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EKD-Präsident facht Debatte um Islam-Unterricht an

BERLIN. Der Ratsvorsitzende Evangelischen Kirche in Deutschland (EKD), Heinrich Bedford-Strohm wünscht sich einen flächendeckenden Islamunterricht an deutschen Schulen. Derzeit gleicht die Landschaft eher einem Flickenteppich.

Mit seinem Vorstoß hat Bedford-Strohm eine schon länger geführte Debatte neu angefacht. Obwohl seit Jahrzehnten muslimische Migranten und Flüchtlinge nach Deutschland kommen, gibt es für Islamkurse an staatlichen Schulen immer noch keine bundesweite Regelung.

Koran-Verteilung in München, EKD-Präsident Bedford-Strohm erhofft sich von flächendeckendem Islam Unterricht eine Immunisierung Jugendlicher gegen fundmentalistische Tendenzen. Foto: Metropolico.org / flickr (CC BY-SA 2.0)

Koran-Verteilung in München, EKD-Präsident Bedford-Strohm erhofft sich von flächendeckendem Islam Unterricht eine Immunisierung Jugendlicher gegen fundmentalistische Tendenzen. Foto: Metropolico.org / flickr (CC BY-SA 2.0)

Für die katholische Kirche in Deutschland teilte die Bischofskonferenz angesichts Bedford-Strohms Äußerungen mit, sie habe sich schon vor Jahren für einen islamischem Religionsunterricht «auf der Grundlage der entsprechenden Artikel des Grundgesetzes» ausgesprochen. «Die Experimente in verschiedenen Bundesländern, eine Art Islam-Kunde unterhalb des „Religionsunterrichts“ durchzuführen, bewerten wir je nach den vorliegenden Konzepten unterschiedlich», sagte der Sprecher der Bischofskonferenz, Matthias Kopp.

Um wie viele muslimische Schüler geht es in Deutschland?

Ihre Zahl ist durch den Flüchtlingsandrang der vergangenen Monate noch einmal sprunghaft angestiegen. Nach einer Studie der Deutschen Islam Konferenz (DIK) könnten rund 650 000 Schüler unter 18 Jahren am Islamunterricht öffentlicher Schulen teilnehmen, wenn es überall Angebote gäbe. Nach Schätzung der Kultusministerkonferenz der Länder (KMK) sind 20 bis 30 Prozent der zuletzt nach Deutschland gelangten Flüchtlinge Minderjährige im schulpflichtigen Alter, also 250 000 bis 300 000 – sehr viele davon Muslime aus Kriegs- und Krisenregionen.

Welche Länder bieten islamischen Religionsunterricht an?

Laut KMK Bayern, Baden-Württemberg, Hessen, Nordrhein-Westfalen, Niedersachsen und Rheinland-Pfalz, zudem das Saarland seit kurzem mit der Klassenstufe 1. Schwierig ist die Situation in den Ost-Ländern, die ihre Zurückhaltung gern mit der dort geringen Zahl von Muslimen begründen. In Berlin, Bremen und Brandenburg ist Religion an den Schulen generell kein festes Lehrfach und untersteht nicht staatlicher Aufsicht, wird also Kirchen und Religionsgemeinschaften überlassen. Und in Hamburg wird der Unterricht nicht getrennt nach Konfessionen erteilt, sondern als «Religionsunterricht für alle».

Was verspricht sich Bedford-Strohm von einer Ausweitung der Angebote?

Der Ratsvorsitzende der Evangelischen Kirche in Deutschland (EKD) sieht darin die beste Möglichkeit, Muslime immun zu machen gegen Fundamentalismus. Diesen Schüler müsse ermöglicht werden, sich mit den Traditionen ihrer Religion fundiert auseinanderzusetzen. «Sie können zugleich Neues über den Islam lernen – und das auf dem Boden des Grundgesetzes.» Diese Ansicht teilt Ismail Yavuzcan vom Tübinger Lehrstuhl Islamische Theologie. Der Ausbau des Unterrichts sei ein wichtiger Baustein, um «religiösem Analphabetismus» und dem Abgleiten in Extremismus vorzubeugen.

Wo liegt in der Praxis das Hauptproblem?

