auswalzung des Unterrichts in sexueller Vielfalt zu hinterfragen.

        • Vergleich der BW-Bildungspläne mit den Aussagen der Kritiker:
          Dabei ist unbedingt zu beachten, dass die aktuelle Fassung des Bildungsplans Ergebnis der öffentlichen und parlamentarischen Beratungen ist, nachdem(!) und vermutlich auch weil Lehrer, Eltern und Aktivisten an die Öffentlichkeit traten. Gabriel Stängle kam mit seiner Petition ‚raus, weil er im Auftrag des Realschullehrerverbandes im Gremium zu den Bildungsplänen saß (das ist, glaub‘ ich, in den Medien nicht immer so stark kommuniziert worden…). Die Initiative „Zukunft und Lernen“ weist auf einige Verbesserungen in der neuen Fassung hin.

  10. Was meinen sie mit ahnungslos? Welche schlimme Ahnung soll ich haben?

    • mehrnachdenken

      Ach, liebe „Mississippi“, dieses Thema ist hier mittlerweile rauf und runter debattiert worden. Entschuldigung, aber ich habe keine Lust mehr, wieder von vorne zu beginnen.

      Nur so nebenbei: Wenn Sie Zeit haben, empfehle ich Ihnen meinen Eintrag zum quasi Redeverbot von Prof. Kutschera im Rahmen der Ringvorleung an der Uni Marbug.
      Aus meiner Sicht ein abschreckendes Beispiel für „Gender – Ideologie und Meinungsfreiheit“.

  11. Ursula Prasuhn

    @Georg
    Ihre Opfer- und Verfolgtendarstellung von LGBTTIQ-Menschen entspricht kaum mehr der Realität und dient m. E. nur noch extremen Lobbyisten – wie den sog. Queer-Gruppen – als Aufhänger für ihre radikalen Forderungen, u. a. nach dem fächerübergreifenden Unterricht in sexueller Vielfalt. Dieser geht über eine harmlose Aufklärung und Erziehung zur Toleranz weit hinaus. Gegen sie gäbe es kaum Widerstand, weil heutzutage fast jeder die einleuchtende Meinung von „Mississippi“ vertritt.
    Aber einige – wie z.B. „mehrnachdenken“ – gucken dann doch hinter die Kulissen. Sogar der bekannte Schwulen-Aktivist Dr. David Berger schreibt:
    “Vorbei die Zeiten, als sich schwule Männer aus einer homo-feindlichen, heteronormativen Gesellschaft in schwule Phantasiewelten wegträumen mussten. Vorbei damit aber auch die Zeit der großen Utopien. Eine jüngst durchgeführte Umfrage, an der sich knapp 1200 schwule Männer beteiligten, ist da höchst aufschlussreich. Der einzigen derzeit noch ventilierten Utopie einer Gesellschaft, die komplett nach queeren Vorstellungen umstrukturiert sein wird, gaben lediglich 5 Prozent irgendeine realistische Zukunftschance. Die ganz große Mehrheit von 79 Prozent sieht eine Gesellschaft bereits realisiert oder im Kommen, in der Schwulsein keine entscheidende Rolle mehr spielt, da es in der Gesamtgesellschaft akzeptiert bzw. intergiert ist.”
    http://www.theeuropean.de/david-berger/9583-der-wandel-der-homo-szene-in-deutschland

    Vorgestern habe ich übrigens zum Thema, ob die politische Bildung angesichts des Wahlerfolgs der AfD versagt habe, zwei weitere lesenswerte Artikel von David Berger empfohlen. Sie sind Ihnen möglicherweise entgangen, weil die Prüfung meines Kommentars eine Weile dauerte.
    http://www.news4teachers.de/2016/03/trotz-millionenschwerer-kampagne-sieg-der-rechtspopulisten-bei-den-landtagswahlen-hat-die-politische-bildung-versagt/#comment-212792

