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Gemeinschaftsschule droht in Berlin zum Streitthema zu werden

BERLIN. Erst kürzlich hatten Bildungsforscher den Berlin Gemeinschaftsschulen ein gutes Zeugnis ausgestellt. Bildungssenatorin Sandra Scheeres willl nun prüfen, ob die Schulform im Land gesetzlich verankert werden soll. Bei den anderen Parteien stößt sie überwiegend auf Zustimmung. Die CDU allerdings sorgt sich um die Gymnasien.

Berlin sollte nach Ansicht der Linken deutlich mehr Gemeinschaftsschulen bekommen. Es sei wissenschaftlich belegt, dass der Bildungserfolg an diesen Einrichtungen weniger stark von der sozialen Herkunft abhänge als an anderen Schultypen, argumentierte die Abgeordnete Regina Kittler am Donnerstag im Parlament. «Viel mehr Schüler schaffen einen Abschluss.» An Gemeinschaftsschulen werden Kinder von der ersten Klasse bis zum Abschluss nicht in Leistungsgruppen aufgeteilt. Das Konzept wird in Berlin noch getestet, es gibt 26 Schulen. Schulsenatorin Sandra Scheeres (SPD) will eine gesetzliche Verankerung der neuen Schulform prüfen.

Grünen und Piraten schlossen sich der Forderung nach einer Ausweitung an. «Schüler in Gemeinschaftschulen bringen wesentlich bessere Leistungen», sagte Piraten-Fraktionschef Martin Delius. Auch der SPD-Bildungsexperte Lars Oberg sprach sich für mehr Gemeinschaftsschulen aus – das Engagement müsse aber von den Schulen selbst kommen. Die CDU-Abgeordnete Hildegard Bentele befürwortete eine Schullandschaft mit unterschiedlichen pädagogischen Konzepten. Der Ausbau der Gemeinschaftsschulen müsse freiwillig vonstatten gehen. Die Linke, kritisierte Bentele, bekämpfe die Gymnasien, um die Gemeinschaftsschule flächendeckend durchzusetzen. (dpa)

zum Bericht: Scheeres will Institutionalisierung der Gemeinschaftsschulen prüfen

2 Kommentare

  1. Milch der frommen Denkungsart

    Eigentlich müßte man glauben, daß die Verfechter der Gemeinschaftsschule, die doch sonst das Hohelied von Vielfalt und Diversität singen, die Konkurrenz des Gymnasiums nicht zu fürchten brauchten, zumal man ja von dessen Unterlegenheit im „Kampf der Systeme“ überzeugt ist.
    Deshalb will ich mich nun auch nicht über Herrn Vieluf verbreiten, der bereits in der Vergangenheit als Studien- leiter bildungssystematischer Erhebungen eine zumindest fragwürdige Rolle gespielt hat, oder über die mehr als mäßigen Resultate, die dieser vermeintliche Stein der Weisen in Baden-Württemberg bislang präsentiert, son- dern einen Appell an den „Sportsgeist“ der Gemeinschaftsschuljünger richten, gesundem Wettbewerb anstelle von Uniformismus Raum zu geben und keine ideologisch durchtränkte Zwangseinladung zu betreiben.

  2. Bei dem Wähleranteil, den Grüne und Linke in Berlin haben, wäre es ungeheuerlich, wenn die von diesen Parteien bevorzugte Schulform nicht Regelschule wäre. Aber da entsteht das Problem der Kosten. In BW wird für die Gemeinschaftsschule deutlich mehr Geld ausgegeben als für die anderen Schulformen, hört man. Wie viel Geld bliebe in Berlin dann noch für die anderen Schulen übrig?

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