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„Dann werden Sie schon sehen“: Wie Eltern Lehrer unter Druck setzen – ein Verbandsjurist berichtet

MÜNCHEN. Immer öfter werden Lehrer von Eltern unter Druck gesetzt. Selbst Banalitäten wie der Sitzplatz des Kindes in der Klasse sind für manche Väter und Mütter mittlerweile Anlass, mit dem Anwalt zu drohen. Das berichtet jemand, der täglich mit solchen Fällen zu tun bekommt: Hans-Peter Etter, Leiter der Rechtsabteilung des Bayerischen Lehrerinnen- und Lehrerverbands (BLLV). In einem Gastbeitrag schildert er die besorgniserregende Entwicklung.

Wütende Väter und Mütter machen Lehrern mitunter das Leben schwer. Fotos: *n3wjack's world in pixels / flickr (CC BY-NC-SA 2.0) / Floyd Brown / flickr (CC BY-NC-SA 2.0)

Wütende Väter und Mütter machen Lehrern mitunter das Leben schwer. Fotos: *n3wjack’s world in pixels / flickr (CC BY-NC-SA 2.0) / Floyd Brown / flickr (CC BY-NC-SA 2.0)

Die Triebfeder und die Freude am Lehrerberuf sind für die meisten Lehrkräfte die Kinder! Und so schwierig die manchmal sein mögen, was ihnen das Berufsleben häufig schwer macht, ist eine bestimmte Sorte Eltern. Der Umgang mit den Lehrerinnen und Lehrern ist im Allgemeinen rauer geworden. Entscheidungen, Verfügungen, Aufsichtspflichtverletzungen, Erziehungsmaßnahmen, Noten, Zeugnisse und vieles mehr werden kritisch hinterfragt. Von dieser bestimmten Sorte Eltern aber eben gerne auch mit freundlichen Grüßen vom Anwalt.

Viele Lehrer müssen sich selbst mit vermeintlichen Banalitäten oft stundenlang auseinandersetzen, beispielsweise ob das Kind in der letzten Reihe oder neben einem schlechten Schüler sitzt. Oder es geht um einen halben Punkt in einer Probearbeit. Dabei wird massiv Druck ausgeübt: „Wenn Sie meinen Forderungen nicht nachkommen, dann werden Sie schon sehen…!“

Natürlich zählen Schule und Lehrkräfte nicht mehr zu den unangefochtenen Autoritäten. Das ist richtig so und auch nachvollziehbar: Schule produziert Gewinner und Verlierer, es geht um Berechtigungen, um Selektion, da entscheiden zum Teil Hundertstelnoten. Angesichts dieses verfehlten Lern- und Leistungsbegriffs sind Probleme programmiert. Die meisten Konflikte sind systemisch bedingt.

Die Rechtsabteilung des größten bayerischen Lehrerverbandes – BLLV – mit 60.000 Mitgliedern weiß hiervon ein Lied zu singen. Genügten vor 20 Jahren ein bis zwei Rechtsvertreter, um die schulischen Rechtsprobleme von Lehrern zu lösen, so ist diese Abteilung heute die größte Abteilung des Lehrerverbandes und mit 17 Personen besetzt, davon sechs Volljuristen. Die meisten einlaufenden Rechtsfälle sind durch Eltern initiiert, seien es Elternbeschwerden, Dienstaufsichtsbeschwerden, Strafanzeigen, Widersprüche und Klagen gegen Lehrer.

Häufig erklären Lehrerinnen und Lehrer in der Rechtsberatung des BLLV: „Nicht die Schüler stressen mich, sondern die Eltern!“ Nicht nur das Vertrauensverhältnis zwischen Elternhaus und Lehrkräften leidet unter dieser streitbaren Überfürsorglichkeit. Auch das Verhältnis zum Kind wird beeinträchtigt, weil die Lehrerin oder der Lehrer stark verunsichert ist. Die Beziehung leidet, dabei ist sie für die Erziehungsarbeit von größter Bedeutung.

Wie soll eine Lehrerin, die heute als eine „despotische Herrscherin, die pädagogisch völlig unqualifiziert ist“ bezeichnet worden ist, dem Kind morgen unbefangen gegenübertreten können? Was empfindet ein Lehrer, wenn die Mutter des Schülers mit einem Anwalt in die Elternsprechstunde kommt?

