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„Jugend debattiert“: Schüler zeigen (nicht nur) Politikern, wie sich kultiviert streiten lässt

DÜSSELDORF. Richtiges Debattieren will gelernt sein – wie es geht, zeigten jetzt die Gewinner des Landesfinales „Jugend debattiert in Nordrhein-Westfalen“, die sich im Plenarsaal des Landtags den Fragen widmeten „Sollen zugewanderte Kinder und Jugendliche für eine demokratische Grundbildung eigenen schulischen Rechtskundeunterricht erhalten?“ (Klasse 8-9/10) und „Soll auch für anerkannte Flüchtlinge eine Wohnsitzauflage eingeführt werden?“ (Jahrgang 10/11-13). Jugend debattiert heißt das große Schulprojekt mit Unterrichtsreihe und Wettbewerb, zu dessen Bundesfinale sich die vier jungen Redner jetzt qualifiziert haben – wie zuvor schon Schüler aus zehn weiteren Bundesländern.

Engagiert bei der Sache: Teilnehmer des Bundesfinales 2015. Foto: Jugend debattiert

Engagiert bei der Sache: Teilnehmer des Bundesfinales 2015. Foto: Jugend debattiert

„Genau zuhören und andere Meinungen respektieren sind wichtige Fähigkeiten in Schule, Arbeitswelt und Gesellschaft. Im Debattentraining kann das jeder lernen. Es verbessert nicht nur kommunikative Fähigkeiten, sondern stärkt auch die Persönlichkeit“, zeigt sich Frank J.-Weise, Vorstandsvorsitzender der Hertie-Stiftung, vom Projekt überzeugt, das der Bundespräsident vor 16 Jahren initiierte. Dabei helfen klare Regeln: Pro Debatte vier Schüler, eine Streitfrage, 24 Minuten Dauer. Inhalte und Argumente zum Thema müssen sitzen, denn wer Pro oder Contra vertritt, wird erst kurz vor dem Wettbewerb ausgelost.

Fast 40.000 Schülerinnen und Schüler von 207 Schulen haben sich im laufenden Schuljahr in Nordrhein-Westfalen im Rahmen einer Unterrichtsreihe an „Jugend debattiert“ beteiligt. Wettbewerbe fanden zuvor bereits auf Schul- und Regionalebene statt. Die beiden Debattensieger und die jeweils Zweitplatzierten vertreten NRW zunächst bei der Qualifikation zur Bundesebene in Berlin. Dort werden sich am 18. Juni 2016 dann die acht besten Debattanten aus ganz Deutschland im Bundesfinale gegenüberstehen.

Camilla Karnau von der Marienschule Münster überzeugte die Jury durch ihre eloquente Ausdrucksweise. Sie argumentierte eindrucksvoll für einen eigenen Rechtskundeunterricht für zugewanderte Kinder und Jugendliche. Johannes Stupperich vom Freiherr-vom-Stein Gymnasium, Hamm. konnte die Frage, ob für anerkannte Flüchtlinge eine Wohnsitzauflage eingeführt werden soll, für sich entscheiden. Als Preis erhalten alle vier Sieger ein fünftägiges intensives Rhetorik-Training, das sie gemeinsam mit den Siegern der anderen Länder auf die Bundesebene des Wettbewerbs vorbereitet.

NRW-Schulministerin Sylvia Löhrmann (Grüne) zeigte sich überzeugt vom Konzept: „Bei ‚Jugend debattiert‘ setzen sich Schülerinnen und Schüler seit über zehn Jahren mit aktuellen politischen Themen auseinander und lernen, sich eine eigene Meinung zu bilden. In diesem Jahr beschäftigen sich die Debatten mit den politischen und schulischen Herausforderungen und Chancen, vor die uns die Zuwanderung der zu uns geflüchteten Menschen stellt. Die Aufnahme dieses Themas in öffentlichen Debatten ist wichtig, denn die teilnehmenden Schülerinnen und Schüler sind auch Botschafterinnen und Botschafter ihrer Schule und tragen viel dazu bei, die Idee einer vielfältigen, solidarischen Gesellschaft in der Schule mit Leben zu füllen.“

Hier gibt’s Informationen zum Wettbewerb „Jugend debattiert“ – und die Chance, das Bundesfinale in Berlin zu erleben

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