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Erwachsenenbildung: Bayern-SPD will Kursinhalte künftig politisch definieren

MÜNCHEN. Das bayerische Gesetz zur Erwachsenenbildung soll reformiert werden. Nach dem Willen der SPD-Fraktion im Landtag soll sich die Förderung künftig stärker auf Kurse von gesellschaftlichem Interesse konzentrieren. Grundsätzlich stößt der Vorstoß beim Kultusministerium auf offene Ohren.

Die SPD im Landtag fordert eine Verdoppelung der finanziellen Mittel für die Erwachsenenbildung im Freistaat. «Wir brauchen eine deutlich höhere Grundförderung», sagte Bildungspolitikerin Kathi Petersen. Derzeit liege die Fördersumme bei 19,8 Millionen Euro. Grundsätzlich müsse die Finanzierung stärker vom Staat geschultert werden – und weniger von klammen Kommunen. Das Kultusministerium begrüßt den Vorstoß, die Förderung von Erwachsenen weiterzuentwickeln.

Weniger Batik und Selbstverwirklichung, dafür mehr gesellschaftlich wünschenswerte Angebote in der Erwachsenenbildung. Das wünscht sich Bayerns SPD. Foto: inna dee / flickr (CC BY 2.0)

Weniger Batik und Selbstverwirklichung, dafür mehr gesellschaftlich wünschenswerte Angebote in der Erwachsenenbildung. Das wünscht sich Bayerns SPD. Foto: inna dee / flickr (CC BY 2.0)

Wichtig ist laut Petersen, dass die Förderung sich auf Kurse von gesellschaftlichem Interesse konzentriert. Die Angebote müssten auf Herausforderungen wie Integration, Inklusion, Globalisierung und Digitalisierung reagieren. Dazu dürfe die Fördersumme nicht wie bisher davon abhängig sein, wie viele Teilnehmer einen Kurs besuchen. Derzeit sei es egal, «ob es sich um gesellschaftlich besonders wünschenswerte Angebote wie Alphabetisierungskurse oder politische Bildung handelt, oder um Origami- und Batik-Kurse», sagte Petersen.

Kursinhalte sollten künftig politisch definiert werden. Als wünschenswert nannte die Sozialdemokratin etwa politische und gesellschaftliche Bildung. Durch derlei Aufklärung könne etwa verhindert werden, dass islamfeindliche Bewegungen wie Pegida weitere Anhänger finde.

Die Erwachsenenbildung in Bayern wird durch ein 1974 verabschiedetes Gesetz geregelt. Ende 2015 haben sich die Abgeordneten aller Landtags-Fraktionen dafür ausgesprochen, es in der kommenden Legislaturperiode zu reformieren.

Das Kultusministerium begrüßt den Vorstoß der Fraktionen grundsätzlich, wie es einer Mitteilung hieß. Es betonte jedoch auch, Erwachsenenbildung müsse Menschen umfassend bilden und dürfe sich nicht darauf beschränken, Wissen und Kenntnisse zu vermitteln. «Erwachsenenbildung und deren Förderung darf sich nicht auf politische Themen beschränken.»

Ein von der SPD in Auftrag gegebenes Gutachten kommt zu dem Ergebnis, dass Erwachsenenbildung bislang vor allem jenen Menschen dient, die ohnehin gute Voraussetzungen mitbringen. Die Chance auf Teilhabe steige etwa mit der Schulbildung sowie für Erwerbstätige, für Menschen unter 60 oder mit dem Einkommen. (dpa)

• zum Bericht: Nur noch betriebsbezogene Fortbildungen: Diskussion um Bildungsurlaub entbrennt erneut

Ein Kommentar

  1. Die Bezahlung der Dozenten wird sicherheitshalber nicht erwähnt …

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