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Appell von Wissenschaftlern: Bildungspolitiker aller Länder, lernt endlich voneinander!

BERLIN. Es ist wie der Kampf gegen Windmühlen: Die bundesweite Einführung des Schülerkerndatensatzes wurde bereits 2003 von der Kultusministerkonferenz (KMK) beschlossen. Bis heute wurde jedoch nur in wenigen Bundesländern mit der Umsetzung begonnen und die Daten werden für die Forschung in der Regel nicht zur Verfügung gestellt. Wissenschaftler appellieren jetzt eindringlich an die Bildungspolitiker, das zu ändern.

Dabei ist die Idee sehr sinnvoll. Anstatt dass jedes Bundesland jede Reform einzeln ausprobiert, Fehler möglicherweise 16-mal gemacht werden, könnte man wesentlich bessere Ergebnisse erzielen, wenn man Vergleiche zuließe. „Die systematische Bereitstellung von Daten zu den Erfolgen unterschiedlicher Ansätze und Konzepte der Bildungspolitik der Länder kann zur Verbesserung der Qualität und Leistungsfähigkeit des deutschen Bildungssystems beitragen“, heißt  es so auch in dem Gutachten „Mehr Transparenz in der Bildungspolitik“ des wissenschaftlichen Beirat beim Bundesministerium für Wirtschaft und Energie (BMWi), das Ende April vorgestellt wurde.

Wissenschaftler des Rats für Sozial- und Wirtschaftsdaten (RatSWD) stehen bereit, die Bundesländer bei der Etablierung entsprechender Infrastrukturen und bei der erforderlichen Umstellung der Datenaufbereitung zu unterstützen. Erfolge der Bildungssysteme der Bundesländer sollten transparenter kommuniziert werden.

Das föderale System in Deutschland bietet die Möglichkeit, aus der Erprobung unterschiedlicher Politikmaßnahmen im Bildungssystem über die Bundesländergrenzen hinaus zu lernen, sagt die Vorsitzende des RatSWD, Prof. Regina Riphahn, die federführend an dem Transparenzgutachten beteiligt war.

Die Schulpolitik der Bundesländer hat fürs kommende Schuljahr wieder einiges zu bieten. Foto: Dieter Schütz / pixelio.de

Zusammenarbeit Fehlanzeige. Die Bundesländer arbeiten in der Bildungspolitik ungern zusammen. Foto: Dieter Schütz / pixelio.de

Der wissenschaftliche Beirat des BMWi empfiehlt den Ländern einen transparenteren Umgang mit Informationen zu den Erfolgen ihrer Bildungspolitik. Dazu gehört u.a. die Bereitstellung von Schülerkerndatensätzen im Rahmen der Datenschutzvorgaben. Auch die uneingeschränkte Verwendbarkeit von Bundeslandindikatoren in allen verfügbaren Datensätzen inklusive der IQB-Ländervergleiche und dem Nationalen Bildungspanel (NEPS) würde zur Verbesserung der Transparenz beitragen.
Auch der RatSWD engagiert sich für einen besseren Zugang zu Bildungsdaten auf Länderebene -insbesondere für die Bereitstellung von Schülerkerndatensätzen durch die einzelnen Bundesländer. nin

Das vollständige Gutachten „Mehr Transparenz in der Bildungspolitik“ finden Sie hier:
http://www.bmwi.de/DE/Mediathek/publikationen,did=765102.htm

Der Rat für Sozial-und Wirtschaftsdaten (RatSWD)
ist ein unabhängiges Gremium von empirisch arbeitenden Wissenschaftlerinnen und Wissenschaftlern aus Universitäten, Hochschulen und anderen Einrichtungen unabhängiger wissenschaftlicher Forschung sowie von Vertreterinnen und Vertretern wichtiger Datenproduzenten. Er wurde 2004 vom Bundesministerium für Bildung und Forschung mit der Zielsetzung eingerichtet, die Forschungsdateninfrastruktur für die empirische Forschung nachhaltig zu verbessern und somit zu ihrer internationalen Wettbewerbsfähigkeit beizutragen. http://www.ratswd.de

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