Auch das spricht Bedford-Strohm an: Die Islamverbände sollten wie die christlichen Kirchen den Religionsunterricht an den Schulen selbst verantworten. Dafür müssten jedoch «die Muslime in Deutschland sich so aufstellen, dass es klare Ansprechpartner für den Staat gibt». Denn nach wie vor haben die Bundesländer Probleme, anerkannte Religionsgemeinschaften für das Prozedere muslimischen Unterrichts zu finden. «Derzeit gibt es aus meiner Sicht keine zufriedenstellende Lösung», sagt der bayerische Kultusminister Ludwig Spaenle (CSU).

Wer organisiert denn derzeit den Islam-Unterricht?

Das ist in den Ländern unterschiedlich geregelt. Beispielsweise gibt es in Baden-Württemberg einen Projektbeirat Islamischer Religionsunterricht, dem Vertreter verschiedener Islamverbände angehören. Der grüne Ministerpräsident Winfried Kretschmann betont, der Staat mische sich nicht in die Inhalte des Religionsunterrichts ein, achte aber auf die Verfassungstreue der Lehrer. Die Südwest-CDU kritisiert, im Beirat sei auch die Islamische Glaubensgemeinschaft Baden-Württemberg vertreten. Unter deren Dach gibt es Vereine, die der Islamischen Gemeinschaft Milli Görüs angehören – und die wird vom Verfassungsschutz beobachtet.

Welche Kinder nehmen am Islamunterricht der Schulen teil?

Die Teilnahme ist freiwillig. Die Türkische Gemeinde in Deutschland hat den Eindruck, dass vor allem Kinder modern denkender Eltern zum Islamunterricht öffentlicher Schulen angemeldet werden. Sehr konservative Eltern schickten ihre Kinder dagegen nach wie vor eher zur religiösen Unterweisung in die Moschee, sagt der Bundesvorsitzende des Verbandes, Gökay Sofuoglu. Er fände es gut, wenn islamischer Religionsunterricht künftig an allen Schulen angeboten würde – allerdings erst wenn es genügend verfassungstreue deutschsprachige Lehrer gebe. Denn: «Der Islamunterricht sollte nicht aus dem Ausland importiert werden.» Auch der Autor Ahmad Mansour («Generation Allah») sagt, islamischer Religionsunterricht sei kein Allheilmittel. «Es gibt auch Islamlehrer, die ich für hochproblematisch halte.»

Wie ist es um die Ausbildung muslimischer Lehrer bestellt?

Angesichts von mehr als vier Millionen Muslimen in Deutschland – Tendenz: steigend – setzt der Bund die Förderung von Islamischer Theologie an fünf Hochschulstandorten fort. Die 2011/2012 an den Universitäten Tübingen, Münster, Osnabrück, Frankfurt/Main und Erlangen-Nürnberg gegründeten Zentren seien eine Erfolgsgeschichte, sagt Bildungsministerin Johanna Wanka (CDU). Von vornherein sollten Studierende dort nicht nur als Prediger ausgebildet werden, sondern auch für das Lehramt. (Werner Herpell, Anne-Beatrice Clasmann, dpa)

zum Bericht: Dreijahresstudie: Immer mehr junge Muslime wenden sich der Religion zu, immer mehr sind auch anfällig für radikale Botschaften

33 Kommentare

  1. mehrnachdenken

    Schon erstaunlich, worüber sich der EKD-Vorsitzende Gedanken macht.
    Die offensichtliche Verfolgung von Christen durch Moslems in den Aufnahmelagern scheint ihn und seinen katholischen Glaubensbruder nicht zu berühren.
    Und was unternimmt der deutsche Staat?
    Wie verhalten sich die Willkommens-Aktivisten?

    http://www.rolandtichy.de/daili-es-sentials/das-ist-eine-unertraegliche-situation/

    • mehrnachdenken

      Heute Abend bei Phönix gesehen:

      http://www.phoenix.de/content/phoenix/die_sendungen/diskussionen/1107715

      Diese Frau floh aus Paktistan und ist mittlerweile zum Christentum übergetreten. Sie wird seit Jahren mit dem Tod bedroht. Sie steht unter Personenschutz und ihr Wohnort ist geheim.

      • Wie kann diese Doku nur gegen die armen Muslime hetzen? Eine Frechheit. Der Frau wird doch nur angekündigt, dass sie irgendwann einmal sterben wird. Das ist keine Bedrohung, das ist Tatsache. Außerdem ist es eine Frechheit für den Steuerzahler, dass die Polizei die muslimischen Nachbarn vor dieser Frau schützen muss. Gut, dass der Wohnort geheim gehalten wird. Niemand darf wissen, wo eine solche Frau wohnt !!

