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Studie: Belastung der Grundschullehrer schlägt auf die Schüler durch

BERLIN. Grundschullehrer erhalten für ihre Arbeit relativ wenig Anerkennung. Schlechter bezahlt als die Kollegen an weiterführenden Schulen und mit vergleichsweise geringen Karriereaussichten gehen sie ihrer Arbeit nach, die oft besondere psychische Herausforderungen mit sich bringt. Schulleiterposten im Grundschulbereich scheinen kaum attraktiv, schon der Alltag ohne Verwaltungsaufgaben bedarf eines großen Engagements. Für das Schulsystem liegt darin ein großes Risiko. Kieler Forscher konnten nun nachweisen, dass sich ein schlechter psychischer Zustand von Lehrern direkt auf die schulischen Leistungen ihrer Schützlinge auswirkt.

Die Arbeit an Grundschulen bietet auch schöne Momente, doch die Klagen über hohe Arbeitsbelastung und geringe Bezahlung häufen sich. Foto: Jens-Olaf Walter / flickr (CC BY-NC 2.0)

Die Arbeit an Grundschulen bietet auch schöne Momente, doch die Klagen über hohe Arbeitsbelastung und geringe Bezahlung häufen sich. Foto: Jens-Olaf Walter / flickr (CC BY-NC 2.0)

Grundschullehrer und besonders Grundschullehrerinnen sehen sich im Alltag mit mannigfaltigen Vorurteilen konfrontiert. Doch der „Hausfrauenhalbtagsnebenjob, für kindliche Gemüter“ (so vom Autor tatsächlich einmal gehört!) hat es in sich und bringt spezifische Belastungen mit sich, die denjenigen der Kollegen an weiterführenden Schulen in Nichts nachsteht.

Kleinere Kinder zu unterrichten bedeutet keinesfalls kleinere Herausforderungen. Die Verantwortung für die Persönlichkeitsentwicklung junger Menschen ist auch emotional immens fordernd. Dazu sind Grundschullehrer oft einem besonders starken alltäglichen Druck von Eltern ausgesetzt.

Die pädagogische Arbeit in Grundschulen stellt mithin andere, aber kaum geringere Anforderungen als die Tätigkeit in anderen Schulformen. Dennoch werden Grundschullehrer schlechter bezahlt als Lehrer an weiterführenden Schulen. Von Gewerkschaften und Verbänden erschallt seit längerem der Ruf nach einer Gleichbehandlung.

Das Länder wie Berlin einen besonderen Mangel an Grundschullehrern verzeichnen, mag in diesem Zusammenhang kaum verwundern. Eine Verbesserung wird sich nur einstellen, wenn Grundschullehrern langfristig die gleiche (finanzielle) Anerkennung zuteil wird, wie ihren Kollegen an weiterführenden Schulen.

Dafür spricht auch ein weiteres Problem, dass die Schulbehörden seit längerem beschäftigt: Bundesweit müssen nach einem Zeitungsbericht etwa 1000 Grundschulen ohne feste Schulleitung auskommen. Etwa jede zehnte Grundschule verfügt derzeit nur über einen einen kommissarischen Chef, wie die Zeitung «Welt am Sonntag» unter Berufung auf die Kultusminister der Bundesländer berichtet.

Wenig Aussichten auf Karrieresprünge, kaum Entlastungsstunden und auch die Bezahlung steigt durch die Übernahme eines Leitungspostens nur mäßig. «Die Bezahlung für Schulleiter an Grundschulen ist völlig unattraktiv», sagt etwa der Gewerkschaftschef des Verbandes Bildung und Erziehung (VBE), Udo Beckmann. Abgesehen von der Unterrichtsverpflichtung blieben einem Rektor in der Woche rund zwölf Stunden für seine Leitungsaufgaben. «Das ist lächerlich», kritisierte Beckmann.,

Nach Ansicht der GEW müssten die Bundesländer deutlich mehr in Verwaltungs-Jobs investieren. Gerade im ländlichen Raum gebe es viel zu wenig Vollzeit-Sekretariate.

Besonders dramatisch sei die Situation in Berlin und Nordrhein-Westfalen. In der Hauptstadt habe jede fünfte Grundschule entweder keinen Rektor oder keinen Konrektor. In NRW hätten von 2787 Grundschulen 345 keinen Schulleiter und 670 keinen Stellvertreter. Die meisten Lehrkräfte an Grundschulen sind Frauen, die häufig in Teilzeit arbeiten.

Probleme in etwas geringerem Umfang haben nach den Angaben auch Hamburg, das Saarland und Bremen. Bayern, Baden-Württemberg und Rheinland-Pfalz hätten angegeben, die Zahlen nicht zentral zu erfassen. Auch dort müssten Schulleiterstellen aber oft mehrmals ausgeschrieben werden.

Doch auch ohne Leitungsposition liefern die meisten Kollegen an den Grundschulen einen engagierten Job ab, trotz schlechter Bezahlung und hoher Anforderungen. Angesichts der zahlreichen Herausforderungen geraten manche dabei auch an den Rand der Erschöpfung.

Das die emotionale Belastung von Lehrern auch Auswirkungen auf die Schüler hat, versteht sich eigentlich von selbst. Forscher vom Leibniz Institut für die Pädagogik der Naturwissenschaften und Mathematik in Kiel haben allerdings nun ermittelt, das sich der Erschöpfungszustand ihrer Lehrer direkt auf die schulischen Leistungen von Grundschülern niederschlägt.

Grundschulkinder, die von emotional erschöpften Lehrern unterrichtet werden, zeigen tendenziell schlechtere Leistungen in Mathematik, fand das Psychologenteam um Professor Uta Klusmann heraus. Dazu werteten sie Mathetests von über 22.000 Schülerinnen und Schülern aus und befragten deren Lehrkräfte zu ihrer psychischen Belastung. Der Zusammenhang von hoher Belastung der Lehrkräfte und schlechter Matheleistung zeigte sich besonders in Klassen mit einem hohen Anteil an Kindern, die zu Hause nicht deutsch sprechen.

Ergebnisse empirischer Studien zeigen, dass die Motivation und das Wissen einer Lehrkraft sehr wichtig für die Motivation und das Lernen der Schülerinnen und Schüler sind. Man geht davon aus, dass auch Stress und Burnout von Lehrkräften die Leistungen der Kinder beeinflussen.

Dies bestätigt auch die Untersuchung der Kieler Forscher: Je emotional erschöpfter die Lehrkräfte, umso niedriger waren tendenziell die Mathematik-Leistungen der Schülerinnen und Schüler. Dieser zwar kleine, aber statistisch bedeutsame Effekt trat unabhängig von anderen Eigenschaften der Lehrkräfte und den kognitiven und psychosozialen Merkmalen der Schülerinnen und Schüler auf.

In Klassen mit einem hohen Anteil von Kindern mit Migrationshintergrund zeigte sich der negative Zusammenhang zwischen der emotionalen Erschöpfung der Lehrkräfte und den Matheleistungen besonders deutlich. Als eine Ursache dafür vermutet das Forscherteam, dass emotional erschöpfte Lehrkräfte nicht genügend Ressourcen freisetzen können, um in Klassen mit hoher Diversität adäquat auf die besonderen Bedürfnisse der Kinder einzugehen. „Die Ergebnisse weisen darauf hin, dass nicht nur die fachliche Qualität von Lehrkräften für die Schülerinnen und Schüler wichtig ist, sondern auch deren affektives Erleben“, fasst Uta Klusmann zusammen.

Die Grundschullehrkräfte weisen im Mittel relativ geringe Werte in der emotionalen Erschöpfung auf. Männer und Frauen zeigen keine unterschiedlichen Werte in der emotionalen Erschöpfung, allerdings berichten ältere Lehrkräfte tendenziell eine höhere Erschöpfung. (zab, pm, mit Material von dpa)

• zum Bericht: Verband listet auf: Elf Punkte, die Grundschullehrer wirklich nerven
• zum Bericht: Dramatischer Lehrermangel in Berlin: Grundschule sucht neue Kollegen jetzt selbst via Facebook
• zum Bericht: Umfrage unter Lehrern zur Belastung im Beruf: 90 Prozent arbeiten regelmäßig am Wochenende

116 Kommentare

  1. Dieser Artikel ist sowas von „tendenziell“ (so sagt man doch?), dass es keinen Kommentar lohnt. Oder zumindest der von Heinz Buschkowsky, ehemaliger Bürgermeister von Neukölln (Berlin): „Es geht nur um die Kohle!“.

  2. „Grundschulkinder, die von emotional erschöpften Lehrern unterrichtet werden, zeigen tendenziell schlechtere Leistungen in Mathematik,…“ Dem steht ganz klar die Aussage der ehemaligen hessischen CDU-Kultusministerin Karin Wolff entgegen, dass nämlich die Qualität eines Unterrichtes völlig unabhängig von der Klassengröße ist und damit auch vom emotionalen Erschöpfungsgrad des Lehrers.

  3. Zitat: „… damit …“ ? Wieso damit? Den Zusammenhang erkenne ich nicht. Die Qualität des Unterrichts hängt nicht vom Erschöpfungsgrad des Lehrers ab, weil sie ja auch nicht von der Klassengröße abhängt? Nicht die Klassengröße erschöpft uns Lehrer in erster Linie, sondern einzelne massiv störende Kinder. Neben einzelnen massiv nörgelnden und herumstreitenden Eltern. Und verschiedenen einzelnen bürokratischen Nebentätigkeiten. Neben häufigem Vertretungsunterricht und schlecht ausgestatteten Schulen usw.-usf.

  4. Aber andere wollen das ja lieber alles STILL ERTRAGEN, wenn sie nur mehr Geld dafür bekommen !

    • Auch wenn ich für eine gute Bezahlung der Lehrer bin, stört mich genauso wie Sie das ständige Kreisen um die Besoldung.
      In der hohen Arbeitsbelastung und dem emotionalen Stress sehe auch ich das viel drängendere Problem. Geld ist da kein Heilmittel.
      Mich wundert immer wieder, wie oft hier über Lehrergehälter rauf und runter diskutiert wird, so als drückte vielen Lehrern nicht an ganz anderer Stelle der Schuh. Mir jedenfalls.

      • Ist aber der einzige „Gegenwert“, den Lehrkräfte für ihre Bemühungen erhalten. Daher ist dieser Punkt alternativlos.

        Die Länderregierungen sind als Arbeitgeber doch selbst schuld, dass dieser Punkt immer wieder hochkocht. Seit Jahren verweigern sie eine Eingruppierungsordnung für Lehrer (L-EGO). Die ungleiche Bezahlung von Tarifbeschäftigten und Beamten, die unterschiedliche Eingruppierung von Lehrkräften mit Lehramt GHR und Lehramt GY/BK, die zusätzlichen Arbeitsbelastung durch Integration von Migranten und Inklusion von Schülern mit Förderbedarf, die fehlende Unterstützung durch Sonder- und Sozialpädagogen, die unterschiedlichen Zahlen der Wochenstundendeputate abhängig vom Bundesland und der jeweiligen Schulform, die Streichung von immer mehr Sekretariatsstunden, die vollkommene Unterfinanzierung der Gebäudeunterhaltung und Instandsetzung etc.
        Seit Jahren gelingt es nicht, die leistungsabhängige Entgeltkomponente auszuarbeiten, d.h. Kriterien für eine teilweise leistungsgerechte Bezahlung zu entwickeln.

        Dass es keine flächendeckenden Arbeitsniederlegungen gibt, ist lediglich der hohen Zahl von verbeamteten Lehrkräften in den „gebrauchten Bundesländern“ zu verdanken bzw. der tatsache, dass die Beamtenvertretungen lediglich Interesse an einer prozentualen Erhöhung der Besoldung haben.

      • „In der hohen Arbeitsbelastung und dem emotionalen Stress sehe auch ich das viel drängendere Problem. Geld ist da kein Heilmittel.“

        Es geht ja bei den Diskussion „mehr Geld für Lehrer“ nicht wirklich darum, dass Lehrer mehr als alle anderen verdienen. Wenn sie die Diskussion verfolgen, dann werden sie feststellen, dass es hauptsächlich um angestellte Lehrer geht, die weniger als andere Lehrer verdienen, obwohl sie über gleiche Abschlüsse und Belastungen verfügen, und das ist eine Situation, die sehr wohl ein drängendes Problem ist und sich auch auf den Stress und die Unterrichtsqualität und den Frieden im Kollegium auswirken kann.

        Was meinen sie wie es um die Zufriedenheit im Kollegium aussieht, wenn einige verbeamtet sind und andere nicht? Das sind Gehaltsunterschiede von mehreren hundert € pro Monat (von der Pension/Rente reden wir noch nicht einmal), gleichzeitig haben diese Lehrer aber keine Möglichkeit sich in anderen Bundesländern zu bewerbern, da das Land wie ein Grundherr über seine Leibeigenen wacht, und das kann man dann auch nicht mehr schönreden.

  5. „Der Zusammenhang von hoher Belastung der Lehrkräfte und schlechter Matheleistung zeigte sich besonders in Klassen mit einem hohen Anteil an Kindern, die zu Hause nicht deutsch sprechen.“

    Für mich zeigt sich daran, dass Mathematik eben auch durch Sprache vermittelt wird und dass Kinder mit Migrationshintergrund auch in Mathe viel Förderung nötig haben.
    DIESE müssen GrundschullehrerInnen in der Regel unterrichtsimmanent gewähren ohne zusätzliche Stunden oder Anrechnungen zu erhalten.

    Ob die schlechten Bedingungen zur Erschöpfung führen … oder ob die Schüler schlechter abschneiden, weil die Lehrkräfte erschöpft sind? Das ist die Frage nach Henne und Ei?
    Die Folgerung müsste doch sein, dass Klassen mit hohem Anteil an Kindern mit Migrationshintergrund von Beginn an UND Klassen mit schwachen Leistungen in Mathematik spätestens nach dem 1. SJ zusätzliche Unterstützung benötigen, DAMIT die Lehrkraft nicht so überlastet ist, sondern Hilfe bei der aufreibenden Arbeit erhält.

