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Steinmeier fordert Aufklärung zu den 43 verschleppten Lehramts-Studenten in Mexiko

MEXIKO-STADT. Außenminister Frank-Walter Steinmeier hat bei seinem Mexiko-Besuch weitere Ermittlungen über das Schicksal von Dutzenden verschleppten Studenten in dem lateinamerikanischen Land gefordert. «Die Aufklärungsarbeiten müssen weitergehen», sagte Steinmeier am Montag nach Gesprächen mit seiner mexikanischen Kollegin Claudia Ruiz Massieu.

"Nos faltan 43": Proteste in Mexiko, nachdem 43 Studenten verschwunden sind. Foto: Fernando García / flickr (CC BY-NC 2.0)

„Nos faltan 43“: Proteste in Mexiko, nachdem 43 Studenten verschwunden sind. Foto: Fernando García / flickr (CC BY-NC 2.0)

Im September 2014 waren 43 Studenten eines linksgerichteten Lehrerseminars im Bundesstaat Guerrero von der örtlichen Polizei verschleppt und einer kriminellen Organisation übergeben worden. Den Ermittlungen der Generalstaatsanwaltschaft zufolge wurden die jungen Männer getötet und verbrannt. Unabhängige Ermittler ziehen die offizielle Version in Zweifel. Der genaue Tathergang ist noch immer unklar.

Deutschland habe sich intensiv bemüht, Mexiko bei der Aufklärung zu helfen, sagte Steinmeier. Es gebe bereits eine Kooperationsvereinbarung zur Unterstützung der staatsanwaltschaftlichen Ermittlungen und zum Aufspüren von Vermissten. «Wir haben über die Menschenrechtslage in Mexiko gesprochen und über die Maßnahmen der mexikanischen Regierung zur Stärkung des Rechtsstaats», sagte die mexikanische Außenministerin Ruiz Massieu. Steinmeier betonte, die Beziehungen zwischen Deutschland und Mexiko seien vielfältig und konzentrierten sich nicht nur auch Sicherheits- und Menschenrechtsaspekte. Am Montag gab der Außenminister den Startschuss für ein «Deutschland-Jahr» in Mexiko.

Bei seinem Besuch in Mexiko-Stadt bezeichnete Steinmeier das 120-Millionen-Einwohner-Land als «wichtigen Partner bei der Gestaltung globaler Zukunftsfragen». Unter dem Motto «Allianz für die Zukunft» sind in den nächsten zwölf Monaten mehr als hundert Veranstaltungen geplant. Trotz des «Deutschland-Jahrs» ließen die Mexikaner nach einem Pressestatement der Außenminister am Montag keine einzige Frage zu.

Parallel zum «Deutschland-Jahr» in Mexiko findet ein «Mexiko-Jahr» in Deutschland statt. Beide Länder sind auch wirtschaftlich eng verbunden. Deutschland ist Mexikos fünftgrößter Handelspartner. Im vergangenen Jahr betrug das Geschäftsvolumen rund 17,5 Milliarden US-Dollar. Mexiko ist für Steinmeier letzte Station einer Lateinamerika-Reise. Der SPD-Politiker kehrt am Dienstagabend nach Berlin zurück. dpa

 

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