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Freie Schule will wegen Lehrermangels schließen – Schulamt: Zu wenig Schüler

Eine evangelische Sekundarschule im Landkreis Harz muss voraussichtlich wegen Lehrermangels schließen. Das Landesschulamt habe am Donnerstagabend von den Plänen erfahren, sagte eine Sprecherin des Landesschulamts am Freitag in Halle. Sie bestätigte einen Bericht der «Magdeburger Volksstimme» vom selben Tag. Der Vorstand der evangelischen Johannes-Schulstiftung, Michael Bartsch, sagte der Zeitung: «Wir sind tieftraurig, aber alle Anstrengungen zur Gewinnung von Lehrkräften waren vergebens.» Die Schule könne die Unterrichtsversorgung nicht mehr gewährleisten.

Das Landesschulamt sieht unterdessen die fehlenden Lehrer nicht als einzige Ursache für die geplante Schließung. Es gebe auch zu wenig Schüler an der Sekundarschule – 64 wären es im kommenden Schuljahr. Für öffentliche Schulen im ländlichen Raum gelte eine Mindestschülerzahl von 180, sagte eine Sprecherin. Darunter sei eine Schule kaum wirtschaftlich zu betreiben. Es wären sonst beispielsweise zu viele Teilzeitkräfte nötig, um auch Fächer wie Physik abdecken zu können. Wenn dann die Bezahlung noch schlechter sei als an staatlichen Schulen, gebe es Probleme, Lehrer zu finden.

Die 64 Schüler, die im kommenden Jahr die Evangelische Sekundarschule Hedersleben besucht hätten, könnten an öffentlichen Schulen weiter unterrichtet werden oder an andere freie Schulen wechseln, hieß es weiter aus dem Landesschulamt. Im kommenden Schuljahr würden zwölf Schüler die zehnte Klasse absolvieren – laut der Aussage der Schule gebe es für sie die Möglichkeit, im Klassenverbund an der Evangelischen Sekundarschule Magdeburg oder Haldensleben die Schule zu beenden.

In Sachsen-Anhalt fehlen Lehrer. Das Land hat zahlreiche Stellen ausgeschrieben. Die Pädagogen werden an staatlichen Schulen verbeamtet und in der Regel besser bezahlt als an privaten Schulen. dpa

2 Kommentare

  1. Viele Privatschulen (Ausnahmen bestätigen die Regel) zahlen 1/4 bis 1/3 weniger Gehalt als öffentliche Schulen. Wer kann, geht in den öffentlichen Dienst. Das ist ja auch verständlich!

    • Kirchliche Schulen sind in der Regel (staatliche) Ersatzschulen. Das heißt, sie haben eben keinen kommunalen sondern einen kirchlichen Schulträger. Der Unterschied zwischen staatlichen Schulen und Ersatzschulen ist, dass die Ersatzschulen allenfalls 94% ihres Budgets aus öffentlichen Kassen erhalten, also ein Teil der Kosten über Zuwendungen der Eltern aufgebracht werden muss. Dabei werden die Personalkosten der staatlich anerkannten Ersatzschulen vom jeweiligen Bundesland getragen. D.h. das Bundesland überweist die Lohnsumme an die jeweilige Landeskirche, deren Landeskirchenschulamt dann die Entgelte an die Lehrkräfte weiterreicht. Die Arbeitsverträge können eine von den Regelungen des ÖD abwweichende Arbeitszeitregelung enthalten. In NRW tragen die Beschäftigten an den Ersatzschulen die gleichen Amtsbezeichnungen wie die Kollegen an den öffentlichen Schulen – nur mit dem Zusatz i.E. (im Ersatzschuldienst). Ein Wechsel zwischen einer staatlich anerkannten Ersatzschule und einer staatlichen Schule ist möglich.

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