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Rheinland-Pfälzische Schulen fit für den digitalen Wandel – fast 100 Lehrer absolvieren ECDL

Im Pädagogischen Landesinstitut Rheinland-Pfalz haben am 22. Juni 2016 fast 100 Lehrerinnen und Lehrer die Zertifikate als Turbo-Absolventen für den Europäischen Computerführerschein (ECDL) aus der Hand von Gabriele Lonz vom Ministerium für Bildung, Thomas Michel, dem Geschäftsführer der DLGI und Martin Zimnol, Projektleiter des Landesinstituts entgegengenommen.

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In der mehrmonatigen Qualifizierungsmaßnahme ECDL-Turbo wurde neben der Vermittlung von Inhalten zur informatischen Bildung in der Sek. I auch die Qualifizierung und Lizenz zum ECDL-Session-Manager und PZ-Admin von fast 100 Lehrkräften erworben. Sie berechtigt Lehrende zur Abnahme von ECDL-Prüfungen in akkreditierten ECDL-Schulen. Zusätzlich wurden ca. 50 Lehrerinnen und Lehrer zum Moodle-Schulberater qualifiziert.

Hervorzuheben ist die Leistung von Frau Gedenk – als Absolventin von insgesamt 12 Modulen des ECDL wurde ihr Engagement besonders gewürdigt. Mit dem ECDL, so hob Thomas Michel hervor, erwerben die Lehrerinnen und Lehrer die notwendige Kompetenz auf international anerkanntem Niveau, um die nötige Ausbildungsreife für die Wirtschaft 4.0 der Zukunft den Schülerinnen und Schülern zu vermitteln.

Neue Arbeitshefte zum ECDL finden Sie auch im Lehrerselbstverlag.

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10 Kommentare

  1. Was ist denn bitte ein „Moodle Schulberater“?
    Wenn das jemand ist, der schulintern Moodle Add-ons programmiert wäre das in der Tat sehr praktisch…ich hätte da schon ein paar Ideen. Ansonsten befürchte ich, gibt es auch bald Word-Schulberater, Excel-Schulberater usw.

    Wobei ich die Befürchtung habe, dass es an einigen/manchen/vielen Schulen sinnvoller wäre, einen Schüler zum xyz-Software-Schulberater zu machen als einen Lehrer.

    • Was kann bei „Turbo-Absolventen“ schon herauskommen?
      Ich frage mich immer, ob sich die Leute auch bei einem Turbo-Chirurgen unters Messer legen würden. Wie wäre es, wenn man gleich die komplette Lehrerausbildung abschaffte und Hausfrauen zu Turbo-Lehrerinnen ausbilden würde? Vielleicht braucht der arbeitslose Hausmeister ja auch gerade mal einen Job als Turbo-Lehrer?

      Es ist ein Hohn, wie Informatik verramscht wird und ich frage mich sich wohl Lehrkräfte dabei fühlen würden, würde man das mit ihren Fächern machen.

      • +wie sich wohl +andere Lehrkräfte

      • ECDL ist nicht mehr als ein Computerführerschein, also ein Nachweis, dass man einen Computer _bedienen_ kann. Informatik als Fachwissenschaft fängt da an, wo Computerbedienung aufhört, also der Theorie dahinter und der praktischen Programmierung. Dummerweise wird von der Politik der ECDL als Informatik verkauft, ist aber inhaltlich ein auf Papier gedrucktes besseres Allgemeinwissen.

        • Das ist leider falsch. Ich empfehle ihnen beispielsweise einfach einmal die Rahmenpläne im Fach Informatik zu studieren. Wenn sie die Rahmenpläne für Sek I mit den ECDL-Lernzielkatalogen vergleichen, werden sie auch feststellen, dass diese grösstenteils inhaltsgleich in den Stoffbereichen sind. In Berlin und Brandenburg steht dort teilweise sogar wortwörtlich das Gleiche wie in den ECDL-Lernzielkatalogen.