  12. Einfach mal googeln, Frau Prasuhn, Lügenpresse und Auftragsforschung sind auf Druck der Schwulenlobby an dem Thema dran. Man muss natürlich auch Erkenntnisinteresse haben, ansonsten wird es schwierig.

    https://www.ndr.de/fernsehen/sendungen/panorama_die_reporter/Diskriminierung-von-Homosexuellen-Erschreckend,bachmann135.html

    „Anne Bachmann: Die strukturelle Diskriminierung – durch den Staat – ist tatsächlich weitläufig abgebaut worden, obwohl es auch da noch einzelne Bereiche gibt, in denen Homosexuelle diskriminiert werden, beispielsweise bei der Adoption.

    „Was in unserer Studie zutage kam, hat mich erschreckt“, sagt die Kieler Psychologin Anne Bachmann.

    Schlimmer ist es allerdings bei der sozialen Diskriminierung. Mehr als zwei Drittel der Befragten haben von Diskriminierungen berichtet – dass sie beleidigt, beschimpft oder belästigt worden sind. Oder dass sie beispielsweise wegen ihrer sexuellen Orientierung von Aktivitäten ausgeschlossen werden. Am häufigsten passiert das im Bekanntenkreis oder am Arbeitsplatz. Etwa ein Drittel der Befragten hat aber auch physische Gewalt erlebt – also dass sie geohrfeigt, gewürgt, getreten oder sexuell missbraucht wurden.“

    Und der Blick nach Europa

    http://www.tagesspiegel.de/berlin/queerspiegel/rechte-von-schwulen-und-lesben-die-meisten-staaten-diskriminieren-homosexuelle/12530668.html

    Und zum „bekannten Schwulenaktivisten“ – und unter Schwulen spätestens seit diesem Artikeln schwer umstrittenen – David Berger empfehle ich, die Kommtentare unter dem European Artikel zu lesen. Die sprechen eine ganz andere Sprache und entsprechen viel eher dem Bild, welches sich nicht nur aus zur eigenen Darstelltung passenden Einzelmeinungen zusammensetzt . Aber das Ihnen Berger gefällt, passt gut ins Bild, ist er doch auch im Milieu des Rechtspopulismus und der „Islamkritik“ angekommen und kann als Vorzeigeschwuler doch wunderbar als „Wahrheitsaussprecher“ unter Gleichberechtigungsverweigerern fungieren.

    Schön ist es auch, wie sie seinen Sprechen von den „extremen Vertretern“ bzw. Lobbyisten übernehmen. Die Nähe zum Begriff „extremistisch“ ist da sicher nicht ganz zufällig.

    • Ich stimme eher den Worten David Bergers zu, die Frau Prasuhn zitiert hat.
      „je normaler Homosexualität wird, desto mehr wird über sie berichtet“, steht in Bergers Artikel noch als übernommener Satz aus der „Süddeutschen“. und er bestätigt meinen Eindruck.
      Beim Feminismus geht es mir ähnlich. Je mehr Gleichberechtigung stattgefunden hat, die manchmal schon übers Ziel hinausschießt (siehe gendergerechte Sprache!), desto mehr wird über die Benachteiligung von Frauen gejammert und geklagt.
      Es gibt wirklich Wichtigeres zu tun als weitgend künstliche Probleme und neue Glaubenskriege zu inszenieren, die längst nicht mehr sein müssten, weil sich die Zeiten geändert haben.
      David Berger hat absolut Recht mit seiner für die Schwulen-Lobby unbequemen Meinung. Außerdem ist er beeindruckend ehrlich und couragiert.
      Mutig deshalb, weil er genau das in Kauf nimmt, was Sie ansprechen: „unter Schwulen (ist er) spätestens seit diesem Artikeln schwer umstrittenen.“
      Ob er generell unter Schwulen umstritten ist, wie sich das bei Ihnen anhört, glaube ich ich nicht. Vielen ist das Tamtam um ihre Sexualität, ihre Seelennöte und angeblichen Anfeindungen sicher auch unangenehm und peinlich.

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