    Vereinfacht: Schulen, die Inklusion und Integration von Migranten übernehmen, benötigen ausreichend personale Ressourcen!

  6. @ Aufmüpfer, da stimme ich Ihnen voll und ganz zu.

    Ich bin auch nicht gegen eine gute Bezahlung. Aber zu sagen / schreiben, Lehrer würden schlecht bezahlt werden, finde ich angesichts von einem 3000-4000-er Gehalt und angesichts dessen, was Millionen andere Menschen für ihren 40-Stunden-Job bekommen, schon etwas unverschämt.

    Ich meine aber auch, an den Arbeitsbedingungen MUSS sich viel verbessern und DAS würde dann einer Erschöpfung und Unattraktivität des Lehrerberufs entgegenwirken. Denn die meisten von uns sind eben nicht nur wegen des guten Verdienstes Lehrer geworden!

    • Dann müsste man in Folge auch behaupten, dass im Vergleich zu Millionen anderer Menschen Real-, Gym-, Berufsschullehrer „unverschämt“ viel verdienen.

  7. PS: Ich meine das Bruttogehalt von Grundschullehrern (3000-4000er Gehalt).

    • Die ewige Diskussion. Es geht nicht um eine Zahl im Bruttogehalt, sondern um die gleiche Bezahlung aller Lehrer, d.h. gleiches Einstiegsgehalt. Das wäre einmal ein Zeichen, um Lehrer an den Grund- und Hauptschulen gleichwertig anzuerkennen. (Und für alle Lehrer: gemischt leistungs- und dienstaltersabhängige und nicht automatische Beförderung, dass Engagement auch gewürdigt wird.) Interessanterweise schreiben immer Lehrer von Schularten, die mehr verdienen, etwas dagegen, deshalb wirkt das auf mich nicht neutral. (Oder arbeiten Sie @sofawolf und Aufmüpfer an einer Grund- oder Hauptschule? ) Hat das etwas mit falsch verstandenem „Standesbewusstsein“ zu tun? Ist der eine ein besserer Lehrer, weil er andere Schüler unterrichtet? Übrigens, Sonderpädagogen und Berufsschullehrer, die jetzt nicht so „intelligente“ Schüler haben und auf eine andere Weise gefordert sind wie eben Grund- und Hauptschullehrer auch bei ihren Aufgaben, haben ebenfalls ein höheres Einstiegsgehalt, nur die Grund- und Hauptschullehrer sind zurückgestuft.

  8. @ ysnp, aber sind denn Grundschullehrer „neutral“, wenn es darum geht, ihre eigene Arbeit zu vergüten bzw. zu bewerten? Wohl am allerwenigsten.

    Gerade deshalb wäre es sinnvoll, wenn „kompetente Nicht-Betroffene“ dazu gehört werden und ihre Meinung sagen. Lehrer anderer Schularten darf man für kompetent halten, die Arbeit eines Lehrers einzuschätzen und nicht betroffen sind sie auch, weil es nicht um ihr Gehalt geht. Aber das versuchen Sie ja auch auszuhebeln, indem sie denen, die ihnen nicht zustimmen, dass Matheunterricht Klasse 10 aufwändiger ist als Matheunterricht Klasse 2, dann eben Neid oder Standesdünkel vorwerfen!

    Es ist das immer gleiche Spiel ALLER. Die Argumente, die meine Meinung unterstützen, sind die richtigen und die, die ihr widersprechen, die falschen. Da beißt sich die berühmte Katze … 😉

    • Standesdünkel habe ich im Verdacht (beweisen Sie das Gegenteil, ich lasse mich gerne überzeugen…) , Neid nein. Was mich immer wundert, wie Lehrer anderer Schularten meinen über die Arbeit von Grund – und Hauptschullehrern urteilen zu können, obwohl sie noch nie in dieser Schulart unterrichtet haben und die Besonderheit dieser Schulart nicht kennen. Die Qualität des Unterrichts und somit diie Entlohnung an der fachwissenschaftlichen Schwierigkeit eines Themas festzumachen ist längst überholt. Gerade bei jüngeren Klassen braucht man didaktisches Spezialwissen, in welcher Art man diesen Schülern den Unterrichtsstoff näher bringen kann. Da ist es mit Erklären nicht getan. Bei älteren Schülern in den Mittelschulen braucht man dies Wissen ebenfalls, denn auch da sind die Zugangswege nicht so einfach.
      In der Realität erfahre ich die gegenseitige Akzeptanz und Wertschätzung, da wir Kooperationsteams mit den unterschiedlichen Schularten haben und gegenseitig hospitieren. Doch hier scheint das Verständnis schwierig zu sein, immer wieder klingt in einigen Kommentaren hier durch, dass Grund- und Hauptschullehrer, vor allem die Grundschullehrer als Lehrer 2. Klasse gesehen werden, weil man eine fundierte pädagogisch- didaktische Ausbildung und Arbeit, einen Unterricht nach Klassenlehrerprinzip, der fast alle Fächer abdeckt, als minderwertiger ansieht als eine fachdidaktische in vielen Klassen.
      Doch ich wiederhole mich. Das Thema wurde schon mehrfach hier diskutiert. Eine Annäherung der Standpunkte scheint es nicht zu geben.

      • Nachtrag:
        Mittelschulen = Hauptschulen
        Neid? Lehrer von Realschulen und Gymnasien sind sicher nicht neidisch auf Grundschullehrer. 😉
        Ich halte Lehrer anderer Schularten für nicht kompetent sich ein Urteil über die Arbeit von Grund- und Hauptschullehrern zu bilden, sofern sie dort nicht schon selbst unterrichtet haben.

  9. @ GriasDi, gut gekontert.

    Wer den Lehrern weiterführender Schulen abspricht, über die Arbeit an Grundschulen zu urteilen, der muss in der Folge ja auch den Grundschullehrern absprechen, über die Arbeit z.B. der Gymnasiallehrer zu urteilen – also auch z.B. zu sagen, es sei doch eigentlich das Gleiche wie an den Grundschulen. 😉 Womöglich rührt diese Meinung aus der Unkenntnis der Grundschullehrer über die Arbeit an den weiterführenden Schulen? Wieder ein Biss in den berüchtigten Katzenschwanz?

    Wer ist denn dann nun aber gleichermaßen kompetent und neutral genug, um das zu beurteilen ?

    Ja, die Argumente wiederholen sich. Der Artikel oben aber war mir persönlich zu tendenziell („schlecht bezahlte Lehrer“), als ihn schweigend zu übergehen.

    • @sofawolf
      Vielleicht ist das die falsche Spur. In der Diskussion geht es um die Verschiedenheit der Schularten, die gleichwertig nebeneinander gesehen müssen und nicht in einer Hierarchie, die sich an der Faschwissenschaft orientieren.

  10. Alle, die sich ständig auf die Vermittlung von höherem Fachwissen berufen sollten bitte eine erste Klasse übernehmen. Das Fachwissen ist doch nicht der Grund für eine bessere Bezahlung. Ich nehme an, das haben die Lehrer an den weiterführenden Schulen und erarbeiten sich das nicht ständig. Seit ich einige Jahre in Klasse 3 und 4 unterrichte, sehe ich wie viel weniger anstrengend das ist als in 1 und 2 und bin froh, wenn ich ältere Schüler „ergattere.“
    Aber die Denke ist und bleibt „Grundschule, das kann doch jeder.“ Je jünger die Schüler, je einfacher. Es ist genau umgekehrt. Wer eigene Kinder hat, müsste sich das in etwa vorstellen können. Das Alter der Schüler ist auf alle Fälle kein Grund für eine schlechtere Bezahlung. Zumal Grundschüler viel heterogener sind als z.B. Gymnasiasten. Aber das wird hier außer GrundschullehrerInnen sowieso niemand nachvollziehen können.

    • Ich kann es echt nicht mehr hören, wie sich die Grundschullehrerinnen immer selber überhöhen.

      Wenn sie genauso lange und genauso tiefgehend studieren und Differentialrechnung und Relativitätstheorie drauf haben und vermitteln wie Gymnasiallehrer, ihre Schüler hormonell bedingt austicken und auch schon mal die Polizei wegen eines Schülers auf dem Schulhof auftaucht, Lehrer auch schon mal verbal und sogar körperlich angegangen werden wie an den Haupt- und Realschulen, dann können sie davon reden, dass es genauso anstrengend ist.

      • Wir können gerne mal tauschen.
        GrundschullehrerInnen beschulen eine Menge Kinder, die hormonell oder aus anderen Gründen austicken. Das ist an der Tagesordnung. Die Polizei taucht in vielen Schulen seltener auf, stimmt, aber auch das nimmt zu, weil auch Grundschullehrerinnen inzwischen lernen, dass sie nicht immer alles selbst regeln können.
        Grundschullehrerinnen werden körperlich angegangen, auch bei uns fliegen Tische oder andere Gegenstände durch den Raum.
        Differentialrechnung erteilen wir nicht, dafür unterrichten wir sämtliche Fächer in sämtlichen Stunden inklusiv – mit einer Niveauspanne zwischen geistiger Beeinträchtigung und Hochbegabung bei alphabetisierten und nicht alphabetisierten SuS mit und ohne Deutschkenntnissen unter fachlicher Berücksichtigung weiterer Förderschwerpunkte sowie Lernschwierigkeiten, Lernstörungen und anderer Beeinträchtigungen oder Krankheitsbilder- gleichzeitig in jeglichem Unterricht – und vermitteln dabei die Grundkenntnisse des Lernens ebenso wie herausfordernde Inhalte, die weit über das Maß der jeweiligen Klassenstufe hinaus gehen, dadurch dass wir bei niedriger Selbstständigkeit der sehr jungen SuS hohe Eigentätigkeit anleiten und unzählige Materialien erstellen und bereitstellen.

        Ich habe etliche Kolleginnen (gehabt), die in verschiedenen Schulformen unterrichtet haben oder irgendwann in die Grundschule gewechselt haben, z.T. schon vor etlichen Jahren, als die Inklusion noch nicht einmal im Gespräch war.
        ALLE haben ausnahmslos gesagt, dass sie sich vorher nicht hätten vorstellen können, dass die Aufgabe so fordernd und die Vorbereitungszeit so extrem hoch sein würde.

        • Glauben sie, dass es keine Inklusion oder Flüchtlingskinder in den Klassen der anderen Schulformen gibt? Echt jetzt?

          Ich habe eigentlich gerade keine Zeit und Lust ausführlich zu schreiben (zu tun und Fussball), aber wenn sie von der Grundschulbildung so überzeugt sind, dann können sie ihre Schüler ja direkt zur Uni oder Ausbildung schicken.
          Scheinbar liegt es einfach nur an der Faulheit der Studenten, dass sie für höhere Schulformen ein Jahr länger und in den MINT-Fächern sogar durchschnittlich 5 Semester länger studieren als Grundschullehrerinnen, aber das Fachliche wird ja eh überbewertet.

          • Typisch Gymnasiallehrer, das Fach kommt zuerst und wer es nicht kann, muss halt schlechte Noten kassieren oder die Schule verlassen. Sehe ich jetzt aus Muttersicht, da hat sich doch an individueller Förderung seit meiner Schulzeit nichts getan. Frontalunterricht und „wer es nicht verstanden hat, hat jetzt ein Problem.“ Zitat eines Lehrers meiner Kinder….jüngerer Jahrgang als ich zumindest.

          • Ich habe nichts dagegen, wenn Grundschullehrer länger studieren, dann erspart man sich die unzähligen Fortbildungen, die man immer wieder draufsatteln muss, um professionell auf die Heterogenität der Schülerschaft zu reagieren.

          • Was hat das mit dem zu tun, was ich sagte?
            Es ging einzig um die Frage warum Grundschullehrer anders eingruppiert werden als ihre Kollegen von den Haupt-/Realschulen und den Gymnasien.

            Ich denke doch, dass jeder Lehrer motiviert ist möglichst allen Schülern so viel beizubringen wie möglich und ja, natürlich kommen die Fächer zuerst, denn ich kann den Schülern keine Lust darauf machen und Interesse dafür wecken, wenn ich selber keine Lust darauf habe.

          • Also, in den südlichen Bundesländern sind Grund- und Hauptschullehrer gleich eingruppiert und sind oft beides (BaWü z.B.), die älteren Lehrer auf jeden Fall, denn da hat man auf das Lehramt für Grund- und Hauptschulen studiert. Also hinkt der Vergleich schon einmal, die Grundschullehrer auszugrenzen.

          • Das ist ja von Bundesland zu Bundesland unterschiedlich (das ist halt Förderalismus). In anderen Bundesländern (an denen ich mich in meinen Kommentaren orientiere, weil in meinem BL so ist) gibt es eine 3-Teilung nach Grundschule/Haupt- und Realschule/Gymnasium.

            Selbst wenn in ihrem BL Grund- und Hauptschullehrer das gleiche Studium haben (was ich persönlich ziemlich bedenklich finde), unterscheidet sich das Schülerklientel (ich schrieb bereits etwas dazu) jedoch schon stark. Es wird also nicht nur am Studium festgemacht, aber wenn sie so darauf erpicht sind, dann sollen in ihrem BL halt die Hauptschullehrer (ich hätte ihnen das Schmerzensgeld gegönnt) genauso wie Grundschullehrer eingruppiert werden. Sind sie nun zufrieden?

