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Vor allem kommerzielle Zwecke: Bundesländer gegen Grundschulwettbewerb

DÜSSELDORF. Immer wieder einmal fällt der Onlinehändler Amazon mit Marketingideen für Schulen auf, die zumindest in der Grauzone des Erlaubten angesiedelt sind oder diese auch überschreiten. Dazu zählt wohl auch der Grundschulschreibwettbewerb „Kindle Storyteller Kids“. Mehrere Bundesländer betrachten die Aktion als Werbung und sehen die Teilnahme von Schulen als unzulässig an. Hessen hat bereits die Teilnahme an künftigen Runden untersagt.

Amazon steht mit einem Schreibwettbewerb für Grundschulen in der Kritik. Vier Bundesländer, darunter Hessen, sehen laut einem Bericht der «Rheinischen Post» darin Werbung und wollen den Wettbewerb «Kindle Storyteller Kids» deshalb nicht mehr stattfinden lassen. Das Hessische Kultusministerium haben in einem Erlass den Schulen des Landes eine künftige Teilnahme untersagt.

Aus mehrerern Bundesländer kommt Kritik am Amazon-Wettbewerb für Grundschulen. Ob er 2017 ein viertes Mal aufgelegt wird, ist noch offen. (Symbolbild)

Aus mehrerern Bundesländer kommt Kritik am Amazon-Wettbewerb für Grundschulen. Ob er 2017 ein viertes Mal aufgelegt wird, ist noch offen. (Symbolbild)

Den Wettbewerb gibt es seit 2014. Amazon wolle damit «das kreative Schreiben von Kindern im Grundschulalter fördern», erklärte das Unternehmen. Aktuell hätten im dritten Jahr 300 Schulen in Deutschland daran teilgenommen. In der Kritik steht der Zeitung zufolge jedoch zum Beispiel, dass als Preise ausschließlich Amazon-Produkte wie der E-Book-Reader Kindle oder Amazon-Gutscheine ausgeschrieben würden.

«Das NRW-Schulministerium hält die Teilnahme von Schulen am Amazon-Wettbewerb für unzulässig», sagte eine Sprecherin des nordrhein-westfälischen Schulministeriums der Zeitung. In Rheinland-Pfalz gibt es der Zeitung zufolge ebenfalls «erhebliche Bedenken in Hinblick auf die schulrechtliche Zulässigkeit». Auch in Baden-Württemberg meint demnach das zuständige Ministerium, dass der Wettbewerb «vor allem kommerziellen Zwecken dient».

Ob Amazon den Wettbewerb weiter anbieten wird, steht noch aus. «Die für 2017 geplanten Initiativen für Organisationen, lokale Institutionen und Gemeinden rund um die Standorte, an denen Amazon tätig ist, wird das Unternehmen in den kommenden Monaten bekanntgeben», teilte Amazon auf Anfrage mit. (dpa)

zum Bericht: Amazon als Kooperationspartner für Fördervereine: eine „denkbar schlechte Wahl

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