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GEW zum Berufsbildungsbericht: „Endlich Augenmerk auf Qualität der Ausbildung richten!“

FRANKFURT/MAIN. „Die Qualität der Ausbildung ist gerade in den Branchen, die über Besetzungsprobleme klagen, besonders verbesserungsbedürftig. Qualitäts-Fragen muss der Berufsbildungsbericht künftig genauer analysieren, statt auf ‚Matching-Probleme‘ hinzuweisen – ein junger Begriff für ein altes Problem: Die Arbeitgeber sind nach wie vor gefordert, neben einer qualitativ hochwertigen Ausbildung auch klare Beschäftigungs- und Aufstiegsperspektiven für Ausgebildete anzubieten“, sagte Ansgar Klinger, für berufliche Bildung und Weiterbildung verantwortliches Vorstandsmitglied der Gewerkschaft Erziehung und Wissenschaft (GEW), am Mittwoch mit Blick auf den Berufsbildungsbericht 2016. Das Bundeskabinett hat den Bericht, der sich mit der Ausbildungssituation 2015 sowie den berufsbildungspolitischen Maßnahmen und Programmen auseinandersetzt, heute verabschiedet.

Darüber hinaus sollte die Expertise nicht nur die berufliche Qualifizierung der 1,4 Millionen jungen Menschen im dualen System betrachten, sondern auch die fast 400.000 Lernenden in den wachsenden Berufen des Erziehungs-, Gesundheits- und Sozialwesens in den Blick nehmen, betonte Klinger: „Der Berufsbildungsbericht muss endlich die veränderte Ausbildungsrealität wiederspiegeln. In diesem Berufsfeld gibt es Personalmangel. Bisher steigen überwiegend Frauen in diese Berufe ein.“

„Die Zahlen des Berichts verdeutlichen, dass wir dringend eine Ausbildungsgarantie brauchen“, unterstrich Klinger: Die Zahl der Anfänger im sogenannten „Übergangsbereich“ sei weiter gestiegen, zuletzt auf 270.000 junge Menschen. Mit einem weiteren Zuwachs sei zu rechnen. „Das dürfen wir genauso wenig hinnehmen wie die Tatsache, dass mehr als 1,3 Millionen junge Erwachsene zwischen 20 und 29 Jahren keinen Berufsabschluss haben.“

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