          Genauso besteht der Informatikunterricht, insbesondere für Sek. I, nur zu einem Bruchteil (wenn überhaupt) aus Programmierung.

          Inhaltlich kann ich mich nur auf die in der ECDL-Seite Inhalte der Lernzielkataloge verlassen. Nur frage ich mich wie diese ganzen Inhalte fachlich fundiert innerhalb ein paar Monate (wieviele überhaupt genau? – ein Paar sind 2) vermittlen will, noch dazu frage ich mich, welche Schule es sich leisten kann Lehrkräfte für ein paar Monate freizustellen (also nur am Wochenende?).

          Es geht beim ECDL eben nicht nur darum, dass man einen Computer bedienen kann. Dagegen spricht alleine schon der Umfang der Lernzielkataloge. Zum Anderen bin ich mittlerweile auch ziemlich misstrauisch was die Übernahme fachfremden Unterrichts betrifft. Das betrifft nicht nur die eigene Übernahme fachfremden Unterrichts, sondern auch gesetzliche Regelungen, dass man „nur“ zwei Jahre fachfremden Unterricht in einem Fach geben zu müssen, um dieses dann dauerhaft anerkannt zu bekommen. Das mag für den Einzelfall sicher gut und richtig sein, jedoch befürchte ich, dass durch solche Maßnahmen eine Normaletablierung durch die Hintertür erfolgen soll.

          • Genau deshalb unterscheide ich auch zwischen Medienkunde (= Computerbedienung, Tabellenkalkulation, Sicherheit im Internet usw.) und Informatik. Selbst mit Medienkunde hat man genug mit oder gegen die Schüler zu kämpfen, weil sie zwar ständig am PC, Smartphone, Tablet daddeln, aber diese Geräte wirklich bedienen und ernsthaft damit arbeiten können sie nicht. Sogar Abspeichern ihrer Präsentationen unter einem Namen, der sich von „unbekannt2.pptx“ o.ä. unterscheidet, an einem wiederfindbaren Ort, der sich von „Eigene Dokumente“ unterscheidet, stellt für zu viele eine unlösbare Herausforderung dar.

          • Defakto findet diese Unterscheidung nicht in der Praxis statt, ja nicht einmal in der Theorie der Rahmenpläne. Bestenfalls wird nur darauf hingewiesen, dass bestimmte Inhalte fächerübergreifend angewendet werden können.

            Ich persönlich finde das zwar ziemlich schade, da die Informatik wesentlich mehr zu bieten hat als „Medienkunde“. Größtenteils wurde aber die Informatik durch Medienkunde abgelöst bzw. der Begriff Informatik synonym für diese verwendet.

            Dennoch ändert dies nichts an meinem Vorwurf, dass (die zu wenigen) regulär ausgebildeten Informatiklehrer so durch schmalspur Informatiklehrer ersetzt werden sollen. Das ist nicht nur den Lehrkräften gegenüber unfair, die fünf Jahre Informatik studieren mussten, sondern auch den Schülern nimmt man so die Möglichkeit eines bestmöglichen Unterrichts (und auch mit einem Sek.I-Abschluss kann man einen IT-Beruf anstreben).

          • An einem IT-Beruf interessierte Schüler können sich die im Lehrplan vorgesehene Schmalspur-Informatik aka Medienkunde innerhalb weniger Wochen selbst aneignen. „Echte“ Informatiklehrer sind dafür nicht nötig, eine Zusatzausbildung à la ECDL allerdings auch nicht, zumindest nicht für die harten Naturwissenschaftler (Ma/Ph/Ch), bei denen Computerkenntnisse als Gott gegeben angenommen werden.

          • Irgendwie habe ich mich wohl nicht verständlich ausgedrückt:

            Die Schmalspurinformatik gibt es, weil es keinen richtigen Informatikunterricht gibt, denn zum Einen gibt es zu wenig (richtig) ausgebildete Informatiklehrer und zum Anderen treffen Leute Entscheidungen was als Informatik gelehrt wird, die oft keine Ahnung von Informatik haben. Leider muss man auch konstatieren, dass technische Fächer immer noch nicht den Stellenwert geniessen, den es für eine Industrienation im 21. Jahrhundert bedürfte. Heraus kommt kommt dann dabei Medienkunde.

