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Steinmeier lädt ein: Auswärtige Kultur- und Bildungspolitik stellt sich drei Tage lang vor

BERLIN. Straßenfußball und Stelzentheater, Sprachschulen und Stipendien – die deutsche Kulturpolitik im Ausland ist bunt und vielfältig. In Berlin lassen sich die Macher jetzt in die Karten gucken.

Präsentiert deutsche Kultur- und Bildungsprojekte: Frank-Walter Steinmeier. Foto: Stephan Roehl / Heinrich-Böll-Stiftung /  Wikimedia Commons (CC BY-SA 2.0)

Präsentiert deutsche Kultur- und Bildungsprojekte: Frank-Walter Steinmeier. Foto: Stephan Roehl / Heinrich-Böll-Stiftung / Wikimedia Commons (CC BY-SA 2.0)

«Theater auf Stelzen» heißt das Projekt, mit dem Wolfgang Hauck traumatisierten Kindern in einem Flüchtlingslager an der türkisch-syrischen Grenze hilft. «Das geht ganz archaisch – mit einfachen Holzstelzen und selbstgebastelten Trommeln aus Pappeimern», erzählt der 51-jährige Künstler und Theaterleiter aus dem oberbayerischen Landsberg am Lech. «Aber für die Kinder ist es eine wichtige Erfahrung, dass sie trotz allem, was sie erlebt haben, auch wieder in einem Alltagsleben ankommen, in dem es auch Spaß, Freude und Freunde gibt.»

Hauck gehört zu den Projektmachern, die das Auswärtige Amt von Mittwoch an zu seinem Forum «Menschen Bewegen» (13. bis 15. April) in Berlin erwartet. Drei Tage lang soll erstmals das gesamte Spektrum der auswärtigen Kultur- und Bildungspolitik vorgestellt werden. «Es geht darum, Kultur und Außenpolitik in einer aus den Fugen geratenen Welt gemeinsam mit unseren Partnern weiter zu entwickeln», sagte Außenminister Frank-Walter Steinmeier (SPD).

Zum Auftakt des Treffens kommen am Mittwoch (13. April) mehr als 300 Schüler, Lehrer und Schulleiter aus über 30 Ländern im «Weltsaal» des Außenministeriums zusammen. Sie vertreten die Partnerschul-Initiative PASCH, die Steinmeier 2008 ins Leben gerufen hat. Inzwischen werden in etwa 1800 Schulen weltweit rund 600.000 Schüler auf Deutsch unterrichtet. Dazu gehört etwa auch die Mittelschule in Donezk, die im Ukraine-Krieg beschädigt wurde und mit deutscher Unterstützung weiterarbeitet.

Die Schüler sind weltweit über eine Internetplattform miteinander vernetzt, für deutsche Unternehmen im Ausland gelten sie wegen ihrer Sprachkenntnisse als gefragte Mitarbeiter. In Berlin soll es im Gespräch mit deutschen Schülern auch um die Frage gehen, wie Bildungsbiografien über Länder und Kontinente hinweg zukunftsfähig sind.

In einer «Langen Nacht der Ideen» sammeln am Donnerstag mehr als ein Dutzend renommierte Berliner Kulturinstitutionen Vorschläge für eine grenzüberschreitende Kulturarbeit. Mit dabei sind etwa das Gorki Theater und die Berliner Festspiele, das Naturkunde- und das Technikmuseum, die Akademie der Künste und sogar der Club «Tresor».

Die Auswärtige Kulturpolitik sei mehr denn je auf Vermittler angewiesen, sagt der Leiter der Kulturabteilung im Ministerium, Andreas Görgen. «Wir als Verwaltung sind ja keine Kuratoren. Unser Job ist es, Kultur und Wissenschaft und Bildung als Freiräume zu begreifen zu schützen.»

Zum Abschluss werden die Ergebnisse bei einem bunten Publikumstag (15. April) in der Station Berlin am Gleisdreieck präsentiert. Zudem stellen Künstler und Experten in Workshops ihre Projekte vor. Neben dem «Stelzenlehrer» Hauck mit dabei etwa auch die bekannten Poetry Slammer Ken Yamamoto und Sebastian 23, der nigerianische Künstler Emeka Ogboh und – extra angereist – sein saudischer Kollege Abdulnasser Gharem, der sein Haus in Riad zu einem Freiraum für bedrängte Kollegen ausgebaut hat.

Wie breit die Palette der auswärtigen Kulturpolitik ist, zeigt dort nicht zuletzt die Initiative Discover Football. Sie startete im vergangenen Jahr ein Fußballfestival im Libanon, um jungen arabischen Frauen Strategien gegen Sexismus und Diskriminierung zu vermitteln. Zum Talk am Stand: Der frühere Fußballnationalspieler Gerald Asamoah. Von Nada Weigelt, dpa

Hier gibt es Details zum Programm.

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