Diese offensichtliche mangelnde Wertschätzung empfinden viele Lehrkräfte als verletzend und belastend.

Kein Wunder, dass Lehrer an der Spitze der Burnout-Statistiken stehen. Fast jeder sechste Lehrer in Bayern muss aus gesundheitlichen, vor allem psychischen Gründen in den frühzeitigen Ruhestand versetzt werden. Die Schülerinnen und Schüler sind dabei der geringste Belastungsfaktor.

Man muss es deutlich sagen: In den meisten Fällen funktioniert der Dialog zwischen Erziehungsberechtigten und Lehrkraft zum Wohle des Kindes sehr gut. Es genügt aber ein überkritisches Elternpaar in der Klasse, das glaubt, mit Hilfe eines Anwaltes das Kind auf das Gymnasium zu hieven, um den Lehrer total zu verunsichern.

Manche Eltern sind der irrigen Annahme, Schule sei ein Dienstleistungsunternehmen und Lehrkräfte ausschließlich Dienstleister. Es geht um Kinder, um Individuen. Umso wichtiger, dass sich alle einsetzen für ein vertrauensvolles und gedeihliches Zusammenwirken zwischen Elternhaus und Lehrern!

Zu unserer Schulrechtskolumne: Besser absichern – die medizinische Versorgung von Kindern ist heikel

Zur Person

Etter

Hans-Peter Etter ist seit 20 Jahren verbandspolitischer Leiter der Rechtsabteilung im Bayerischen Lehrer- und Lehrerinnenverband (BLLV). Früher arbeitete er als Lehrer an einer Mittelschule. Foto: BLLV

 

 

30 Kommentare

  1. mehrnachdenken

    Der von Eltern auf die L ausgeübte Druck ist oft schlimm genug. Unerträglich wird er aber bisweilen, wenn sich die L sowohl vom Personal- oder Lehrerrat als auch von der Schulleitung und der Schulbehörde im Stich gelassen fühlt. Dafür gibt es haarstäubende und kaum zu glaubende traurige Beispiele.
    Die höchste Eskalationsstufe ist m.E. aber erreicht, wenn sich Eltern und Schulleitung verbünden und gegen die L „zu Felde ziehen“. Wo bleibt in diesen Fällen die so genannte Fürsorgepflicht der Vorgesetzten?
    Davon dringt jedoch kaum etwas an die Öffentlichkeit.

  2. Ich lebe Gott sei Dank auf dem Land. Entsprechend gering sind die Elternbeschwerden.
    Aber:
    Die Vorgaben der vorgesetzten Stellen nerven überall!
    Dokumentiere das; evaluiere dieses, erstelle ein Portfolio, evaluiere deine Lernfortschritte, rganisiere deien Unterricht kompetenzorientiert.
    Wir alle als Lehrer wollen unsere Schüler fördern und fordern, keiner will sie „eintunken“.
    Erziehung ist eben nicht messbar, bis ins Letzte evaluierbar.
    rfalio

    • PISA, VERA usw. sind der Versuch, Bildung messbar zu machen, mit dem Ergebnis, das wir jetzt losgelöst von jeglichen Inhalten kompetenzorientiert unterrichten müssen …

  3. Den Kampf um halbe Punkte, die dann eine ganze Note ausmachen, den könnte man entschärfen, wenn man in Bayern wieder Zwischennoten geben könnte. Am besten so ausdifferenziert wie in Baden-Württemberg. Es ist ja auch absurd: Ein halber Punkt entscheidet ob eine Note besser oder eine Note schlechter. Im Übertrittsjahr haben die halben Punkte, die eine Note entschieden haben, eine besondere Brisanz.

    • Dann werden eben diese Zwischennoten hinterfragt. Die Feilscherei ist dann noch größer.

    • Bewährte Lösung: Bei der Bepunktung immer genügend Abstand zu den Notengrenzen halten!

      • Ich verstehe schon, was Sie meinen. Das geht schlecht, wenn eine gewisse Noten-Punktezuordnung von vorneherein festgelegt ist und aufgrunddessen die Proben so konzipiert werden mit den verschiedenen Anspruchsniveaus der Aufgaben.