        Schon schlimm, das wegen ein paar Id***en so ein Aufwand betrieben werden muss.

        • mehrnachdenken

          @xxx
          Wenn ich Ihre Einlassung richtig verstanden habe, stellen Sie vermutlich bewusst überzeichnend dar, wie Muslime die Thematik sehen könnten.
          Ich finde aber, dass polemische Überzeichnungen oder Spott – von welcher Seite auch immer – diesem wichtigen Thema die unbedingt notwendige Sachlichkeit nehmen.

  2. Geht’s noch mit Ihrer Islamophobie, oder tut sie schon weh? Laut Bericht haben wir 650.000 muslimische Schüler in Deutschland – und, äh, wieviele davon bedrohen Christen mit dem Tod?

    Genausogut könnte ich behaupten: Rechtsradikale (= Deutschstämmige) greifen muslimische Flüchtlinge an, also erklären „die“ Deutschen den Moslems den Krieg.

    Was wollen Sie, mehrnachdenken – Rache für die Unterdrückung und Verfolgung von Christen in einigen muslimischen Ländern und von militanten Islamisten? Sollen wir’s deshalb genauso mit Muslimen machen? Oder gilt bei uns die Religionsfreiheit? Nebenbei: Christen werden auch in China unterdrückt – ziehen wir deshalb auch gegen „die“ Chinesen zu Felde?

    • Bedrohen mit dem Tod ist selten – weit häufiger ist ständiges Unter-Druck-setzen, Ausstoßen aus der Familie, Enterben usw.

    • Worin sehen Sie bei den obigen Beiträgen Islamophobie?

    • Mit „Islamophobie“ lässt sich schön gegen Meinungsgegner hetzen, Bernd, genauso schön wie mit anderen angeblichen Phobien, die fehlende Sachargumente ersetzen. Und Hetze ist Ihnen nach Ihrer Selbstdarstellung doch fremd und ein Gräuel, oder? Dann seien Sie doch endlich so klug und schreiben weniger aggressiv gegen Andersdenkende! Ansonsten klingt Ihre dick aufgetragene Menschenfreundlichkeit doch sehr nach Heuchelei.

      Was die Sache betrifft: Keiner hier hat etwas gegen die Religionsfreiheit, aber bei einem Islam mit den Gesetzen der Scharia und dem intoleranten Gebot, gegen Andersgläubige mit Unterdrückung und Gewalt vorzugehen, sind Bedenken durchaus angebracht, sogar überfällig.
      Mir ist nicht bekannt, dass sich die Islamverbände jemals eindeutig von der Scharia distanziert und diese verurteilt hätten. Man bekennt sich brav zum Grundgesetz, doch wenn das Bekenntnis glaubwürdig sein soll, muss es Hand in Hand gehen mit der Absage an die Scharia. Beides verträgt sich nun mal nicht.

      • mehrnachdenken

        Sollte es stimmen, dass Christen, die vor dem islamischen Terror in Syrien und dem Irak flüchteten, hier wiederum Gewalt erfahren, erwarte ich selbstverständlich von den beiden großen Konfessionen eindeutige Positionierungen und vom Staat bzw. der Polizei die Verfolgung und ggf. Bestrafung der Täter. Auch die Islamverbände sollten sich dazu äußern.
        Bisher habe ich aber in dieser Hinsicht nichts gehört oder gelesen. Statt dessen werden AfD-Vertreter von der katholischen Kirche auf dem Kirchentag in Leipzig für unerwünscht erklärt. Gebietet nicht sogar der christliche Glaube, seine Feinde zu lieben? Nicht Nächstenliebe, dafür aber Ausgrenzung. Sieht so das christliche Selbstverständnis aus?

        Die Schilderung der pakistanischen Migrantin auf Phönix macht mich betroffen und wütend.
        Mir fällt sowieso auf, dass die ganz harte Islamkritik primär aus den eigenen Reihen der Muslime kommt, die wenig Verständnis für Merkels „Wir schaffen das“ und die Willenkommenskultur in diesem Land zeigen.

