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Linke fordert klare Zahlen zum Lehrermangel in Sachsen-Anhalt – Thema im Landtag

MAGDEBURG. Der Lehrermangel ist ein Dauerthema in Sachsen-Anhalt. Erstmals bestreitet die schwarz-rot-grünen Regierung das Problem aber nicht mehr, sondern sucht nach Lösungen. Aus Sicht der oppositionellen Linken tut sie nicht genug.

Die Linke hat von Bildungsminister Marco Tullner (CDU) klare Zahlen zum Lehrermangel gefordert. «Wir brauchen endlich einen Kassensturz», sagte der bildungspolitische Sprecher der Landtagsfraktion, Thomas Lippmann, am Montag in Magdeburg. Er schlägt vor, dass der genaue Stand der Unterrichtsversorgung mit Schülerzahlen und tatsächlich einsetzbaren Lehrern zum 31. Mai berechnet und öffentlich gemacht werden soll. Das Bildungsministerium verwies auf die Landtagsdebatte in dieser Woche. Zuvor werde sich das Kabinett am Dienstag mit der geplanten Neueinstellung von 270 zusätzlichen Lehrern befassen.

Nachdem zum Schuljahresbeginn an manchen Schulformen so gut wie keine Reserve für kranke Lehrer oder Pädagogen in Elternzeit vorhanden war, geht Lippmann von einer weiteren Verschlechterung aus. Allein durch die wachsende Zahl von Migranten sei die Schülerzahl gestiegen, es pausierten aber deutlich mehr Pädagogen wegen Elternzeit oder Krankheit. Viele nutzten die Altersteilzeit.

Die Linke will in dieser Woche einen Antrag zu dem Dauerbrennerthema Lehrermangel in den Landtag einbringen. Sie fordert die Regierung darin auf, alle Möglichkeiten auszuschöpfen, um eine Unterrichtsversorgung von mindestens 103 Prozent – also mit Reserve – zu gewährleisten. Es sollte demnach mehr als die vereinbarten 270 Neueinstellungen geben. Auch auf Quereinsteiger und im Ausland ausgebildete Lehrer sollte aus Sicht der Linken stärker gesetzt werden.

Laut einer Sprecherin des Bildungsministeriums kann noch keine verlässliche Aussage über die Unterrichtsversorgung im kommenden Schuljahr getroffen werden. Wenn das Kabinett grünes Licht für die zusätzlichen Neueinstellungen gebe, würden die Stellen so schnell wie möglich ausgeschrieben – voraussichtlich Anfang kommender Woche. Von Dörthe Hein, dpa

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