        • Wenn es kein Ankreuztest ist, geht das sehr wohl. Sogar bei Abweichungen von einem vorgegebenen Muster müssen Sie sich regelmäßig entscheiden, ob nicht fast richtig falsch im Sinne von nicht komplett richtig oder richtig im Sinne von nicht ganz falsch ist. Bei Teilpunkten können Sie sowieso kräftig schieben. Darüber hinaus sind Noten immer mit einer gehörigen pädagogischen Freiheit versehen.

          Ich persönlich achte darauf, dass möglichst wenige Schüler einen Punkt an der nächst besseren Teilnote vorbei liegen, sprich entweder noch einen Punkt begründbar finden oder einen begründbar abziehen. Das gelingt aber nicht immer.

          • Das sollten Polizisten bei den Geschwindigkeitsmessungen einmal trauen …

            Wenn eine Schülerarbeit mit 34 Punkten bewertet ist und die Schwelle zur 3 bei 35 Punkten liegt, dann hat er eben eine 4+ und Pech gehabt. Knapp daneben ist eben vorbei.

          • Wenn eine Probe (Arbeit) so konzipiert ist, dass die Punkte vorher schon festgelegt sind – für welche erwartete Antwort gibt es welche Punkte – dann kann man nicht viel mit den Punkten hin und her tun. Die Punkteverteilung wird vorher dem Schwierigkeitsgrad der einzelnen Aufgaben zugeteilt. Das andere vermeidet vielleicht Konflikte, doch ist dann nach meinem Ermessen die Punkteverteilung der Arbeit verzerrt. Dann gibt es ein Missverhältnis der Bepunktung der Schwierigkeitsgrade der Aufgabe zueinander.

  4. mehrnachdenken

    „Umso wichtiger, dass sich alle einsetzen für ein vertrauensvolles und gedeihliches Zusammenwirken zwischen Elternhaus und Lehrern!“

    Diesen Satz halte ich für ganz zental. Im Artikel steht aber nichts darüber, wie es L und Eltern schaffen, vertrauensvoll zusammen zu arbeiten.
    Immer wieder erlebte ich, dass Kinder zuhause verzerrt oder gar falsch aus dem Unterricht berichteten. Glauben die Eltern ihrem Kind bedingungslos, kommt es fast schon zwangsläufig zum Konflikt mit der L.
    Eltern sollten sich also unbedingt bei der L über den Vorgang oder Sachverhalt erkundigen. Wünschenswert ist natürlich, die L möglichst freundlich und in einem sachlichen Ton anzusprechen. Hat die L ihre Sichtweise dargelegt, merken Eltern oft recht schnell, dass ihr Kind nicht korrekt berichtet hat.
    Es sollte dann vereinbart werden, die L immer dann sofort zu kontaktieren, wenn den Eltern etwas unklar ist. Durch den Austausch wird nämlich automatisch Vertrauen aufgebaut.

  5. mehrnachdenken

    Schade, das eigentliche Thema „Elterndruck“ scheint hier niemanden zu interessieren.
    Einen umfassenden Einblick verschafft dieser Link mit manchmal kaum fassbaren Schilderungen:

    http://lehrerforum.de/index.php?session=b5ec8d99ae3d522e0e8c061049d91514&menu_id=1&s=1&action=showforum&cat=2&board_id=18

    • Mein(e) Liebe(r),

      wer in der Küche arbeitet, darf die Hitze nicht scheuen.

      Bei verbalen Entgleisungen bei Elterngesprächen Gespräch abbrechen und auf die Möglichkeit zur Beschwerde bei der Schulleitung hinweisen. ggf. vom Hausrecht Gebrauch machen und Eltern notfalls vom Schulgelände verweisen. Kommen sie dem Vereis nicht nach, 110 wählen und die anderen landesbeamten bitten, den Verweis notfalls mit körperlichem Zwang umzusetzen.

      Ansonsten auf den Rechtsweg verweisen, die Bez.-Reg. will ja auch mal arbeiten.

      • mehrnachdenken

        Sorry, wollen oder können Sie die Brisanz dieser Thematik nicht verstehen.

        Mir soll’s egal sein, brauche ich mich nun schon längere Zeit nicht mehr mit Eltern herum zu „schlagen“, lach.