      • Haben Sie von den christlichen Kirchen schon mal eine Distanzierung vom Alten Testament gehört? Da heißt es zum Beispiel auch: „Wenn du [HERR] dies Volk in meine [Israels] Hände gibst, so will ich an ihren Städten den Bann vollstrecken [= alle Bewohner umbringen].“ Und der HERR hörte auf die Stimme Israels und gab die Kanaaniter in ihre Hand und sie vollstreckten den Bann an ihnen und ihren Städten. (4. Mose 21, 1-3)

        Tatsächlich ist das Alte Testament voll von Blut- und Gewaltgeschichten. Trotzdem ist die ganze Bibel für die Kirchen grundlegend. Gleichwohl käme niemand deshalb auf die Idee, Christen mit Terroristen gleichzusetzen. Auch wenn heute durchaus noch in Gottes Namen gemordet wird – beispielsweise durch christliche Milizen in Zentralafrika.

        Wenn aber hier nur mal das Stichwort „Islam“ auftaucht – und zwar im Kontext Unterricht, Bildung (!) – dann gehen wilde Bilder bei einigen hier im Kopf spazieren: „Eine Frau, die aus Pakistan floh“, „ständiges Unter-Druck-setzen“, „Ausstoßen aus der Familie“, „Enterben“ – sorry, für mich sind solche Assoziationen das klassische Symptom einer Angststörung (= Phobie).

        Dabei geht es beim islamischen Religionsunterricht doch gerade darum, den Radikalen den geistigen Nährboden zu entziehen, die Dummheit nämlich.

        Nebenbei: Die meisten Opfer von Islamisten sind Muslime, nicht Christen.

        • „Der geistige Nährboden…, die Dummheit nämlich“, müsste so manchem entzogen werden, insbesondere jenen, die meinen, Dummheit wohne nur in anderen Köpfen und nicht dem eigenen.

  3. Ich favorisiere einen Ethikunterricht oder wie man ihn nennen mag, in dem alle wesentlichen Religionen und Weltanschauungen besprochen werden.

    Alles andere / zusätzliche sollte dann privat sein.

    • Diesen Ethikunterricht gibt es ja, Eltern und Schüler wählen, wo sie teilnehmen wollen. Auch im Religionsunterricht – an den Schulen, die ich kenne, jedenfalls – wird in aller Regel glaubensneutral unterrichtet und über alle Religionen informiert, schon allein deshalb, weil Religionslehrer meist ihrer Kirche distanziert gegenüberstehen. Was fehlt Ihnen noch?

    • Religionen sind religiöse Weltanschauungen. Außerdem gibt es noch viele nichtreligiöse Weltanschauungen, wie zum Beispiel Agnostizismus (Bekenntnis, nichts z.B. über Gott oder Leben nach dem Tod zu wissen), Atheismus, Atomismus (hierzu bekannten sich z.B. der frühere Bundeskanzler Helmut Schmidt nebst Frau).

  4. Wenn das so ist, fehlt mir nichts. 😉

  5. Jeder Religionsunterricht muss – außerschulisch – kontrolliert werden!

    Nach dem Ende des Zweiten Weltkriegs hatte die katholische Kirche massiv auf die Gründungsmütter und -väter des Grundgesetzes eingewirkt, neben Gottesbezug und Kirchensteuern auch noch den Religionsunterricht an öffentlichen Schulen ins Grundgesetz aufzunehmen.
    Mittlerweile gelten diese Rechte – nach dem Ergebnis einer Doktorarbeit – als „verfassungswidrige Verfassungsrechte“, da sie in einem unüberbrückbaren Gegensatz zu anderen Grundgesetzartikel stehen, z.B. zur Weltanschauungsneutralitätspflicht.
    Es ist jedoch z.B. praktisch unmöglich, allen der vielen religiösen und nichtreligiösen Weltanschauungen jeweils ihren eigenen speziellen Weltanschauungsunterricht zu geben, egal ob z.B. christlich, islamisch oder atheistisch!
    Weltanschauungsunterricht darf und soll jedoch in außerschulischen Weltanschauungsgebäuden unter staatlicher Kontrolle menschenrechtskonform stattfinden.
    Um religiösem Extremismus vorzubeugen, soll inner- und außerschulisch zur Pflicht gemacht werden, wahrheitsgemäß zu vermitteln, dass sämtliche so genannte „Glaubenswahrheiten“ unbewiesen sind!

