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Kommentar: Es hat wenig Sinn, überall in den Schulen Tablets einzusetzen

Ein Gastkommentar von Florian Pfitzner/Neue Westfälische

BIELEFELD. Mit dem digitalen Wandel ist es wie dem Straßenverkehr: Man kann ihn gut finden oder nicht, Tatsache ist, er findet statt. Eltern und Lehrer sollten ein Interesse daran haben, dass ihre Kinder und Schüler lernen, sicher und selbstbestimmt in der digitalen Welt zurechtzukommen.

Im Landtag drängt nun die oppositionelle FDP-Fraktion darauf, die Medienkompetenz in den Schulen voranzubringen, fächerübergreifend, in den Lehrplänen verankert. Dabei sieht der Antrag die Digitalisierung als verlässlichen Indikator eines erfolgreichen Bildungssystems. Ganz so einfach ist das aber nicht. Gewiss sollte man die Vorteile der Technik nutzen; es ergibt allerdings wenig Sinn, nun überall Tablets einzusetzen. In der Schule geht es um den Erwerb grundlegender Kompetenzen, um informieren und recherchieren, um Urteils- und Sprachfähigkeit. Da braucht es häufig nur analoge Medien. Studien zeigen, dass die erhöhte Nutzung von Notebooks nicht per se bessere Schülerleistungen erzeugen. Vernetzte Computer können indes – einen kritischen Umgang vorausgesetzt – zu mehr Eigenständigkeit führen. Da reicht am Ende schon eine niederschwellige Ausstattung. Zumal die Wissensautorität des Lehrers abgenommen hat.

7 Kommentare

  1. In Teilen widerspricht sich der Kommentar. Einmal heißt es, „es ergibt allerdings wenig Sinn, nun überall Tablets einzusetzen.“ Dann heißt es aber wieder, „in der Schule geht es um den Erwerb grundlegender Kompetenzen, um informieren und recherchieren.“ Gerade für letzteres braucht es heute doch digitaler Tools und da wären Tablets gar nicht so schlecht.
    Es ist vollkommen klar, dass mit einem flächendeckenden Einsatz von Tablets nicht automatisch alles besser wird in unseren Schulen und es ist auch richtig, dass viele zu vermittelnde Kompetenzen noch immer ohne Tablet oder ähnlich vermittelt werden können. Woran Tablet Großprojekte in den USA etwa in der Regel gescheitert sind, das waren fehlende Unterrichtskonzepte und eine mangelnde Ausbildung der Lehrer.
    Tablets oder andere digitale Endgeräte in der Schule machen durchaus Sinn. Sie gehören zum Lernen heute dazu wie Heft und Stift. Es ist aber sehr wichtig, dass sie im Unterricht richtig eingesetzt werden, als Lernwerkzeug wie als Lerngegenstand. Und genauso wichtig ist es, die Lehrer entsprechend kompetent zu machen. Die nutzen mittlerweile zwar selbst im privaten Bereich wie in der Unterrichtsvorbereitung digitale Endgeräte. Doch leider ist das genauso wenig damit gleichzusetzen, dass sie dann auch damit Unterricht gestalten können, wie man erwarten kann, dass Schüler kompetent mit Smartphone, Tablet und ähnlich umgehen können, nur weil sie damit spielen, chatten und Videos schauen.

    • Es gibt keinerlei wissenschaftliche Belege, dass durch digitale Hilfsmittel besser gelernt wird. Warum sollten also so kostspielige Tools für jeden Schüler angeschafft werden?

      • Weil es dann deutlich weniger zu schleppen gibt, man zeitgemäße Information und Kommunikation nutzt und die Aktualisierung von Lehrinhalten dürfte einfacher und deutlich günstiger sein, als auf dem Weg des letzten Jahrtausends.

        • Studien sagen, dass beim Lernen mit E-Books schlechter gelernt wird, als mit konventionellen Büchern. Warum sollten sich Lehrer ihre ohnehin nicht einfache Aufgabe noch weiter erschweren?

          • Haben Sie eine Vorstellung davon, wie Unterricht heute in anderen Industriestaaten aussieht? Von Skandinavien über UK, über die USA, Kanada bis hin zu den Niederlanden, um von den Asiaten gar nicht erst zu sprechen – überall werden digitale Lernmedien selbstverständlich eingesetzt. In Korea zum Beispiel gibt’s gar keine gedruckten Schulbücher mehr. Und wir diskutieren hier allen Ernstes darüber, ob wir mit den ranzigen Ausleihexemplaren im real existierenden Schulalltag bildungsmäßig besser dastehen? Ist doch wohl ein Witz.

    • Die Schuld auf die mangelnden Unterrichtskonzepte zu schieben ist immer sehr einfach. Falls das Lernen mit den digitalen Medien nicht erfolgreich verläuft wird es immer schnell auf die falsche Umsetzung geschoben. Da machen es sich die Befürworter solcher Arbeitsgeräte sehr einfach. Vielleicht sollten sich diese einmal überlegen, wie man diese Dinge sinnvoll einsetzt, dann Unterrichtskonzepte erarbeiten und diese auch testen. Vielleicht gibt es aber gar keinen sinnvollen flächendeckenden Einsatz dieser Geräte. Vielleicht sind gerade Lehrer kompetent genug, um zu erkennen, dass diese Geräte keinen großen Mehrwert bieten, sondern bei flächendeckendem Einsatz ihre Schüler nur vom Wesentlichen ablenken.

      „Bücher werden in Schulen bald obsolet sein. Es ist möglich, jeden Zweig des Wissens mit Hilfe von Filmen zu lernen. Unser Schulsystem wird innerhalb von zehn Jahren vollkommen verändert sein.“
      Ein Zitat aus dem Jahr 1913 🙂

  2. ich saach nur „Sprachlabor“.

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