          • „Glauben sie, dass es keine Inklusion oder Flüchtlingskinder in den Klassen der anderen Schulformen gibt? Echt jetzt?“

            Nein,
            aber ich bin überzeugt davon, dass diejenigen Migranten, die es aufs Gym schaffen und dort bleiben dürfen, vermutlich in ihrer Erstsprache alphabetisiert sind, womöglich auch 1-2 weitere Sprachen beherrschen und eine mathematische Grundbildung mitbringen, die dem fachlichen Anspruch des Gymnasiums annährend entspricht.

            Zur Inklusion:
            Sicher. Die gibt es auch am Gym.
            Diskussionen dazu, dass die gymnasialen Klassen GERADE dazu prädestiniert sind, inklusive SuS aufzunehmen, gibt es ja auch.
            Aber Anzahl, Streuung und Anspruch dürften auch hier zu den i-Kindern in den Grundschulen weit auseinander driften.
            Oder sind sie täglich in allen Stunden in eigener und fachlicher Klasse involviert, mehreren i-Kindern mit unterschiedlichen Schwerpunkten zielgleich und zieldifferent mit und ohne Nachteilsausgleich Unterrichtsinhalte zu vermitteln?
            Wobei die SuS in meinem Bundesland in der Grundschule keine Rucksackstunden erhalten und man mit den 2 Std. wöchentliche Grundversorgung durch die FöS auskommen muss, wenn man Beratung, Hilfe oder Austausch möchte.
            Und wie viele Lernentwicklungsberichte – von Zeugnissen abgesehen – haben Sie in diesem Jahr in diesem Zusammenhang verfasst und an wie vielen Sitzungen zu Hilfeplänen, Jugendämtern, Sozialämtern, Therapeutengesprächen etc. haben sie hinsichtlich der Inklusion teilgenommen?
            Und wie viele Überprüfungen samt ausführlichen Berichten und immensen Aktenführungen haben sie durchgeführt, abgesehen von den Förderplänen und der Dokumentation der Lernentwicklung, die Sie ohnehin für jeden Ihrer SuS führen und den Eltern ausführlich erläutern?

    • Zitat:
      „Je jünger die Schüler, je einfacher. Es ist genau umgekehrt.“
      Vielleicht aber auch nicht. Es kommt auf den Lehrer bzw. auf die Lehrerin an. Manche gehen lieber in die jüngeren Jahrgangsstufen, manche lieber in die höheren Jahrgangsstufen. Eine Pauschalaussage ist dazu denke ich nicht möglich.

      Zitat:
      „Zumal Grundschüler viel heterogener sind als z.B. Gymnasiasten. Aber das wird hier außer GrundschullehrerInnen sowieso niemand nachvollziehen können.“
      Dazu ein Zitat einer Grundschullehrerin, die in einer 5ten Klasse Mathematik am Gymnasium unterrichtet: Dass nach einem Monat die Schere schon so weit aufgeht hätte sie nie gedacht.

      Zitat:
      „Typisch Gymnasiallehrer, das Fach kommt zuerst “
      Zunächst unterrichtet Lehrer an Gymnasien nun mal Fächer. Untersuchungen zeigen dass eine besssere fachliche Ausbildung mit einer besseren didaktischen Umsetzung im Unterricht korreliert. Wer als Fachlehrer sein Fach nicht liebt kann es auch nicht unterrichten. Aber auch für Gymnasien gilt: Wer Schüler nicht liebt, kann auch diese nicht unterrichten.

      Übrigens: Natürlich gibt es an Gymnasien schlechte Lehrer, aber die gibt es an den Grundschulen auch. Wenn eine Mathe-Probe an der Grundschule aus lauter gleichen Aufgabentypen besteht, dann kann damit doch nicht die Leistung eines Schülers ermittelt werden. Kapiert der Schüler eine Aufgabe nicht, kapiert er alle nicht.

  11. Wie viele Asperger Autisten schaffen es aufs Gymnasium? Eltern lassen Sie doch vergleichsweise in Ruhe, Sie wissen nicht, was bei uns läuft. Ich habe auch ein Universitätsstudium , 9 Semester und 2 Jahre Referendariat, Inklusion (6 Kinder) und Flüchtlinge, Normale , Hochbegabte, ADHS, ADS, Dyskalkulie, LRS, alle sind willkommen und bleiben bei uns. Hier erhöht sich niemand. Wir haben es nur satt, nicht als gleichwertig anerkannt zu werden. Von den Autisten kann man körperlich ganz schön angegangen werden. Stundenlange Sitzungen mit unwilligen Jugendämtern, die mehr Stunden für eine Lernbegleitung gewähren sollen und nichts bringen, zermürben einen. Schüler mit schlechten Leistungen können nicht einfach die Schule verlassen. Wir müssen uns um alle kümmern. Wenn die Eltern nicht einverstanden sind, behalten wir sämtliche Schüler mit speziellem Förderbedarf.

    • Eltern lassen also Gymnasiallehrer in Ruhe, wo es um eine zukünftige Studienbefähigung, unter Anderem zu prestigeträchtigen Studienfächern mit hohem NC, ihrer Schützlinge geht? Glauben sie das wirklich?

      Und seien sie doch froh, wenn sie Rückmeldungen von den Eltern bekommen und nicht, wie an manchen Brennpunktschulen, die Schüler sich selbst überlassen werden. [Beispiel gelöscht]. Noch Fragen?

      • @ MMeier: Mich stört am meisten ihre Bemerkung, dass Grundschullehrer sich selbst erhöhen.
        Wenn ihre ganze Arbeit unter dem Aspekt „ausreichend bezahlte Nebenerwerbstätigkeit für Hausfrauen“ gesehen würde, würde Sie das auch kränken. Außenstehende sehen nicht, was dahintersteckt.

        Als es in meinem Bundesland noch die Grundschulempfehlung gab, wurden wir regelmäßig von Anwälten bedroht. Wir hatten Angst vor amoklaufenden Eltern.

        • Da sollten sie wirklich drüber stehen, weil das, zumindest von mir, nicht so gemeint war und das sollten sie eigentlich auch wissen, weil sich derartige Sprüche jawohl jeder Lehrer, unabhängig von seiner Schulform, schon einmal anhören musste.

  12. @ ysnp, das sagen Sie, dass die verschiedenen Schularten als gleichwertig nebeneinander gesehen werden MÜSSEN, weil Sie das so wollen. 😉 Weil Sie aus DIESEM GRUNDE A 13 bekommen wollen.

    Ich sage Ihnen voraus, wenn das tatsächlich eintritt, werden die Gymnasiallehrer diejenigen sein, die dann A 14 wollen, weil sie es ungerecht finden werden, wenn sie das Gleiche bekommen wie die Grundschullehrer. Dann wird man sagen, dass keiner mehr ans Gymnasium will (als Lehrer), weil man ja „für den halben Aufwand“ an der Grundschule auch das gleiche Gehalt bekommen kann. ( = Das ist nicht meine Meinung, das wird man dann sagen! Vor allem jene, die meinen, man wird nur wegen dem guten Verdienst Lehrer.)

    Nun liest man wieder die Gründe von Seiten der Grundschullehrer, warum es an allen Schularten doch eigentlich das Gleiche sei. Gleichzeitig verwahren sie sich dagegen, dass Leute bzw. Lehrer, die keine Grundschullehrer sind, behaupten wollen, dass es nicht das Gleiche sei, denn die hätten keine Ahnung vom Grundschullehrerjob. Aber wieso maßen sich die Grundschullehrer an, die Arbeit eines Gymnasiallehrers beurteilen zu können – egal, ob fachlich oder pädagogisch oder methodisch-didaktisch? Warum dürfen sich die einen solche Aussagen erlauben, die anderen aber nicht?

    Es geht eben doch nur um die Kohle – und um sonst nichts.

    • So wie ich Sie und alle hier schreibenden Gymnasiallehrer (vielleicht schreiben ja auch Realschullehrer, doch die stehen ja bekanntlicherweise irgendwie dazwischen) verstanden habe, rechtfertigt die höhere Bezahlung das längere Studium und die höherwertige fachwissenschaftliche Vermittlung.
      So ist das ja auch bisher offiziell begründet.
      Möchten Sie noch weitere Gründe anführen, was Ihre niedrigere Debutatsverpflichtung plus ihr höheres Gehalt plus ihren funktionslosen dienstalterabhängigen Aufstieg in der Gehaltsklasse rechtfertigt?
      (Grund- und Hauptschullehrer haben bis auf Bayern immer dasselbe Gehalt, keine Aufstiegschancen und je nach Bundesland 28 oder 29 Stunden volle Unterrichtsverpflichtung.)

      • … bei diversen zusätzlichen Aufgaben und Ämtern, aber meist keinerlei zusätzlichen Stunden im System (Anrechnungsstunden/Topfstunden… wie auch immer sie genannt werden).

  13. ZITAT: „Wenn ihre ganze Arbeit unter dem Aspekt “ausreichend bezahlte Nebenerwerbstätigkeit für Hausfrauen” gesehen würde, würde Sie das auch kränken. Außenstehende sehen nicht, was dahintersteckt.“

    Das finde ich auch eine seltsame Argumentation. Niemand wird mehr „Nebenerwerbstätigkeit für Hausfrauen“ sagen, NUR WEIL die Grundschullehrer mehr verdienen. (?)

    In gleicher Logik bräuchte man nur den Polizisten mehr zu zahlen und schon würde niemand mehr „Bulle“ zu ihnen sagen. (?) Und in gleicher Logik sind alle Berufe, bei denen man nicht so viel verdient wie ein Gymnasiallehrer etwas „Minderwertiges“. (?) Und welche Berufe dürfen also eigentlich zurecht geringer bezahlt werden, weil sie „weniger wert“ sind – wenn sich doch die Wertigkeit eines Berufs in seiner Bezahlung ausdrückt?

    Warum fordern die Grundschullehrer solidarisch dann nicht auch A 13 für alle Erzieher? In gleicher Logik!

    Weil es ihnen nur um ihr eigenes Portmonee geht? Und um sonst nichts.

  14. Aber noch einmal möchte ich fragen:

    Wieso haben Grundschullehrer die Kompetenz, die Arbeit eines Gymnasiallehrers beurteilen zu können, aber Gymnasiallehrer sollen nicht die Kompetenz haben, die Arbeit eines Grundschullehrers beurteilen zu können?

    Darauf gab es noch keine Antwort von Ihnen, ysnp.

    • Ich frage mich, wo Sie herauslesen, dass ich geschrieben haben soll, dass Grundschullehrer die Kompetenz haben, die Arbeit von Gymnasiallehrern zu beurteilen. Ich hatte bisher eher das Gefühl aus Ihren Äußerungen, dass Sie das für sich beanspruchen.

  15. ZITAT ysnp: „Ich halte Lehrer anderer Schularten für nicht kompetent sich ein Urteil über die Arbeit von Grund- und Hauptschullehrern zu bilden, sofern sie dort nicht schon selbst unterrichtet haben.“

    Och menno, wieso muss ich das mühselig heraussuchen? Wissen Sie nicht mehr, was Sie geschrieben haben? (Oder war es ein Tippfehler?) 😉

    Wenn Sie die Lehrer anderer Schularten für nicht kompetent halten, sich ein Urteil über die Arbeit von Grundschullehrern anzumaßen. Wieso maßen Sie sich als Grundschullehrer (?) dann an, sich ein Urteil über die Arbeit der Gymnasiallehrer ( = machen auch nichts anderes als die Grundschullehrer) anzumaßen? Ich meine, Sie und andere Grundschullehrer – die sich mehr oder weniger als solche zu erkennen geben – erzählen das doch hier die ganze Zeit über.

    • Bitte lesen Sie meine Antwort vom 23.6. 23 Uhr nochmals genau:
      Zitat:
      „Ich frage mich, wo Sie herauslesen, dass ich geschrieben haben soll, dass Grundschullehrer die Kompetenz haben, die Arbeit von Gymnasiallehrern zu beurteilen.“
      So und jetzt nochmals deutlich:
      1) Ich meine, dass jeder Lehrer, der nicht in der Schulart selbst unterrichtet hat, die Arbeit dort wirklich beurteilen kann.
      2) Das heißt z.B. können Gymnasiallehrer nicht die vielfältige über das Fach hinausgehende Arbeit von Grundschullehrern beurteilen, was in diesem Forum z.B. von Ihnen selbst geschehen ist. Im Arbeitsplatz Grundschule spielen viel mehr Faktoren hinein – viele wurden ja von KollegInnen oben beschrieben – und die kann man von außen höchstens erahnen, aber was das wirklich heißt, wissen nur Insider.
      3) Ebenso heißt das, dass auch ein Grundschullehrer nicht die fachliche Arbeit von Gymnasiallehrern beurteilen kann, was ich hier nicht gemacht habe. (Deswegen sollten Sie mir diesbezüglich ein Zitat von mir nennen, ich weiß von keinem.) Da sich ja gerüchteweise an Gymnasien im Laufe der Zeit wenig geändert hat, können wir, da wir ja alle auf dieser Schule waren, erahnen, wie es dort gemacht wird. Doch ich selbst denke, die Gymnasien, sollen machen, was sie wollen. Deswegen schreibe ich so gut wie nie Kommentare zu Dingen, die Inhalte an Gymnasien betreffen und die Insiderwissen erfordern. Ich lese allerdings die Artikel zu anderen Schularten, weil mich interessiert, wohin der bildungspolitische Weg wohl führt.
      4) Wenn es Bemerkungen über den Vergleich gibt, dann beziehen sich diese auf das Fachwissenschaftliche, was allgemein bekannt ist. Da wir ja u.a. auch fachwissenschaftlich studiert haben, wissen wir ja, wie Fachwissenschaft weiter betrieben wird.

  16. Wie können Sie aber mit „gleicher Lohn für gleiche Arbeit“ argumentieren, ohne damit automatisch zu sagen, dass Gymnasiallehrer nichts anderes tun als Grundschullehrer? Das ist doch der Punkt die ganze Zeit. Beide tun ANGEBLICH das Gleiche, deshalb sollen beide das Gleiche verdienen.

