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Für Dschungelcamp-Dreh den Schuldienst geschwänzt? – Staatsanwaltschaft schaltet sich in Ermittlungen gegen Nathalies Mutter ein

HANNOVER. Weil sie – krank-gemeldet – ihre Tochter nach Australien begleitete, hatte die niedersächsische Landesschulbehörde ein Disziplinarverfahren gegen eine Soltauer Gymnasiallehrerin eingeleitet. Jetzt ruht das Verfahren einstweilen, der Frau droht möglicherweise Schlimmeres

Die Staatsanwaltschaft hat die Wohnung der Lehrerin durchsucht, die ihre Tochter zum RTL-Dschungelcamp nach Australien begleitete, während sie krankgeschrieben war. Auch die Praxen von zwei Ärzten der Lehrerin aus Soltau wurden durchsucht. Es werde wegen des Verdachts auf Gebrauch falscher Gesundheitszeugnisse ermittelt, sagte ein Sprecher der Staatsanwaltschaft Lüneburg zu entsprechenden Medienberichten. Die Ermittler hätten Reiseunterlagen und Krankenakten sichergestellt.

Im Dschungelcamp: Model Nathalie. Foto: RTL

Im Dschungelcamp: Model Nathalie. Foto: RTL

Der Anwalt der Lehrerin, Andreas Hebestreit, bezweifelte die Verhältnismäßigkeit des Ermittlungsverfahrens. «Ich habe das Gefühl, dass da mit Kanonen auf Spatzen geschossen wird», sagte er. Die Vorwürfe gegen seine Mandantin wies er als haltlos zurück.

Die Lehrerin hatte einen Antrag auf Urlaub bei ihrem Arbeitgeber eingereicht, um ihre Tochter Anfang des Jahres zu den Dreharbeiten für die RTL-Sendung «Ich bin ein Star – Holt mich hier raus» zu begleiten. Der Antrag wurde abgelehnt. Kurz darauf schrieben zwei Ärzte die Frau krank und sie trat die Reise nach Australien an.

Als das bekannt wurde, hagelte es Kritik von Elternvertretern. Die Landesschulbehörde stellte die Frau vom Unterricht frei, ein Disziplinarverfahren wurde eingeleitet. Die Mathelehrerin erhält nach Angaben ihres Anwalts derzeit weiter ihre vollen Dienstbezüge.

Das Disziplinarverfahren des Landes Niedersachsen ruhe nun solange, bis die Ermittlungen der Staatsanwaltschaft abgeschlossen seien, hieß es von der Landesschulbehörde. Ermittelt wird nach Angaben der Staatsanwaltschaft auch gegen die beiden Ärzte wegen Verdachts auf Ausstellung unrichtiger Gesundheitszeugnisse. (dpa)

zum Bericht: Den Schuldienst geschwänzt, um beim Dschungelcamp-Dreh in Australien dabei zu sein? Nathalies Mutter vom Unterricht freigestellt

6 Kommentare

  1. Diese Dame bringt einen ganzen Berufsstand in Verruf!

    „Die Lehrerin hatte einen Antrag auf Urlaub bei ihrem Arbeitgeber eingereicht, um ihre Tochter Anfang des Jahres zu den Dreharbeiten für die RTL-Sendung «Ich bin ein Star – Holt mich hier raus» zu begleiten. Der Antrag wurde abgelehnt. Kurz darauf schrieben zwei Ärzte die Frau krank und sie trat die Reise nach Australien an.“
    Jeder Referendar, der sich einen ähnlichen Fehler erlaubt, ist weg vom Fenster. Die Dame war sich bewusst, welche Konsequenzen kommen. Außerdem sollte die Dame wissen, dass Urlaub nur in der unterrichtsfreien Zeit genommen werden kann. Insbesondere wenn es weiter weg geht.

  2. Solche „Pädagogen“ sind ein echtes Problem für die Lehrerschaft, denn sie fördert zu ziemlich alle negativen Vorurteile gegen den ganzen Berufsstand, gegen die wir täglich mal mehr und mal weniger zu kämpfen haben.

    Raus mit der Frau aus dem Schuldienst!

    • diese Ärzte sind — sollte sich der Verdacht bestätigen — auch nicht besser. sie würden auch jeden anderen Arbeitnehmer oder Schüler krank schreiben, nur um den Urlaub günstiger oder länger zu machen.

      wenn die Lehrerin ein ansonsten unbeschriebenes Blatt ist, halte ich Rauswurf für übertrieben, eine dicke Abnahnung und Rückzahlung der Bezüge während des Auslandsaufenthalt muss es aber mindestens sein. für die Ärzte etwas ähnliches.

      • Es gab schon im „normalen“ Leben außerhalb des Beamtentums Kündigungen wegen erheblich weniger schlimmer Verstößen.

        Hier liegt doch Vorsatz mit Ankündigung (Urlaubsantrag) vor, was braucht man noch?

        • Dafür kommen Superreiche bei Steuerhinterziehung mit (für sie) lächerlichen Strafzahlungen davon, selbst wenn das juristisch maximal mögliche herausgeholt wird (180 Tagessätze sind für Einkommensmillionäre aufgrund ihrer Rücklagen lächerliches Kleingeld, für einen Sozialhilfeempfänger o.ä. existenzbedrohend).

          Die Ärzte, die dieses Spiel mitmachten, muss man viel härter bestrafen. Die wussten zum Zeitpunkt ihrer Unterschrift ganz genau, das die Lehrerin kerngesund war.

          • mehrnachdenken

            Gefälligkeitsatteste sind doch keine Ausnahme.
            Leider kann die charakterliche Eignung für den Lehrerberuf vorher wohl noch nicht überprüft werden.
            Ich sage nur: Ziel erreicht, lach. Die Tochter hat sich mittlerweile einen reichen Mann „geangelt“ oder war es umgekehrt?
            Egal, dass Geld und Publicity im Leben nicht schaden können, scheint die Mutter ihrer Tochter fürs Leben mitgegeben zu haben.

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