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Landeselternschaft der Gymnasien schwenkt jetzt um – ab sofort lautet die Forderung: Weg mit G8!

DÜSSELDORF. Kehrt marsch! Die Landeselternschaft der Gymnasien Nordrhein-Westfalen, Deutschlands mitgliederstärkster Elternverband, hat in Sachen G8 jetzt die Wende vollzogen – und setzt sich ab sofort „für eine qualifizierte und gut durchdachte Rückkehr zu einem neunjährigen Bildungsgang am Gymnasium“ ein.  Der Vorstand habe von den Mitgliedern ein eindeutiges Mandat dafür erhalten, teilte der Vorsitzende Ulrich Czygan auf der Homepage des Verbandes mit. Die Landeselternschaft der Gymnasien Nordrhein-Westfalen gehörte – wie der Philologenverband NRW – lange zu den unbedingten Befürwortern von G8.

In letzter Zeit hatten sich allerdings die Anzeichen für ein Umdenken vermehrt. Die ursprüngliche Zustimmung war einer „neutrale Haltung“ im G8/G9-Streit gewichen. Eine Umfrage im Auftrag der Landeselternschaft unter Eltern von Gymnasiasten in NRW ergab unlängst eine deutliche Mehrheit von 88 Prozent für das neunjährige Gymnasium (G9), bei Eltern von Grundschülern sogar von 93,4 Prozent. Auch unter Lehrern und Schulleitern gibt es danach eine klare Präferenz für G9. „Diesen Auftrag nehmen wir an und werden die entsprechenden Forderungen in die betreffenden Gremien tragen“, so Czygan. News4teachers

Zum Kommentar: Der G8/G9-Streit: Deutschland driftet in der Bildung immer weiter auseinander

4 Kommentare

  1. Wolfgang Kuert

    Ich bin mir ausgesprochen sicher, dass die Damen Kraft und Löhrmann bei Beibehaltung ihrer jetzigen G8-Strategie die Landtagswahl 2017 verlieren werden!

    Hierzu noch folgende Hinweise:

    Einen Schulkrieg gegen das Gymnasium hat in der Geschichte der Bundesrepublik noch keiner gewonnen.

    Guillermo Spreckels, Vorsitzender Philologenverband Niedersachsen, 29.11.2007

    ***************

    Der Stellenwert von Eltern (vereinfacht dargestellt)

    In einer Klasse gibt es

    Einen Lehrer

    Dreißig Schüler

    Sechzig Elternteile (Hier ist die Lobby)

    • Mit Schulpolitik kann man nur auf zwei Arten Wahlen gewinnen.

      1. Man lügt, dass sich die Balken biegen. Siehe Rot-Grün vor der Wahl 2010 in NRW, zu der sie versprachen, dass sie eine wirkliche Wahlfreiheit zwischen G8 und G9 ermöglichen wollen. Nach der Wahl wurde daraus das wohl übelste Machwerk, das man sich vorstellen kann, vorsätzlich so geplant, dass es ein Wunder ist, dass sich überhaupt Schulen für den Versuch gefunden haben. Oder siehe die CDU in Baden-Württemberg: Vor der Wahl wird massiv die Wahlfreiheit zwischen G8 und G9 am Gymnasium gefordert. Nach der Wahl wird 1984-mäßig verkündet, dass der Erhalt der paar G9-Gymnasium ein Erfolg der CDU sei. Man könnte kotzen.

      2. Man sorgt dafür, dass Schulpolitik nicht Wahlkampfthema wird. Man kann das mit Verschleierung versuchen, so wollen CDU, SPD und Grüne G8/G9 im Wahlkampf nicht behandeln. Viel Glück, das wird lustig, aber auch maximal erfolglos. Oder kann man das Thema einfach vom Tisch nehmen, siehe Bouffier in Hessen. Man regelt das im Vorfeld und kann sich als denjenigen darstellen, der die Eltern ernst nimmt.

      Meine Meinung: Frau Kraft weiß genau, dass G9 am Gymnasium schon zum Schuljahr 2017/2018 flächendeckend angeboten werden muss. Die paar Prozentpunkte, die sie damit gewinnt, wird sie dringend brauchen. Falls erst im Wahlkampf 2018/2019 als Ziel genannt wird, werden sich die aktuellen Regierungsparteien die Frage gefallen lassen müssen, warum sie so lahm auf den jahrelangen, massiven Druck reagieren. Und profilieren können sie sich mit G8/G9 jetzt, nicht im Wahlkampf.

      Die Umfrage der Landeselternschaft hat alles geändert. Die Politik kann nicht warten, bis einer Elterninitiative die Luft ausgeht. Jetzt haben sie Gesprächspartner (um den Ausdruck Kontrahenten zu vermeiden), die Zugang zur Presse und zu den Parteien haben. Was wir aber auch nicht vergessen dürfen: Die Landeseltenschaft strebt kein reines G9 an den Gymnasien in NRW an, sondern will denjenigen 15-20%, die G8 bevorzugen, dies auch ermöglichen. Wege dafür gab es schon vor G8.

  2. Mal angenommen, es wird nach der Wahl erneut auf G9 rückumgestellt. Weiter angenommen, dass aktuelle Jahrgänge bei G8 bleiben. Was ist dann in zehn Jahren, wenn der erste G9-Jahrgang Abitur macht? Das weiß niemand. Man könnte mal den neuen G9-Lehrplan aus Niedersachsen mit dem von vor der Umstellung auf G8 vergleichen. Vielleicht auch nicht, um nicht in Tränen auszubrechen, weil es sicherlich nicht besser wird …

    Ich kann mir nicht vorstellen, dass die Landeselternschaft so etwas wie in Berlin haben möchte:

    http://www.news4teachers.de/2016/05/brandbrief-von-oberstufen-lehrern-ansturm-aufs-abitur-bringt-immer-mehr-ungeeignete-schueler-zu-uns/

    Ich bleibe dabei: Die Umstellung in NRW in 5+3 Jahre war ein Fehler, tatsächlich funktionieren 6+2 Jahre, und auch nur für gute Schüler (siehe obiger Artikel für Berlin). Für schwächere Schüler und Seiteneinsteiger von z.B. Realschulen kann man noch ein drittes Übergangsjahr vor der Qualifikationsphase einführen.

  3. Wo ist das Problem?

    Zuerst reduzieren wir die Kernlehrpläne – am besten auf den Horizont von G6 und beschließen dann aber, den Zeitraum bis zum vollständigen Kompetenzerwerb der im G6 festgeschriebenen Kompetenzfelder in 9 Jahren zu vermitteln. Zwei drittel der fächer können mit einem Wochenstundenumfang von einer stunde unterrichtet werden, Fächer der Fächergruppe I vierstündig. Damit müsste sich ohne Nachmittagsunterricht locker eine Drei-Tage-Woche gestalten lassen. Wenn man dann noch in den Schichtbetrieb geht, also Gruppe A am Mo, MI und Fr und Gruppe B am Di, Do und Sa unterrichtet, kann die Hälfte der GY geschlossen werden.

    Da freut sich dann N. W-J, die Haushaltskriterien lassen sich so blitzschnell einhalten und die klammen Kommunen werden ebenfalls entlastet.

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