        • Die Eltern verhalten sich doch nicht anders als jeder x-beliebige Kunde in einem Fachgeschäft oder Discounter gegebüber den dort arbeitenden Verkäufern. Also wo ist jetzt der aufreger?

          Lasst die eltern doch drohen und vor allem klagen, die Gerichte wird’s freuen. Entweder die Dauer bis zur Fallentscheidung geht ins Unendliche oder das Land rückt mehr Geld für Richterstellen raus. Die einfachste Lösung, die Schulleitungen und Schulaufsichtsbehörden anzuweisen, sich hinter die begründeten Entscheidungen ihrer untergebenen Lehrkräfte zu stellen, wird vermutlich ausbleiben – kostengünstiger wäre sie auf alle Fälle.

          • mehrnachdenken

            Dass es dadurch zu großen persönlichen und psychischen Belastungen kommen kann, scheint Sie nicht zu berühren.

            „dickebank“ ist wohl eine gaanz „coole Socke“.

          • So lange die bei anderen auftreten, interessiert es mich nicht weiter.

            Wie gesagt, wer in der Küche arbeiten will, muss die Hitze abkönnen.

    • Herr Etter macht eine Bestandsaufnahme. Was nützt das Beklagen? Wie ein gewisser kleiner Teil von Eltern mit Schule umgeht, ist ein Spiegel der Gesellschaft. Diese Eltern werden auch bei anderen privaten Schwierigkeiten ähnliche Wege gehen, wie z.B. den zum Rechtsanwalt. Die Rechtsanwälte freuen sich über das Klientel, das bringt ja auch das Geld. Manche Eltern belassen es bei Drohungen oder sie probieren es einfach. Lügen zum eigenen Vorteil – das kommt sowohl bei Kindern als auch bei Erwachsenen vor. Das sind alles gesellschaftliche Phänomene.
      Schön wär’s, wenn man durch vertrauensbildende Maßnahmen alle Dinge verhindern könnte. Das geht aber im heutigen gesellschaftlichen Kontext nicht mehr. Man kann bei einem guten Verhältnis zueinander gewisse Dinge abmildern, aber alles geht nicht mehr.
      Mein Lösungsvorschlag: Wichtig ist, dass Lehrer flächendeckend geschult werden, professionell mit solchen Situationen umzugehen. (Wie gehe ich mit diesem Thema möglichst stressreduziert um.) Eine Veränderung des Blickwinkels kann stressmildernd sein. Schön wäre natürlich, wenn Menschen (Eltern), die eben so ticken (Rechtsanwalt, Presse und Co.) einen Konflikt erträglicher austragen könnten. Doch das halte ich nur für bedingt möglich.
      Von Regierungsseite hat man ja, indem man die Kultusministerien vor allem mit Juristen besetzt, versucht, gewisses Konfliktpotential durch entsprechende Erlasse vor vorneherein auszuschalten, allerdings zum Nachteil der pädagogischen Freiheit der LehrerInnen.

  6. Ursula Prasuhn

    Die ständige Ausweitung der Eltern- und Schülerrechte samt Mitbestimmung trägt meiner Meinung nach Mitschuld am Elterndruck, denn durch sie wird die Meinung gestärkt, den Lehrern müsse auf die Finger geschaut und geklopft werden, weil es oft nicht rechtens sei, was sie täten, und die Kinder vor ihrer Willkür geschützt werden müssten. Einzelfälle haben hier zu Regelungen geführt, die den gesamten Berufsstand in die Enge trieben und dessen Rechte beschnitten.
    Was mir immer zu kurz kommt in der Debatte über den Druck auf Lehrer, sind die innerschulischen Querelen. In zahlreichen Kollegien hat sich m. E. eine Rangelei um persönliche Anerkennung breitgemacht, die entsolidarisiert und vielen Lehrern das Gefühl vermittelt, sich nicht nur vor Eltern in Acht nehmen zu müssen, sondern auch vor Kollegen. Konkurrierendes Buhlen um Anerkennung – die häufig im Beliebtheitsgrad bei den Schülern gesehen wird oder im Aufspringen auf jede neue Sau, die durchs pädagogische Dorf getrieben wird – hat ein Klima geschaffen, das weniger der Unterrichtsqualität dient als der Imagepflege.
    Die Schulleitungen spielen beim Thema Psychodruck eine große Rolle. Jedes Lehrerkollegium ist zu beneiden, wenn es eine Schulleitung hat, die sich nicht von egozentrischen Wortführern treiben lässt – egal, ob von Eltern- oder Kollegenseite –, sondern mutig Partei ergreift für das, was geboten und richtig scheint.
    Das ist schwer, denn auch Rektoren und Konrektoren stehen gewaltig unter Druck, vielleicht sogar dem größten. Nicht umsonst sind Schulleiterstellen so unbeliebt wie nie zuvor. Ihre Ausschreibung erinnert zunehmend an das Angebot von Sauerbier.