    Damit maßen Sie sich ein Urteil über die Arbeit des Gymnasiallehrers an – verwahren sich aber dagegen, dass Nicht-Grundschullehrer sich ein Urteil über die Arbeit der Grundschullehrer anmaßen (siehe ZITAT !).

    • Ich habe extra meine Ausführungen nochmals nachgelesen. Wo soll ich mit diesem Argument „gleicher Lohn für gleiche Arbeit“ argumentiert haben? Ich und auch andere KollegInnen auch schrieben von den schulartspezifischen Gegebenheiten und Aufgaben, die leider unterschiedliche Wertschätzung erfahren.
      Wenn jemand mit diesem Schlagwort argumentiert, dann meint er wohl das in dem Sinn, dass „Lehrer“ immerhin eine Berufsgruppe ist.

  17. ZITAT Mississippi: „Wenn Erzieher ein Abitur, Studium und Referendariat absolvieren, habe ich nichts dagegen.“

    Also sollen alle mit Abitur, Studium und Referendariat das Gleiche verdienen?

    • Ja.

      Der Master of Engeneering wird mit Zweitem Staatsexamen unabhängig davon ob er seinen Masterabschluss an einer TH/TO oder einer Hochschule für angewandte Wissenschaften gemacht hat, mit A13 in den höheren Dienstübernommen.

      Zur Übernahme in den gehobenen Dienst reichen der Bachelor und die erfolgreich abgeschlossene Anwärterzeit.

      • Das ist aber auch nur die halbe Wahrheit.

        1. Es gibt Stellen, die bedürfen einer Mindestqualifikation, um überhaupt genommen zu werden. Beispielsweise benötigt ein bestimmter Ingenieursposten mindestens einen Masterabschluss. Da braucht sich ein Bachelor nicht bewerben.

        2. Gibt es Ingenieursposten, die mindestens einen Bachelor als Zugangsvoraussetzung haben. Da kann sich der Master auch drauf bewerben und wird trotzdem als Bachelor entlohnt, würde er genommen.

        3. Dann gibt es im ÖD unterschiedliche Dienstposten, die alle Master als Zugangsvoraussetzungen haben und trotzdem unterschiedlich entlohnt werden, weil sich die Tätigkeiten unterscheiden, Belastungen nicht haben/haben und benötigte Fähigkeiten gebraucht werden.
        Der restliche ÖD ist in der Hinsicht sogar noch krasser als er es bei der Lehrerschaft ist, denn da wird durchaus nicht nur zwischen Grundschule und Gymnasium, sondern sogar zwischen Deutsch und Physik unterschieden.

        • Darum geht es doch nicht.

          Vorausetzung für den höheren technischen Staatsdienst:
          Masterabschluss + 2. stEx

          Voraussetzung für den gehobenen technischen Staatsdienst Bachelorabschluss + 2. StEx.

          Die Übernahme in den gehobenen Dienst mit Masterabschluss wird von den Personalräten verweigert, da kein Verdrängungswettbewerb stattfinden soll.

          • Doch, genau darum geht es.

            Solange die Krankenschwester nicht operieren darf, egal ob sie nun Master of Nursing ist, wird sie auch weniger verdienen als ein Arzt.

            Solange Assembler- u. Javaprogrammierung anspruchsvoller ist als Netzwerkadministration, solange wird der Informatiker mehr verdienen als sein Kollege, egal ob beide Master of Science sind.

            Solange Grundschullehrer ein kürzeres Studium haben und fachlich weit unterhalb dessen unterrichten, was ihre Kollegen anderer Schulform (eventuell auch unter zusätzlichen anderen Belastungen, die an einer Grundschule (zur Erinnerung: Hauptschullehrer zähle ich nicht dazu, was mir ja vorgeworfen wurde) so viel seltener auftreten) erbringen müssen, verdienen sie solch eine gleiche Eingruppierung schlicht nicht. Da braucht ein Studium dann auch nicht künstlich verlängert werden.

            Aber vielleicht bin ich ja wirklich etwas streng, aber seit meinen Erlebnissen mit Grundschullehrerinnen an der Uni (nach nettem Augenaufschlag gab es für die ‚Püppies‘ auch schon mal die Prüfungsfragen vor der Prüfung; mehr Interesse daran Kinder zu betüdeln als ihnen etwas beizubringen – wenn das Fachliche nervt o. zu schwer ist, dann wird einfach das Schlagwort ‚Empathie‘ in den Ring geworfen usw.), hat ihr Bild bei mir tatsächlich sehr gelitten.

          • Der Kern ist, dass GrundschullehrerInnen eben NICHT fachlich weit unterhalb dessen unterrichten, was ihre KollegInnen anderer Schulformen erbringen müssen.

            Sie sind fachlich an der Uni genauso gut ausgebildet – die meisten dürften auch Unterricht bis Klasse 10 erteilen – UND ZUSÄTZLICH spezialisiert darin, Kindern zunächst das Lernen, das System Schule und weiteres zu vermitteln.
            Entgegen der Lehrkräfte anderer Schulformen können sie auf das zurückgreifen, was aus Elternhaus und Kindergarten mitgebracht wird… aber nicht darauf, dass Kinder bereits Lesen, Schreiben oder Rechnen können.
            Grundschullehrerinnen berücksichtigen Entwicklungsunterschiede von mehr als 3 Jahren und stark heterogene Klassen mit vielfältigsten Schwierigkeiten (s.o.). Kinder mit speziellen Bedürfnissen sind in der Grundschule keine Seltenheit, sondern in jeder Klasse mehrfach vertreten – zumindest in den meisten Einzugsgebieten. GrundschullehrerInnen übernehmen durch die Inklusion nun ebenfalls zusätzlich die Aufgabe der Sonderpädagogen, die vielerorts eingespart werden.
            Mehrfach differenzierte Unterrichtsformen sind unerlässlich beim gleichzeitigen Unterricht dieser SuS, die auf unterschiedlichstem Niveau mit verschiedenen Materialien lernen – gleichzeitig, nebeneinander, auch miteinander.
            Vergleichbar wäre es ggf., wenn man anführt, dass in einer Klasse am Gym SuS sitzen, die Leistungskursniveau bringen sollen, und gleichzeitig welche, die gerade die 7./8. Klasse mit schwachem Zeugnis erreicht haben.

            Dass jemand mit teil-pädagogischer Ausbildung und vermeintlich wissenschaftlichem Studium das nicht reflektieren kann, verstehe ich übrigens nicht.

            @MMeier: Wenn dein Bild von ´Püppies´ im Studium so gelitten hat und im Verlauf wie vieler Jahre auch immer nicht revidiert werden konnte, empfehle ich ein Praktikum in einer Grundschule. Während der Sommerferien hat man in anderen Bundesländern gute Möglichkeiten, zu hospitieren und sich einen Eindruck zu verschaffen.

          • Rein fachlich ist 1+1=2 etwas anderes als 3x+1=4. Allerdings unterrichten Grundschullehrer so gut wie jedes Fach. In diesem Sinne unterrichten Grundschullehrer tatsächlich unter den Anforderungen der weiterführenden Schulen egal welcher Schulform, jedoch sehr viel breiter gefächert. Ferner ist der pädagogisch-didaktische Anteil (noch) höher als in der weiterführenden Schule.

            Die Arbeit als Grundschullehrer kann man also kaum mit der als Lehrer an der weiterführenden Schule vergleichen.

            Dieser Beitrag versucht noch nicht einmal, die unterschiedlichen Einkommen zu begründen.

          • Zitat:
            „Der Kern ist, dass GrundschullehrerInnen eben NICHT fachlich weit unterhalb dessen unterrichten, was ihre KollegInnen anderer Schulformen erbringen müssen.“

            kommt aufs Bundesland an.
            In Bayern ist das Studium für Realschullehrer fachlich weit unterhalb dessen, was von Gymnasiallehrern gefordert wird.

          • @Griasdi

            In NRW war es zu meiner Studienzeit so, heute wahrscheinlich immer noch. Die angehenden Grund- und Realschullehrerinnen (die Veranstaltung besuchten hauptsächlich Studentinnen) konnten von den Mathematikaufgaben die einfachen Rechenaufgaben mit Zahlen, bei Rechenaufgaben mit Buchstaben wurde es schon dünn und Beweise gingen garnicht. Das Niveau der Veranstaltung, die erste nach der Zwischenprüfung, entsprach einer abgespeckten Version der aus meinem zweiten Semester.

            (Die Vorlesung habe ich ganz am Ende meines Studiums aus Neugier gehört, weil ich wissen wollte, wie Fachwissenschaft in der GHR-Abteilung so läuft.)

          • Als Grundschullehrer hat man zusätzlich fachspezifisch studiert. Und zwar auf einem Niveau nach dem Abitur.
            So nebenbei zur fachwissenschaftlichen Qualifikation:
            Mein Studium liegt schon sehr lange zurück. Ich habe noch ein Allroundabitur vor der Einführung der Oberstufenreform. Meine studierten Fächer (ich habe 2 intensiv studiert) haben nahtlos an das Abitur, das ich in diesen Fächern gemacht habe, angeschlossen und diese weitergeführt und in einem dieser Fächer habe ich nach fachwissenschaftlichem Studium die Abschlussarbeit gemacht. (Auch bei mir ist es ähnlich wie bei mama51; in meinen Fächern konnte ich in der weiter zurückliegender Vergangenheit, als es noch schulartübergreifende Lehrpläne gab, die ziemlich gleichgeschaltet waren, bis Klasse 10 in HS, RS und meines Wissens auch am Gy eingesetzt werden. Aber das tut jetzt nichts zur Sache, das ist vergangen.)
            Mal so rein theoretisch angedacht: Was hindert eigentlich jemanden, der sein Fach auf Hochschulniveau studiert hat, dieses bis zum Abitur, das ja qualitativ unter einem Hochschulniveau liegt, zu unterrichten?

          • Was soll der Blödsinn ärztliche und pflegerische Tätigkeiten egal mit welchem Abschluss vergleichen zu wollen? Hier werden Äpfel mit Birnen verglichen.

            Bei der von mir aufgezeigten Bedingungen geht es um gleiche Berufsfelder und der Eingruppierung aufgrund unterschiedlicher Abschlüsse. Gäbe es einen Lehramtsabschluss mit Bachelor, wäre die Eingruppierung nach bestandenm Vorbereitungsdienst in A9 ja nicht zu beanstanden.

          • „Dieser Beitrag versucht noch nicht einmal, die unterschiedlichen Einkommen zu begründen.“
            Doch, versucht er.
            Aber gelten gelassen wird nur das Argument, dass Gymnasiallehrer in ihren 2 Fächern inhaltlich mehr studiert hätten und deshalb ihre Arbeit höher zu bewerten sei.

            Alle weiteren Studieninhalte und Tätigkeiten sind Gymnasiallehrkräften offenbar so fremd, dass sie sie offenbar nicht erfassen und einordnen können.

          • Ich werde auch das Gefühl nicht los, dass die Besoldungs-/Eingruppierungsregelungen eine Statusfrage für Die „Räte“ sind. Der Besoldungsunterschied gaukelt denen vor, das sie meinen etwas „Besseres“ zu sein.

            Wie gering der tatsächliche Unterschied ist, kann man im schulalltäglichen Leben einer GeS sehen. Da unterrichten in der SekI Lehrkräfte mit Lehramt GHR – respektive dessen Vorgängern – mit Schwerpunkt Primarstufe und Schwerpunkt HS/RS einträchtig neben Lehrkräften mit Lehramt GY/BK.

            Bei akutem Fachlehrermangel gestattet die Bez.-Reg. sogar den Einsatz von Lehrkräften mit Lehramt GHR in der EF – also am Beginn der GOSt.

            Wenn es bezogen auf die Qualität des Unterrichtes in der sekI Unterschiede gibt, dann sind sie von vielen Faktoren abhängig aber am wenigsten vom erworbenen Lehramt. Es gibt auch Studienräte die da sauschlechten Unterricht machen – genauso wie es Lehrer gibt, die es nicht optimal machen.

            Wenn nicht gerade Abiprüfungen sind bzw. Oberstufenkorrekturen anliegen, berichten Kollegen der Ratsfraktion im allgemeinen, dass sie den Unterricht in der GOSt eher entspannend finden im Gegensatz zum Alltagsk(r)ampf in der SekI. Und das wohlgemerkt an einer GeS und nicht an einem GY.

  18. Liebe Damen und Herren, liebe Kolleginnen und Kollegen,
    WIR werden das Problem nicht lösen (können) – zu unterschiedlich sind die Voraussetzungen, unter denen hier argumentiert wird.
    Aber nur eines: Ich bin seit fast 40 Jahren im hessischen Schuldienst, mit einer Ausbildung, die es heute längst nicht mehr gibt. Ich wurde von Anfang an nach A 12 bezahlt, egal, ob ich in der Hauptschule, Realschule, Grundschule oder dem Gym (bis Klasse 10) unterrichtet habe. Da war ich überall, jeweils für einige Jahre.
    NUR: In der Realschule war meine Unterrichtsverpflichtung 27 Std., im Gym >>> 24 Std., in der Hauptschule >>> 26 Std., in der Grundschule >>> 29 Std…..
    UND: Es geht doch wirklich nicht nur um die Knete – Die Bezahlung ist jedoch EINE (die einzige!) Möglichkeit der Anerkennung des „Arbeitgebers“ für die (überall) schwierige Arbeit (aller!!!) Bediensteten im Schuldienst.
    Und wenn das „Land“ (welches BL auch immer) die Leistungen seiner LehrerInnen nicht angemessen, also durch einheitliche Bezahlung, würdigt, wie sollen dann Eltern unsere Arbeit wertschätzen? >>> „Die verdienen ja eine Gehaltsstufe weniger, ja, dann kann das ja nicht genauso viel wert sein, wie die Arbeit der höher bezahlten LK….“- DAS ist der Tenor, um den es hier geht.