            Daraus resultiert aber wiederum auch, dass man eben Lehrkräfte aus anderen Bereichen (Springer, um Stunden als „Informatiklehrer“ voll zu bekommen, bessere Chancen auf entfristete Anstellung usw.) eine „monatelange“ Ausbildung bekommen. Wenn man bedauert, dass Schulabschlüsse immer mehr entwertet werden, dann trifft das auf die Lehrerausbildung genauso zu.

            Was als Resteunterricht stattfindet könnte von interessierten Schülern natürlich selbst aneignen, aber genau das ist doch das Problem: wie kann ein Unterricht so schlecht sein, dass das möglich ist?

            Genau deshalb sind richtig ausgebildete Lehrer und fundierter Unterricht so wichtig, denn sonst ergreifen die Schüler nicht wegen des Unterrichts IT-Berufe, sondern glücklicherweise trotz des Unterrichts.

            Und genau das führt doch zurück zu der Frage: würden sich Lehrkräfte anderer Fächer sich diese Entwertung genauso gefallen lassen?

          • Ich habe Sie schon richtig verstanden. Schulmathematik hört wie Schulinformatik da auf wo „richtige“ Mathematik bzw. „richtige“ Informatik erst anfangen. Interessierte Schüler haben in einem kompetenzorientierten Unterricht sowieso nichts mehr zu finden, weil es in erster Linie um das Abitur für alle geht und die Lehrer für Exzellenzförderung angesichts der ausufernden individuellen Förderung aka Nachhilfe für häufiger Lernunwillige als wirklich Überforderte keine Zeit haben.

            Schlecht muss auch der Schmalspur-Informatikunterricht nicht sein, der Lehrplan sieht nun mal nicht mehr vor als das, was sich interessierte Schüler sehr schnell selbst beibringen können. IT-Berufe wie Grafikdesign kommen allerdings auch ohne „echte“ Informatik aus.

            Wir anderen Lehrer müssen uns die Entwertung unserer Fächer wohl oder übel gefallen lassen, weil wir uns an den Lehrplan zu halten haben. Mich als Physiker sträuben sich die Haare, als die Landesregierung mit dem neuen kompetenzorientierten Lehrplan aus dem Grundkurs der Oberstufe in NRW die fachliche Systematik und die Mathematik als Hilfsmittel bewusst entfernt hat. Mich als Mathematiker sträuben sich die Haare wegen des grafikfähigen Taschenrechners, der unverschämt teuer ist, außerhalb der Schule keinen praktischen Nutzen hat und die Schüler vom aktiven Rechnen fernhält. Die Schüler sollen heutzutage mit Mathematik arbeiten aber keine Mathematik mehr selber machen. Als Fremdsprachler hätten sich meine Haare mit Zulassung zweisprachiger Wörterbücher und mit Abschaffung des Fehlerquotienten gesträubt. Als Geograph und als Biologe würden sich meine Haare sträuben bei Abituraufgaben, denen so viel Material beiliegt, dass man nur durch intelligentes Lesen und gesunden Menschenverstand ohne je ein Mal den Unterricht besucht zu haben, die Prüfung nicht gut aber trotzdem bestehen würde.

            Fazit: Es gab ein Mal Zeiten, bei denen das Abitur als Studienbefähigung durchging. Heute ist es nur noch eine Abiturberechtigung. Vielleicht kommt mit einer der nächsten Bildungsreformen ein Umdenken. Die Wirtschaft muss nur merken, dass sie mit den Hochschulabsolventen wirklich überhaupt nichts mehr anfangen kann. Aktuell merken das die Universitäten über die Erstsemester, in einigen Jahren dann die Betriebe über die wie auch immer zum Abschluss gekommenen Absolventen.

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