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„Mein Kampf“ im Unterricht? Knobloch stellt sich vehement dagegen

MÜNCHEN. Eigentlich wollte sich der bayerische Landtag heute mit der Verwendung von „Mein Kampf“ im Unterricht befassen. Seit Anfang des Jahres ist die vielbeachtete kritische Ausgabe von Hitlers Hetzschrift auf dem Markt, rund 55.000 Exemplare sind bislang verkauft. Charlotte Knobloch, ehemalige Präsidentin des Zentralrats der Juden in Deutschland, hat sich vehement gegen einen Einbezug in den Unterricht ausgesprochen. Die Frage wird den Landtag aber nun wohl erst am 10. Mai beschäftigen.

Charlotte Knobloch, hat Pläne für die Verwendung der kommentierten «Mein Kampf»-Ausgabe im Schulunterricht scharf kritisiert. «Ich halte Hitlers antisemitisches Machwerk des Hasses nicht für einen geeigneten Baustein für den Unterricht», sagte die Präsidentin der Israelitischen Kultusgemeinde München und Oberbayern. «Ich mag mir nicht ausmalen, was geschieht, wenn der Pausengong ertönt, ehe die Auseinandersetzung mit und die Aufklärung über die menschenverachtenden Inhalte abgeschlossen ist.»

 Darüber ob die kritische Edition von „Mein Kampf“ im Unterricht verwendet werden soll, gehen die Meinungen weit auseinander. Foto: Institut für Zeitgeschichte

Darüber ob die kritische Edition von „Mein Kampf“ im Unterricht verwendet werden soll, gehen die Meinungen weit auseinander. Foto: Institut für Zeitgeschichte

Der bayerische Landtag wollte sich am Donnerstag in seiner Plenarsitzung mit der Frage befassen, ob und wie die kritische Ausgabe in Schulen und anderen Bildungseinrichtungen genutzt werden kann. Der Tagesordnungspunkt wurde aber entgegen der Planung aus Zeitgründen nicht aufgerufen und soll nun voraussichtlich am 10. Mai behandelt werden. «Ich würde mir wünschen, dass der Landtag zu der Entscheidung gelangt, „Mein Kampf“ nicht als geeignete Materie für den schulischen Gebrauch zu empfehlen», sagte Knobloch. Sie hatte das Projekt der kommentierten «Mein Kampf»-Ausgabe des Instituts für Zeitgeschichte (IfZ) von Anfang an entschieden abgelehnt – im Gegensatz zum Zentralrat.

Der Präsident des Zentralrats der Juden in Deutschland, Josef Schuster, erklärte zur Veröffentlichung der kommentierten Ausgabe: «Ich hoffe, dass das Institut für Zeitgeschichte mit der wissenschaftlichen Einordnung und Erläuterung des Textes dazu beiträgt, die menschenverachtende Ideologie Hitlers insgesamt zu entlarven und Antisemitismus entgegenzuwirken.» (dpa)

• zum Bericht: Streit um «Mein Kampf»: Philologen wollen eine kritische Ausgabe für jede weiterführende Schule

Ein Kommentar

  1. «Ich mag mir nicht ausmalen, was geschieht, wenn der Pausengong ertönt, ehe die Auseinandersetzung mit und die Aufklärung über die menschenverachtenden Inhalte abgeschlossen ist.»

    In der Schule wird man schwerlich das gesamte Buch durcharbeiten können, sondern lediglich die prägnantesten Auszüge, wofür man das Buch an sich nicht braucht. Daher halte ich das zitierte Argument gegen das gesamte Buch für Unsinn.

    À propos Menschenverachtung: http://tinyurl.com/jreuo56

    Zitat daraus: „Was auch kommen mag, fest steht nach Ansicht von BERLINER TAGESZEITUNG – Berliner Tageblatt bereits jetzt, die aktuell rücksichtslos menschenverachtenden Kriegshandlungen Israels haben seinem Ansehen als achtbar zivilisiertem Staat, im Gefüge des internationalen Staatenbundes, auf Jahrzehnte geschadet“

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