  19. Die Gymnasiallehrer reiten immer so auf ihrem höheren Fachwissen herum. Ist das denn so schwer für euch??? Ihr habt es doch lange studiert, wie ihr immer betont. Für die Grundschulkinder sind die 4 Fälle genauso schwierig wie für die Gymnasialkinder eine Gedichtinterpretation. Beherrscht man den Stoff, ist die Vermittlung im Gymnasium doch nicht schwieriger.

    • Bitte entschuldigen Sie, dass immer auf dem Fachwissen herumgeritten wird.
      Sie liegen natürlich absolut richtig.
      Durch die Angleichung der Studienzeiten und ohne Berücksichtigung der Inhalte sind Grundschullehrkräfte und Gymnasiallehrkräfte gleich zu behandeln.
      Es interessiert nicht, ob das Studium fachlich gesehen anspruchsvoller ist.
      (Während meiner Studienzeit haben Grundschullehrkräfte im Hauptstudium fachwissenschaftlich das gelernt, was eine Gymnasiallehrkraft im Grundstudium zu lernen hatte.)
      Es interessiert nicht, ob die Arbeitszeit unterschiedlich ist oder einen anderen Anspruch hat.
      (Lehrplangestaltung und Korrekturen von Klausuren sind auf einem Gymnasium genauso zu bewerten wie die Gestaltung und Korrekturen an Grundschulen.)
      Folgt man Ihrer Argumentation, so müsste man ja alle vergleichbaren Berufe ebenfalls gleich bezahlen –
      Köche in 3- oder 5-Sterne-Restaurants gehen ja prinzipiell der gleichen Aufgabe nach,
      ob ich in der dritten Liga, in der zweiten oder in der ersten Liga Fußball spiele, sollte ja egal sein, denn alle laufen nur einem Ball hinterher,
      und ein Kommunalpolitiker sollte den gleichen Lohn bekommen wie die Bundeskanzlerin.

      • Wenn es so wäre, wie Sie es darstellen, warum werden dann – anders als in der anderen Berufen – promovierte Kollegen genauso eingruppiert wie nicht promovierte Kollegen?

        Wer Lehramt GY/BK studiert und mit zweitem StEx abgeschlossen hat, wird – wenn er überwiegend in der SekI eingesetzt ist – auch nicht in A13 sondern A12 eingruppiert.

        Es geht bei der Eingruppierung also gar nicht um den Berufsabschluss sondern um das Einsatzgebiet innerhalb der Schule. Und da gilt „Kurze Beine = geringeres Entgelt“.

      • Sie werden Lachen, mancher OB einer Großstadt hat de facto mehr Einkommen als die BK‘.

        Die Tatsache, dass ein Restaurant mehr Sterne hat als ein anderes, heißt eben nicht, dass die Angestellten anders bezahlt werden. Selbst wenn der Inhaber eines 5-Sterne-Restaurantes ein höheres Renomee hat als der eines 3-Sterne-Ladens, heißt das eben nicht unbedingt, dass er einen höheren Gewinn erzielt als der 3-Sterne-Laden. Die höheren Kosten seines Ladens bzgl. Personal und Material steigern zwar den Umsatz, nicht aber den Gewinn.

        • Schade, ich dachte, Sie verweisen darauf, dass sich 3- und 5-Sterne-Restaurants ihre Sterne verdienen und Politiker keine Ausbildung machen müssen.
          Es ist mir schwer gefallen ein geeignetes Beispiel zu finden, dass die grundlegende Idee verdeutlicht, die immer wieder gerne ignoriert oder abgetan wird:
          Das fachliche Studium für Lehrkräfte, die bis zum Abitur unterrichten, ist zwar nicht länger als das anderer Lehramtsanwärter, aber dafür anspruchsvoller.
          Das hat zur Folge, dass man zur Erlangung der entsprechenden Fakultas größere Bemühungen anstellen muss.
          Das Argument der vergleichbaren Studienzeit ist folglich nur ein Scheinargument.
          Sonst dürfte doch jede Lehrkraft jedes Fach unterrichten, weil die Studienzeit gleich lang war.
          Ansonsten müsste ein Gymnasiast nach G8 ja auch schlechter auf das Abitur vorbereitet sein als ein Jugendlicher nach G9.
          Der Unterschied ist – wie sie selber anführen – die Möglichkeit das Abitur abnehmen zu dürfen.
          Das unterscheidet die Lehrkräfte an GS, HS und RS von den der GesS und der Gym.

  20. @MMeier: Unglaublich, wie herablassend sie sich über Grundschullehrerinnen äußern. Wo haben Sie überhaupt studiert? Bei uns ging so etwas nicht.

    Heutzutage wird jeder Grundschullehrerin geraten, zusätzlich noch DaZ zu studieren. Das verlängert das Studium automatisch um 2 Semester und beinhaltet Auslandspraktika, die Geld kosten. Ich weiß es, weil meine Tochter es gerade studiert.

    • Abgesehen von dem von Ihnen identifizierten herablassenden Ton, liefern Sie keine brauchbaren Gegenargumente bezüglich der fachlichen Qualifikation.
      Lehrkräften von weiterführenden Schulen wird DaZ ebenfalls ans Herz gelegt.
      Ich gehöre selber zu den Lehrkäften, die mittlerweile aufgrund von intensiver und langanhaltender Ausbildung drei Fächer voll bis zum Abitur unterrichten dürfen – abgesehen von der Tatsache, dass ich in der Mittelstufe auch angehalten bin weitere Fächer zu unterrichten, um den Unterricht aller SuS sicherstellen zu können.
      Die Anforderungen diessbezüglich sind hoch – für alle LuL und nicht nur Grundschullehrkräfte.

  21. Da wundert man sich doch, dass hier niemand den Sonderschullehrern ihr A13 abspricht. Inder benachbarten Schule kommen viele Kinder im Zahlenraum nie weiter als bis 6 (geistig Behinderte) und lernen auch kaum lesen und schreiben.

  22. Ein Drittel meiner Arbeitszeit verbringe ich in manchen Schuljahren gleichzeitig mit einer Sonderschulkollegin und denselben Kindern im selben Klassenzimmer (z.B. 19 Grundschulkinder, 6 geistig Behinderte). Der Unterschied ist folgender: Ich schreibe in einem Schuljahr ca. 40 Klassenarbeiten, sie macht einfache Einzeltests. Die restlichen zwei Drittel bin ich mit dem heterogenen Haufen allein (inklusive Flüchtlingen). Meine Kollegin bekommt in den restlichen zwei Dritteln Unterstützung durch eine zweite Sonderschullehrerin und eine FsJlerin für ihre 6 Kinder. Ach ja, sie liegt auch eine Gehaltsstufe über mit. Wir rechnen bis 1000000, sie bis 6. Fachliche Qualifikation?

    • Nicht, dass ein falscher Eindruck entsteht: Die Doppelbesetzung kann nur entstehen, wenn man mehrere Kinder mit GE-Unterstützungsbedarf in der Klasse hat. In meinem Kind gibt es für diesen Fall pro Kind 5 Std. zusätzliche Versorgung.
      Förderschüler mit den Bedarfen Lernen, Sprache und Soziale-Emotionale Entwicklung bekommen (in meinem BL) in der Grundschule keine ausgewiesenen Stunden pro Kopf… und von den (per Erlass bestimmten) 2 Std. pro Klasse pro Woche werden viele nicht erteilt und nicht ersetzt.
      Von den 26 Std. einer 3./4. Klasse hat man also genau 1-2 Std. Unterstützung… den Rest regelt die Grundschullehrerin.

  23. Bei mir handelt es sich um geistig Behinderte mit Down-Syndrom, Kanner-Syndrom usw.

  24. Dass GHS Lehrer mehr unterrichten und geringer bezahlt werden, ist für die Bundesländer auch ein Sparmodell. Ja, und der Lehrermangel an Grund- und Hauptschulen wird bundesweit immer eklatanter. Warum wohl? Berlin und NRW suchen schon mit verzweifelten Methoden Grundschullehrer, in Bayern versucht man „überschüssige“ Bewerber für RS oder Gy für die Mittelschulen zu bewegen, was wahrscheinlich nicht der Hit wird, so lange die finanziellen Gegebenheiten und Unterrichtsverpflichtungen so unterschiedlich sind.
    Im Übrigen gebe ich, nachdem ich mich jetzt einmal über die aktuellen Studiengänge in der Lehrerausbildung informiert habe, dickebank Recht. Inzwischen machen alle Lehramtsstudierende von Primarstufe bis Gymnasium einen Bachelor und anschließend einen Masterabschluss mit ähnlicher Regelstudienzeit, nach dem Master ist in allen Studiengängen eine Doktorarbeit möglich. Dass die Studien für die unterschiedlichen Schularten/Stufen qualitativ hochwertig sind, da müssen die ausbildenden Institute wie Uni und PHs in die Pflicht genommen werden (und nicht nur, wie inzwischen der Trend zu sein scheint, zu viele abgeordnete Lehrer beschäftigen, sondern eine gesunde Mischung von beidem.)
    Es muss mit allen Argumenten, die zusammengetragen wurden, darauf hinauslaufen, dass alle Lehrer mit dem gleichen Gehalt bundesweit einsteigen und von den Karrierebedingungen muss es ähnlich sein; Leistung muss honoriert werden. Über das Prozedere muss man sich freilich auseinandersetzen. Und es sollte so sein, wie mama51 so schön schrieb, dass dieser Beruf, egal in welcher Form und Jahrgangsstufe er ausgeübt wird, von den Arbeitgebern wertgeschätzt wird und somit eine weitreichende Signalwirkung davon ausgeht, denn Lehrer haben eine wichtige Funktion in der Gesellschaft.

    • Drücken Sie Sich bitte deutlicher aus oder überlegen Sie, was Sie da schreiben:

      „Inzwischen machen alle Lehramtsstudierende von Primarstufe bis Gymnasium einen Bachelor und anschließend einen Masterabschluss mit ähnlicher Regelstudienzeit“
      Was hat denn die Regelstudienzeit mit der Tätigkeit zu tun?
      Was sagt sie über die Inhalte aus?
      Warum glauben Sie denn, gibt es so wenige Lehrkräfte in MINT-Fächern? Das hängt mit den Inhalten der Studiengänge zusammen und deren unterschiedlichen Schwierigkeitsgraden.

      „Dass GHS Lehrer mehr unterrichten und geringer bezahlt werden“
      Mit wem vergleichen Sie denn da?
      Reden Sie nur von der Unterrichtsverpflichtung und vernachlässigen andere Dinge wie Korrekturen?

      „egal in welcher Form und Jahrgangsstufe er ausgeübt wird, von den Arbeitgebern wertgeschätzt wird und somit eine weitreichende Signalwirkung davon ausgeht, denn Lehrer haben eine wichtige Funktion in der Gesellschaft.“
      Hier stimme ich Ihnen zu. Respekt und Achtung sind eigentlich selbstverständliche Bestandteile des Lehrerberufs. Was Sie durch Ihre Ausführungen aber voranzutreiben versuchen, ist die gleiche grüne Ideologie, die zur Entwertung des Abiturs führt.
      Alle sind gleich und alle haben es schwer – besonders die Grundschullehrkräfte, die deshalb „gleicher“, weil man sich über alle ein Urteil erlauben darf außer über sie.

      • Mit der Tätigkeit hat es nichts zu tun, das stimmt, ich wollte nur auf die Abschlüsse, die ja auch angeführt wurden, eingehen.
        Studienzeit: Die längere Studienzeit und ein qualitativ höherer Abschluss wurde als Grund angeführt. Doch ist inzwischen nicht Masterstudium gleich Masterstudium?
        Mit den MINT Fächern gebe ich Ihnen Recht. Doch es gibt ja auch andere Fächer.
        Mehr unterrichten: Ich meine, dadurch, durch die höhere Unterrichtsverpflichtung der GHS Lehrer, ist der Korrekturaufwand einiger Fächer ausgeglichen. An anderer Stelle führte ich die Dreifachvorteile auf: geringere Stundenzahl, höheres Gehalt, Karrieremöglichkeiten ohne Funktionsamt. Für mich sind das zu viele Vorteile gegenüber anderen Schularten. (Sorry, die anderen Argumente habe ich schon geschrieben, möchte ich jetzt nicht nochmals wiederholen.)
        Gehört zwar jetzt nicht zur Argumentationskette, doch ich möchte in Bezug auf spezifischem Aufwand in der Primarstufe zu den Vorbereitungen, die der heterogenen Klasse Rechung tragen muss, Korrekturen, tägliche, differenzierte Hausaufgabenkontrollen durch den Lehrer, Kontrollen von Aufgaben des offenen Unterrichts und Rückmeldungen an die Schüler, Zuteilung von differenzierenden Aufgaben an die Schüler, Elterngesprächen, Gesprächen mit diversen Experten wie Schulpsychologen, Schulberatungen usw. und schulinterne Dinge, die Lehrer anderen Schularten ebenso haben, noch anführen: Das Schreiben der Berichtzeugnisse bis ins 4. Schuljahr, zweimal pro Schuljahr, pro Schüler bis zu 2 Stunden, bis alles fertig ist oder das Führen von Lernentwicklungsgesprächen statt Zeugnis, Aufwand ca. 1,5 Stunden, das regelmäßige verpflichtende Aufschreiben von Schülerbeobachtungen…

    • @ ysnp
      Danke! Da hat mich jemand verstanden 🙂

  25. Ups, seit ich das letzte Mal hier reingeschaut habe, ist so viel geschrieben worden, dass ich selbst nicht auf alles eingehen will. Andere haben das schon getan und ich solidarisiere mich mit ihnen.

