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Wegen Navigationsgeräten: SPD-Abgeordneter will Kartenlesen in Schulen üben lassen

MÜNCHEN. Wer kann eigentlich heute noch Karten lesen? „Ohne mein Navi finde ich nirgendwo hin“, sagen sich Viele und verlassen sich blind auf die elektronischen Helfer. Nach Meinung des bayerischen SPD-Politikers Reinhold Strobl sollen Schulen auf diesen Trend reagieren – und Kartenlesen üben.

Manche Autofahrer folgen ihrem Navigationsgerät blind – und landen dann im Graben oder stecken in einem engen Waldweg fest. Um Navi-Nutzern Orientierungshilfe zu geben, hat der SPD-Landtagsabgeordnete Reinhold Strobl entsprechenden Unterricht in den Schulen angeregt. Kartenlesen müsse im Verkehrsunterricht mehr geübt werden – oder bei der Ausbildung zum Führerschein eine größere Bedeutung bekommen.

Räumliches Denkem wird eher mit einem Globus geschult als mit einem Navigationsgerät. (Foto: Jörg Kleinschmidt/pixelio)

Räumliches Denken wird eher mit einem Globus geschult als mit einem Navigationsgerät. (Foto: Jörg Kleinschmidt/pixelio)

In einer Anfrage an den Landtag bezieht sich Strobl unter anderem auf einen Unfall zweier Seniorinnen, die ihren Wagen in einen Wald steuerten und dann eine fünf Meter hohe Böschung hinabrutschten. Der Politiker regte Aufklärungsinitiativen an, um Unfälle aufgrund eines irreleitenden Navigationsgeräts zu verhindern. Zudem findet Strobl: Wer keine Karten mehr anschaue und sich nurmehr blind aufs Navi verlasse, fahre oft an interessanten Städten oder Sehenswürdigkeiten vorbei. (dpa)

Zum Bericht: Erdkundelehrer: Warum wir trotz Navi und Internet noch Atlanten brauchen

3 Kommentare

  1. Lieber Herr Strobl, diese Art von Unterricht gibt es tatsächlich bereits. Das Fach, das sich damit beschäftigt, nennt sich „Geographie“ oder auf deutsch „Erdkunde“. Aber nichts für ungut: wir Lehrer sind auch weiterhin extrem dankbar für alle Anregungen von sachkundigen Politikern, wie wir unsere Arbeit in der Schule verbessern und zum Wohle der Schüler optimieren können.

  2. die genannten Seniorinnen sind in ihrer Schulzeit und danach viele Jahrzehnte ohne Navi gefahren …

  3. Kreuzer Edgar, Dr. med.

    Sehr geehrter Herr Strobl,

    ich habe heute in der Tageszeitung Ihre Anregung gelesen, in den Schulen das Lesen von (Straßen)karten zu üben.

    Auch wenn ich selbst nicht betroffen bin:

    Was sollen die Lehrer heute noch alles machen ? Sie sollen eh schon Kinder oder Jugendliche erziehen, ihnen Manieren beibringen, gesunde Ernährung nahelegen, „Werte“ vermitteln usw. Und dann soll noch Lesen, Schreiben und Rechnen beigebracht werden.

    Wie viele Stunden hat ein Tag ?
    Gibt es noch so was wie (verantwortungsvolle) Eltern ? Oder einen guten Freundeskreis ?

    Aus eigener beruflicher Erfahrung kann ich nur sagen:

    Wir werden immer bequemer und brauchen Menschen, denen wir Aufgaben und Verantwortung aufdrängen können. Nur nicht selbst was tun ! (Eigene Berufserfahrung: Regelmäßiges Zitat junge(r) Mutter (Vater): „Jetzt kommt er/sie (Kind) endlich in den Kindergarten, bin ich froh, hoffentlich wird´s jetzt erzogen…..“ / „Was machen denn die faulen Lehrer eigentlich ? Mein Kind kann immer noch nicht richtig lesen und darf auch nicht während des Unterrichts aufs Klo“ / „Sportbefreiung brauchen wir, Turnen ist zu anstrengend, da kommt Kind immer in Unterzucker“ ……………….)

    Ich glaube, insbesondere unsere Volksvertreter sollten dem Volk auch mal seine Grenzen aufzeigen und Eigenverantwortung einfordern, ehrlich und direkt. Und dafür auf unglaubwürdige Floskeln verzichten.

    Freundlicher Gruß

    Dr. Edgar Kreuzer

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