    @dickebank
    Sie vergleichen einmal Schulen mit Küchen, in die sich keiner begeben sollte, der Hitze nicht verträgt. Dann sehen Sie Lehrer ähnlich wie Verkäufer, die in den Eltern König Kunde zu sehen haben, der nun mal mäkelig und beschwerdefreudig ist. ‘’Find dich damit ab”, scheint mir Ihre Botschaft zu lauten, “und jammere nicht rum.”
    Beide Vergleiche sind zwar nicht ganz von der Hand zu weisen, dennoch stören sie mich, weil die heutige Lehrersituation kein Naturphänomen ist, mit dem sich jeder Kollege abzufinden hätte, sondern ein billigend in Kauf genommenes Nebenprodukt jahrzehntelanger Reformen auf Kosten der Lehrerposition und zum angeblichen Wohl von Eltern und Kindern. “Angeblich” u.a. deshalb, weil die Rechnung nicht aufgeht, wenn Lehrer zum Spielball von Schülern und Eltern werden – also zu gehorsamen Dienstleistern von “König Kunde”, wie Sie den neuzeitlichen, inoffiziellen Vorgesetzten vermutlich nennen würden.

    • innerschulische Querelen:
      Mein Eindruck ist gegenteilig. Gerade bei den Schwierigkeiten, vor dem ein Lehrer zunehmend steht, ist die Solidarität unter den Kollegien gewachsen. Das sind allerdings subjektive Erfahrungen bzw. beschreiben das, was ich so im Umfeld mitbekommen habe und ist begrenzt auf den Grund- und Hauptschulbereich.

      • Kann ich mir besonders für den Hauptschulbereich vorstellen angesichts der zumindest gefühlten Perspektivlosigkeit vieler Schüler und deren Eltern nach dem Motto „Warum lernen, mehr als Hartz IV kriege ich sowieso nie.“

    • Liebe Frau Prasuhn,

      ich bin ja sowas von bei Ihnen!!!

      Insgesamt lese ich Ihre Beiträge immer sehr gerne, denn sie sind durchdacht, ausführlich und meist auch objektiv.
      Vielen Dank dafür.

    • mehrnachdenken

      @U. Prasuhn
      Mitbestimmung von Eltern, ohne dass die sich für irgend etwas verantworten müssen. Die L sind an Erlasse, Gesetze und ihren Eid (Beamte) gebunden.
      Eltern können ohne nennenswerte Konsequezen befürchten zu müssen verunglimpfen, verleumden oder Rufmord betreiben.
      An den Schulen gibt es schon lange kein Gleichgewicht der Kräfte mehr zwischen den Lehrkräften und den Eltern.

      • Es muss sich doch keiner verbeamten lassen. Es geht auch als Tarifbeschäftigter, Vorteil ist, dass man kündigen kann, wenn man die Schnauze voll hat.

        Wer den anderen Weg geht, der muss sich eben als Fußabtreter für den Staat hergeben.

    • Ja und, dann trtet doch Euren Dienstvorgesetzten in den bräsigen Arsch. Das Problem sind Schulleitungen, die den guten Ruf der Schule nicht schädigen wollen, die auf die Anmeldezahlen schielen und den Eltern Puderzucker in den Allerwertesten blasen – Würfelzucker könnte wegen der Kanten reiben.

      Es ist nicht die Ausweitung der Eltern- und Schülerrechte, es sind die die Fürsorgepflicht verletzenden Vorgesetzten, die den Ärger machen. Die Zeiten des Obrigkeitsstaates sind Gott-sei-Dank vorbei. Das heißt aber nicht, dass Institutionen wie Schulen bzw. ihre Leitungen vor den Eltern in die Knie gehen müssen.