    Wenn Sonderschullehrer mit A 13 bezahlt werden, sehe ich das eben als inhaltlichen Aspekt ihrer Arbeit und eben nicht nur auf den Fakt bezogen, ein 2. Staatsexamen absolviert zu haben – wie die Grundschullehrer hier gerne argumentieren (gleicher Abschluss = gleiches Gehalt, unabhängig von den Inhalten und dem Aufwand).

    Die Grundschullehrer jammern hier ständig, dass sie so viel zu tun hätten und das keiner wertschätzt. Doch, das gute Gehalt eines Lehrers in Deutschland ist eine Wertschätzung für die geleistete Arbeit, denn ein Lehrer in Deutschland verdient nicht schlecht, sondern gut! Das nicht zu sehen und nur nach jenen zu schauen, die noch mehr bekommen, halte ich einfach nur für ausverschämt. Einerseits sollen Gymnasiallehrer sich kein Urteil darüber erlauben, was ein Grundschullehrer zu tun hat und was nicht; andererseits sagen die Grundschullehrer den Gymnasiallehrern ständig, dass sie ja auch nicht mehr tun. Die einen können das einschätzen, die anderen nicht.

    Wer behauptet, dass es keinen Unterschied macht, ob man einen halbseitigen Aufsatz einer 3. Klasse oder einen 10-seitigen Aufsatz einer 11. Klasse zu korrigieren hat, ist einfach nur ignorant. Aus meiner Sicht zumindest. Entschuldigung, aber ich kann nicht begreifen, wie man das so penetrant kleinreden kann. Es ist ein Unterschied. Ein gewaltiger! Und auch nicht nur zeitlich!

    • @sofawolf
      In welcher Schulart unterrichten Sie?
      In verschiedenen Foren schreiben Sie anders. Mal hat man den Eindruck, Sie wären Grundschullehrer, dann wieder Realschullehrer, dann wieder Gynmasiallehrer.
      Das, was Sie schreiben, ist Ihre Meinung. Es wurde genug von verschiedenen Aspekten her argumentiert und die Arbeit und Ausbildung von Primarstufenlehrern beleuchtet. Der Leser mag sich selbst seine eigene Meinung bilden.
      Dass Sie behaupten, Drittklässler bringen nur einen halbseitigen Aufsatz zusammen, dem ist nichts hinzuzufügen.

  26. Um es noch einmal deutlich zu sagen, ich hätte kein Problem damit, wenn die Grundschullehrer aufgrund gestiegener Anforderungen in ihrem Beruf eine deutliche Gehaltserhöhung bekommen oder sogar A 13, nur DANN finde ich, müssen die Gymnasiallehrer A 14 bekommen – wegen des zeitlichen und inhaltlichen Mehraufwandes.

    Ich neide Ihnen keine Gehaltserhöhung, wie manche in letzter Not immer wieder zu unterstellen versuchen, ich sage nur, das es zwischen beiden Berufsgruppen deutliche zeitliche, inhaltliche, pädagogische (wie immer man das nennen mag) Unterschiede gibt, die einen Unterschied im Verdienst rechtfertigen!

    Und ich finde nicht, dass Lehrer schlecht bezahlt werden und keiner ihrer Arbeit wertschätzt und dass nur das Gehalt Ausdruck von Wertschätzung ist !

    • „… ich sage nur, das es zwischen beiden Berufsgruppen deutliche zeitliche, inhaltliche, pädagogische (wie immer man das nennen mag) Unterschiede gibt …“
      Also ich interpretiere das so:
      Gymnasiallehrer investieren mehr Zeit in ihre berufliche Aufgaben, müssen inhaltlich anspruchsvoller arbeiten und an sie wird ein höherer pädagogischer Anspruch gestellt oder sind die besseren Pädagogen.
      Oder habe ich da etwas falsch verstanden?

    • “ ich sage nur, das es zwischen beiden Berufsgruppen deutliche zeitliche, inhaltliche, pädagogische (wie immer man das nennen mag) Unterschiede gibt,“

      japp, genau, richtig erkannt

      Das Entscheidende bei der Debatte bleibt, dass genau diese Unterschiede unterschiedlich bewertet werden:

      Seit Jahren ohnehin und mit den hinzugekommenen Aufgaben erst recht leisten Grundschullehrkräfte unendlich viel hochwertige Arbeit, weisen mehr Unterrichtsstunden und mehr Aufgaben und mehr Fachwissen vor – nicht allein in studierten Fächern, wie auch in Pädagogik und Psychologie, in erweiterten Fächern + Sonderpädagogik +Integration +Inklusion.

      Und während bei Gymnasiallehrkräften ihre zusätzliche Qualifikation in der (nun nicht mehr) längeren Studienzeit begründet wird und darin, dass sie SuS unterrichten, die hohe Qualifikation und Intelligenz mitbringen, wird der Beruf der Grundschullehrerin mit den zusätzlichen Notwendigkeiten klein geredet, weil die SuS klein sind und weil viele Erwachsene vermeintlich den Stoff der Grundschule meinen zu beherrschen (sich aber vor Kindergeburtstagen fürchten und von Didaktik und Methodik des Erstunterrichts keinen Schimmer haben).

      Und wärhrend die Förderschulkräfte ihre zusätzliche Qualifikation anerkannt bekommen, ist es bei GrundschullehrerInnen, die nun die gleichen Aufgaben erledigen, nicht der Fall.

      Und bevor nun (von sofawolf) wieder angemahnt wird, Grundschullehrerinnen würden nur jammern und ihren Beruf nicht lieben: Doch, ich brenne für meinen Beruf und für meine SchülerInnen.
      Ich nehme die Herausforderungen gerne an, die Hochbegabten genauso wie die einsprachigen, nicht alphabetisierten Migranten, die Kinder mit Unterstützungsbedarf und die mit mittlerer Begabung (die zurzeit am ehesten zu kurz kommen)… und ja, die sitzen ALLE täglich nebeneinander in meiner Klasse.
      Aber, bei allem Einsatz, darf ich dennoch darauf hinweisen, dass die Bezahlung UND die Arbeitsbedingungen nicht fair sind, generell in Betracht der vielen Aufgaben, die hinzu gekommen sind, sowie im Vergleich zu den anderen Lehrämtern.

      • *Ironie/Sarkasmus an*
        Grundschullehrkräfte sind die hochwertigsten Fachkräfte, die Deutschland zu bieten hat.
        Auch wenn sie so lange studieren wie andere Lehrämter, sind ihre Inhalte qulitativ so hochwertig und ihr Engagement so unbegrenzt, dass sie trotz Masterstudiengängen regelmäßig Ehrendoktortitel in Pädagogik, Psychologie und mindestens drei weiteren Fachwissenschaften erhalten.
        Ihr wissen über Sonderpädagogik, Integration und Inklusion ist sogar so angesehen, dass sie vor internationalen Experten aus anderen Ländern Vorträge halten.
        Sie sind Koryphäen in der gefährlichen Welt der Kindergeburtstage.
        Sie sind die einzigen Lehrkräfte, die gegen alle Ungerechtigkeiten der Welt ankämpfen und ihre Gymnasialkollegen nur belächeln, weil sie wissen, dass sie es nur so leicht haben, weil sie die richtige Arbeit leisten.
        Jeder Bürgermeister hat sogar auf dem Dach des Rathauses das Grundschulman- und Grundschulwoman-Symbol, um bei Gefahr die Helden der Stadt zu alamieren.
        *Ironie/Sarkasmus an*

        Ganz ehrlich: Ich teile Ihre Meinung, dass Lehrkräfte an Grundschulen einer Aufgabe nachgehen, die Herzblut benötigt, aber bitte bleiben Sie auf dem Teppich.
        Ihre Ausführungen gleichen einer Hass- und Missgunsttirade.
        Oder glauben Sie zum Beispiel, dass Heterogenität, Integration, Inklusion, Pädagogik, Psychologie, Didaktik und alle Schwierigkeiten aufhöhen, wenn Kinder die vierte Klasse verlassen und eine weiterführende Schule besuchen?

        • Inklusion hört vermutlich nicht auf… die anderen genannten Sachen auch nicht, sind aber anders zu bewerten oder einzuschätzen, schließlich gehen ja gerade nicht alle SuS in eine „Einheitsschule“, sondern werden aufgeteilt.
          Und die Gymnasien erhalten in der Regel die selbstständigsten, lern- und leistungsbereitesten aller SuS.
          Aus dem Artikel zu Stadtteilschulen und Gymnasien in HH:
          Lediglich 2,3 % der SuS mit Förderbedarf besuchen ein Gymnasium.

  27. Naja, ich glaube weniger, dass Sie etwas falsch verstehen, sondern eher, dass Sie mir da (gerne) etwas unterstellen, was gar nicht aus dem folgt, was ich schrieb. Ich sagte nirgends, dass Gymnasiallehrer bessere Pädagogen sind und es folgt auch nicht aus dem, was ich schrieb. Grundschullehrer sind die besten Pädagogen für Grundschüler; lieber Kollege; und Gymnasiallehrer sind die besten Pädagigen für Gymnasiaten – und jetzt verweisen Sie bitte nicht auf irgendwelche schwarzen Schafe, die Sie kennen, persönlich oder vom Hörensagen.

    Ja, ich meine, Gymnasiallehrer haben einen in vielerlei Hinsicht höheren Aufwand in ihrem Beruf, ohne dass ich damit die Arbeit eines Grundschullehrers geringschätze. Auch ein Grundschullehrer hat einen höheren Aufwand als eine Kindergärtnerin. Und ein Schulleiter einen höheren Arbeitsaufwand hat als ein Lehrer; ein Klassenleiter mehr als jemand, der nur Fachlehrer ist – ohne dass diese Aussagen eine Geringschätzung darstellen, wie ich finde. Auch der Gymnasiast hat einen höheren „Aufwand“ als der Grundschüler zu bewältigen. Das sind einfach Fakten.

    Ein bisschen lächerlich finde ich, sich daran hochzuziehen, dass Schüler einer dritten Klasse auch mehr als einen halbseitigen Aufsatz schreiben können. Genauso schreibt auch nicht jeder 11.-Klässler einen 10-Seiten-Aufsatz. Das ist Haarspalterei. Sie wissen das. Wir können auch die Diktate heranziehen. 20 x 20-Wörter-Diktate zu kontrollieren ist ein anderer Aufwand als 20 x 200-Wörter-Diktate zu kontrollieren. Davor kann doch niemand so ignorant die Augen verschließen, wie es hier permanend geschieht!

  28. Ups, oje, so viele Tippfehler. Sorry!

  29. Die Haarspalterei, die angeblichen Seiten von Aufsätzen zu zählen, die Sie offenbar nie gesehen haben und vermutlich nicht sinnentnehmend erlesen könnten, haben Sie begonnen.

    Ein Diktat in der Grundschule ist nicht mit einem Diktat im Gymnasium vergleichbar, stimmt.

    Die Grundschullehrerin nimmt es als Analyse, stuft die Schreiblernstufe ein und analysiert die Fehlerschwerpunkte pro Kind, leitet davon den Förderaufwand und -vorgang für einzelne Kinder oder Kleingruppen ab, erstellt dazu die Aufgaben, differenziert die weiteren Unterrichtsstunden und begleitet die SuS in ihrem Lernprozess. Im Anschluss erfolgt dann eine Lernkontrolle, die die Lehrkraft auch erstellt und etwa 5-fach differenziert (1x generell, 1x Lernen, 1x Sprache/LRS, 1x Hören, 1x Migranten). Diese wird geschrieben, ebenfalls ausgewertet (s.o.) und führt am Ende zu einer Bewertung.

    Bevor ich nun plakativ die Aufgabe eines Gymnasiallehrers beim Diktat darlege, können Sie sich sicher einen eigenen Reim darauf machen.

    • Ach, ganz vergessen:
      Natürlich führt sie darüber noch Förderpläne für alle Kinder, die unter die 5-fach-Differenzierung fallen, erstellt Förderziele und beschreibt die Wege, setzt Evaluationstermine, die sie natürlich einhält und führt dazu, wenn möglich auch noch Elterngepräche einzeln mit allen betroffenen Elternteilen mit oder ohne Partner/ Familienhilfe oder Therapeuten.

      • Und nicht zu vergessen:
        Am Ende besuchen dann in Teilen Kinder ein Gymnasium aufgrund einer uneingeschränkten Empfehlung,
        die noch nie Hausaufgaben machen mussten,
        die nicht wissen, dass man am Satzanfang groß schreibt,
        die daran gewöhnt werden müssen, dass nicht jede Teilaufgabe von der Lehrkraft kontrolliert werden muss,
        die nicht selbstsändig eine Arbeitsanweisung lesen können
        ……
        Es ist schön, dass Sie hier Ihre Tätigkeiten auflisten, denen sicherlich alle Grundschullehrkräfte immer 100%ig nachkommen.

        Beantworten Sie mir doch folgende Frage:
        Wenn ein Diktat eine so immense Arbeitsbelastung darstellt, warum gibt es dann seit langer Zeit keine Diktate mehr, sondern nur noch Schleich- oder Lückendiktate?

        • Leider muss ich nicht nur Ihrem letzten Kommentar zustimmen.

        • mehrnachdenken

          Sorry, ich muss mein Gelübde brechen, hier nichts mehr zum Besten geben zu wollen, aber @PeterPan314, Sie bringen die durch nichts zu ersetzende und aufopferungsvolle Arbeit der GS-Lehrkräfte so herrlich auf den Punkt, dass ich mich einfach nicht zurückhalten kann.
          Auch wir wunderten uns immer wieder, wie „super vorbereitet“ die Viertklässler zu uns kamen.

