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Miss Germany ist Religionslehrerin – und hat mit dem Papst ein Selfie geschossen

ROM. Es sei ein Klischee, dass Schönheitsköniginnen allesamt Frauen ohne Anspruch, Charakter und eigene Meinung seien. So äußerte sich die 26-jährige amtierende „Miss Germany“, Lena Bröder, unlängst in einem Interview. „Als Miss Germany stehe ich für Frauen, die selbstbewusst und gleichberechtigt im Leben stehen und die zeigen, wer sie sind und was sie können.“  Heute hatte die junge katholische Religionslehrerin aus Münster dazu Gelegenheit: Bei einer Audienz in  Rom traf sie den Papst.

Lena Bröder (hier noch als Miss Westdeutschland) hat sich für die einjährige Amtszeit als Miss Germany vom Schuldienst beurlauben lassen. Foto: MISSGERMANY.DE / FILIPE RIBEIRO

Lena Bröder (hier noch als Miss Westdeutschland) hat sich für die einjährige Amtszeit als Miss Germany vom Schuldienst beurlauben lassen. Foto: MISSGERMANY.DE / FILIPE RIBEIRO

Schönheitskönigin trifft Kirchenoberhaupt: Zwar betonen die Verantwortlichen auf deutscher Seite, dass es eine solche Begegnung in der 89-jährigen Geschichte des Wettbewerbs noch nicht gegeben habe. Für den Papst dürfte es an diesem Tag aber wohl business as usual sein – so unterschiedlich und zahlreich sind die Menschen, die Franziskus bei seiner wöchentlichen Generalaudienz nah sein möchten. In seiner Ansprache wendet der Papst sich auch an die angereisten deutschen Gläubigen, erwähnt aber nur Pilger aus dem Bistum Trier mit Bischof Stephan Ackermann an der Spitze.

So dauert es mehr als eine halbe Stunde, ehe Franziskus den Weg zur „Miss Germany“ und ihren Begleitern in der ersten Reihe nahe dem Papst-Stuhl einschlägt und Lena Bröder die Begrüßung persönlich nachholen kann. „Ich habe immer wieder runtergeschielt und gesehen: Er arbeitet die Reihen ab“, erzählt sie später. Bis dahin hat sie mit der Sonne zu kämpfen und einem ganz anderen schmerzhaften Problem: Die Füße in den neuen Highheels hätten dermaßen wehgetan, dass sie die noch nicht eingelaufenen Schuhe einfach ausgezogen habe.

Aber nur bis zum großen Moment: Der Papst ist da, und die Schuhe sind wieder an den Füßen. Sie habe Franziskus mit den Worten „Heiliger Vater, wir beten für Sie“ angesprochen und ihm sogleich ihr Buch („Das Schöne in mir – Mit Glaube zum Erfolg“) überreicht, das in der kommenden Woche erscheint und für das so ein Termin im Vatikan natürlich auch recht gelegen kommt. Franziskus habe den Titel nochmal laut wiederholt. „Dann habe ich im nächsten Moment die Gunst der Stunde genutzt, und einfach ganz frech gefragt, ob wir ein Selfie machen können“, sagt Bröder, die in royalblauer Spitze und mit Schärpe in Schwarz-Rot-Gold erschienen ist. Das Bild mit Papst klappt. Da sei der Wunsch nach einem Deutschland-Besuch des Papstes, den sie auch im Namen ihrer Schüler überbracht habe, dann wohl irgendwie untergegangen. Der Papst schreitet jedenfalls weiter zu den nächsten Gläubigen, die auch ihren großen Moment erleben wollen.

Die junge Pädagoin bedauert es, dass die Grundlagen des christlichen Glaubens in der Gesellschaft eine immer geringer werdende Rolle spielen. Franziskus sei ein großes Vorbild für sie und für die katholische Kirche. „Mein Eindruck ist, dass er die Kirche modernisiert, sie näher an die Menschen und an die heutige Zeit heranführt“, sagte sie. Als Religionslehrerein bemerke sie, dass die Vermittlung von christlichen Themen bei Schülern schwieriger geworden sei. „Ich finde es wichtig, dass Kinder und Jugendliche zumindest die Grundlagen des Glaubens kennen. Wir alle feiern Ostern, Pfingsten und Weihnachten. Wieso wir diese christlichen Feste feiern, das sollte man schon wissen, denke ich.“ Lena Bröders Botschaft lautet: „Glaube ist nicht alt und verstaubt“.

Und was nimmt „Miss Germany“ von ihrer Papst-Begegnung mit? „Es sind viele Klischees in den Köpfen. Es ist ganz wichtig, damit aufzuräumen“, sagt sie über Skeptiker, die den Trubel um den „Miss“-Schönheitswettbewerb und ihre Religiosität für unvereinbar halten. „Und das versuche ich nach und nach. Warum sollte ich nicht Miss Germany sein, nur weil ich Religionslehrerin bin?“ dpa

Das Foto von Bröder mit dem Papst finden Sie hier

Zum Bericht: Erste Pädagogin mit Krönchen – Religionslehrerin ist neue „Miss Germany“

Ein Kommentar

  1. „…Sie habe Franziskus …. sogleich ihr Buch (“Das Schöne in mir – Mit Glaube zum Erfolg”) überreicht, das in der kommenden Woche erscheint… “ Ganz schön clever die junge Kollegin und ihr Management, den Heiligen Vater für ihre Werbezwecke so frech zu instrumentalisieren. Aus ihr wird bestimmt noch was werden; Kultusministerin muss aber nicht unbedingt sein… 😉

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