    • Es gibt nicht nur religiöse Glaubenswahrheiten. Sie existieren auf fast allen Gebieten und gehören zum täglichen Leben. Ihr erster und letzter Satz könnten z.B. auf die Politik bezogen werden und so lauten:

      „Jeder Unterricht in politischer Bildung muss – außerschulisch – kontrolliert werden!“

      „Um politischem Extremismus vorzubeugen, soll inner- und außerschulisch zur Pflicht gemacht werden, wahrheitsgemäß zu vermitteln, dass sämtliche so genannte ‚Glaubenswahrheiten‘ unbewiesen sind!“

      Frau Merkels Satz „Wir schaffen das“ ist bestes Beispiel für eine unbewiesene Glaubenswahrheit. Nach Ihrer Logik dürfte er im Unterricht also nicht auftauchen.
      Glaubenswahrheiten zu verbannen hört sich einleuchtend an, ist aber lebensfremd. Auch Sie, Herr Moysich, stecken garantiert voller Glaubenswahrheiten, auch wenn diese nicht religiöser Natur sind.
      Kein Mensch lebt ohne sie.

    • „dass … Glaubenswahrheiten unbewiesen sind“, ist elementare Logik. Andernfalls hieße es „Tatsache“. Dazu braucht man keine staatliche Kontrollstelle. Es genügt, im Reli-Unterricht zuzuhören, dort erfährt man das nämlich.

  6. Ich erinnere mich an den vor Jahren eskalierenden Streit, ob Kreuze in einem Klassenzimmer hängen müssen oder nicht. Was ist mit dem Passus „christliche Gemeinschaftsschulen“, die in den Schulgesetzen verankert ist? Ganz neutral ohne Wertung frage ich mich: Muss dieser dann geändert werden, wenn die Tendenz dahin geht, den Religionsunterricht von anderen Glaubensgemeinschaften in der Schule zuzulassen?
    Was ist dann mit anderen Glaubensgemeinschaften? Z.B. gibt es immer wieder Schüler, die Zeugen Jehowas sind oder der Freikirche angehören.
    Der Vorteil, den islamischen Unterricht in Schulen zu bringen, ist, dass man ihn u.U. besser staatlich kontrollieren kann und nicht abgeschottet in Moscheen stattfindet.

    • Der Passus “christliche Gemeinschaftsschulen”, der in manchen Schulgesetzen verankert ist, muss natürlich gestrichen werden. Das Bundesverfassungsgericht hat im letzten Jahr betont, dass wegen der Verpflichtung des Staates zur Weltanschauungsneutralität auch das Christentum nicht bevorzugt werden darf.
      Ich finde, es sollte für alle Schüler das Fach Weltanschauungskunde statt Religionsunterricht geben. In ihm könnten sich die Schüler über die verschiedensten religiösen und nichtreligiösen Weltanschauungen informieren. Bei näherem Interesse könnten sie sich dann außerschulisch in der jeweiligen Weltanschauung in derem Gebäude (und unter staatlicher Kontrolle) vertiefen.

      • Na ja, so einfach wird das nicht gehen, so lange der Staat die Kirchensteuer einzieht.

      • „Weltanschauungskunde“ ??? Was soll das denn für ein monströses Fach sein?

        • je nach Bundesland ist das Religion, Ethik, gesellschaftslehre o.ä..

        • In diesem Pflichtfach „Welanschauungskunde“ könnten sich die Schüler über die verschiedensten religiösen und nichtreligiösen Weltanschauungen informieren.
          Bei näherem Interesse könnten sie sich dann außerschulisch in der jeweiligen Weltanschauung in derem Gebäude (und unter staatlicher Kontrolle) vertiefen.

          • Würden Sie denn für die Festlegung der angemessenen und neutralen Art und Weise, wie diese Information stattfindet, und für die Organisation der staatlichen Kontrolle zur Verfügung stehen?

  7. @Pälzer

    Für die von Ihnen angesprochenen Tätigkeiten gibt es wohl jüngere und gesündere Religionswissenschaftler und Philosophen (meines Wissens gibt es leider noch keine Weltanschauungswissenschaftler). Aber ich könnte beratend mithelfen.
    Zunächst mache ich mich (neben Leserbriefen und Kommentaren) ans Werk, über eine Verfassungsbeschwerde zu versuchen, alle religiösen Bevorzugungen aus dem Grundgesetz entfernen zu lassen.
    Und hineinkommen sollte der Passus „Religiöse und nichtreligiöse Menschen sind gleichberechtigt“. Wenn es Frauen geschafft haben, ihre Gleichberechtigung mit den Männern im Grundgesetz festzuschreiben, sollte es auch möglich sein, dass dies auch nichtreligiösen Menschen gelingt.
    Außerdem werde ich darum bitten, dass z.B. über eine Weltanschauungsbehörde alle Ungleichbehandlungen aus Bundes- und regionalen Gesetzen verschwinden.

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