        • @Peter Pan
          Der Trend an der Grundschule ist tatsächlich so, dass wir zuerst analysieren und daraufhin differenzieren sollen, wozu aber die Konzepte, die im Augenblick da sind, oft unbefriedigend sind, sodass KollegInnen notgedrungen versuchen selbst welche zu entwickeln. Das bedeutet, dass wir uns immer wieder mit der Analyse der Schülerleistungen befassen müssen. In Mathematik z.B. kann man aufgrund offener Aufgabenstellungen und Schülerantworten analysieren, auf welchem Niveau sich der Schüler gerade befindet. Auch beim mechanischen Rechnen wurden Aufgaben auf verschiedenen Niveaustufen entwickelt. In Deutsch kann man das mit Rechtschreibleistungen und einem entsprechenden Analysesystem auch machen. Das meinte palim. Wenn man dazu wie palim inklusive Kinder hat, für die man Förderpläne schreiben muss, (muss nicht jeder, ich habe gerade auch kein offizielles inklusives Kind, nur ein Kind, das kein Deutsch kann und wohl Dyskalkulie hat, das ich differenzieren muss) dann weiß man bald nicht mehr, wo man anfangen soll und man hat das Gefühl, dass man von solchen Sachen überrollt wird. Neue Aufgaben sind auch die Selbsteinschätzung der Schüler. Auch das müssen wir immer fördern. Einfaches Unterrichten ist einfach nicht mehr. Da ist es manchmal schwer, bei allen anderen Aufgaben Ruhe zu bewahren. Ob diese Komplexität, die uns in der Grundschule überrollt, von mehr Erfolg gekrönt ist, das wird sich zeigen. Das ist natürlich eine andere Arbeitsweise wie am Gymnasium.
          Zu den Diktaten: Ich kann nur von mir sprechen. Wenn ich ein Diktat diktiere, dann ist das eine Übung, wo Schüler beweisen können, dass sie Wörter automatisiert haben und schnell Rechtschreibstrategien bei unbekannten Wörtern anweden können. Ein Lückendiktat, was bei mir nur rechtschreibschwache Kinder schreiben, ist eine Erleichterung für diese, also eine Differenzierung. Ein Schleichdiktat ist eine bildhafte Gedächtnisübung. Ich merke mir länger ein Wort bzw. einen Satzteil in der Rechtschreibung, den ich dann nach einer Zeit (also die Zeit, die ich brauche, um den Weg zurückzulegen) aufschreibe. Alle 3 Diktatformen verfolgen einen anderen didaktischen Sinn.

        • Weil der gehobene Dienst so blöd ist, Vorgaben der Schulbehörden umzusetzen. Der höhere Dienst ist da natürlich weniger an Weiszungen gebunden und lebt seinen pädagogischen Eros ohne jegliche Zwänge aus.

          Wieso das Thema Diktate so hoch gekocht wird, verstehe ich ohnehin nicht. Selbst an den weiterführenden Schulen gibt es keine Diktate mehr als Klassenarbeiten – zumindest hier in NRW.

          Aber vielleicht hilft es ja, sich mit den entsprechenden Kernrichtlinien für die Fächer und die Grundsätze zur Leistungsmessung und- berwertung einmal – trotz Ernennnung zum StR – anzusehen.

          • Das ist aber nett formuliert und gar nicht herabwürdigend.
            Darf man Ihren Worten entnehmen, dass Grundschullehrkräfte sich stets an Weisungen halten und Sie das belegen können, während Lehrkräfte an weiterführenden Schulformen das tun, worauf sie Lust haben, was Sie sicherlich auch beweisen können?

            Das Thema Diktate ist nur die Reduktion des Problems auf ein Symptom, nämlich die Rechtschreibung, die man anhand eines ersten Diktates an der weiterführenden Schule begutachten kann.
            Hier hat sich in den letzten Jahren gezeigt, dass bei einigen Gymnasialklassen ein Rotstift zur Korrektur eines kurzen und einfachen Textes nicht mehr ausreichen kann, weil sämtliche möglichen Fehler begangen werden. Dies beginnt beim Groß-Schreiben des Satzanfangs, geht über zum Vergessen der diktierten Satzzeichen und endet bei den wundervollen Schreibschöpfungen „Fata“ und „Muta“.
            Da helfen Ihnen auch die Kernrichtlinien und Grundsätze nicht weiter, wenn eigentliche „Einser-Schüler“ ein Gefühl für Sprache entwickelt haben, das einer Anarchie gleich kommt.

        • Mein Beitrag von gestern Abend wurde leider nicht veröffentlicht … und ich kann auch nicht mehr darauf zugreifen.

          Ich verfasse nicht den kompletten Text neu, aber ich hatte erläutert, dass sich der Rechtschreibunterricht seit ca. 2004 gewandelt hat und in den CuVo 2006 (in meinem BL) festgeschrieben wurde, dass Rechtschreibüberprüfungen (im Sinne von benoteten Arbeiten) nicht länger nur auf Grundlage von Diktaten erfolgen sollen.
          Welche anderen Formen eingesetzt werden, entscheidet letztlich – wie an anderen Schulformen auch – die Fachkonferenz.

    • Zitat:
      „Die Grundschullehrerin nimmt es als Analyse, stuft die Schreiblernstufe ein und analysiert die Fehlerschwerpunkte pro Kind, leitet davon den Förderaufwand und -vorgang für einzelne Kinder oder Kleingruppen ab, erstellt dazu die Aufgaben, differenziert die weiteren Unterrichtsstunden und begleitet die SuS in ihrem Lernprozess.“

      Glauben Sie im Ernst, dass das Lehrer an anderen Schulformen nicht auch so machen???

  30. Und kommen Sie, Peter Pan ihrer Aufgabe nach Schülerinnen angemessen zu unterrichten oder können Sie das nicht?

  31. @ysnp
    Sehen Sie, ich verstehe Ihre Ausführungen und kann denn Stress und die Enttäuschungen aufgrund fehlender Unterstützung, mangelnder Wertschätzung und immer weiter steigender Anforderungen nachvollziehen und dieses Nachvollziehen-Können ist es, dass bei mir aufgrund von Sätzen wie „Das ist natürlich eine andere Arbeitsweise wie am Gymnasium.“ einen üblen Nachgeschmack hinterlässt, weil Sie durch Ihre Ausführungen klar machen, dass Ihnen die Herabwürdigung im Vergleich zu anderen Schulformen zuwider ist, während Sie selber die anderen Schulformen herabwürdigen, indem Sie Sich eine Monopolstellung zugestehen.
    Bleiben wir mal bei Klasse 5, also zum Beispiel dem Übergang in ein Gymnasium und den Voraussetzungen der Kinder in einer Klasse von über 30 SuS. Schon vor dem Schulstart ist aufgrund der Zeugnisse und der Empfehlungen klar, dass die Lerngruppe heterogen ist, weil Kinder eine vollständige, eine eingeschränkte oder keine Gymnasialempfehlung haben, worauf man schließen kann, dass ein differenzierte Unterricht stattfinden muss, damit kein Kind zurückgelassen wird (- Ich liebe diesen rot-grüne „Schnaps-Slogan“), denn ein Schulformwechsel soll trotz Erprobungsstufe in den Klassen 5 und 6 nicht mehr stattfinden, weil man sonst dem Auftrag der individuellen Förderung nicht nachgekommen ist.
    Weiterhin kommen die Kinder von unterschiedlichen Grundschulen, was bedeutet, dass ihre Zeugnisse eventuell den gleichen Inhalt, aber nicht die gleiche Aussagekraft haben. Das soll heißen, dass ein „sehr gut“ im Fach Deutsch nicht bedeuten muss, dass das Kind zum Schreiben und Lesen befähigt ist. Erstaunlicherweise ist es so, dass in den basics bereits bei sehr guten Kindern Lücken vorhanden sind, die als Defizite zu identifizieren und dann durch Maßnahmen zu „kurieren“ sind. Das betrifft das Lesen, die Grundlagen des Schreibens und die einfachsten Rechnungen im Fach Mathematik. Den „Scherbenhaufen“ der Defizite anderer Kinder sollte man an dieser Stelle nicht erwähnen.
    Die von mir genannten Inhalte betreffen dabei nur die fachlichen Grundlagen. Darüber hinaus sind die Leistungsbereitschaft und das Arbeitsverhalten ebenfalls hochgradig auffällig. Es gibt Kinder, die in ihrer Grundschule nie Hausaufgaben machen mussten, die nicht gelernt haben ihre Tasche zu packen, die keine 10 Minuten still in Einzelarbeit verbringen können und die den Begriff „Selbstständigkeit“ weder schreiben noch in Ansätzen leben können und auch hier meine ich in Teilen die Kinder mit uneingeschränkter Gymnasialempfehlung.
    Auch an Gymnasien gibt es Kinder mit Migrationshintergrund, Kinder, die unter den Begriff Inklusion fallen, und Kinder mit Schwächen wie Dyslexie. Zusätzlich gibt es jetzt noch „internationale Kinder“, die entweder aus Krisengebieten stammen oder einfach aus einem EU-Land eingereist sind.
    Da ist die Arbeit einer Gymnasiallehrkraft im Vergleich zu den schwieriegen Lerngruppen der Grundschule ja einfach oder? Analysieren, Differenzieren und Individualisieren sind nämlich einzig und allein die Tugenden der Grundschule. An einem Gymnasium muss man keine Förderpläne schreiben, keine Kooperation mit den Eltern anstreben, nicht dokumentieren, ob man alles tut, damit ein Kind das Klassenziel erreicht und man muss sich nie denjenigen Eltern aussetzen, denen nicht verständlich ist, warum ihr Goldkind schon in Klasse 6 die Schule wechseln oder die Klasse wiederholen soll – was ja nicht der Regelfall ist.
    Es gibt keine Konferenzen zur Unterrichtsentwicklung, es gibt keine Qualitätsanalyse, keine Lehrplanentwicklung und keine Modernisierung der Methoden.

    Darüber hinaus gibt es auch zwei Punkte, die nur am Rande zur Diskussion beitragen:
    1. Der Einsatz der Lehrkräfte ist unterschiedlich und bestimmt damit den Erfolg aller SuS. Da gibt es Kolleginnen und Kollegen, die sich mehr als nur engagieren, sondern für ihren Beruf Leben. Es gibt Lehrkräfte, die sich für den Beruf aufgerieben haben und jetzt, weil sie wollen oder müssen, ihre Bemühungen zurückfahren. Und dann gibt es diejenigen, die nur Dienst nach Vorschrift machen.
    In jeder Schulform gibt es Variationen dieser Typen und während Lehrkräfte wie Sie, die für ihren Beruf brennen, das Leben aller angenehmer gestalten, muss man auch sagen, dass es diejenigen gibt, die ihre Bemühungen indirekt torpedieren.
    2. Als Lehrkraft einer weiterführenden Schule ist das Leistungsprinzip für sie ausgehebelt. Hier verdienen Lehrkräfte mit Kunst und Sport den gleichen Betrag wie Lehrkräfte mit Englisch und Deutsch. Das geht sogar soweit, dass mir meine Schulleitung in einem inoffiziellen Gespräch nahelegte, dass es in meinem Fall sein könne, dass ich aufgrund meiner Fächerkombination und meines bisherigen Engagements keine Beförderungsstelle erhalten könne, weil die Mehrarbeit für mich zu groß wäre – da nimmt man lieber Lehrkräfte mit einer schonenderen Fächerkombination und ohne „Nebenbeschäftigungen“. Die würden dann genauso stark belastet werden wie ich, aber auf einer höheren Gehaltsstufe stehen.

    Wenn man die Debatte um die Bezahlung beginnt, müsste man tatsächlich das Leistungsprinzip reformieren, aber – trotz aller Bemühungen und aller warmen Worte – das wird nie eintreten.

    • @peterpan
      Vielen Dank für Ihre Ausführungen. Ihren Ärger kann ich verstehen; ich habe übersehen, dass es doch große Unterschiede in den Bundesländern gibt. Ich selbst bin in Bayern und da zählen die Noten für den Übertritt, da ist offensichtlich an Gymnasien die Schülerschaft noch nicht so heterogen wie in anderen Bundesländern und bekanntlicherweise auch das Niveau ziemlich hoch, allerdings gibt es dort -um das einschränkend zu sagen – eine Reihe von Abbrecherquoten. Ich weiß, dass nur die Besten meiner Klasse auf das Gymnasium gehen, das sie sich u.a. mit nahezu wöchentlichen Proben (= Arbeiten) + mündlichen Leistungen erarbeitet haben oder auch nicht, wenn sie die Grundschule mit „links“ machen.
      Wenn ich Ihre Ausführungen lese: Dann sitzen wir doch alle im gleichen Boot. Ihre Arbeitsplatzbeschreibung könnte auch von einer Grundschule stammen. Sie haben jetzt auch alle Schüler, denen Sie gerecht werden müssen. Ich hoffe, es gibt Möglichkeiten, dass Sie andere Schüler wieder an die für die Schüler geeignetere Schularten abgeben können.

      • Es ist auch in Bayern so, wie peterpan beschrieben hat.

      • Die Übertrittsnoten haben auch in Bayern nur bedingt Aussagekraft. Da gibt es Schüler, die mit einer 3 in Mathematik ans Gymnasium kommen, die aber mehr können, als ein Schüler mit der Note 1 aus einer anderen Grundschule.

        • In der Kooperationsgruppe hören wir andere Rückmeldungen von Gymnasialkollegen, nämlich, dass die Einschätzung der Grundschullehrer zu dem passen, was am Gymnasium beobachtet wird. Inzwischen gibt es auch vermehrt unkonzentriert und und verhaltensauffällige Schüler an den Gymnasien, das steht den anderen Schularten nicht nach. Ebenso haben wir gemeinsam festgestellt, dass im Augenblick die Nahtstelle zwischen Grundschule und Gymnasium nicht mehr passt udn auch deswegen einige Schüler Übergangsschwierigkeiten haben und in Fächern wie Englisch der harte Einstieg auf Missverständnissen fußt. Bald bekommen die bayerischen Gymnasien einen neuen Lehrplan, dann wird es hoffentlich wieder passen. Da Legastheniker keine Noten in Deutsch bekommen, sind diese bei guten Leistungen in anderen Fächern jetzt eben auch auf dem Gymnasium. Auf jeden Fall schicken wir nicht unsere ganze leistungsheterogene Schülerschaft aufs Gymnasium, weil ja die erreichte Note eine große Hürde darstellt. Größere heterogene Schülerschaften haben die Realschulen Bayerns, weil da sehr gute (Gymschnitt) und ganz knapp den Schnitt erreichte Schüler hingehen.