    • Jetzt soll die Mitbestimmung von Eltern und Schülern daran Schuld sein, dass (manche) Väter und Mütter gegenüber Lehrern in ihrem Auftreten maßlos überziehen? Was für ein Unsinn. Jede Wette – die Eltern, die sich in der Mitwirkung engagieren, sind nicht diejenigen, die mit dem Schulrecht unterm Arm zum Elternsprechtag kommen. In der Pflegschaft, das kann ihnen wohl jeder Schulleiter bestätigen, wird konstruktiv zusammengearbeitet. Und Konflikte, so gehört es sich in einer demokratischen Gesellschaft, werden ausgetragen und ausdiskutiert – und nicht par ordre de mufti gelöst, wie Sie, Frau Prasuhn, es offenbar gerne hätten.

      Und Schüler – für sie ist Schule eine Pflichtveranstaltung (ohne Kündigungsrecht). Sie sollen dort aber zu mündigen und verantwortlichen Staatsbürgern erzogen werden. Wie soll das gehen, wenn nur über und nicht (altersangemessen) mit ihnen entschieden wird? Schülermitbestimmung ist ein wesentliches Element von Demokratieerziehung, Frau Prasuhn.

      Interessant: In früheren Posts haben Sie Demokratieerziehung in der Schule stets abgelehnt – und mit der Sorge begründet, damit würden Schüler indoktriniert. Das Bild, das Sie hier (mal wieder) von Ihrer Traumschule zeichnen, ist die Druck-, Pauk- und Bürokratieschule der 50-er Jahre. Und offenbar ist das auch Ihr Idealbild von Gesellschaft – auf der anderen Seite jammern Sie hier immer wieder über eine angebliche „Meinungsdiktatur“. Wie geht das zusammen?

      • Wieder mal eine hässliche Attacke auf eine andersdenkende Person. Sie benutzen ein Konglomerat von Aussagen, die Sie aus ihrem Kontext reißen, für das Schmieden einer bösen Waffe.
        Das ist sowohl intellektuell als auch moralisch unterste Schublade, besonders für einen Moralisten, Menschenfreund und Weltverbesserer, als den Sie sich gern ausgeben.

        • Kritik ist ja sooooo böse (außer die, die man selbst übt – die ist natürlich Teil eines Freiheitskampfes gegen die „Meinungsdiktatur“).

          Gibt’s auch Inhaltliches zu sagen?

        • Erziehung zur Teilhabe am wirtschaftlichen und gesellschaftlichen Leben, um den „Anforderungen“ sowohl als Konsument (consumer) als auch als Bürger (citizen) gerecht werden zu können. Dachte immer das wäre mein Auftrag lt. Schulgesetz. Muss ich genauso wie @bernd im Gegensatz zu anderen Foristen wohl falsch verstanden haben.

          Der Irrsinn der heute die KLP durchzieht ist doch, dass die SuS in erster Linie auf ihre Rolle als Teil des Wirtschaftslebens – nämlich der als gut zu adaptierende Anbieter der eigenen Arbeitsleistung aka human recource – konditioniert werden sollen.

          Dass die Rolle des Konsumenten als teil des Wirtschaftslebens über die des Anbieters von Arbeitsleistung hinaus gehen könnte, scheint die Vorstellungen vieler zu sprengen.

          Noch schlechter sieht die Vorbereitung auf die Teilhabe am gesellschaftlichen Leben aus; und einige hier wollen diese auch noch komplett abschaffen.

          Bilden wir demnächst nur noch „Funktionsäffchen“ aus, die ihre Arbeitskraft bei einer Arbeitsvermittlung zu Markte tragen müssen? Alles andere bleibt den GY vorbehalten, die wie in den 60ern allenfalls 20% – besser noch max. 15% – eines Jahrganges auf Studiengänge der klassischen Fakultäten vorbereiten.

          Ingenieurwissenschaften zurück an die Ingenieurschulen und BWL zurück an die HöHa, dafür aber wieder Graecum, Hebraeicum und natürlich das unverzichtbare Latinum sowie ggf. eine Fremdsprache neueren Datums.

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