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Inklusion studieren!

Nebenberufliches Studium „Inklusion und Schule“ an der Universität Koblenz-Landau

Gisela S. unterrichtet seit vielen Jahren an einer Regelschule. Sie ist erfahren, routiniert und gerne Lehrerin. Noch nie hatte sie Bedenken, dass sie mit der Situation in ihrer Schulklasse überfordert sein könnte. Das ist auf einmal ganz anders: Seit dem neuen Schuljahr steht für ihre 8a der gemeinsame Unterricht von Kindern mit und ohne sonderpädagogischem Förderbedarf auf dem Plan. Sie ist richtig verunsichert und zwar auch deshalb, weil es viele kontroverse Meinungen zum Thema Inklusion gibt: So hat sie in der Zeitung gelesen, dass jetzt sogar Kinder mit Lernschwierigkeiten ans Gymnasium sollen. Sie findet: Da wird heftig polemisiert und auch Abwehr gegen ein Konzept erzeugt, dass sie grundsätzlich gut findet. Denn das gemeinsame Lernen, die Schule für alle und das Ende von Segregation oder Aussonderung ist ein Stück mehr Gerechtigkeit für alle Kinder und ein echter Fortschritt.

Natürlich haben sie in ihrer Schule vor der Umsetzung der Inklusion im Kollegium viel über die neue Situation diskutiert. Sie sind auch gemeinsam davon überzeugt, dass sie das schon hinbekommen werden. Alleine gelassen und etwas ratlos fühlt Gisela S. sich aber trotzdem. Wer ist mein Ansprechpartner, wie geht man mit solchen Schülern um?

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Die Situation von Gisela S. beschreibt exemplarisch die Situation vieler Lehrer/innen, die in ihrem Lehramtsstudium fachwissenschaftlich ausgebildet und in Fragen der Methodik und Didaktik geschult wurden. Auf die Herausforderungen, die der inklusive Unterricht mit sich bringt, hat das Lehramtsstudium jedoch nicht vorbereitet. Die Folge sind oft Unsicherheit, Ratlosigkeit und manchmal sogar Hilflosigkeit auf Seiten der Lehrenden, was nicht selten zu einer ablehnenden Haltung gegenüber der Forderung nach Inklusion führt.

Damit das Gelingen der Inklusion nicht bloß vom persönlichen Engagement Einzelner abhängt bzw. an den Vorurteilen und dem Widerstreben Anderer scheitert, bedarf es der Vermittlung einer ganzen Reihe von Kompetenzen. Erforderlich ist in erster Linie die Fähigkeit, seine eigenen Vorstellungen und Haltungen zu reflektieren. Man muss sich seiner Werte und Haltungen bewusst werden und sie vor dem Hintergrund vorhandener Konzepte zur Inklusion einschätzen können. Nötig sind überdies konkrete Handlungskompetenzen für die Bewältigung des Berufsalltags, der Arbeit mit den Schülerinnen und Schülern oder der Organisation des alltäglichen Unterrichts. Der neu entwickelte Studiengang „Inklusion und Schule“ der Universität Koblenz-Landau setzt genau hier an. Er schließt den Bildungsbedarf, der sich aufgrund der Forderung nach Umsetzung der Inklusionsthematik ergibt, worauf Lehrerinnen und Lehrer in ihrer Erstausbildung nicht oder nur unzureichend vorbereitet wurden.

Der Studiengang wurde in Zusammenarbeit zwischen dem Zentrum für Fernstudien und Universitäre Weiterbildung der Universität und dem Lehrgebiet „Heterogenität und Differenzierung“ von Professor Rödler als berufsbegleitendes Fernstudium konzipiert. Der Studienabschluss ist ein „Master of Arts“.

Schwerpunkte des Studiums sind unter anderem

  • Modelle und Konzepte der Gestaltung von Inklusion
  • Unterrichtsentwicklung und inklusive Didaktik
  • Politisch-rechtliche Rahmenbedingungen
  • Förderdiagnostik
  • Schulentwicklung

Das Fernstudium verbindet den Einsatz schriftlicher Lehrmaterialien mit Präsenzveranstaltungen und digitalen Bildungsmedien zu einem einzigartigen Lehr-/ Lernarrangement. Der Medienmix garantiert allen Studierenden ein hohes Maß an räumlicher und zeitlicher Flexibilität und schafft so den Raum für ein Lernen nach persönlichem Zuschnitt. Das oberste Ziel des Studiengangs ist dabei die Befähigung zur Gestaltung des Unterrichts nach inklusiven Gesichtspunkten und der Ausrichtung an einem entwicklungsorientierten Dialog.

Zulassungsvoraussetzung ist ein erster berufsqualifizierender Hochschulabschluss und eine einschlägige Berufserfahrung. Doch auch Berufspraktiker ohne Studium können mittels einer Eignungsprüfung zum Studium zugelassen werden.

Eine Einschreibung ist bis zum 15.09. möglich. Nähere Informationen zum Fernstudiengang Inklusion und Schule gibt es online unter
www.uni-koblenz-landau.de/de/zfuw/inklusion-und-schule

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