          • „Das Gymnasium ist sozial immer noch die homogenste, leistungsmäßig aber mittlerweile die heterogenste Schulform, während etwa die Schülerschaft der Gesamtschulen sozial heterogen, aber leistungsmäßig wider Erwarten relativ homogen ist. “

            Zu finden bei:
            https://www.mpib-berlin.mpg.de/volltexte/institut/dok/full/Baumert/bjnuip__/bjnuip__.htm

          • @GriasDi Danke für den Link. Die Homogenität der Leistungen an Gesamtschulen findet wahrscheinlich auf eher niedrigem Niveau statt (im Artikel stand darüber nichts).

            Interessant fand ich auch die Erklärungsversuche für die unterschiedlichen Leistungen der Schüler (Zitat):

            3. Systematische Erklärungen für Leistungsunterschiede sind wahrscheinlich in folgenden Bereichen zu suchen:
            – in der generellen Wertschätzung von Bildung und schulischem Lernen und der damit verbundenen Bereitschaft, persönliche Ressourcen zu investieren;
            – in der spezifischen Lernkultur eines Schulwesens und in der Bedeutung, die dem kontinuierlichen Wissenserwerb und der damit verbundenen Anstrengung und Ausdauer zugemessen wird;
            – in der gesellschaftlichen und schulischen Wertschätzung bestimmter Fächer
            – und schließlich in der Qualität des Fachunterrichts selbst.

            Wenn die Institution Schule in der Gesellschaft so unbeliebt ist, die zum Lernen erforderliche Arbeit gescheut wird und einige Fächer grundsätzlich unerlernbar sind (Mathe, Physik, Latein), kann auch noch so gut( geplanter und durchgeführt)er Unterricht an schlechten Lernleistungen kaum etwas ändern.

          • Das würde logischerweise auch zu dem passen, dass in fast allen Bundesländern (bis auf 2 oder 3) der Zugang zu den Gymnasien frei ist und Eltern die beste Bildung für ihr Kind wollen. Das Gymnasium wird dann von vielen nicht mehr nach dem Leistungsvermögen der Schüler gewählt, sondern nach dem Bildungsziel.

          • @griasdi

            Weshalb die Fachleistungsdiffernzierung auch allenfalls marginale Erfolge hat. Von den „Hardcore“-Pädagogen würde sie ja auch am liebsten aufgehoben; bislang stehen die Abschlussbedingungen dagegen, und so muss spätestens nach Klasse 8 die Fachleistungsdifferenzierung als äußere Differenzierung umgesetzt werden.

            Die soziale Heterogenität ist das Problem – nur das kann auch nicht oder nur begrenzt durch individuelle Förderung im Unterricht behoben werden. Bleibt nur der Einsatz von Schulasozialarbeitern, Schulpsychologen und Sonderpädagogen – der sprengt aber den Kostenrahmen, den Politiker setzen.

          • @dickebacke
            Natürlich ist die soziale Heterogenität das Problem, aber unterschätzen Sie die Leistungsdifferenzen nicht.
            Als Pädagoge hat es mir beispielsweise bisher immer das Herz gebrochen, dass Kinder stets bemüht waren, um es in den Worten eines Arbeitszeugnisses zu formulieren, und trotzdem dann in den Klassenarbeiten für ihre Auffassung versagt haben.
            Was macht man denn mit einem Kind auf dem Gymnasium in Klasse 6,
            das mit dem Stoff überfordert ist,
            das individuell gefördert wird und so Teilfortschritte erzielt, aber gleichzeitig nicht mit dem Durchschnitt mithalten kann und
            das wie verrückt für die Arbeiten übt, um dann im besten Fall ein „ausreichend“ zu erhalten?
            Ich kann andere Bundesländer nicht beurteilen, aber in NRW scheint es so zu sein, dass die „grüne Ideologin“ Löhrmann genau solche Fälle als nicht existend annimmt, weil sie davon ausgeht, dass alle Kinder das Klassenziel bei ausreichender Bemühung erreichen.
            Bei ihr gibt es weder den „sozialen Fall“, der verhaltensauffällig oder falsch erzogen ist und vielleicht trotz Förderplan nicht arbeitet, noch den „Leistungsfall“, der die Förderpläne abarbeitet, um dann doch zu scheitern.
            Für den Unterricht ist soziale Heterogenität schlimmer, aber psychisch leiden die Kinder im Falle von wiederholten Anstrengungen und anschließendem Scheitern mehr.

          • @ysnp
            Ganz genau. Die Kinder sollen möglichst alle das Abitur machen und die Eltern wollen die Gesamtschulklientel vermeiden. Die Politik ist damit einverstanden und schraubt die Anforderungen entsprechend runter. Gleichzeitig werden auch die Anforderungen für den MSA reduziert, weil andernfalls irgendwann das Abitur einfacher wird als der MSA …

          • Andererseits wurden Inhalte in die Grundschulen verlegt, die vorher ab Klasse 5 unterrichtet wurden und SuS werden erheblich früher eingeschult.
            Und die SuS, die in den verschiedenen Sek-I-Schulen ankommen, waren zuvor in der Grundschule gemeinsam in einer Klasse.

            Kinder, die trotz Förderung und Anstrengung die Ziele nicht erreichen, müssen auch in der Grundschule wiederholen – sofern das Bundesland dies (noch) zulässt.

            Was kaum noch verständlich für Eltern und SuS ist, denn aktuell immigrierte Kinder und Kinder mit Förderbedarf bleiben in den Klassen, obwohl sie die Leistungsanforderungen bei weitem nicht erfüllen können.
            Kinder aus Familien mit Migrationshintergrund, die auch kaum Deutsch können, müssen die Anforderungen aber erbringen, selbst wenn sie erst in Klasse 1 beginnen, Deutsch zu sprechen.

          • Wieso? An GeS und SekS gehen sie von Klasse 5 an am Ende eines Schuljahres jeweils inden nächsten Jahrgang über. Sitzenbleiben ist nicht. Es gibt also kein Problem.

            Es muss lediglich die Versetzung von 9 nach 10 erreicht werden, um den HA zu erreichen.

    • „Wenn man die Debatte um die Bezahlung beginnt, müsste man tatsächlich das Leistungsprinzip reformieren, aber – trotz aller Bemühungen und aller warmen Worte – das wird nie eintreten.“
      Einverstanden mit Ihrem ersten Teil, ich halte es für dringend erforderlich, das Leistungsprinzip zu reformieren bzw. neu zu definieren.
      Dass sich nie etwas ändern wird, das glaube ich nicht, denn ich meine, dass es eine ständige Weiterentwicklung gibt und deshalb wird sich langfristig da auch etwas ändern. In Bayern hat man hier an den Grund- und Mittelschulen schon einen Anfang gemacht – der Bezahlung nach dem Leistungsprinzip.

      • Aber genau das wird doch von den Lehrerverbänden im DBB mit Verweis auf die Alimentationspflicht verhindert. In NRW gibt es seit Jahren eine allgemeine Zulage zur Grundbesoldung/zum Tarifentgelt. Diese sollte eigentlci leistungsabhängig sein; da die Parteien sich aber nicht auf Kriterien der Leistungsmessung und Bewertung verständigen können, bekommen alle die gleiche Zulage.

      • Vielleicht sollte ich es präzisieren: nicht die Bezahlung nach dem Leistungsprinzip, sondern jetzt besteht die Möglichkeit der Beförderung nach gewissen Voraussetzungen in der „Leistung“ bis hin zu A13, sofern freie Planstellen vorhanden sind. Grundlage ist die Regelbeurteilung. Diese Möglichkeit wurde durch den Einsatz des BLLV eröffnet. Wahrscheinlich war dies der Kompromiss. Allerdings will der BLLV und auch die GEW langfristig A 13 für alle GS und MS Lehrer erreichen.

    • Durch die Beiträge von ysnp habe ich in letzter Zeit einiges erfahren, das in BY wirklich anders läuft. Auch die Unterstützungssysteme im Hinblick auf Inklusion sind andere als bei uns, wo man m.E. weder von Unterstützung noch von System sprechen kann.

      So oder so ist es aber auch hier so, dass die besten, selbstständigsten und lernbereitesten SuS aufs Gymnasium wechseln. In meiner Region mit nur wenigen Ausnahmen. Darunter sind dann auch SuS, denen die Grundschullehrerinnen nicht die Empfehlung für das Gymnasium geben oder welche mit LRS, denen ein Nachteilsausgleich per Gesetz zusteht, nicht nur in der Grundschule, sondern auch in der weiterführenden Schule. (auch da gibt es sehr unterschiedliche Ansätze in den Bundesländern)
      Ebenso gibt es übrigens auch Ausnahmen bei SuS, die durchaus für das Gymnasium geeignet wären, aber nicht dorthin wechseln dürfen (ja, gibt es immer noch).

      SchülerInnen, die nicht selbstständig arbeiten können und ihre Hausaufgaben nicht erledigen, würde ich nicht zum Gymnasium empfehlen. Letztlich haben aber bei uns die Eltern freie Schulwahl. Dabei kann ich übrigens keine Tendenz dazu erkennen, dass mehr Eltern als früher (den Übergang von Kl. 4 auf die weiterführenden Schulen gibt es hier noch nicht so lang) ihre Kinder entgegen der Beratung auf das Gymnasium schicken. Es sind Einzelfälle – zumindest in meiner Region.
      Empfehlungen wurden in diesem auslaufenden SJ ersetzt, nun gibt es 2 Beratungsgespräche mit Eltern+Kind und ausführlichem mehrseitigem Protokoll.

      Die SuS, die Ihnen auffallen, kommen von den Grundschulen und bringen dennoch eine Menge Fähigkeiten mit. Auch wir erleben, dass die SuS weniger auf schulisches Lernen vorbereitet sind. Wenn sie die Spitze des Eisbergs bekommen, überlegen sie auch, was am anderen Ende noch dazu gehört.
      ysnp hat es schön erläutert, dass es einen überrollt und man damit allein gelassen wird, gleichzeitig die Arbeit weder gesehen noch geschätzt wird und immer wieder auf ein lapidares 1+1=2 reduziert wird.
      Es ist sehr schwierig, die vielen Nuancen und täglichen Notwendigkeiten darzustellen, die in Grundschulen nötig sind, um die Kinder überhaupt in ruhiger Atmosphäre lernen zu lassen.
      Es mag ein anderes Abstraktionsniveau der zu lösenden Aufgaben an sich sein, aber die Herausforderung in der Grundschule ist zunächst einmal die Anschaulichkeit, die erreicht werden muss, die viel Vorbereitung erfordert und die gerne unterschätzt wird. Gleichzeitig muss das Abstraktionsniveau allmählich ausgebaut werden, wobei es eben auch in Kl. 1 SuS gibt, die hier Herausforderungen benötigen.
      Es ist unvorstellbar für Außenstehende, wie viele zusätzliche Tätigkeiten und Schulorganisation in Grundschulen von den Lehrkräften übernommen werden.
      Es ist kaum zu erklären, wie viel Zeit, Kraft und Arbeit in Dokumentationen, Konferenzen etc. geht und wie viel mehr davon ein einziges Kind mit ESE-Bedarf und massiver psychischer Störung bedeutet.
      Es ist unglaublich, wie viele Erlasse und untergesetzliche Bestimmungen in den letzten 10 bis 15 Jahren hinzugekommen und verändert, revidiert, überarbeitet und im halbjährlichen Rhythmus neu gefasst wurden. Unfassbar ist nicht nur, dass die außerunterrichtlichen Tätigkeiten immens gestiegen sind, sondern auch dass die fortwährenden Änderungen unermesslich viel Arbeitszeit verschlingen.

      Die Schülerschaft war schon immer heterogen, ja. Die Arbeit der GrundschullehrerInnen schon immer grundlegend und immens wichtig für die schulische Karriere der Kinder.
      Die Entwicklung der letzten 10 Jahre sind aber derart verändernd und überraschend, dass der Unterricht von 2005 mit dem Unterricht von 2015 nichts mehr zu tun hat und das Aufgabenfeld der Grundschullehrkräfte um ein Vielfaches erweitert wurde.

    • @PeterPan314
      „Hier verdienen Lehrkräfte mit Kunst und Sport den gleichen Betrag wie Lehrkräfte mit Englisch und Deutsch.“

      Kann ich überbieten, wie sieht es mit den Lehrern aus, die MINT studiert haben und unterrichten, aber aufgrund des Alters nicht verbeamtet werden und dadurch deutlich weniger verdienen als die jungen (meist) Kolleginnen mit den Massenfächern Englisch und Deutsch?
      Gleichzeitig können diese (‚alten‘) Leute aber auch nicht einmal die Bundesländer, in denen andere Altersgrenzen gelten, wechseln, weil das ja durch das zu verlassende Bundesland erlaubt werden muss. Das nenne ich schon grundgesetzwidrig.

      Mittlerweile habe ich mich sogar schon bei einer Behörde in Verbindung gesetzt, die noch bis 50 verbeamtet (wovon ich wirklich noch weit entfernt bin) und die gerade Leute mit meinen Fachrichtungen suchen. Da ringe ich wirklich gerade mit mir, zwar müsste noch ein 18 monatiges Referendariat gemacht werden, aber für MINT-Leute bekommen das doppelte Gehalt. Ach, ich weiss es wirklich nicht…

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