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Ministerin Köpping: Deutschland ist mit dem Integrationsgesetz ein Einwanderungsland

DRESDEN. Kaum ein Wort wird derzeit so häufig benutzt wie Integration. Viele sehen darin eine viel größere Aufgabe als die Unterbringung von Flüchtlingen. In Dresden gibt es jetzt eine Art Integrationsgipfel.

Sachsens Integrationsministerin Petra Köpping (SPD) fordert eine bessere Teilhabe von Flüchtlingen am gesellschaftlichen Leben. Das Integrationsgesetz der Bundesregierung sei dafür ein Meilenstein, sagte sie der Deutschen Presse-Agentur in Dresden. An diesem Montag und Dienstag ist die sächsische Landeshauptstadt Treffpunkt für die Integrationsbeauftragten von Bund, Ländern und Kommunen. «Die Themen reichen von Ausbildungs- und Arbeitsmarkt über die notwendige interkulturelle Öffnung der öffentlichen Verwaltung oder Vielfalt und Chancengleichheit im Bildungssystem. Zu wissen, wie andere Integration anpacken, was besonders gut funktioniert und wie man Hürden genommen hat, das hilft bei der eigenen Arbeit», sagte Köpping.

Die schwarz-rote Koalition in Berlin hatte sich unter anderem darauf verständigt, aus Bundesmitteln 100.000 neue Ein-Euro-Jobs für Migranten zu schaffen. Asylbewerber aus sicheren Herkunftsstaaten sind davon ausgeschlossen. Köpping hält es für wichtig, dass Betroffene auch dann einer solchen Tätigkeit nachgehen können, wenn die Entscheidung ihres Asylantrages noch nicht gefallen ist. «Das ist gut, denn das Schlimmste ist immer das lange Warten, ohne Aufgabe, ohne sich einbringen zu können», sagte sie.

Der Erfolg von Integration wird auch daran gemessen, inwieweit es gelingt, Migrantinnen und Migranten in Ausbildung oder in den Arbeitsmarkt zu bringen.

Köpping forderte den Bund auf, jetzt schnell für ein ausreichendes Angebot an Integrationskursen zu sorgen. Mit dem Integrationsgesetz habe sich die Bundesregierung zur Einwanderung bekannt. Auf der Dresdner Konferenz werde die Teilhabe von Flüchtlingen in allen Bereichen der Gesellschaft im Mittelpunkt stehen: «Auf der Konferenz treffen sich die Praktiker zum Erfahrungsaustausch.» Die Ministerin verwies auf Erfahrungen aus Sachsen: «Es ist wichtig, die Akteure miteinander zu vernetzen. Dafür haben wir das Verbändegespräch Integration ins Leben gerufen, zu dem wir halbjährlich die Praktiker einladen und uns über einen thematischen Schwerpunkt austauschen.»

Nach den Worten von Köpping soll das mit 34,4 Millionen Euro ausgestattete sächsische Integrationspaket dazu dienen, die Vernetzung aller Akteure auf kommunaler Ebene voranzutreiben: «Wir liefern wichtige Bausteine für regionale Kompetenzzentren, die entstehen können. Bei den Ausländer- und Integrationsbeauftragten können sich die vom Bund finanzierten Bildungskoordinatoren und die vom Land getragenen Integrationskoordinatoren und Arbeitsmarktmentoren andocken. Der Vorteil ist, dass Informationen geteilt werden und Integration Hand in Hand passieren kann.» dpa

Zum Bericht: Flüchtlinge gegen Lehrermangel – Pilotprojekt startet mit 25 Teilnehmern

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